Dickkopfwürger (Pachycephalinae)

[495] Dickkopfwürger (Pachycephalinae) nennt Cabanis etwa sechzig Arten in Australien und den großen Eilanden des Stillen Meeres heimischer Würger, welche so erheblich von ihren Verwandten sich unterscheiden, daß man sie in einer besonderen Unterfamilie oder, nach Auffassung der neueren Thierkundigen, sogar einer eigenen Familie (Pachycephalidae) vereinigt. Sie kennzeichnen sich durchgedrungenen Leibesbau, verhältnismäßig starken Kopf mit sehr kräftigem Schnabel, kurze, kräftige Füße, ziemlich kurze Flügel und kurzen, meist gerade abgeschnittenen Schwanz. Die hierher zu zählenden Arten bewohnen Bäume aller Art und halten sich meist in den höchsten Kronen derselben auf, nach Art der Meisen durch die Bäume schlüpfend. Kerbthiere im weitesten Umfange bilden ihre Nahrung; sie ziehen aber, wie es scheint, Raupen und weiche Maden den Kerfen im Fliegenzustande vor. Ihre Bewegungen sind verhältnismäßig langsam, und namentlich ihr Flug ist schwerfällig und wenig ausgedehnt. Einige haben einen lauten, ziemlich angenehmen Gesang, andere stoßen lang pfeifende Töne aus, welche sie oft wiederholen und in eigenthümlicher Weise anschwellen und verklingen lassen.Das Nest ist ein sehr zierlicher runder Bau, welcher entweder zwischen dem Gezweige oder in einer Baumhöhle steht und in der Regel vier Eier enthält.

Quelle:
Brehms Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs, Fünfter Band, Zweite Abtheilung: Vögel, Zweiter Band: Raubvögel, Sperlingsvögel und Girrvögel. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1882., S. 495.
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