Fußnoten

1 Esprit des Loix.


2 Beym Feast of the sons of the Clergy, oder der Kinder der Geistlichen.


3 Alle Jahre wird das Oratorium: der Meßias, für das Fündlingshospital ausgeführt.


4 Für das Spital der armen Wöchnerinnen in Brownlow street, wird jährlich ein Concert gegeben.


5 Das Concert für das Lockhospital.


6 Die Gesellschaft zur Unterhaltung zurückgekommener Musiker und ihrer Frauen und Kinder.


7 Während meiner Reise nachher, war mirs gleichwohl sehr lieb, als ich fand, daß ich meiner Liebe zur Mahlerey und Bildhauerkunst, selbst beym Aussuchen musikalischer Materialien einiges Genügen leisten konnte. Denn eben von ihnen habe ich meine Ideen und Zeichnungen der Instrumente, sowohl der Alten, als der Frühzeitigsten unter den Neuern, erworben.


8 In Kircheri Musurgia T.I.p. 505. steht eine Beschreibung und Abbildung davon.


9 Ein Jubiläum nennt man gewöhnlich ein Kirchenfest, welches angestellet wird, um Ablaß vom Pabste zu erhalten. Ausserdem giebt es besondere Jubelfeste in einigen Städten, wenn gewisse Feyertage zusammen fallen, Z.B. wenn Maria Verkündigung auf den stillen Freytag, oder Johannistag auf das Frohnleichnamsfest fällt. S. Encyclopedie. Art. Jubilée.


10 Calliot ist mit Recht der Lieblings-Actör und Sänger in der comischen Oper zu Paris. Seine Stimme, die er nach Belieben, als Baß und als Tenor brauchen kann, ist vortreflich, und er ist in allem Betrachte ein sehr anziehender und unterhaltender Schauspieler.


11 Nach geendigter Oper hat man gewöhnlich im Sommer in dem Tuillerien eine der schönsten Aussichten. Denn weil die Oper des Abends zwischen sieben und acht Uhr aus ist, so ergießt sich die ganze Gesellschaft der Zuschauer, in völligem Putze, in die grosse Allee: totis vomit ædibus undam, und macht eine Assemblee, dergleichen man sonst nirgends in der Welt antrift.


12 Die italiänische Musik, sagt Herr D'Alembert ist eine Sprache, wovon wir noch nicht einmahl das Alphabeth haben. Melange de Litterature.


13 Voyage d'un François en Italie vom Hrn. d la Lande. Tom. VI. p. 224. und 3 B. 157. ff. S. der Volkmannischen Uebersetzung.


14 Es sind vier Organisten zu Notre Dame, die ein Vierteljahr ums andre spielen, nemlich Couperin Balbastre, D'Aauin und Foucquet.


15 Memoire sur la Musique des Anciens, Paris. 1770.


16 Seitdem hat er auch Silvain, les deux Avares 1770 und l'amitie à l'epreuve, wie auch Azor. 177l gesetzt. Le Tableau parlant ist in Partitur heraus.


17 Unter einem lyrischen Poeten wird hier, einer der für die Musik schreibt, verstanden.


18 Dieß alles ist weitläuftiger in des seel. Advokat Krausens zu Berlin Abhandlung von der musikalischen Poesie, Berlin 1752. ausgeführt. Vergl. Des Grafen von C** Essai sur l'union de la Poesie et de la Musique. Paris 1765, und desselben Observations sur un Ouvrage nouveau, intitulé: Traité de Melodrame. Paris. 1771.


19 Die Musik ist von Moncigny und hätte nebst andern seiner Kompositionen verdient, umständlicher erwähnt zu werden.


20 Diesem vortreflichen Virtuosen erwies man vor einigen als er zu Paris war, eben die Ehre im Concert spirituel, welche Hr. Pagin genoß.


21 Essais sur les Principes de l'Harmonie, Paris, 1753. und Observations sur les Principes de l'harmonie, occasionés par quelques écrits modernes sur ce sujét & particulieremnet par l'article Fondamentale de Mr. d'Alembert dans l'Encyclopédie, le Traité de Theorie musicale de Mr. Tartini & le Guide harmonique de Mr. Geminiani, à Geneve, 1763.


22 Die Streitigkeiten der Schriftsteller sind den Wissenschaften sehr vortheilhaft, so wie in einer Republik die Zänkereyender Grossen und das Geschrey des gemeinen Volks zur Freyheit nothwendig sind.


23 Vergl. Volkmanns Nachr. von Ital. I Theil, S. 163.


24 Der Morgengottesdienst in dieser Kirche heißt hier Messa bassa (die stille Messe) weil der Priester sie mit so leiser zischelnder Stimme ließt, daß man sie vor den Instrumenten nicht hören kann.


25 Ein Farße zum Lachen, und ein musikalisches Zwischenspiel von vier Personen.


26 Ich werde noch oftmals des Lärms und der Unaufmerksamkeit bey den musikalischen Schauspielen in Italien Erwähnung thun müssen; allein die Musik ist dort wohlfeil und gewöhnlich, dahingegen sie in England eine kostbare fremde Waare, und in höherem Werthe ist.


