[167] Die Lärmdrosseln (Timaliidae) kennzeichnen sich durchgedrungenen Leib, verhältnismäßig starken, seitlich zusammengedrückten Schnabel, dessen Oberkiefer an der Spitze sich ein wenig umbiegt, kräftige Füße, kurze und gerundete Flügel, in denen die vierte oder fünfte Schwinge die längsten sind, mittellangen, mehr oder weniger abgerundeten, breitfederigen Schwanz und lockeres, meist düsterfarbiges Gefieder.
Die Lärmdrosseln, von denen man etwa zweihundertundvierzig Arten kennt, gehören Südasien und Afrika an und treten besonders zahlreich im indischen Gebiete auf. Sie erinnern in mancher Hinsicht an die Walddrosseln, in anderer aber auch wieder an die Heher, die Würger und die Grasmücken. Sie beleben Buschwaldungen oder das Unterholz in hochstämmigen Wäldern, auch wohl Rohrdickichte, sind höchst gesellig, ohne jedoch zahlreiche Flüge zu bilden, sehr regsam und fast ohne Ausnahme schreilustig. Es gibt einzelne gute Sänger unter ihnen; die Mehrzahl aber beweist ihre größte Fertigkeit im Durchschlüpfen dichter Gebüsche. Der Flug ist mittelmäßig, und deshalb erheben sich nur wenige Arten bis zu den Wipfeln größerer Bäume. Die Nahrung besteht [168] aus kleinen Wirbel- und Kerbthieren, Schnecken, Würmern und dergleichen, ebenso aber auch aus Früchten und besonders aus Beeren, an denen die heimatlichen Wälder unserer Vögel so reich sind.