[16] Mein lieber Freund!
Es ist vielleicht eine seltene Erscheinung, daß ein Autor sein Werk zuerst in Form einer Übersetzung und in einem fremden Lande in die Welt schickt. Da aber im gegenwärtigen Falle der Autor nicht im Stande ist, die Herausgabe seines Buches in seiner Muttersprache und in seinem Heimathlande persönlich zu überwachen, und da es dort nicht allgemeine Sitte ist, Werke in einzelnen Bänden allmählich zu veröffentlichen, so erscheint ihm der gegenwärtige Weg als der einzig mögliche, wenn er nicht die Resultate seiner Forschungen und Studien so lange zurückhalten will, bis das ganze Werk zum Drucke bereit ist. Gegen einen solchen Aufschub sprachen aber manche und gewichtige Gründe. Erstlich kann ich, wenn ich nach hiesiger Gewohnheit diesen ersten Band jetzt deutsch in Deutschland herausgebe, mit Wahrscheinlichkeit erwarten, daß ich Mittel erhalten werde, diesen Theil des Werkes vor seiner Herausgabe in englischer Sprache zu verbessern, da ohne Zweifel von solchen, die das Buch einer aufmerksamen Durchsicht werth halten werden, manche Verbesserung gemacht und man ches neue Factum beigebracht werden wird. Ferner würde es undankbar sein, die hier zusammengestellten Mittheilungen, welche dem Verfasser von so vielen angesehenen Personen aus allen Gegenden Deutschlands zu Theil geworden sind, die seine Sammlung aufs wohlwollendste unterstützten, länger wie nöthig zurückzuhalten. Ein dritter und entscheidender Beweggrund endlich war der, daß Sie, lieber Freund, sich bereit erklärten, die Bearbeitung des Werkes zu übernehmen.
Es war bei Gelegenheit einer Unterhaltung mit Ihnen und Professor Jahn im November 1864, als ich gerade aus Düsseldorf nach Bonn zurückgekehrt war, daß ich mich entschloß, mein Manuskript der Geschichte von Beethovens Bonner Lebensperiode, welches gerade damals lange in meinem Pult gelegen hatte und nur die wenigen Zusätze und Verbesserungen erwartete, die, wie ich vermuthete, sich aus meiner Nachforschung im Provinzialarchiv zu Düsseldorf ergeben würden, gänzlich umzuarbeiten. Sie und andere meiner Bonner Freunde erinnern [17] sich vielleicht, daß ich eine solche Nachforschung schon während meines Besuches am Rhein im Sommer und Herbst 1860 anstellen wollte, aber durch ungünstige Umstände daran verhindert wurde. Aber Jahn und Sie waren, als ich Ihnen meine Notizen, Excerpte und Copien aus den dort aufgefundenen Dokumenten mittheilte, über diese Proben von dem Reichthume und dem Werthe der damals eben entdeckten Sammlung eben so überrascht und erfreut, wie ich es gewesen war, und Sie waren der Ansicht, daß dieses ganze Material in gewisser Weise geeignet sei, dem Werke einverleibt zu werden. Daraus erwuchs der Plan, eine etwas ausgeführtere historische Skizze von Musik und Musikern in Bonn während des 18ten Jahrhunderts in einigen einleitenden Kapiteln zu geben. Aber jetzt erhob sich eine neue Schwierigkeit. Meine amtlichen Verpflichtungen und Geschäfte waren derartige geworden, daß sie mir eine nachträgliche Untersuchung in dem Archive, die zu einer erfolgreichen Ausführung jenes neuen Planes nöthig war, unmöglich machten. Denn von vielen wichtigen Aktenstücken hatte ich nur Notizen gemacht, von anderen nur kurze Auszüge, andere waren mir bei der Kürze meines Aufenthalts entgangen; auch bedurften meine Abschriften, da ich einen von meiner früheren Absicht so ganz verschiedenen Gebrauch davon machen wollte, einer neuen Vergleichung mit dem Original. Ihre Bereitwilligkeit, dieses Geschäft in Verbindung mit Dr. Harleß zu übernehmen, mein Vertrauen auf Ihre Sorgfalt, Ihr Urtheil und Ihre litterarische Uneigennützigkeit, und meine Kenntnis der Beziehungen, in welchen Sie in Bonn zu allen, von denen werthvolle neue Beiträge zu hoffen waren, standen, drängte bei mir die Bedenken zurück, welche sich zu Gunsten einer Zurückhaltung meines Werkes bis zu der Zeit, wo es vollständig zur Herausgabe in meiner Muttersprache und meinem Heimathlande fertig sein würde, erheben konnten. In Folge dessen übersandte ich Ihnen den größeren Theil dessen, welches den ersten Band bilden sollte.