27 Experimenta, atque Observationes, quibus Electricitas vindex late constituitur atque explicatur. Taurini 1769.


28 Volkmann I Th. S. 236.


29 Dieß Stück, soll nebst andern merkwürdigen Kompositionen, deren unten gedacht wird, gedrukt werden.


30 Volkmann, I B.S. 248.


31 Claudius Merulus wie die Deutschen ihn nanten, war von Antwerpen gebürtig, und blühete im sechszehnten Jahrhunderte (Walther im musikalischen Lexikon, nennt ihn Merula und giebt Corregio als seinen Geburtsort an.)


32 Es sind sechs Schwestern dieses Nahmens, die alle vom Singen Profession machen, und wovon drey zu Mayland waren. Es ist eine Bolognesische Familie.


33 Der Verfasser hofft demüthigst, daß seine schönen Landsmänninnen durch den Gebrauch des Worts Bescheidenheit sich nicht werden beleidigt finden, da es hier bloß im musikalischen Verstande gebraucht wird. Darin wird die Liebe zu den sogenannten Manieren zu einem solchen Grade der Unbescheidenheit getrieben, daß man dadurch gewöhnlich gute Stellen in schlechte, und schlechte in elende verwandelt. Ein wenig Schminke kann ein mittelmäßig hübsches Gesicht verschönern, obgleich die Menge es häßlich machen würde; allein wahre Schönheit zeigt sich am besten in ihrer natürlichen Gestalt.


34 S. Volkmann, I Th. S. 294.


35 Eine Probe dieser Notenschrift wird in der allgemeinen Geschichte der Musik gegeben werden.


36 S. Volckmann 3. Theil. S. 722. f.


37 S. Volkmann. S.


38 Scirio Maffei in seiner Verona illustrata. T. IV. setzt es mit mehrerem Grunde in die Zeiten Trajans.


39 Maffei hat genau berechnet, daß etwas über 21000 Personen darin Platz haben.


40 Die kurze Zeit, welche ich zu Verona mich aufhielt, war nicht hinreichend, musikalische Untersuchungen zu machen; doch ich erfuhr nachmals von einem Engländer, der verschiedene Jahre in dieser Stadt gewohnt hat, daß ausser verschiednen geschickten Musikern auch viele Liebhaber hier wären, die vorzüglich gut spielten und setzten.


41 Voyage de François en Italie T. 8. Volkmann B. 3. S. 663.


42 In diesem Werke hatte er sich vorgesetzt, die Dunkelheiten zu entfernen, und die Schwierigkeiten aufzulösen, deren er in seinen vorigen Abhandlungen beschuldigt wird.


43 Als dieses Tagebuch bereits für den Druck ausgefertigt war, erschien ein Buch unter dem Titel Principles and Power of Harmony; (Grundsätze und Macht der Harmonie) welches mir das höchste Vergnügen verschaft hat, welches ein schön geschriebenes, deutliches und meisterhaftes Werk nur geben kann. Ich weiß nicht, wer der Verfasser desselben ist, es scheint aber, daß er Tartini's Grundsätze völlig verstanden, und seinem Genie hat Gerechtigkeit wiederfahren lassen, ohne über seine Fehler partheyisch zu seyn.


44 Tartini spricht vom Pater Valloti in folgenden Worten: »Er war ehedem ein vortreflicher Orgelspieler, und ist itzo ein vortreflicher Komponist, nud in allen Dingen ein Meister seiner Kunst.« Trattato di Musica, p. 100. Padova 1754.


45 Nachdem ich wieder in England bin, habe ich Nachricht erhalten, daß er solche nach Venedig abgesandt hat, von da sie mir übermacht werden sollen.


46 Es ist blos aus Billigkeit, daß ich hier sage, daß ich ihn verschiedne mahl, während des Offertorio, die Orgel allein in einer sehr feyerlichen und meisterhaften Manier, habe spielen hören.


47 S. Volkmann. 3. B.S. 500.


48 Die meisten von den komischen Opern, welche zur Zeit des Pertici und Laschi mit so vielem Beyfalle in London aufgeführt wurden, waren Atilla's Komposition; besonders La Comoedia in Comoedia, Don Calascione, und andre mehr. Er ist ein Oheim des Signor Picchini.


49 Galuppi ist in Italien am meisten unter dem Namen Il Buranello bekannt, den man ihm von seinem Geburtsorte, Burano, einer kleinen Insel, nicht weit von Venedig, beygelegt hat. So nennt man auch Hasse il Sassone, il caro Sassone. In Petersburg hat Signor Traetta Galuppi's Stelle erhalten.


50 Mir däucht sie viel süsser, als am Tage. Die Stille giebt ihr die Kraft. Ich denke, die Nachtigall, wenn sie am Tage sänge, wo jede Gans schnattert, würde für keine bessere Sängerin gehalten werden, als die Grasmücke.


51 Er ist von einer Familie mit dem deutschen Fürsten, welcher in Frankreich und England unter dem Namen des Fürsten von Thurn und Taris bekannter ist.


