[470] Die Schweifkitta (Urocissa erythrorhyncha, sinensis und brevivexilla, Corvus erythrorhynchus, Coracias melanocephalus, Psilorhynchus sinensis, Calocitta erythrorhyncha und sinensis, Cissa erythrorhyncha und sinensis) ist eine der schönsten Arten der Sippe. Die Länge beträgt dreiundfunfzig, die Fittiglänge neunzehn, die Schwanzlänge zweiundvierzig Centimeter. Kopf, Hals und Brust sind mit Ausnahme eines weißen Längsbandes, welches über das Haupt und den Rücken verläuft und allmählich in Blau übergeht, tiefschwarz, Rücken und Mantel licht kobaltblau, die oberen Schwanzdeckfedern ebenso gefärbt, aber breit schwarz zugespitzt, die Untertheile von der Brust an weißlich, mit einem Schimmer ins Röthlichaschfarbene, die Flügel glänzend kobaltblau, die Innenfahnen der Schwingen aber schwarz, alle Federn weiß zugespitzt, die Steuerfedern blau, die Mittelfedern an der Spitze weiß, die übrigen weiß und schwarz. Das Auge ist scharlachrothbraun, der Schnabel korallroth, der Fuß blaß zinnoberroth.
Die Schweifkitta findet sich im westlichen Himalaya und wird im Osten durch eine ihr nah verwandte Art vertreten. In China, namentlich in den Wäldern um Hongkong, ist sie nach Swinhoe's Beobachtungen häufig. Hier lebt sie im Gebüsche, aber meist auf dem Boden, welcher als ihr eigentliches Weidegebiet betrachtet werden muß. Sie ist ein kluges, aufmerksames Geschöpf, welches anderen Vögeln zum Rathgeber, den Raubthieren oft zum Jagdverderber wird. Zumal dem Leoparden soll sie oft meilenweit folgen und manche Jagd ihm vereiteln. Ihr Flug ähnelt, nach Swinhoe, dem unserer Elster, geht geradeaus und erfordert beständige Flügelschläge; der Schwanz wird dabei wagerecht getragen. Im Sitzen auf dem Gezweige richtet sie sich hoch auf und wippt oft mit dem Schwanze. Der Lock- und Warnungston ist ein scharfes »Pink, pink, pink«, dem ein lautes Geschnatter angehängt wird. Auf letzteres hin sieht man alle Mitglieder des Fluges eilfertig von Baum zu Baum fliegen, bis von der Ferne her das »Pink, pink« wieder zum Sammeln ruft. Die Nahrung besteht, laut David, aus Kerbthieren und Früchten. Letzteren zu Liebe besucht sie nicht selten die Nähe der Ortschaften, dringt jedoch nicht in das Innere derselben ein, wie unsere Elster unter ähnlichen Umständen zu thun pflegt.
Das Nest erbaut die Schweifkitta auf Bäumen, zuweilen sehr niedrig über dem Grunde, manchmal bedeutend höher. Es ist ein locker zusammengefügter Bau, welcher aus Reisern besteht und mit Wurzelfasern ausgekleidet wird. Die Zahl der Eier beträgt drei bis fünf; ihre Färbung ist ein mattes Grünlichgrau mit dichter brauner Fleckung, welche am breiteren Ende kranzartig zusammenläuft.
In China hält man unseren Vogel zuweilen in der Gefangenschaft und ernährt ihn mit rohem Fleische, jungen oder kleinen Vögeln, Kerbthieren und dergleichen. Von hier aus erhalten auch wir zuweilen einen oder den anderen dieser Prachtvögel lebend.
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