[172] Im Jahre 1716 ließ sich einige Meilen von der Stadt Ragusa ein seltsames Meerwunder erblicken. Dieses war die Riesengestalt eines beinahe fünfzehn Fuß hohen Meermannes, die einen Kopf von ungemeiner Größe trug, übrigens in allen Theilen des Leibes wohl proportionirt erschien. Dieser Meermann trat um die Mittagsstunde an das Land und ging mit großen Schritten am Ufer ab und auf. Oft streckte er seine Hände über den Kopf gen Himmel, und wenn er solche wieder sinken ließ, erhob er ein so starkes Geschrei und durchdringendes Geheul, daß man dasselbe weiter als eine halbe französische Meile vernehmen konnte. Wer es hörte, bebte vor Grauen und Entsetzen, und die nahe waren, mußten ihre Ohren verstopfen. Gegen drei Uhr kehrte der wandelnde Meermann in die Tiefe zurück und stieg dann an den folgenden Tagen wieder an einem andern Orte aus der Fluth empor. Die Kunde von seiner rätshelhaften Erscheinung [173] erfüllte ganz Dalmatien mit Furcht und Schrecken. Zu Zengg in der Walachei ward dieses Meerwunder abgebildet und in einem Saale aufgestellt.