52 Dieß Werk hat ein Pedal, aber nur ein einziges Manual.


53 Schönheit, Deutlichkeit und gute Melodie.


54 Ich erhielt vor meiner Abreise von Venedig eine Abschrift davon; und seit meiner Ankunft in England bin ich mit einem Briefe von dem Grafen Bujowich zu Venedig beehret worden, worin er mir verschiedene unterhaltende Nachrichten von dem Ursprunge und Fortgange dieser musikalischen Anstalten mittheilte.


55 Ich erhielt zu Venedig einige von seinen Motteten.


56 Wenn eine Loge, die einer adelichen Familie gehöret, nicht besetzt ist, und leer bleiben würde, so erlauben die Direktörs der Oper den Gondelfahrern hineinzugehen, ehe sie von sich sagen liessen, daß die vorgestellte Oper nur wenig Zuschauer hinziehe.


57 Die Jahrzahl ist wohl ein Irtthum; denn es war 1469. als Johann von Speyer diese Kunst aus Deutschland nach Venedig brachte.


58 S. Volkmann. B. 1. S. 377.


59 S. kritische Briefe über die Tonkunst. B. 2. S. 239. ff.


60 Ich hatte oftmals verschiedene Buchhändler auf dem festen Lande durch die Liste weiner die Musik betreffenden Bücher in Verwunderung gesetzt, doch hier mußte ich selbst erstaunen. Ungeachtet dem Pater Martini viele Geschenke von raren Büchern und Msstn. gemacht worden, so hat er doch oftmals andere sehr theuer bezahlen müssen, vornemlich ein spanisch geschriebenes vom Jahr 1613, welches ihm zu Neapel, wo es gedruckt ist, hundert Dukaten kostete.


61 Das ganze Land umher ist flach; allein ungeachtet die Gegenden um die Stadt vielleicht die fruchtbarsten in Italien sind, so scheinen doch die Einwohner gar keine Spur vom Geschmacke in Anlegung ihrer Gärten zu haben. Sgr. Farinelli's Landhaus hat inzwischen eine schöne Aussicht nach Bologna, und den kleinen Hügeln, die nahe dabey liegen.


62 Beyde aus Artaserse.


63 Er heißt eigentlich Murillo und unter diesen Namen muß man ihn sowohl in Füesli's Künstler-Lexikon, als beym Dargensville (Leben der Mahler 2. B.S. 343. der deutschen Ausg.) suchen.


64 Diese Kirche ist durch den Besitz zweyer der besten Gemählde in Bologna oder vielleicht gar in der Welt berühmt, nämlich der heil. Cäcilia von Raphael und der Madonna mit dem Rosenkranze des Domenichini. Sie stehen in zwey Kapellen, die gegen einander über sind, zwischen welchen ich gerade in der Mitte und also gerade vor diesen Gemählden saß, indem ich der Musik zuhörte.


65 Pater Martini hat eine erstaunende Menge gelehrter und gedankenreicher Kanons gemacht, worin er alle Arten von künstlicher Verwickelung und Erfindung, welche irgend bey dieser schweren Art Komposition Statt finden können, glücklich überwunden hat. Viele davon stehen als Vignetten in seiner Geschichte der Musik.


66 S. Volkmann. 1 Th. 455.


67 Sie wurden zuerst von Franzesco Spaziano gesammlet und herausgegeben, Florenz 1559.


68 Mad. Constanza und Rosina Baglioni sind itzt bey der Wiener Oper. S. Müllers Nachrichten von den Schaubühnen in Wien. Presburg 1772. S. 74.


69 Der Abt Fibbietti, ein vortreflicher Tenorist.


70 Diese drey großen Meister, deren Verdienste in ganz Europa bekannt sind, wurden vor einiger Zeit durch die Freygebigkeit des Fürsten bewogen, Livorno zu verlassen.


71 In diesem Theater bezahlt man fürs Parterre, wie in jeder komischen Oper in Italien, einen Paoli, welches ungefehr drey Gutegroschen macht.


72 Der Titel dieser Hymnen lauter so: Laudi da cantarsi da Fratelli della venerabil Compagnia di S.M. Maddalena de' pazzi e S. Guiseppe in S. Maria in Campidoglio in Firenze, 1770.


73 Wer den feinen und polierten Vortrag der berühmten Madame Sirmen gehört hat, kann sich einen so ziemlich richtigen Begriff von der Spielart des Sgr. Nardini machen.


74 Sie hat fast jeden Abend eine Conversazione oder Assemblee, wobey sich die Fremden sowohl, als auch die Gelehrten von Florenz häufig einfinden.


75 Auf dem Titel dieses Salve Regina wird der Marquis von Ligniville auch Prinz von Conca, Cammerherr Ihro Kays. Majestäten, Direktor der Musik des Toscanischen Hofes, und Mitglied der philharmonischen Gesellschaft zu Bologna genannt. Er ist Prinz von Conca im Königreich Neapel von wegen seiner Mutter, und ein Sohn des berühmten Marschals Ligniville, der in dem Kriege 1733 in dem Garten zu Colorno, einem Landsitze des Herzogs von Parma getödtet ward.