Ich bitte Sie, bei dem Durchlesen dieses Manuskripts nicht zu vergessen, daß es für ein Publikum geschrieben ist, welches mit Deutschland und der Geschichte seiner Musik unbekannt ist, für ein Publikum, welches (was ich freilich zuweilen auch diesseits des Oceans gefunden habe) kaum weiß oder sich wenigstens nur halbwegs erinnert, daß einmal ein Staat wie das Kurfürstenthum Köln existirt habe, und welchem demnach alles, was sich auf den Bonner Hof bezieht, größtentheils neu ist. Sie werden demnach einige Gegenstände mit etwas größerer Ausführlichkeit behandelt finden, andere wieder weniger eingehend, als es für den deutschen Leser [18] erforderlich scheinen mag; ich stelle es Ihnen anheim, nach Ihrem eigenen Urtheil und Gutdünken gewisse Partien zusammenzuziehen, in welche Beethoven nicht unmittelbar eingreift, und einige andere weiter auszudehnen; zu diesem Ende werden Sie hier und dort viel längere Citate meiner Quellen in den Text hineingesetzt finden, als ich künftig für meine englische Ausgabe zu übersetzen vorhabe.
Lassen Sie mich hier die Bitte aussprechen, Worte und Ausdruck unserer Autoritäten genau wiederzugeben. Es ist wahr, daß die Schönheit des Stiles, die dramatische Lebendigkeit und Wirkung durch eine Umformung dieser sämmtlichen Quellenangaben und ihre Wiedergabe mit des Verfassers eigenen Worten sehr gewinnen würde; doch ist dieser Versuch immer ein gefährlicher, wo des Verfassers Absicht einzig und allein die Ermittelung und Mittheilung der genauen Wahrheit ist. Gelegenheiten zu dem, was wir im Englischen fine writing nennen, sind auf diese Weise geopfert; aber dieser Verlust wird ausgeglichen durch eine weit geringere Möglichkeit, in Irrthümer zu fallen.
Um Sie jedoch von der Furcht zu befreien, der Band möchte unter dem Gewichte der vielen Dokumente, welche in den einleitenden Kapiteln so ohne weiteres vollständig abgedruckt werden sollen, zu sehr gedrückt werden, bemerke ich, daß dieselben lediglich für Ihre Bequemlichkeit in eine chronologische Folge gebracht sind, und daß sie in den Text verwebt, in den Anhang gesetzt oder nur als Material verwendet werden können, wie es Ihnen am besten erscheint. Kurz, während ich Sie bitte, in der Übertragung meiner eigenen Worte genau zu sein und ihrer Bedeutung nichts zu nehmen noch hinzuzusetzen, sowie auch die gegenwärtige Eintheilung nach Kapiteln beizubehalten, gebe ich Ihnen übrigens mit Vergnügen alle Freiheit. Bloße Formfragen erachte ich nicht für wichtig genug, um den Wunsch eines strengen Anschlusses an mein Manuskript zu rechtfertigen, besonders da Sie vermuthlich den Geschmack Ihres Publikums weit besser kennen, als es mir möglich ist. Da ferner die theilweise Veränderung des Planes in diesem ersten Bande Ihnen muthmaßlich Gelegenheit geben wird, dem von mir gesammelten Material manches Werthvolle und Interessante hinzuzufügen, so bitte ich Sie, alle solche Zusätze auf eine Weise kenntlich zu machen, daß der Leser Ihnen Gerechtigkeit widerfahren lasse: suum cuique.
