15. Kapitel.

Die Eigenschaften des Weines[297] 1.

In einer syrischen Handschrift der Vatikanbibliothek, welche Sprüche und Anekdoten – die sog. »ergötzenden Erzählungen des Bar-Hebräus« – enthält, heißt es unter der Überschrift »Nützliche Sprüche von indischen Weisen«:


Ein anderer [Indier] sagte: »Der Wein hat vier Eigenschaften, die er auf diejenigen überträgt, welche ihn trinken. Erstens die Eigenschaft des Pfaues, nämlich daß seine (des Trinkers) Farben und Bewegungen schön werden; dann die Eigenschaft des Affen, denn er fängt an, mit allen zu scherzen; dann die Eigenschaft des Löwen, denn er traut seiner Kraft und wird stolz, und endlich die Eigenschaft des Schweines, indem er sich maßlos betrinkt, im Kot wälzt und schließlich Unrat ausspeit.«


  • Literatur: Zeitschr. d. deutschen morgenl. Gesellsch. 40, S. 412.

Dieselben Tiere begegnen uns in einer arabischen Erzählung, die gleichfalls die vier Stufen der Trunkenheit veranschaulicht.


Als Adam den Weinstock pflanzte, kam Iblis und schlachtete über demselben einen Pfau, dessen Blut der Boden trank; als sich die Blätter zeigten, schlachtete er einen Affen, als die Frucht zum Vorschein kam, einen Löwen, und als sie gereift war, ein Schwein. Der Weinstock trank so das Blut dieser vier Tiere, und so zeigen sich die verschiedenen Eigenschaften derselben in den einzelnen Phasen des Weintrinkers. Zuerst geht er gravitätisch einher, seine Farbe ist schön und glänzend wie die des Pfaues. Fängt er an, berauscht zu werden, so beginnt er zu scherzen, zu hüpfen und die Hände aneinander zu schlagen – gleich einem Affen. Wird der Rausch stärker, so zeigt sich die Eigenschaft des Löwen darin, daß er Streit anfängt, Schaden stiftet und allerlei unnütze und unsinnige Handlungen begeht. Alsdann gleicht er dem Schweine, er wälzt sich; darauf folgt Erschlaffung und Schläfrigkeit.


  • Literatur: Nach Damiri bei Grünbaum, Ges. Aufsätze, S. 435 = Zeitschr. d. deutschen morgenl. Gesellsch. 41, 655 = Arnold, Arabische Chrestomathie, S. 53. Vgl. Zeitschr. d. deutsch. morgenl. Gesellsch. 24, 209, Anm. 2.

Es ist offenbar, daß die Übereinstimmung hinsichtlich der vier Tiere und der Eigenschaften, die sie vertreten, in diesen beiden Zeugnissen kein Zufall sein kann. Sie weichen nur darin voneinander ab, daß in Indien ein einfaches Gleichnis, in Arabien eine vollständige Sage vorliegt. Wie steht es nun? Hat sich die Sage aus dem Gleichnis entwickelt oder beruht das Gleichnis auf der Sage? Noch schwieriger wird die Frage, wenn wir ein drittes Zeugnis ins Auge fassen, das sich in den Gesta Romanorum, Kapitel 159 findet (deutsch von Grässe II2, S. 78):2


[298] Josephus berichtet in seinem Buche von den Ursachen der natürlichen Dinge,3 daß Noah den wilden Weinstock fand, selbigen aber Labrusca nannte, von den Grenzen (Labra) des Landes und der Straßen. Da nun dieser bitter war, so nahm er das Blut von vier Tieren, eines Löwen, Lammes, Schweines und Affen, und machte mit Erde eine Art Mist daraus, den er an die Wurzeln des Weinstocks legte. Also ward aber der Wein durch das Blut derselben süß gemacht, worauf sich Noah nachher von demselbigen Weine berauschte und, da er entblößt dalag, von seinem jüngeren Sohne verspottet wurde. Hierauf versammelte er alle seine Söhne und sagte, er habe das Blut der genannten Tiere dahin getan, um die Menschheit zu belehren. Denn viele Menschen sind durch den Wein zu Löwen geworden, ihres Zornes wegen, und haben dann keine Besinnung mehr, einige werden aus Scham zu Lämmern, andere aber werden zu Affen, dessen Neugierde und unschickliche Lustigkeit sie annehmen. Denn der Affe nimmt sich vor, alle Handlungen der Menschen nachzuahmen, macht sie aber verkehrt. Will man ihn also fangen, muß man bleierne Schuhe haben [vgl. Aelian H. An. XVII, 25]; und wenn er sieht, daß man sie an- und auszieht und sie wieder fest anbindet, macht er es ebenso; wenn er aber nachher zu laufen sucht, wird er durch ihre Schwere zu Boden gedrückt und gefangen. Ebenso geht es aber vielen Leuten, denn während sie vieles versuchen, bringen sie im Rausche kaum etwas vor sich, verderben aber und verwirren wie der Affe das meiste.


  • Literatur: Vgl. Oesterley, zu Kap. 159, Swan II, 500, Dick, Kap. 129, S. 75. Le Violier des Histoires Romaines, ancienne traduction française des Gesta Romanorum, p.p.G. Brunet (1858), p. 371.

In dieser Sage ist nicht von vier Stufen der Trunkenheit die Rede, sondern von viererlei Wirkungen auf die verschiedenen Menschen. Ferner fehlt die Figur des Teufels. Es erhebt sich die neue Frage: Ist hier der Teufel in Vergessenheit geraten oder ist er in der arabischen Fassung hinzugefügt worden? Gehört er von Anfang an in die Sage oder hat man ihn als unechte Zutat anzusehen?

Was die erste Frage hetrifft, so wird sich schwer entscheiden lassen, ob dem Spruch oder der Sage die Priorität gebühre.