76 Der Montefiasconer ist in Italien sehr berühmt, und zum Sprichworte geworden.


77 S. den ganzen zweyten Theil der Volkmannischen Beschreibung von Italien.


78 P. Masi, (bey dem Verfasser vermuthlich durch einen Druckfehler Mosi) Kapellmeister an der Kirche der Santi Apostoli, und Sänger in der päbstl. Kapelle, starb im April, 1772 am Schlage, nachdem er eben in der Messe gesungen hatte.


79 Bis itzt hat man noch keinen ordentlichen Catalogus der occidentalischen Manuscripte in der vaticanischen Bibliothek. Von den orientalischen ward vor einigen Jahren einer verfertigt, und 17 in vier Folianten gedruckt; allein der Verfasser (I.S. Assemann) starb ehe das Werk vollendet ward, und nachher hat sich niemand daran gemacht.


80 Als solcher trägt er ein kleines Kreuz und einen elfenbeinern Stern an der Brust.


81 Es scheint, als wenn Sgr. Santarelli von der Ausgabe seines Werks dadurch abgeschreckt worden, weil er keinen Beförderer desselben unter den Großen in Rom gefunden. Er ist von der Verachtung, womit die Musik gegenwärtig von den hohen Vorstehern der Kirche belegt wird, so empfindlich gerührt, daß er sich nur wenig Hofnung macht, daß sein Buch Beyfall finden werde; ungeachtet es ihm so viel Zeit und Arbeit gekostet hat, und gewiß des Schutzes und der Befördrung Sr. Heiligkeit vollkommen werth ist, da es zum Nutzen seiner Kapellbedienten sowohl, als zum Besten der Musik überhaupt vortreflich eingerichtet ist.


82 Dieß Miserere von Allegri, nebst einem Stabat mater von Palestrina, einem Fratres, ego enim accepi, einem Miserere von Thomaso Bay, und einem Populus meus, quid seci tibi von Petrus Alloysius Prenestinus hat Herr Burney vor kurzem in London unter dem Titul: La Musica che si canta 1a settimana santa: in Partitur herausgegeben, und Kennern damit ein wichtiges Geschenk gemacht.


83 Ausser den überzähligen Exspectanten bey dieser Kapelle werden in der Charwoche viele der besten Opernsänger aus andern Orten Italiens hier gebraucht.


84 Man sehe die Remarks on Mr. Avisons Essay on musical expression, welche 1753 herausgekommen sind, und worin der Verfasser die Ursachen des Verfalls unsrer Kirchenmusik, und der Ungeschicklichkeit derer, die sie aufführen, gut auseinander gesetzt hat. In Ansehung dieser sagt er: »Ich glaube, wenn man die Statuten jedes Domstifts untersuchte, so würde man finden, daß die Salarien, welche jedem Mitgliede vermacht sind, im genauen Verhältnisse zu einander stehen, etwa folgender Maaßen: dem Chorknaben fünf Pfund; dem erwachsenen Sänger zehn; dem Canonicus minor zwanzig: dem Organisten eben soviel; dem residirenden Canonicus vierzig; und dem Dechant achtzig Pfund jährlich; welches mit vier multipliciret für dem ersten zwanzig, dem zweyten vierzig, dem dritten achtzig und dem fünften hundert und zwanzig ausmachte. Dieß nebst der Curie der Geistlichen würde jedem in seiner Stelle ein hinlängliches Auskommen gewähren, und ich wollte wohl behaupten, daß die drey ersten sehr zufrieden damit seyn würden, wenn diese Zulage gleich beyden letztern nicht genung scheinen mögte. Allein diese theilen ohne Bedenken und ohne Gewissensbisse (wer sie dazu bevollmächtigt hat, weiß ich nicht) drey Viertheile der ihren Untergebnen zukommenden Einkünfte unter sich; welches offenbar der Absicht des Stifters entgegen, und verschiedenen Besitzern der Pfründen nachtheilig ist. Daher wird ein Canonicat auf zweihundert, und ein Dechanat auf hundert Pfund jährlich geschätzt; und wenn diese Rechnung den Werth einiger überschreiten sollte, so muß man doch gestehen, daß andere viel höher zu schätzen sind.«


85 Miserere mei, Deus etc. Gott, erbarme dich meiner. Ps. 57. Allegri stammt von dem berühmten Mahler Corregio her, dessen Familien-Name Gregorio Allegri hieß.


86 Adami's Anweisung lautet also: Averta pure il Signor Maestro, che l'ultimo verso del Salmo termina a due cori, e però farà la battuta adagio, per finirlo piano, smorzando a poco, a poco l'armonia. Osserv. per reg. il Coro della Cap. pont. p. 36.


87 Sgr. Santarelli's Worte waren: Quantunque cantato da Musici suavissimi, fece alla Corte di Vienna la misera comparsa di un semplicissimo falso Bordeone.