Doch genug davon.
Ich finde keine Nothwendigkeit, über die, welche vor mir über Beethoven geschrieben haben, sowie über das, was sie geleistet oder nicht geleistet haben, ausführlich zu sprechen. Die Notizen von Wegeler und [19] Ries und die Arbeiten von Schindler sind seit langer Zeit allgemeines Eigenthum. Sie werden bemerken, wie oft mein Manuskript in thatsächlichen Dingen von jenen abweicht; da aber die Gründe solcher Abweichungen im Texte angeführt werden, so ist es nicht nöthig, sie hier zu behandeln. Mit Ausnahme dessen, was ich jenen Schriftstellern verdanke, kann dieser Band als die Frucht eigener, persönlicher Nachforschungen bezeichnet werden, welche diesseits des Oceans schon im Sommer 1849 in Bonn begannen und seitdem in allen Hauptstädten Deutschlands und Östreichs und in ziemlicher Ausdehnung auch in England fortgesetzt wurden. Selbst Holland, Belgien, Frankreich und mein eigenes Heimathland haben einigen Stoff zu diesem oder den folgenden Bänden geliefert. Ich habe demnach keinen Beruf, an den Werken anderer irgend welche Kritik zu üben; ein jedes muß stehen oder fallen nach seinem eigenen Verdienste. Was ich im Stande war zusammenzubringen in Bezug auf die in diesem ersten Bande umfaßte Periode, ist in möglichst einfacher Erzählung dargestellt; ich verfechte keine Theorien und huldige keinen Vorurtheilen, mein einziger Gesichtspunkt ist die Wahrheit. Der Band ist der persönlichen Geschichte Beethovens des Menschen, und solchen beigefügten persönlichen, musikhistorischen, socialen und politischen Skizzen gewidmet, welche zur Erläuterung der Zeiten und Eindrücke dienlich schienen, unter denen er aufwuchs und sein Genie sich entwickelte. Ich habe der Versuchung widerstanden, den Charakter seiner Werke zu besprechen und eine solche Besprechung zur Grundlage historischer Spekulationen zu machen; ich zog es vor, solche Erörterungen denen zu überlassen, welche mehr Geschmack für dieselben haben. Beethoven der Komponist scheint mir durch seine Werke hinlänglich bekannt zu sein; in dieser Voraussetzung wurde von mir die lange und ermüdende Arbeit so mancher Jahre Beethoven dem Menschen gewidmet.
Über eine Autorität jedoch, welche neuerdings dem Publikum zugänglich geworden ist, halte ich eine Bemerkung um so mehr für erforderlich, als ihr durch die Aufschrift, die ihr zu Theil geworden ist, leicht größere Wichtigkeit beigelegt werden könnte, als sie verdient; ich meine das sogenannte Fischhofsche Manuskript in der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Dasselbe war in dreierlei Hinsicht von großem Werthe; erstens, weil darin Copien einer großen Zahl von Briefen und Dokumenten gegeben waren, von denen mehrere jetzt nicht mehr vorhanden sind; zweitens, weil es in einer gewissen Folge eine große Zahl von Notizen, Bemerkungen und Aufzeichnungen enthält, die Beethoven in Kalendern und [20] Taschenbüchern hinzuwerfen pflegte; und drittens, weil es einige persönliche Erinnerungen von Beethovens Freund Zmeskall von Domanovecz bietet, welche zwar die gewöhnliche Unsicherheit des Gedächtnisses nach dem Ablauf von mehr als 35 Jahren zeigen, aber nichtsdestoweniger sehr interessante und wertvolle Beiträge zur Kenntnis von Beethovens ersten Wiener Jahren sind. Außerdem ist das Manuskript zusammengestellt aus den wenigen gedruckten Quellen, die in den Jahren 1830–37 vorlagen. Herr Espagne, Custos der Königl. Bibliothek in Berlin, schreibt darüber unter anderem: »Fischhof hat im Ganzen 11 Seiten abgeschrieben; das übrige ist von zwei dnaeren Copisten.