Ich verweise zunächst auf eine indische Parallele, deren Wortlaut ich einem späteren Band vorbehalte. Sie handelt von der Entstehung des Opiums. Ein Rishi verwandelt eine Maus nacheinander in eine Katze, einen Hund, einen Affen, ein Wildschwein, einen Elefanten, eine Jungfrau. Sie wird Königin, aber eines Tages fällt sie in einen Brunnen und ertrinkt. Auf den Rat des Rishi läßt man sie liegen, und der Brunnen wird zugeschüttet. Es wächst nun aus ihrem Körper der Mohn, aus dem das Opium gewonnen wird. Von jedem der Tiere, in die jene Maus verwandelt war, empfängt der Opiumraucher eine Eigenschaft: er wird mutwillig wie die Maus, milchliebend wie die Katze, streitsüchtig wie der Hund, schmutzig (filthy) wie der Affe, wild wie das Wildschwein [stark wie[299] der Elefant? – diese Eigenschaft ist ausgelassen], hochgemut wie die Königin. (Lal Behari Day, Folktales of Bengal, p. 138 f.) Diese Geschichte vom Opium, die ohne den deutenden Schluß sehr alt ist,4 beweist für die Geschichte vom Weine nicht eben viel. Sie beweist nur, daß die Phantasie des Inders solchen Deutungen zugewandt war. Der eingangs erwähnte Spruch könnte somit sehr wohl echt indischen Ursprungs sein, er könnte den Weg zu den Arabern und Juden gefunden und den Keim zur Sagenentwicklung gebildet haben. Die Wanderung eines einfachen Gleichnisses vollzieht sich zwar minder leicht als die einer Sage, deren Handlung eine weit größere Ausbreitungskraft besitzt. Aber sie vollzieht sich doch. So hat der Vergleich des Menschen mit den vier Tieren Katze, Schwein, Schaf, Wolf5 seine eigene Geschichte, ohne daß er in die Form einer Sagenerzählung gekleidet ist. Auch der Vergleich der bösen Weiber mit Tieren beruht auf alten Volkssprüchen, die dann in der breiteren Form der Sage fortlebten.6 Unter den Parallelen unseres Sagenkreises von der Wirkung des Weines werden wir einige finden, die nur den Vergleich, nicht aber die Sage selbst enthalten. Die Lebensfähigkeit der bloßen Idee ist also unzweifelhaft, und es ist sehr wohl möglich, daß die Sage vom Wein zur Illustration einer bloß als Gleichnis gegebenen psychologischen Analyse des Weines erfunden worden ist. Aber ebensogut könnte der indische Spruch als Widerhall einer Sage gelten, wie sie im Arabischen und in den Gesta Romanorum vorliegt.

Wie hat nun die Urform der Sage ausgesehen? Hat sie von Anfang an den Teufel enthalten oder nicht?

Wir werden im folgenden eine große Zahl Varianten kennen lernen, in denen der Teufel eine ebenso große Rolle spielt wie im Arabischen, so daß der unbefangene Blick sich leicht täuschen und zu dem Glauben verleiten könnte, daß diese Gestalt notwendig mit der Handlung verbunden sei. Gegen den Wert der arabischen Sage scheint zwar der Umstand zu sprechen, daß sie in auffallendem Gegensatz zu einer Menge von Noahsagen Adam als Rebenpflanzer einsetzt; aber da der Paradiesesbaum gerade im Arabischen als Weinstock gedacht ist, so ist diese Fassung ganz natürlich, und andererseits fordert der Zusammenhang mit dem indischen Spruch, den wir hinsichtlich der vier Tiere festgestellt haben, und der sonst nirgends sich findet, zu der Annahme auf, daß gerade der arabischen Sagenform eine eigene Bedeutung innewohne.[300]

Aber wie so oft in der Sagengeschichte, so verdient auch hier die einfachere Form den Vorzug, also jene in den Gesta Romanorum, wo der Teufel fehlt. Der Teufel ist nichts als ausschmückende Zutat.

Ehe wir dies beweisen, lassen wir die Fülle der Sagen Varianten an uns vorüberziehen.

Im Schalscheleth hakabbalah des Gedalja Ibn Jachja (ed. Ven. 92 b) wird erzählt: Noah sah einst, wie ein Ziegenbock unreife Trauben – die man auf italienisch lambruschi nennt – aß und darauf berauscht und fröhlich ward. Noah nahm nun die Wurzeln, wusch sie mit dem Blute eines Löwen, eines Schweines, eines Lammes und eines Affen, pflanzte sie, und als sie süße Trauben hervorgebracht hatten, trank er den Saft derselben und wurde trunken.

Diese Erzählung ist, wie Grünbaum nachgewiesen hat (Zeitschr. d. deutschen morgenl. Gesellsch. 41, 654), einem nichtjüdischen Buche entnommen, nämlich dem lateinisch verfaßten »Supplementum chronicorum a venerando patre Jacobo Philippo Bergomate« (Fra Giacomo Filippo di Bergamo), ed. 1535, fol. 9 b [Amsterdam 1697, S. 75 a].

An die Fassung der Gesta Romanorum erinnert besonders die Erwähnung der labruscae, wenn es von dem Ziegenbock heißt: ibidem labruscas comedens e vestigio inebriatus est.

Die vier Tiere sind ebenfalls dieselben, wie in den Gesta. Auch bei Josua ibn Schoeib Deraschoth, Abschnitt Noah, sollen sie genannt sein.

Ganz ähnlich den Gesta Romanorum berichtet auch Pauli, »Schimpf und Ernst« (ed. Oesterley, Nr. 244, S. 161 f.):


Da lesen wir in andern hystorien, da Noe die reb wolt setzen, da macht er fier grůben, zů der einen schüt er affenblůt, zů der andern süwblůt, zů der dritten scheffinblůt, zu der fierden lewenblůt, deren thier eigenschafft haben die truncken lüt an inen. (Folgt Beschreibung der vierfachen Wirkung, die bei den verschiedenen Menschen so verschieden, wie jene Tiere sind, sich äußert. Von einer Stufenfolge der Trunkenheit ist wiederum nicht die Rede.)


Fünf Tiere erwähnt Frater Pelbartus, Sermones Quadragesimales II, Dominica IV, Sermo XXX, D:


Noe invenit vitem silvestrem id est labruscam; quae cum esset amara, tulit sanguinem animalium istorum sc. leonis, agni, porci, galli et ursi. [Das mischte er der Erde bei, tat diesen Dünger an die Wurzel der Rebe und machte so den Wein süß. Daher werden einige Trinker ›superba loquentes‹ gleich dem Löwen] alii devotizantes usque ad lacrimas tamquam agni, alii praecipites in lutum et luxuriam ut porci, alii secreta propalantes ut galli canentes, alii autem repente iras centes et murmurantes ut ursi.


Im unmittelbaren Anschluß an die Gesta Romanorum erzählt Meister Stephans Schachbuch, ein mittelniederdeutsches Gedicht des 14. Jhdts. (Verhandlungen der gel. estn. Gesellsch. zu Dorpat 11, 1883), v. 2575 ff.:[301]

Wo noe den winstam makede, dat he soeten win droch.


Josephus, en wiser man,

Leet vns in sinem boeke vor staen,

Dar he van dingen konde vntlegghen

Der nature vnde segghen.

He sprack! de arste, de din win

Uant, also dat scholde sin,

De was her noe ghenant.

Do em de win was bekant,

He smakede bitter vnde sure,

Also em hadde gegheuen de nature.

Do nam noe, de vater gud,

Louwen, lammes vnde swines blut

Unde ok van der apen mede

Unde mengede dat na sime sede

Myt den messe vnd myt der erden,

Dat scholde en arstedie werden

Den wyne vnde den winstocken,

De ghevunden weren myt locken,

De wortelen leet he vndecken

Unde myt der mengeden erden specken.

Do de wyn do ripe wart,

De sure smack de was do kart

In enes wines soticheyt.

Do vel noe in drunckenheyt ...