88 Ihr Geschäft ist nehmlich nicht die Musik, sondern die Mahlerey.


89 Es scheint, als wenn Alberti in jeder neuen Flügelsonate ausgeschrieben oder nachgeahmet würde.


90 Wer der englischen Flügel gewohnt ist, dem kommen alle Clavierinstrumente auf dem festen Lande (Deutschland hatte der Verfasser damals noch nicht gesehen,) gar nicht sonderlich vor. Durch ganz Italien hat man in Privathäusern kleine Octav-Spinette zur Begleitung beym Singen, zuweilen in Gestalt eines Dreyecks, doch öfter unsern alten Virginals (einer Art kleiner Flügel) ähnlich. Die Tasten daran machen so viel Lärm, und der Ton ist so schwach, daß man mehr Holz als Saiten hört. Der beste Flügel, in Betracht des Anschlags, den ich in Italien angetroffen habe gehörte Sgr. Grimani zu Venedig; und in Ansehung des Tones der, welchen Monsignor Reggio zu Rom besaß; alein ich fand drey englische Flügel in den drey vornehmsten Städten Italiens, welche von den Italiänern als soviel Wunderwerke angesehen wurden. Der eine war von Shudi gemacht, und der englische Gesandte zu Neapel besaß ihn. Die andern beyden, welche Herr Kirkmanns Arbeit sind, gehörten damals der Frau Richie zu Venedig und der Frau von Earl.


91 S. Volkmann z.B. S. 29. ff.


92 Dieser Musik wegen bekommen die Conservatorien ihre Privilegien; und in Betracht dessen, daß die Knaben umsonst spielen, hat der König sie von allen Abgaben von Wein und Lebensmitteln befreyt, welche die übrigen Einwohner von Neapel bezahlen müssen.


93 Das Calascione ist ein zu Neapel sehr gewöhnliches Instrument. Es ist eine Art von Zither, aber bloß mit zwey Saiten, welche quintenweis gestimmt sind. Die Gebrüder Colla haben sich seit einiger Zeit in Deutschland damit hören lassen.


94 Ich erhielt nachher von guter Hand die genaue Jahrzahl ihrer Stiftung; ihre festgesetzten beständigen Gesetze, deren ein und dreyßig sind; und die Vorschrift, welche den Aufsehern alle Monate in Ansehung der Studien und Aufführung der Knaben gegeben wird.


95 Das Wort Musico scheint itzt in Italien nichts als einen Discantisten oder Altisten zu bedeuten, dessen Stimme durch die Kunst erhalten worden.


96 Dieß ist bey den neuern Opern-Arien sehr selten, so sehr ist die Partitur und die Instrumentalbegleitung überladen. Auch Piccini wird beschuldigt, daß er die Instrumente so übermäßig beschäftigt, daß kein Notenschreiber in Italien eine von seinen Opern abschreiben will, ohne sich eine Zechine mehr bezahlen zu lassen, als er für jedes andern Komponisten Opern bekömmt. Allein bey den komischen Opern muß er gewöhnlich für schlechte Stimmen schreiben, und müssen die Instrumente also die beste Wirkung thun; und freylich kömmt in dergleichen Dramen so viel Zank und Lärm vor, daß man sie nothwendig durch die Instrumente kräftig ausdrücken muß.


97 Ich erfuhr nachmals, daß Ballette bloß auf dem Theater S. Carlo, welches das Hoftheater ist, erlaubt sind.


98 Diese Nachricht mag vielleicht die Ehre der Musik schmälern, indem sie die Zweifler an ihrer Wundermacht vermehrt; doch zur Steuer der Wahrheit durfte ich sie nicht verhehlen.


99 Durante, der seit einigen Jahren todt ist, war lange Zeit Kapellmeister bey dem Conservatorium S. Onofrio. Ich hatte mir aus Rousseau's Schilderung von den Verdiensten dieses Komponisten die größte Idee gemacht; und sammlete während meiner Reise durch Italien eine große Menge seiner Kirchenmusiken. Herr Rousseau spricht in sehr starken Ausdrücken von ihm: »Durante est le plus grand Harmoniste de l'Italie, c'est à dire, du monde, Dict. de musique.«


100 Jomelli ward im September des vorigen Jahres von einem Schlagflusse befallen, ist aber, so viel man in Deutschland weiß, nach am Leben.


101 Dies ist ohne Zweifel, wie man mich versichert hat, die ehmals in Braunschweig so beliebte Sängerinn, Sgra Tozzi, deren zweyter Mann Herzogl. Brauns. Kapellmeister war. Ihr Familienname ist Bianchi.


102 Vgl. Volkmann. B. 3. S. 287. ff


103 Der vierte November wird eben so gefeyert, als der Namenstag der Königinn von Neapel und des Prinzen von Asturien.


104 Die Italiäner haben längst die kindischen Vorstellungen fliegender Götter und Göttinnen aufgegeben, worin die Franzosen so verliebt und worauf sie so stolz sind.