« Die Geschichte des Dokumentes, wie sie mir erscheint, ist einfach folgende. Nach Beethovens Tode wurde ein gewisser Jakob Hotschevar »gerichtlich bestellter Vormund von Ludwig van Beethovens Neffen und Universal-Erben.« Beim Erscheinen von Schlossers elender kleiner »Biographie« des Komponisten (welche mit der Angabe von 1772 als Geburtsjahr, und der Benennung seines Vaters als Anton v. B. beginnt) sandte Hotschevar eine Mittheilung an Bäuerles Theaterzeitung (6. Oct. 1807), worin er sagt, »daß man berechtigt ist, bald eine, der großen Kunsttalente Beethovens würdige Biographie desselben zu erwarten.« Dieser Nachricht fügt er die Bemerkung bei, »daß die so eben im Druck erschienene Biographie [von Schlosser] .... mit mancherlei wesentlichen Unrichtigkeiten angefüllt ist.« Es wurden zu diesem Zwecke die in seinem Besitze befindlichen Papiere copirt und einige Anekdoten und Ähnliches hinzugefügt. Als Carl van Beethoven zur Großjährigkeit gelangte, kamen diese Papiere in seinen Besitz und nach seinem Tode natürlich in den seiner Wittwe. Ein großer Theil derselben wurde vor einigen Jahren von ihr entliehen und – von dem Entleiher zu seinem eigenen Vortheile verkauft! Die Handschrift, welche die Copien enthielt, scheint als Geschenk in Fischhoffs Besitz gelangt zu sein. –
Die Zahl der Personen, denen ich für die freundliche Unterstützung bei der Vorbereitung dieses ersten Bandes zu Erkenntlichkeit und Dank verpflichtet bin, ist nicht groß, und ihre Namen werden gelegentlich in Verbindung mit ihren Mittheilungen im Texte genannt werden. Was die Männer betrifft, unter deren Aufsicht ich die Bibliotheken und Archive fand, worin ich Nachforschungen anstellen mußte, so darf man wohl sagen, daß es zu deren Beruf gehört, die zu unterstützen, welche veranlaßt sind, die ihrer Aufsicht anvertrauten Bücher und Papiere einzusehen, und daß demnach ein Autor nicht verpflichtet ist, sie einzeln zu nennen. Doch ist [21] das Resultat ein sehr verschiedenes, je nachdem dieselben auf der einen Seite über den stricten Umfang ihrer Pflicht nicht hinausgehen, oder auf der andern selbst ein Interesse für den Gegenstand der Untersuchung gewinnen und darauf bedacht sind, dem Eifer des Forschers erleichternd zu Hülfe zu kommen, und man nimmt gern die Gelegenheit wahr, sich für solche Freundlichkeit dankbar zu zeigen. Mit Vergnügen nenne ich hier Herrn Dr. Woldemar Harleß, Archivar zu Düsseldorf; die Herren Eschbaum, Vater und Sohn, (1860) bei dem Civilstandsbüreau in Bonn; die Herren Dr. Klette und Dr. Marquardt bei der Universitätsbibliothek daselbst; Herrn Dr. Constant von Wurzbach bei der Bibliothek des Ministeriums des Innern zu Wien; endlich die Herren Dr. Karajan und Pachler, sowie andere Beamte bei der K. K. Bibliothek daselbst. Auch gebührt eine dankbare Erwähnung dem Andenken des Prof. Dehn bei der K. Bibliothek zu Berlin, der, obwohl er anfangs wenig Zutrauen zu dem Fremden zeigte, dessen Kenntnis der deutschen Sprache kaum ausreichte, sich verständlich zu machen, und dessen Kenntnis der Musik keineswegs so groß war, um den Respekt desselben zu erregen, doch nach und nach sich für die geduldige und ausdauernde Arbeit dieses Fremden interessirte und sie ihm durch freundliche Billigung sowie durch Mittheilung zahlreicher Thatsachen und Winke aus seinen reichen Vorräthen belohnte, welche für die Ausführung dieses Werkes von außerordentlichem Werthe gewesen sind.