Do he wedder nuchterne wart,

Do sede he des wines art

Sinen kynderen to eren vromen

Unde sprack: hir vmme hebbe ik ghenomen

Der ver hande derte blut,

Wente de wyn maket vnvrut

Uan torne also enen louwen den man,

De des wines nicht dreghen kan;

Ok maket dicke de win

Den mynschen vnkusch also en swin

Unde also en lam sut me ene dullen,

Want he to vele drincket by vullen;

Ok wyn ghedrunken ouer de mate

Maket dicke den mynschen in sinem late

Ghelik ener wilden apen,

De selden kan to doghet drapen.


Dagegen berichtet Enikels Weltchronik nur folgendes (ed. Strauch, V. 2805):


Dar nâch Noê zehant

wînreben in den weiden vant.

mit im sô lief ein boc kluoc,

der az der wînber vil genuoc,[302]

daz er vil trunken wart,

daz im der wîn ran über den bart.

– – – – – – – – – – – – – – – –

Daz dûht Noê vil guot ...

diu wînkar er im geben bat

und macht most an der stat.


(Folgt Trunkenheit und Entblößung, aber nichts von den Tieren.)


Hierher gehört ferner ein Holzschnitt in Kobergers deutscher Bibel (1483; 1, Bl. 9 a zu Genesis 9). Er zeigt den schlafenden entblößten Noe, vor dem Japhet, Sem und Cham stehen; links im Hintergrunde beknabbern die vier Tiere (nicht sehr deutlich geschieden) die Weinstöcke. (Mitt. von Joh. Bolte.)

Vier andere Tiere erwähnt im Vorübergehen Simplicissimus I, Kap. 30 (in Rudolf Kögels Neudruck, S. 82):


Ich sahe einmal, daß diese G ste die Trachten frassen wie die Sue, darauff soffen wie die Kühe, sich dabey stelleten wie die Esel, und alle endlich kotzten wie die Gerberhunde.


Übrigens führt der Gedanke, daß die Menschen zu Tieren werden, zu einem Vergleich mit der Verwandlung, die Circe mit Odysseus' Gefährten vornahm. An sie erinnert Simplicissimus, an sie auch Hans Sachs,7 wenn er sagt


... ir kunst vnd zawberey

War doch nur alzeit ainerley

Getranck, darfon der zornig palt,

Gewan aines peren gestalt,

Der neidig wurt zv einem hünd,

Der forchtsam als ein hirs da stünd,

Der vnkewsch wurt zu einem schwein,

Der listig, der muest ein fuechs sein,

Der abentewrisch wart zumb affen

– – – – – – – – – – – – – –

Schaw! eben gleich solicher mas

Hat ainerley natur der wein.


Die größere Zahl der Tiere entspricht dem bekannten Bestreben des Dichters, seine Quellen durch Steigerung zu überbieten.

In einer anderen Dichtung folgt Hans Sachs der Tradition von Noah. Denn es heißt dort:


Nach dem die sindfluß was vergangen,

Da hat herr Noa angefangen

Von aller-erst zu pflantzen wein.

Nun wollt die erd unfruchtpar sein.[303]

Da fand Noa, der alt, den list,

Das er die erd thunget mit mist.

Also thungt er nachmals die erdt

Und erwischet auch on geferdt

Den mist von den viererley thieren,

Die umb-luffen in den rifiren.

Nemlich nam er den mist von schaffen,

Von beren, sewen und von affen,

Damit er thunget sein weinberg

Nach der lenge und uber-zwerg.

Und als der wein nun zeytig wart,

Het er dieser vier thiere art,

Damit er Noa selber quelt.

Diese vier art er noch behelt.


(Es folgt eine ausführliche Schilderung, wie die vier Eigenschaften auf die vier Temperamente wirken.)


  • Literatur: Keller 4, 237.

An dieses Gedicht lehnt sich ein späteres an, das J. Scheible, Die fliegenden Blätter des XVI. u. XVII. Jahrhunderts, S. 136 veröffentlichte (ein kurzweilig Gedicht von den vier unterschiedlichen Weintrinkern):


Die weisen Heiden uns berichten

Hin und wieder in ihren Schriften:

Nemlich, daß Noa angefangen,

Nachdem die Sündfluth war vergangen,

Zu pflanzen einen Weinberg schon,

Daß er möcht Wein zu trinken han,

Aber die Erd kein Frucht wollt geben,

Demnach Noa mit List, merkt eben,

Den Weinberg düngen thät mit Mist,

So er von vierlei Thiern erwischt:

Von Schaafen, Bären, Säun und Affen,

Mit welchem er viel Nutz wollt schaffen.

Aber der Wein thät an sich nehmen

Der Thiere Art, und sich bequemen,

Den Noa selber voll zu machen,

Daß er ließ sehen seltsam Sachen.

Solch Art der Wein jezt noch behält,

Mit der er quält die ganze Welt.


Elgt eine Darstellung, wie der Wein auf die vier Temperamente einwirkt. Der Sanguiniker erhält Lammesnatur, vergnügt sich in harmloser Fröhlichkeit; der Choleriker gebärdet sich grimmig wie ein Bar, der Phlegmatiker wird unflätig wie ein Schwein, der Melancholiker treibt Narrenspossen gleich dem Affen. »Dahin bracht ihn der Affenwein«, so schließt das Gedicht, mit einem nicht uninteressanten Ausdruck, insofern sich eine Parallele bei Chaucer, Manciples prologue, Thyrw. 16993, findet: I trow that ye have dronken win of ape.[304]

Die Beziehungen des Weines zu den Temperamenten finden sich ähnlich auch in dem alten Calendrier des Bergiers, Sign. 1 II b ausgedrückt. Der Choleriker hat vin de Lyon; cest a dire, quant a bien beu, veult tanser noyser et battre, der Sanguiniker hat vin de Singe; quant a plus beu; tant est plus joyeux, der Phlegmatiker hat vin de mouton, der Melancholiker vin de porceau.

Ein Spruch aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts (Weller, Dichtungen des 16. Jahrhunderts, S. 43) bringt folgende Apostrophe:


Nun gesegen dich got, du lieber hailant!

Noe, der dich am ersten fant,

Der dunget dich mit vierlay mist,

Dovon du noch so krefftig bist,

Von küen, affen, schaffen und schwein.

Die vier krefft lestu noch erschein

An frauen, mannen, layen und pfaffen,

Die machstu noch zu narren und affen.

Wer dein zu vil geladen hat,

Den lestu noch zum schwein ins kat.8


In Holland finden wir den Stoff behandelt von Joost van den Vondel (1587–1679):


Men zeght, dat eenen Boer oft eenen botten Kinckel,

Die woonden op het land, (hy heeten Eloogh9 Schinckel)

Met vierderleye mist van Beesten heeft gevet

Den Wijngaerd: wie te veel van desen Wijn, ick wed,

Zal zuypen (zeyde hy) ick wed dat van vier Dieren

Hy een naer apen zal, in alle zijn manieren:

Het zij hy werd gelijck een slecht onnoozel10 Schaep;

Het zij hy lustigh bootst11 als eenen drol'gen Aep;[305]

Het zij hy vuyl, onnut, en onreyn als een Vercken,

Oft eenen grammen Leeuw' gelijck werde in zijn wercken.