105 Wenn der spielenden Personen weniger sind, so müssen folglich auch der Kleidungen weniger seyn.


106 Voyage d'une François. Tom. VI. Volkmann B. 3. S. 157. f. Wo aber einiges verändert ist.


107 Herr Burney scheint in diesen Anmerkungen gegen Herrn de la Lande fast den Engländer und den Tonkünstler zu sehr zu verrathen. Es versteht sich daß in der Oper die übrigen schönen Künste der Musik einigermassen untergeordnet seyn müssen. Doch soll sie mehr allein herrschen, nicht der Unterstützung und Mitwirkung ihrer Schwestern ganz entbehren wollen. Vielmehr wird sie oftmals in weit schwächerem Lichte erscheinen, je weiter sie die Poesie, Pantomime, Tanzkunst und Mahlerey von sich entfernt hält. Wie viel Antheil jede von diesen Künsten an dem Ganzen einer Oper haben dürfe, welche mehr oder weniger zur Hauptwirkung beytragen müsse, zu welcher Zeit jede mitwirken könne, das hängt von der Fabel der Oper und von ihrer ganzen Anlage ab, und es zu bestimmen, dazu gehört ein feiner Kenner aller dieser Künste. Ein solcher Operndichter, der auch in einigem Grade Tonkünster, Dekoratör und Ballettmeister mit wäre, wer mit diesen Künstlern gemeinschaftlich arbeitete, und dessen Plan alsdenn gehörig ausgeführet würde, müßte uns, (deucht mir) eins der reizenden und prächtigsten Schauspiele geben, wodurch erade die Sinnen, welche der Seele die meiste Nahrung geben, auf das angenehmste unterhalten würden. Vielleicht aber sind solcher Kenner zu waige, oder die Gelegenheit, ihre Gedanken durchgehends mit nötiger Vollkommenheit auszuführen, sind zu selten: und es ist um deswillen rathsamer, sich nur der Hülfe der Poesie und Pantomime zu bedienen, und die Tanzkunst und Mahlerey wegzulassen, weil ihre geschickte Vereinigung in der Anlage einer Oper sowohl, als in der Ausführung so schwer ist? Dieß scheint der Grund zu seyn, warum der Verfasser nebst andern, sich aus den Theaterverzierungen und dem Tanze so wenig machen. Allein schwer und verwerflich ist zweyerley. Herr de la Lande will unter der Maschinerey auch wohl nicht das Spielwerk magischer Dekorationen verstehen, das in Nicolini's so genannte Pantomimen gehört: mir deucht, man könne einen würdigen Gebrauch davon machen; wiewohl ich gern zugebe, daß er sparsam seyn müsse, wenn er gute Wirkung thun soll. Der Tanz in sofern er eine schöne Kunst ist, oder so wie Noverre und Angiolini ihn ausüben, ihre Ballette, welche einzelne Theile der Haupthandlung (oder auch Episoden, wenn sie nur die Hauptfabel hervorheben) vorstellen, die fest mit ihr verwebt sind, welche die Handlung fortführen, und so wie Poesie und Musik Leidenschaften schildern und erregen, ein solcher Tanz verträgt sich zu gut mit einer Feyerlichkeit, welche die Musik giebt. Er kann einem Schauspiele so viele Mannigfaltigkeit verschaffen, und wenn er in gehörigem Verhältnisse mit den übrigen Theilen desselben steht diese so sehr heben, daß die Wirkung des Ganzen nothwendig dabey ungemein gewinnen muß. – Ohne mich in eine Verteidigung der französischen ernsthaften Opern, oder gar ihrer Musik einzulassen, glaube ich auch, behaupten zu können, daß die italiänische Art von Choren leichten und dünnen Gewebes nicht gerade die einzige gute ist, und daß man auf wohl nach Beschaffenheit der Fabel stärker gearbeitete Chöre auf die Opernbühne bringen könnte, ohne eben Kirchenmusik zu liefern, und das Gedächtniß der Sänger zu stark anzugreifen.

Auch die Klage des Herrn de la Lande über die von der Musik unterdrückte Aktion scheint mir nur allzugegründet; es ist auch seine Klage nicht allein. Leute von Geschmack haben längst schon bemerkt, daß die izige künstliche Form der Arien, welche der Eitelkeit der Sänger ihren Ursprung zu danken hat, dem Ausdrucke des Affekts schade, und die gute Aktion fast unmöglich mache. Einige Wiederhohlung in der Aktion wird man dem Sänger bey einer Arie gern erlauben, denn die Vorzuge der Musik bedecken die Mängel der Aktion, und aus der Vereinigung des Gesanges, der Instrumentalmusik und Pantomime entstehet erst die abgezweckte Wirkung; allein bey solchen Ritornellen, Passagen, Cadenzen, und Dacapo's, als die neuern italiänischen Opern in ihren Arien haben, ist es unmöglich, wenn der Sänger nicht lieber ganz kalt und müßig seyn, oder sich überagiren will, nicht in langweilige Dehnungen und matte Wiederhohlungen einer und derselben Gesten zu verfallen. Der Sänger verweilt allzulange bey einem Gedanken, als daß der Vorrath der Aktion, wenn er auch den weisesten Gebrauch davon machte, nicht erschöpft werden sollte; Gesang und Aktion stehen auf diese Weise in einem gar zu übeln Verhältnisse, in zu großer Entfernung von einander, und der Ausdruck des Affekts muß unendlich viel schwächer werden, als er seyn könnte, wenn die Musik ihrem übertriebenen Putze etwas entsagte, und der Aktion Raum gäbe, mitzuwirken. Die großen Sänger in der ernsthaften Oper, welche der Verfasser auch als große Schauspieler anführt, würden in leztem Betrachte bey genauer Untersuchung schwerlich die Probe halten, sie würden wohl nur verhältnißweise gut seyn. Im Komischen ist es ein anders, denn da ists erlaubt, von der natürlichen Aktion zur Karrikatur überzugehen, und da ist auch die Musik nicht so mit Zierrathen überladen, und namentlich in der Serva Padrona am wenigsten. A.D.U.


