Dickfüße (Oedicneminae)

[242] Nach unseren heutigen Anschauungen vertritt der Triel mit seinen Verwandten eine wenige Arten zählende, gleichnamige Unterfamilie (Oedicneminae) der Regenpfeifergruppe. Die Kennzeichen jener sind verhältnismäßig bedeutende Größe, mittellanger, dünner Hals, dicker, großäugiger Kopf mit ungefähr kopflangem, geradem, vor der Stirne erhöhtem, an der Spitze kolbigem, an der Wurzel weichem, vorn hartem Schnabel, hohe, an den Fersen verdickte Läufe, dreizehige Füße, mittellange Flügel, in denen die zweite Schwinge die längste, mittellanger, fast keilförmiger, aus zwölf bis vierzehn Steuerfedern bestehender Schwanz und ziemlich dicht anliegendes, mehr oder weniger lerchenfarbiges Gefieder. Die Zergliederung zeigt große Uebereinstimmung mit den Regenpfeifern, obwohl einzelne, dieser Gruppe allein zukommende Eigenthümlichkeiten gefunden worden sind. So fehlen den Dickfüßen, nach Nitzsch, die drei Gelenkverbindungen der Flügel und Verbindungsbeine, die beiden Löcher oder häutig bleibenden Stellen am Hinterhauptsbeine; das Brustbein hat am hinteren Rande nur eine mit Haut gefüllte Bucht; die Mundwinkeldrüse ist kurz, der Zungenkern nicht knorpelig, sondern knochig, der Magen ein starker Muskelmagen usw.

Quelle:
Brehms Thierleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs, Sechster Band, Zweite Abtheilung: Vögel, Dritter Band: Scharrvögel, Kurzflügler, Stelzvögel, Zahnschnäbler, Seeflieger, Ruderfüßler, Taucher. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1882., S. 241-242.
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