Want wie met vele Wijns verladet12 zijnen geest,

Wort in zijn dronckenschap het eene oft t' ander Beest.

Indien den dronckaerd wist, oft kon te dege ramen,

Hoe hem den dronck mistaet, hy zoud' hem moeten schamen.


  • Literatur: Vondel, Werken hrsg. von Lennep (1855) S. 277.

In der Schweiz behandelte Johann Martin Usteri (1763–1827) den Stoff. Seine Briamel vom Wyn lautet, wie folgt:


Als Vatter Noah sich entschloß,

Für vns zu pflantzen das rebenschoß,

Grub er in Herd vier grübelein,

Vnd setzt die rebenschößlein drein,

Vnd da sie stundend grad vnd gut,

Goß er zu jedem ein näpflin Blut.


Zum ersten goß er Affenblut.

Wer von der reb nun trinken thut,

Dem schimmert alles rosenfar,

Vergißt die kutt vnd den talar,

Er juchzt vnd springt, schimpfirt vnd nart,

Vnd folgt in allem des affen art.


Zum zweiten goß er Lammesblut.

Wer von der reb nun trinken thut,

Verleurt den mannesmuth, wird zam,

Vnd fromb vnd furchtsam wie ein Lamm,

Er sewzt vnd blöckt im klageton

Sein kyrie eleison.


Zum dritten goß er Bärenblut.

Wer von der reb nun trinken thut,

Den jrret schon des mückleins stich,

Er brummt vnd kratzt vnd beißt umb sich,

Stül, gläser, tisch vnd krüg zerbricht,

Vnd kennt im zorn den bruder nicht.


Zum vierten goß er Schweinesblut.

Wer von der reb nun trinken thut,

Der setzet alle scham hindan,

Zeucht ohne schew die sauglogg an,

Beschmutzt, was rein, mit argem fleck,

Findt wie die Sau sein Lust im ...


Gedenk an das, mein lieber Christ,

Wenn du zu trinken lustig bist;

Frag erst, eh du dir schenkest yn,

Von welcher rebe ist der wyn?

Vnd kannst nit von der ersten han,

So laß die andern drey auch stan.


  • Literatur: Dichtungen von Joh. Martin Usteri. Hrsg. von David Heß. 3. Aufl. III, 30.

In weiterem Zusammenhang gehört hierher das nur literarisch vorhandene Thema des Gelages zechender Tiere, wie es in einem fliegenden Blatt von Caspar Scheit, dem Lehrer Fischarts, behandelt ist. [Siehe Vierteljahrsschrift f. Literaturgesch. I, 64 f.] Es treten hier in Bachus' Gefolge zwölf Trinker auf, die durch den Wein in Tiere verwandelt sind und über ihre »art, natur und eigenschafft« berichten, nämlich Schwein, Esel, Bär, Wolf, Hund, Löwe, Katze, Affe [»Drumb lang mir her gůt Affen wein, An Affen soll kein Mangel sein«], Gans, Kalb, Schaf, Fuchs.

Der gelehrte Herausgeber dieses Flugblattes, Strauch, hat bereits darauf hingewiesen [ebd. S..83], daß die Idee von der Metamorphose der Menschen zu Tieren durch den Wein auf jüdische Überlieferung zurückgehe. »Daß diese Lehre im Zeitalter des Grobianus, in dem das deutsche[306] Nationallaster der Trunkenheit seine wüstesten Orgien gefeiert hat, besonderen Anklang finden, zu weiterer Ausführung reizen mußte, kann nicht wundernehmen. Konnte doch bei ihrer Darstellung auch der Humor zu seinem Rechte kommen, der aller Roheit in der Literatur des 16. Jahrhunderts die Wagschale hält.«

Strauch verweist ferner auf des Nicolaus Erbenius' Fastnachtsgespräch, den Hopfenbrüdern und Weinschläuchen zur Warnung 1582 (s. Weller, Annalen II, 242, Nr. 73). Dort fragt (Bl. B 3 a) der Schüler Modestus den Schulmeister Nicodemus: ›ich muss zur gelegenheit weitter fragen, warumb doch die heyden diese drey thier, ein esel, ein bock und ein schwein, dem Bacho geopffert haben, es wird sein sönderliche meinung haben.‹ (Strauch, ebd. S. 84.) Bekanntlich waren die Weinlieder, -Grüße, -Segen und -Büchlein an der Tagesordnung.

In S. Francks vielgelesener Schrift »Von dem greuwlichen laster der trunkenhayt« (1528) heißt es bei der Schilderung der Trunkenheit (Bl. F 2 b): »Do sicht einer seltzam leut ... Diser wirt schamloss ... yhener wird hofflich vnd nassweiss, das er vor grosser weisshayt zum narren wirt vnnd die eselsoren herfür reckt ... der schlafft nun. der murt nun wie ein hunnd. der brummelt wie ein beer. der speyt nun. der kreucht in ein stal zů den sewen.« (Strauch, ebd. S. 85.)

Endlich sind hier vier kleine Kupferstiche von Virgil Solis zu erwähnen (Nr. 256–59 in Bartschs Peintre-graveur), welche vier Szenen aus einem Trinkgelage darstellen: Schlägerei, Herumklettern, Unfläterei, Buhlerei; dabei die entsprechenden Tiere der Sage: Löwe-Bär, Affe, Schwein, Hirsch. (Mitt. von Joh. Bolte.)

Auch die Volksüberlieferung hat sich des beliebten Stoffs bemächtigt.

An die Erzählung in Enikels Weltchronik (oben S. 302 f.) erinnert eine französische Sage, in der der Esel statt des Ziegenbocks auftritt:


Der Esel lehrte den Menschen, daß man den Weinstock beschneiden müsse. Früher wuchs der Weinstock, sich selbst überlassen, so lang er konnte, und der Pflan zensaft verausgabte sich in nutzlosen Wasserschößlingen. Eines Tages kam der Esel in Noahs Gehege und begann mit den Zähnen diesen kostbaren Strauch zu beschneiden, er wurde zwar dabei überrascht und verjagt, aber er kam noch mehrere Male wieder. Zum größten Erstaunen des Winzers schlugen die von dem Tiere benagten Reben im Frühjahr viel kräftiger aus als die anderen und waren dann mit Trauben reich beladen. So wurden die Menschen durch Noahs Beispiel belehrt, den Weinstock zu beschneiden.


  • Literatur: Millien im Archivio per lo studio delle tradizioni populari VI, 569. Aus Frankreich (Nivernais). Vgl. folgendes Rätsel der Magyaren: Wer beschnitt den ersten Rebenstock? Noahs Esel, denn er nagte ihm die Spitzen ab. v. Wlislocki im Urquell IV, 21.