Von denen, welche mir ihre Privatsammlungen von Dokumenten bereitwillig zur Einsicht geöffnet haben, müssen für diesen ersten Band zwei besonders genannt werden. Der erste ist Herr Artaria in Wien, bei dem ich kaum weiß, wie ich ihm meine Dankbarkeit genügend aussprechen soll. Hätte er mir lediglich die Erlaubnis gegeben, seine großartige Sammlung Beethovenscher Manuskripte aller Art zu durchsuchen, so würde das allein dankenswerth sein; aber wenn einem Unbekannten aus einem fremden Erdtheile diese Erlaubnis mit einer so freundlichen Sympathie und einem so sichtlichen Wunsche gegeben wurde, alles, was in der eigenen Macht stand, zu thun, um des Forschers Mühe zu unterstützen und zu erleichtern; so ist die Gunst eine doppelte, und formelle Dankesäußerungen reichen hier nicht aus.
In ähnlicher Weise muß ich mich auch Frau Caroline van Beethoven zu Dank verpflichtet fühlen. Gebe Gott, daß im Verlaufe dieses Werkes die Wahrheit sich in einer Weise herausstelle, um einigermaßen jene Last von Unruhe und Verdruß zu erleichtern, welcher der muthwillige und inhumane Mißbrauch verdrehter Thatsachen durch solche, die nur für ihren [22] Gewinn schreiben und nichts thun wie piquante und dazu erdichtete Erzählungen aufwärmen, auf das Haupt der Wittwe und der vaterlosen Kinder gebracht hat!
Lassen Sie mich Ihnen, lieber Freund, auch noch die Namen zweier Personen nennen, welche, als meine Geldmittel durch so ausgedehnte und lange fortgesetzte Nachsuchungen in fremden Ländern und durch lange Perioden, in denen Krankheit mich zur Arbeit völlig unfähig machte, erschöpft waren, mich in den Stand setzten, von neuem zu beginnen und mein Werk fortzuführen. Dies sind Mrs. Mehetabel Adams aus Cambridge in Massachusetts undDr. Lowell Mason aus South Orange in New Jersey.
Es war natürlich eine Quelle ernstlicher Enttäuschung für mich, Jahr auf Jahr von einer so langen Zeit dahin gehen zu sehen und nichts Nennenswerthes gethan zu haben! Mein ursprünglicher Plan im J. 1845 war lediglich, die Biographie Schindlers, die Notizen von Wegeler und Ries, und einige andere Angaben aus englischen Quellen in eine geordnete und zusammenhängende Erzählung zu bringen. Wir schreiben 1866, und hier haben Sie erst den ersten Band! Doch wie unglücklich auch die uneigennützige Hingabe an den Gedanken, der sich zuletzt bei mir entwickelte, eine erschöpfende Lebensgeschichte des Mannes vorzubereiten, für mich und meinen so langjährigen Lebensplan sich erwies, so sind doch die durch Krankheit und andere Umstände verursachten Verzögerungen dem Werke in mancher Beziehung förderlich gewesen. So hat erst in den wenigen letzten Jahren die Entdeckung der Gedächtnisfehler des vortrefflichen Dr. Wegeler meinen Nachforschungen über die in diesem Bande enthaltene Periode neue Form und Richtung gegeben und so überraschende Resultate, für mich wenigstens, möglich gemacht.
Daß ich nie eine auch noch so widerwärtige und lästige Mühe gespart habe, welche mir auch nur einen Wink in Beziehung auf ein neues Factum gewähren konnte, werden Sie längst wissen; noch sicherer aber werden Sie sich davon überzeugen, wenn ich Ihnen schließlich erzähle, daß ich einst, als ich in meinem Hôtel zu Salzburg etwa zwei Tage durch schlechtes Wetter an mein Zimmer gefesselt war, die Zeit der unerfreulichen Durchsicht des schwachen, schmutzigen und verläumderischen Buches von Heribert Rau gewidmet habe!
Ich bin, mein lieber Deiters,
Ihr aufrichtig ergebener
A.W. Thayer.
Triest, 1866.