108 Sgra. Gabrieli ist vor kurzer Zeit nach Petersburg gegangen, wo sie ausser freyer Wohnung und Tafel ein Gehalt von 6500 Rubeln bekömmt; Sgra. Teuber ist schon im vorigen Jahre, wie man nur erzählt hat, von Petersburg nach London gegangen.


109 Heidegger war vordem Unternehmer der Opern in London, zu der Zeit, als Händel daselbst blühete.


110 In seinen Werken befindet sich eine Abhandlung vom Schalle; sie sind unter dem Titel: Elementa Physicae auctore P.D. Johanne Maria de Torre, zu Neapel 1769 in 9 Bändern in Octav herausgekommen. Seine Geschichte des Vesuvs, welche zu Paris 1766. 8. aus dem Italiänischen ins Französische übersetzt worden, ist bekannt.


111 Diese Entdeckung ist nicht neu; Leuenhoeck soll schon kleine Glaskugeln in seinen Mikroscopen gebraucht haben. Baker in seinem erleichterten Mikroscop, (microscope made easy, welches auch ins Französische und zweymal ins Deutsche übersetzt worden) urtheilt zwar sehr verächtlich davon, und sagt: »Die Erfahrung hat gelehrt, daß sie so wenig Licht zulassen, und einen so kleinen Theil eines jeden Objekts zeigen, so schwer zu gebrauchen sind, und die Augen so sehr angreifen, daß ihre Kraft zu vergrößern aus Mangel der nöthigen Deutlichkeit, wohl mehr Irrthümer hervorbringen, als neue richtige Entdeckungen veranlassen mögte.« Doch so wahr dieß auch damals seyn mogte, als Baker schrieb, so scheint doch itzt der Padre de la Torre jedem Einwurfe gegen diese gläsernen Kügelchen durch die Art, wie er sie verfertigt und gebraucht, zuvor gekommen zu seyn.


112 Amphion bauete Theben, ich nur ein Haus.


113 Voyage d'une François. Tom. VI. (der deutschen Uebersetzung z.B.) Eben die Unrichtigkeit, womit Herr de la Lande hier von der Musik und Musikern spricht, herrscht durch sein ganzes Werk, und ist von dem deutschen Herausgeber nicht allemal berichtiget worden. Er rechnet Corelli und Galuppi unter die neapolitanischen Komponisten, da es doch bekannt genug ist, daß Corelli aus der römischen Schule war, und er selbst an einem andern Orte (Tom. 5.) sagt, daß Galuppi zu der venetianischen gehöre.


114 Ein hinlänglicher Beweis, daß die neapolitanische Sprache bloß ein Patois oder Provincialdialekt sey, liegt darin, daß sie bloß geredet wird, und daß die Eingebohrnen selbst, die eine gute Erziehung gehabt haben, niemals darin zu schreiben wagen. (Doch hat man eine neapolitanische Uebersetzung des Gierusallemme liberata von Tasso.)


115 Ueberhaupt giebt es viele so galante Symphonien, in welche eine Menuet hineinpaßte? Sticht sie nicht meistentheils gegen die übrigen Sätze zu sehr ab, als daß sie ein gutes Ganzes ausmachen könnte? Wenn dieß wahr ist, so muß man mit den neuern deutschen Komponisten noch unzufriedner seyn, die sie gar in ihre Quartetten und Trios mischen. Ein Misbrauch, worüber Kenner längst geklagt haben: nur Schade, daß der Modekomponist so wenig als der Modeliebhaber auf die Gründe der Kenner achtet.


116 Sgr. Orisicchio hat unter den römischen Kirchenkomponisten soviel Ansehn, daß man bey jedem Feste, wo er die Musik dirigirt, und eine Messe gesetzt hat, gewiß eine Menge Zuschauer erwarten darf.


117 Herr Wysemann ist ein würdiger englischer Musiklehrer, welcher bey allen Engländern zu Rom sehr bekannt und beliebt ist. Er har so lange daselbst gewohnt, daß er beynahe seine Muttersprache vergessen hat. Itzt wohnt er in dem Palazzo Rafaele, ausserhalb der Stadt, wo er während des Winters, bis die Opern angehen, wöchentlich ein Concert giebt. Hier wohnte der große Raphael, von welchem daselbst noch einige Frescomalereyen übrig sind; der verstorbene Herzog von York, der Erbprinz von Braunschweig und verschiedene andere Fürstl. Personen haben hier den Großen in Rom Concerte gegeben.