Ein wenig erweitert ist eine magyarische Version, die von sechs Tieren berichtet:


[307] Das Blut von sechserlei Tieren mischte Noah in den Wein: Löwenblut, Tigerblut, Bärenblut, Schweineblut, Affenblut, Taubenblut, drum ist der trunkene Mensch von so vielerlei Art. Es gibt welche, die sind stolz wie der Löwe, andere grausam wie der Tiger, turkelig wie der Bär, liegen im Kot wie das Schwein, sind geil wie der Affe, sanft wie die Taube.


  • Literatur: Kálmány, Szeged Népe III, 180.

Dagegen ist in einer bulgarischen Sage nur von drei Tieren die Rede.


Als Noah den Rebenstock entdeckte, schnitt er ein Reis davon ab und verpflanzte es, wobei er es aber nicht mit Wasser, sondern mit Blut begoß. Das Blut stammte vom Lamm, vom Löwen, vom Schweine. Nachdem er es begossen, segnete er es also: »Wer vom Weine trinkt, werde froh wie ein Lamm, wer mehr davon trinkt, werde ein furchtbarer Held, wie der Löwe, wer aber über das Maß trinkt, der falle und werde wie ein Schwein zum Spott der Welt.«


  • Literatur: Strauß, Die Bulgaren, S. 87.

Im Anschluß hieran sei eine neugriechische (böotische) Parallele angeführt, in der zwar Dionysios auftritt, die Wirkung des Weines aber in ganz ähnlichem Sinne aufgefaßt und gedeutet wird, wie in den Noahsagen.


Als Dionysios13 noch klein war, machte er eine Reise durch Hellas, um nach Naxia zu gehen; da aber der Weg sehr lang war, ermüdete er und setzte sich auf einen Stein, um auszuruhen. Als er nun so dasaß und vor sich niederschaute, sah er zu seinen Füßen ein Pflänzchen aus dem Boden sprießen, welches er so schön fand, daß er sogleich den Entschluß faßte, es mitzunehmen und zu pflanzen.

Er hob das Pflänzchen aus und trug es mit sich fort; da aber die Sonne eben sehr heiß schien, fürchtete er, daß es verdorren werde, bevor er nach Naxia komme. Da fand er ein Vogelbein und steckte das Pflänzchen in dasselbe und ging weiter. Allein in seiner gesegneten Hand wuchs das Pflänzchen so rasch, daß es bald unten und oben aus dem Knochen herausragte. Da fürchtete er wieder, daß es verdorren werde, und dachte auf Abhilfe. Da fand er ein Löwenbein, das war dicker als das Vogelbein, und er steckte das Vogelbein mit dem Pflänzchen in das Löwenbein. Aber bald wuchs das Pflänzchen auch aus dem Löwenbein. Da fand er ein Eselsbein; das war noch dicker als das Löwenbein, und er steckte das Pflänzchen mit dem Vogel- und Löwenbein in das Eselsbein, und so kam er auf Naxia an.

Als er nun das Pflänzchen pflanzen wollte, fand er, daß sich die Wurzeln um das Vogelbein, um das Löwenbein und um das Eselsbein fest geschlungen hatten; da er es also nicht herausnehmen konnte, ohne die Wurzeln zu beschädigen, pflanzte er es ein, wie es eben war, und schnell wuchs die Pflanze empor und trug zu seiner Freude die schönsten Trauben, aus welchen er sogleich den ersten Wein bereitete und den Menschen zu trinken gab. Aber welch Wunder sah er nun! Als die Menschen davon tranken, sangen sie anfangs[308] wie die Vögelchen; wenn sie aber mehr davon tranken, wurden sie stark wie die Löwen, und wenn sie noch mehr tranken, wurden sie wie die Esel.


  • Literatur: Aus Hahn, Griech. und alban. Märchen II, 76, vgl. Wachsmuth, Das alte Griechenland im neuen, S. 24. In französ. Übersetzung von Georges Carnoy, La Tradition I, 1887, S. 89.

Felix Liebrecht hat hierzu in den Heidelberger Jahrbüchern der Literatur 57, 1, (1864) S. 218 zwei versteckte Parallelen ans Licht gezogen:


Albricus, de deor. imaginibus 19: Iuxta Bacchum erant imagines trium animalium, scilicet simiae, porci et leonis, quae pedem unius vitis circumire videbantur;

und von dem skythischen Anacharsis berichtet Diog. Laertius I, sect. 5, § 103: οὗτος τὴν ἄμπελον εἶπε τρεῖς φέρειν βότρυς· τὸν πρῶτον ἡδονῆς· τὸν δεύτερον μέθης· τὸν τρίτον ἀηδίας.


Diesen Sagen steht eine andere Gruppe gegenüber, in denen die Wirkung des Weines auf den Teufel zurückgeführt wird. Wiederum sind es die vier Tiere Lamm, Löwe, Affe, Schwein, mit deren Blute der Weinstock beträufelt wird:


Als Noah im Begriff war, einen Weinstock zu pflanzen, gesellte sich der Satan zu ihm und fragte ihn: »Was pflanzest du da?« – »Einen Weinstock,« erwiderte Noah. »Und welchen Nutzen gewährt dieser?« – »Seine Frucht ist süß, sowohl frisch als auch getrocknet, und man macht daraus Wein, der die Herzen der Menschen erfreut, wie es heißt (Ps. 104, 15): Und Wein, der fröhlich macht das Herz des Menschen.« Darauf sagte Satan zu Noah: »Wir wollen uns beide bei dem Weinstocke beteiligen.« »Ich bin es zufrieden,« antwortete Noah. Was tat nun Satan? Er brachte ein Lamm herbei und tötete es bei dem Weinstocke, dasselbe tat er mit einem Löwen, dann mit einem Schwein und zuletzt mit einem Affen. Als er diese vier Tiere getötet hatte, besprengte er mit ihrem Blute den Weinstock, den er auf diese Weise tränkte. Er wollte damit dem Noah andeuten, daß der Mensch, solange er keinen Wein trinkt, unschuldig ist wie ein Lamm, wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt (Jes. 53, 7). Trinkt er Wein, aber mäßig, so ist er stark wie ein Löwe und denkt, keiner komme ihm gleich. Trinkt er mehr, als sich gebührt, so wird er wie ein Schwein, das sich im Kote wälzt. Ist er betrunken, so gleicht er einem Affen, er hüpft, springt und scherzt, führt unziemliche Reden und weiß nicht, was er tut. Ähnlich erging es dem Noah, den doch die Heilige Schrift einen frommen Mann nennt, um wieviel mehr anderen Menschen.


