[617] Die Leierschwänze (Menuridae), zwei in Australien heimische Sperlingsvögel, bilden die letzte Familie der Ordnung. Ihre Gestalt ist eine so eigenartige, daß man sie wohl mit anderen Sperlingsvögeln vergleichen, nicht aber vereinigen kann. Sehr groß, fasanähnlich gebaut, hochläufig, kurzflügelig und langschwänzig, stellen sie eine der absonderlichsten aller Vogelgestalten dar. Der Schnabel ist gerade, an der Spitze gebogen, vor derselben etwas ausgeschweift, an der Wurzel breiter als hoch; die Nasenlöcher liegen in der Mitte, sind groß, eiförmig und durch eine Haut halb geschlossen. Der Fuß ist schlankläufig, die Mittelzehe, welche mit der äußeren bis zum ersten Gelenke durch eine schmale Spannhaut verbunden wird, wenig länger als die Seitenzehen, aber nur halb so lang wie der Lauf, jede Zehe durch einen großen, der Zehe an Länge gleichen, gekrümmten, aber stumpfen Nagel bewahrt. In dem sehr gewölbten Flügel sind die ersten fünf Schwungfedern abgestuft, die sechste bis neunte aber von gleicher Länge und die längsten. Der sehr lange Schwanz wird aus verschiedenartig gebildeten Federn zusammengesetzt. Diejenigen, welche man als die eigentlichen Steuerfedern bezeichnen möchte, zwölf an der Zahl, können kaum mehr Federn genannt werden, weil die Fahnenstrahlen nicht zusammenhängen, sondern weit von einander stehen, so daß sie den zerschlissenen Schmuckfedern mancher Reiherarten ähneln; die beiden mittleren und die beiden äußeren Steuerfedern dagegen sind mit zusammenhängenden Fahnen besetzt, erstere mit sehr schmalen, letztere, welche außerdem Sförmig gekrümmt sind, mit schmalen Außen- und sehr breiten Innenfahnen. Diese Schwanzbildung, der schönste Schmuck des Vogels, kommt übrigens bloß dem Männchen zu; denn der Schwanz des Weibchens besteht nur aus zwölf abgestuften Steuerfedern von gewöhnlicher Form. Das Gefieder ist reich und locker, auf Rumpf und Rücken fast haarartig, auf dem Kopfe hollenartig verlängert, um die Schnabelwurzel herum in Borsten verwandelt.