118 Man verstehe hier den Verfasser nicht unrecht. Seine Absicht kann nicht seyn, zu behaupten, daß die Orgel nach ihrer wahren gebundenen vollstimmigen Spielart, keine Grazie, Geschmack und Melodie zulasse; sonst würde er dieß Instrument nicht göttlich nennen, noch ihm Reichthum der Harmonie und Erfindung zu schreiben. War etwa Sgr. Colista einer von den finstern grillenhaften Orgelspielern, die mit ihren harmonischen Künsteleyen und schweren Vollstimmigkeit die Melodie so verdunkeln, daß sie alles Gefällige verliehrt? Alsdenn war es die Schuld des Spielers, nicht der Spielart, welche die Orgel erfordert. Ich habe mehr als einmal Orgelfugen, Fantasien und Präludien gehört, die erhabene Affekte ausdrückten, und das Herz stark rührten; auch hat die Orgel sanftere zärtliche Regungen in mir hervorgebracht, wenn gehörig dazu registriret und gespielt ward; und doch brauchte der Organist sich nicht zu dem leichten Geschmacke einer italiänischen Claviersonate herabzulassen, oder eine Opernarie zu spielen. Es giebt ja mehr als einen Weg zum Herzen. Bach, Rrebs, Sack und andere mehr können dieß beweisen, und haben mich von diesen Grundsätzen durch die That überzeugt. Der Beweis a priori, für dieselben ist eben so leicht. Wenn die Orgel eine Folge von Tönen zulässt, so muß sie auch Melodie zulassen, und ihre Vollstimmigkeit muß der Melodie nicht nothwendig schaden; sonst wäre alle vollstimmige Komposition verwerflich. Eben so wenig thut es die gebundene Schreibart; denn welche große Wirkung bringen nicht Z.E. Händels Oratorien hervor, und wer macht so viel Gebrauch von dieser Schreibart, als Händel? Die Orgel kann sich zu seinen Werken in Ansehung der Wirkung verhalten, wie jede Instrumental- zur Vocalmusik; sie kann mehr als Bewunderung der Kunst und neuer Einfälle erregen: sie kann rühren. Nur muß der Organist auch ein Mann von Genie und Gefühl seyn. Wenn sie es nicht immer thut, so geht es ihr, wie den übrigen Instrumen, deren Spieler heut zu Tage, so wie die meisten Instrumentalkomponisten nur glänzen, nicht aber fürs Herz arbeiten wollen. – Findet aber eine rührende affektvolle Spielart, so findet auch Grazie und Geschmack auf der Orgel Statt; nur nicht Geschmack und Grazie des Kleinen und Niedlichen, sondern des Erhabenen, Großen und Edeln. A.D.U.


119 Es ist einerley mit dem Anschlage (Beat) im »Einklange, in der Octave oder einem andern consonirenden Tone mit einer Note auf der Violine, welcher die Stelle der alten Bebung (close-shake) so glücklich ersetzt. Diese schöne Manier ist, wo nicht ganz unbekannt, doch wird sie wenigstens von allen Violinspielern, die ich gut dem festen Lande gehört habe, ganz vernachläßigt: dahingegen die Giardinische Schule in England sie häufig und glücklich ausübt.«

In Deutschland ist diese Manier gar nicht unbekannt, wiewohl ich keinen eigenen Namen dafür kenne. Was der Verfasser unter dem alten close-shake, dessen Stelle sie glücklich ersetzen soll, eigentlich verstehe, habe ich nicht ausfindig machen können. Noch weniger haben mir englische und deutsche Musiker erklären können, wie die Schwellung in der Orgel damit verglichen werden könne, The Swell, die Schwellung, so wie sie in den englischen Orgeln, und in der neuen Orgel zu St. Michaelis in Hamburg angebracht worden, ist eine Erfindung, den Ton durch Bedeckung und Aufdeckung der Pfeiffen schwächer und stärker zu machen. Diese Erfindung hilft einem wesentlichen Mangel der Orgel ab, die sonst keinen allmähligen Uebergang aus dem piano ins forte, und umgekehrt, hervorbringen konnte. Sie ist von dem Tremulante ganz unterschieden. Vielleicht versteht aber der Verfasser eben diesen unter der Schwellung, wovon er redet. A.D.U.


120 Es sind keine andere Orgeln noch Chöre in der Peterskirche, als die in den Seitenkapellen; so daß der Raum zwischen dem westlichen Chore und dem großen Altare ein ganz freyer und offener Platz ist.


121 S. Volkmann B. 1. S. 322.

Quelle:
Carl Burney's der Musik Doctors Tagebuch einer Musikalischen Reise. [Bd. I]: durch Frankreich und Italien, Hamburg 1772 [Nachdruck: Charles Burney: Tagebuch einer musikalischen Reise. Kassel 2003].
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