  • Literatur: Grünbaum, Ges. Aufsätze, S. 436, nach Midrasch Tanchuma14 zu Gen. 9, 20. Französisch: Revue des trad. pop. IV, 411 = Revue britannique III (1868), 440. Vgl. Eisenmenger, Entdecktes Judentum II, 628 = Leop. Dukes, Rabbinische Blumenlese, S. 192 f. = Hamburger, Realenzyklopädie für Bibel und Talmud, 2. Aufl., I (1884), S. 61, Anm. 20.
    Vgl. Fabricius, Cod. pseudepigr. Vet. Test. I, S. 275: Vineas plantanti Noacho Satanam se iunxisse memorant, qui, dum Noa vites plantaret, mactaverit apud illas ovem, leonem, simiam et suem: Quod principio potus vini homo sit instar ovis, vinum sumptum efficiat ex homine leonem, largius haustum mutet eum in saltantem simiam, ad ebrietatem infusum transformet illum in pollutam et prostratam suem.

[309] Der Midrasch Bereschit Rabba, Parascha XXXVI, Kap. IX, V. 21 (übers. von Wünsche, Lpz. 1881, S. 161) enthält folgendes Bruchstück:


Als [Noah] einmal ausging, einen Weinberg zu pflanzen, begegnete ihm der Dämon Schemdai. Dieser sprach zu ihm: »Ich will mit dir Gemeinschaft machen, aber nimm dich in acht, daß du nicht in mein Gebiet kommst; in diesem Falle würde ich dir schaden.«


Nur drei Tiere, Lamm, Löwe, Schwein, finden sich in folgender Variante:


Über die Arbeit gebückt, schweißtriefend, stand Vater Noah und mühte sich ab, die harten Erdschollen zu zerbrechen. Auf einmal erschien der Teufel und sagte zu ihm: »Was für ein neues Unternehmen hast du vor? Welche neue Frucht erwartest du aus diesen Erdschollen zu erhalten?«

»Ich pflanze die Rebe,« antwortete der Patriarch.

»Die Rebe! Stolze Pflanze das und eine köstliche Frucht, Lust und Freude der Menschen! Deine Mühe ist groß! Willst du mir erlauben, dir beizustehen? Laß uns die Arbeit der Weinerzeugung teilen

Der Patriarch willigte in einem Anfall von Erschöpfung ein.

Der Teufel aber holte eiligst ein Lamm herbei, schlachtete es und ließ das Blut über die Erdschollen strömen. »Davon soll es kommen,« sagte er, »daß die, welche vom Rebensaft kosten, sanftmütig und freundlich sein werden wie dies Lamm.«

Noah seufzte. Der Teufel aber setzte sein Werk fort, fing einen Löwen, schlachtete ihn und ließ das Blut auf den Boden strömen, der für die Pflanze zugerichtet war. »Davon soll es kommen,« sagte er, »daß, wer etwas mehr vom Rebensaft trinkt, wie ein Löwe sich voll Stärke fühlen wird. Das Blut wird schäumend in seinen Adern kochen, die Geister übermütig werden, und er wird ausrufen: Wer ist mir gleich?«

Noah schauderte. Der Teufel setzte sein Werk fort und ergriff ein Schwein, schlachtete es und tränkte den Boden mit dessen Blut. »Davon soll es kommen,« sagte er, »daß die, welche im Übermaß vom Rebensaft trinken, schmutzig, niedrig und roh wie die Schweine werden.«


  • Literatur: Baring-Gould, Legends of Old Testament Characters I, S. 134 = Jalkut Genesis, cap. 10, fol. 16 a, col. 2 = Eisenmenger, Entdecktes Judentum II, 628 = Ludwig Seligmann, Parabeln, Legenden u. Gedichte aus Talmud u. Midrasch 2, S. 277 = Grünbaum, Jüdisch-deutsche Chrestomathie (aus den Erklärungen in einer Amsterdamer jüdisch-deutschen Bibelübersetzung vom Jahre 1755) = Herder, Werke 36, 367. Poetisch bearbeitet von Tendlau: Buch der Sagen jüdischer Vorzeit, 2. Aufl., S. 181, Nr. 35.

Auch dramatisch ist dieser Stoff bearbeitet worden. Johannes Bolte hat im Shakespeare-Jahrbuch 21, 188 (1886) auf ein lateinisches Schauspiel »Chamus« aufmerksam gemacht, das ein junger Franke, Jakob Rosefeldt (aus Scherneck bei Koburg), im Jahre 1599 veröffentlichte.15 Darin ist auch (Bl. B 6 b) der Weinbau Noahs behandelt. »Sehr anschaulich wird geschildert, wie Satan, den von Noah gepflanzten Weinstock mit dem Blute[310] eines Affen, eines Schweines und eines Löwen begießt, und wie sich nachher die Eigenschaften dieser Tiere an den Trunkenen zeigen.«

Auch diese Sagengruppe hat ihre Spuren in der heutigen Volksüberlieferung zurückgelassen. Freilich entfernt sich diese nicht unerheblich von den alten Quellen. Eine Sage aus Naxos erzählt nämlich folgendes:


Als Gott die Welt geschaffen hatte, dachte er daran, am andern Tage alle Geschöpfe zu fragen, wie sie ihnen gefiele und ob sie irgend einen Fehler hätte, den er gut machen könnte. Der Teufel erfährt es und geht sogleich zum Hahn und zum Schwein und fragt sie: »Wie gefällt euch die Welt?« Sie sagen: »Gut!« »Aber eins, meine Lieben, fehlt ihr; ein niedriges Gewächs, das viele, viele Beeren trägt, die an einer Traube hängen und süß sind und die man Weintrauben nennt. Wenn man davon trinkt, ist es noch süßer; darum, wenn euch Gott morgen fragt, so saget es ihm.« Am nächsten Tage ruft Gott alle Tiere zusammen und befragt sie über die Welt. Alle, klein und groß, sagen: »Gut!« Da spricht er: »Aber ihr, Hahn und Schwein, die ihr besonders sitzet, warum sprechet ihr nicht, sondern sitzet nachdenklich da?« – »Nun ja, Schöpfer, alles ist gut und schön, nur ein kleines Bäumchen fehlt, das runde Beeren trägt, die man ausdrückt und aus denen Wein wird.« Gott sprach sogleich: »Es werde der Weinstock und die Rebe, und wer gar keinen Wein trinkt, der soll meinen Fluch haben, und wer zuviel davon trinkt, der soll an Verstand werden wie ein Hahn und von Angesicht wie ein Schwein


  • Literatur: Politis, Nr. 1002.

Ebenso wurzelt eine slowenische Erzählung in dem Boden dieses Sagenkreises:


Kurent und der Mensch konnten sich nicht vergleichen, wer auf der Erde herrschen solle. Es wollte dies weder Kurent dem Menschen, noch der Mensch Kurent zugestehen. Der Mensch soll sehr stark und von riesiger Gestalt gewesen sein. »Komm,« sprach Kurent, »laß uns sehen, wer stärker ist; und ob ich oder ob du auf der Erde herrschen sollst! Hier ist das breite Meer, wer besser darüber springt, wird die Erde haben und alles, was dort hinter dem Meer ist, und das ist gewiß hundertmal besser, als diese Wüste.« Der Mensch willigte ein. Kurent hob seine Halina (Art Kittel oder Rock) in die Höhe und sprang über das Meer, nur daß er sich auf der andern Seite den Fuß ein wenig benetzte. Er begann da den Menschen zu verlachen, aber der Mensch beachtete das nicht, und ohne die Halina in die Höhe zu heben, sprang er ohne alle Anstrengung über das Meer, wie über ein Bächlein, und machte sich den Fuß nicht im geringsten naß.

