Morgens

[133] Nun gib ein Morgenküßchen!

Du hast genug der Ruh;

Und setz dein zierlich Füßchen

Behende in den Schuh!


Nun schüttle von der Stirne

Der Träume blasse Spur!

Das goldene Gestirne

Erleuchtet längst die Flur.


[134] Die Rosen in deinem Garten

Sprangen im Sonnenlicht;

Sie können kaum erwarten,

Daß deine Hand sie bricht.


Quelle:
Theodor Storm: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Berlin und Weimar 41978, S. 133-134.
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