Das Heilige Gesetz und der Omlaut

[98] Das heilige Gesetz hat drei Stämme; den ersten bilden Opfer, Vedastudium und Freigebigkeit; Kasteiung bildet den zweiten; der Schüler, der in die heilige Lehre tritt und im Hause des Lehrers wohnt, den dritten. Alle diese werden guter Welten teilhaftig. Wer im Brahman seine Wohnstätte sucht, schreitet zur Unsterblichkeit.

Prajâpati bestrahlte mit Glut diese Welten. Aus diesen bestrahlten Welten strömte die dreifache Wissenschaft hervor. Er bestrahlte diese. Aus dieser bestrahlten Wissenschaft strömten die Silben bhûr bhuvar svar hervor. Er bestrahlte diese. Aus diesen bestrahlten Silben strömte der Omlaut hervor.[98] Wie von einem Nagel alle Blätter durchbohrt sind, so ist von dem Omlaut alle Rede durchbohrt. Der Omlaut ist dies alles; der Omlaut ist dies alles.


(II, 23)

Quelle:
Upanishaden. Altindische Weisheit aus Brâhmanas und Upanishaden. Düsseldorf/Köln 1958, S. 98-99.
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