»Ich habe gewonnen,« sprach der Mensch zu Kurent, »sieh, mein Fuß ist trocken und der deine naß.« »Fürs erste Mal hast du mich überwunden,« erwiderte Kurent, »dir gehören die Ebenen, das Meer und was hinter dem Meer ist; aber das ist noch nicht alles, es gibt noch etwas unter uns und über uns. Komm, laß uns das zweite Mal sehen, wer stärker ist.« Kurent stieg auf eine Höhle und stampfte auf sie mit dem Fuße, daß es rings krachte, wie wenn der Donner einschlägt. Die Höhle barst, und es war eine Tiefe zu sehen, wo der Schlangen Geburtsstätte war. Und nun stampfte auch der Mensch, und die Erde erbebte, er schlug alles durch bis zum untersten Grund, bis dorthin, wo in[311] breitem Strome gediegenes Gold fließt, und die Schlangen stürzten hinab und ertranken in dem goldenen Strome.

»Auch das ist dein,« sprach Kurent, »aber als Herrscher erkenne ich dich nicht an, wenn du mich nicht noch zum drittenmal überwindest.« Sieh, dort ist ein sehr hoher Berg, er reicht über die Wolken hinaus bis zu dem himmlischen Tische, wo der Hahn sitzt und die Gottesspeise bewacht. Wohlan, nimm einen Pfeil und schieß ihn ab, und ich will auch einen abschießen; wer höher schießt, ist der stärkere, und dem gehört die Erde und alles, was unter ihr und über ihr ist. Kurent schoß, und der Pfeil kehrte in acht Tagen nicht zurück; dann schoß auch der Mensch; der Pfeil flog neun Tage lang, und als er am zehnten niederfiel, war der himmlische Hahn an ihn gespießt, der die Gottesspeise bewacht hatte. »Du bist Herrscher,« sprach der listige Kurent, »ich beuge mich dir, wie es einem Untertan ziemt.« Aber der Mensch war gut und machte Brüderschaft mit Kurent, und dann ging er, um seines Herrschertums froh zu werden.

Kurent verdroß es, daß ihn der Mensch beschämt hatte, da er ihm mit seiner Stärke nicht widerstreben konnte, nun gedachte er Schlauheit zu gebrauchen. »Sehr stark bist du, Mensch,« sprach er zu sich, »aber mich dünkt, daß du auch ebenso dumm bist; ich will gehn und dir etwas zum Geschenke bringen, was ich mir ausgeson nen.« Hierauf preßte er einen Weinstock, und es quoll reiner roter Wein aus ihm hervor. »Da hast du ein Geschenk! Aber wo bist du?« Und er fand den Menschen auf der Erde auf der anderen Seite hinter dem Meer, wie er sich an süßem Brei labte. »Was machst du, Herr?« fragte ihn Kurent. »Wie du siehst, hab' ich mir einen Brei bereitet aus weißem' Weizen und rotem Obst, und jetzt eß ich ihn und trinke Wasser.« »Armer Herr! Du beherrschest die Welt und trinkst Wasser. Gib den Becher her, ich will dich mit einem anderen, besseren Trank bewirten, den ich, dein untertäniger Diener, dir bereitet.« Der Mensch ließ sich betrügen, nahm den Becher mit rotem Wein und trank ihn aus. »Ich danke dir, Bruder! Du bist gut, aber dein Trank ist nicht viel wert.«

Kurent machte ein finsteres Gesicht und ging hinweg, indem er fortwährend nachdachte, wie er den Menschen betrügen könnte. Und er preßte wieder einen Weinstock, und wieder quoll roter Wein aus ihm hervor; aber Kurent mischte Niesewurz in ihn, eine Pflanze, die wächst, wenn der Mond scheint, damit die Wilen (Nymphen) und Wahrsagerinnen etwas zu essen hätten. Kurent suchte den Menschen zum zweiten Male auf und fand ihn auf dem Erdengrund, wo gediegenes Gold in breitem Strome fließt. »Was machst du, Herr?« »Ich webe mir ein goldenes Hemd, und ich habe mich dabei abgemattet und habe großen Durst; aber es ist kein Wasser da, und zur Welt hin ist es weit, sieben Jahre Weges.« »Ich kann dir dienen,« sprach Kurent, »da hast du einen Becher Wein, die goldene Sonne hat keinen besseren wo erblickt.« Der Mensch ließ sich überreden, nahm den Becher und trank ihn aus. »Ich danke dir, Kurent! Du bist gut und dein Trank ist auch gut.« Kurent wollte ihm noch einmal einschenken, aber der Mensch mochte Dicht; er war von Natur aus noch mäßig und vernünftig.

Kurent machte ein finsteres Gesicht und ging hinweg, um etwas Besseres auszusinnen. Und er preßte zum drittenmal einen Weinstock, und der Wein quoll stärker hervor, doch auch diesmal blieb er nicht unverfälscht und rein. Der böswillige Kurent nahm einen Pfeil und öffnete sich eine Ader[312] und ließ in den Wein sein schwarzes Blut träufeln. Hierauf ging er wieder den Menschen suchen und fand ihn auf dem hohen Berge am Gottestische, wie er den Braten aß, der nicht für ihn, sondern für Gott gebraten war. »Was machst du, Herr?« fragte Kurent mit Verwunderung und Freude, da er sah, daß der Mensch schwer gesündigt hatte. »Da sitze ich und esse Braten, aber ich habe Eile, ich fürchte mich vor dem Gott, daß er kommen und mich hinabstürzen möchte.« »Fürchte dich nicht!« sprach Kurent. »Und wie behagt dir die Gottesspeise?« »Sie ist gut, aber entsetzlich hart, daß ich sie kaum hinabzuschlingen vermag.« »Ich kann dir dienen,« sprach Kurent. »Da hast du Wein; es gibt solchen weder auf der Erde, noch im Himmel, sondern nur bei mir.«

Der Mensch ließ sich zum drittenmal betrügen und zwar zu seinem Unglück. »Ich danke dir, Kurent! Du bist gut, aber dein Trank ist noch besser. Gib und zapf noch einmal an, wie es einem treuen Diener ziemt.« Kurent zapfte an, und dem Menschen trübte sich das Auge, und auch das Gedächtnis trübte sich ihm, so daß er an Gott nicht mehr dachte und am Tische blieb. Bald hier aufkehrte Gott zurück, und als er den Menschen sah, der ihm den Braten weggegessen und jetzt am Tische schlummerte, geriet er in Zorn und stürzte ihn mit gewaltiger Hand vom Berge hinab, wo er ganz zerschlagen, halbtot viele Jahre lag. Als er wieder genas, hatte er keine Stärke mehr und konnte weder über das Meer, noch zu dem Erdengrund, noch empor zu dem Gottestische. Auf diese Weise erlangte Kurent die Herrschaft über die Welt und über den Menschen, und die Leute sind von dieser Zeit an schwach und klein.


  • Literatur: Slavische Blätter I, 1865 (hrsg. v.A. Lucšič), S. 408.

Die Frage, woher diese Sagengruppe die Gestalt des Teufels genommen habe und wo sie entstanden sein mag, dürfte nicht schwer zu beantworten sein. Auf die richtige Antwort führt eine interessante Stelle bei Mas'ûdî, Pariser Ausgabe II, 92: Man sagt auch, Noah sei es gewesen, der den ersten Weinstock pflanzte. Das nähere über die Art und Weise, wie Iblis ihm denselben entwendete, als er aus der Arche ging, werde ich ... in den Büchern der Ursprünge ... oder in einer andern Schrift erzählen.

Es kann kein Zweifel sein: derselbe Dualismus, der zu den Sagen von der Arche Anlaß gab, hat auch zu der Sage von den Eigenschaften des Weines geführt. Und dem Widersacher Gottes, der dessen Schöpfungen wie auch Gottes Heiligen zu vernichten strebt oder doch ihnen den größten Schaden antun möchte, muß nunmehr die Rebe zum Gegenstand eines tückischen Planes dienen. Aber außer der dualistischen Idee, durch welche die Weinsage offenbar mit andern gleichgearteten Sagen zusammenhängt, wirkte noch die Idee vom Teufel als Erfinder des berauschenden Getränkes auf die Gestaltung unserer Sage ein. Sobald einmal Noah zum Träger der Begebenheit geworden war, wozu das biblische Motiv seiner Trunkenheit ohne weiteres reizte, mußte der Teufel mit ihm in Verbindung gebracht werden, eben jener Teufel, der Noahs Frau zu bereden wußte, den Gatten[313] betrunken zu machen. Und so kam es, daß unter dem Druck solcher landläufigen Ideen, die in ausgedehnten Sagenkreisen machtvoll zum Ausdruck kamen, aus dem indischen Spruch eine dualistische Erzählung wurde.16

Fußnoten

1 Nachweise über die Verbreitung dieses Stoffes lieferten Reinhold Köhler, Anzeiger für deutsches Altertum 9, 403 = Kleine Schriften, mit zahlreichen Nachträgen von Joh. Bolte; Philipp Strauch, Viertelj. f. Literaturgesch. 1, 83 (1888); Grünbaum, Zeitschr. d. deutsch. morgenl. Gesellsch. 41, 655 = Ges. Aufsätze S. 436. Dazu einige Ergänzungen in diesem Kapitel.


2 Nachweise über die Verbreitung dieses Stoffes lieferten Reinhold Köhler, Anzeiger für deutsches Altertum 9, 403 = Kleine Schriften, mit zahlreichen Nachträgen von Joh. Bolte; Philipp Strauch, Viertelj. f. Literaturgesch. 1, 83 (1888); Grünbaum, Zeitschr. d. deutsch. morgenl. Gesellsch. 41, 655 = Ges. Aufsätze S. 436. Dazu einige Ergänzungen in diesem Kapitel.


3 Vielmehr nach der rabbinischen Quelle bei Fabricius, Codex pseudepigr. Vet, Test. I, 275.


4 Vgl. A. Roussel, Légendes morales de l'Inde (empruntées au Bhagavata Purana et au Mahabharata), p. 39: Ein Hund wird vom Rishi in einen Leoparden, Tiger, Elefanten, Löwen, zuletzt in das Ungeheuer Çarabha verwandelt. Als dieses den Rishi auffressen will, wird es wieder zum Hund verwandelt.


5 Hans Sachs, Sämtliche Fabeln und Schwänke, hrsg. von Goetze, I, Nr. 68, S. 215.


6 Vgl. Bolte, Zeitschr. f. Volksk. XI, 256 f.


7 Keller 4, 232 = Goetze, Fabeln und Schwänke 1, S. 379, Nr. 143.


8 Vgl. Altdeutsche Blätter I, 412, Nr. 18:


Nun gesegen dich gott, du lieber heyland!

Herr Noe dich am ersten fand;

Der deckt dich mit viererley mist,

Davon du noch so kräftig bist,

Von Affen, schaaffen löuwen und schwein.

Die vier krefft thustu noch täglich scheyn

An man und frauwen, leyen und pfaffen;

Die machst du oft zu narren und affen;

Wer dein zu viel geladen hat,

Den legst du als ein schwein ins kaat;

So machst du manchen so verheyt,

Daß er wohl zehen kriegs gnüg geyt.

Auch machst du manchen wilden zam

Als weren jm all sein glieder lam.

Die vier krefft spürt man an mannen und weyben;

Die kan kein artzt als wol vertreiben

Als ein krag mit frischem brunnen,

Wenn sy des kellers geschoßt hand gewunnen.


9 Eligius.


10 = dubbel onnozel.


11 bootsen = poetsen maken.


12 = overlaadt.


13 Ein Heiliger, der an die Stelle des alten Dionysos getreten ist.

Diese Legende enthält aber eine dunkle Erinnerung an dessen Fahrt nach Naxos mit den dabei vorgekommenen Metamorphosen (Preller, Griech. Mythol. I3, 562).

Diese Fahrt gehörte zu den naxischen Volkssagen (Ersch und Grubers Enzykl. s.v. Dionysos, p. 371).


14 d.h. des längst gedruckten, nicht des vor kurzem von Buber edierten. (Grünbaum.)


15 Exemplare in Bamberg und Zwickau: Bolte, S. 201, wo auch der bibliographisch genaue Titel zu finden ist.


16 Eine andere Sage, wie Noah den roten und den weißen Wein pflanzt, finde ich bei Paulin Paris, Les manuscrits françois IV, 83:

Aucuns dient que quant Noel (= Noé) planta la vigne, il en planta partie de mit à la lune et partie de jour au soleil. Et celle qu'il planta de nuit à la lune, pour la froideur de la nuit, du vouloir de N.S. porta vin blanc; et celle qu'il planta du soleil, pour la chaleur du soleil, le porta rouge ... Et encore est le vin rouge plus vertueux que le blanc, si est le plus mauvais rouge moins mauvès que le blanc pire.

Aus Mskr. Nr. 7026. Anfang des 15. Jahrhunderts.


Quelle:
Dähnhardt, Oskar: Natursagen. Eine Samlung naturdeutender Sagen, Märchen, Fabeln und Legenden, 4 Bände, Leipzig/Berlin, 1907-1912, S. 314.
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