VIII, 47. [667.] An die Aditja's.

[469] 1. Ihr grossen reichet grossen Schutz

dem Frommen, Mitra-Varuna;

Wen ihr Aditja's vor Gefahr

beschützet, den erreicht kein Leid;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz,

und herrlich schirmend euer Schirm.

2. Ihr, o Aditja's, kennet ja

der Uebel Abwehr, göttliche,

O breitet über uns den Schutz,

wie Vögel ihrer Flügel Paar;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz,

und herrlich schirmend euer Schirm.

3. Den Schutz verbreitet über uns,

wie Vögel ihrer Flügel Paar;

Ja, alles, was uns schirmen kann,

allwissende erflehen wir;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

4. Wem sie, die weisen, sichern Sitz

und Lebensunterhalt verliehn,

Des Menschen ganzer Reichthum steht

in ihrer, der Aditja's, Hand;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

5. Gefahren mögen meiden uns,

wie Wagenlenker üblen Weg;

Wir mögen sein in Indra's Hut

und recht in der Aditja's Schutz;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

6. Denn durch Betrug verliert der Mensch

das Gut, das ihr ihm habt verliehn,

O Götter, viel erlangt von euch,

wem hold ihr, o Aditja's, seid;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

7. Und den ereilt kein scharf Geschoss,

noch stürzt auf den ein wuchtiges,

Wem ihr, Aditja's, weiten Schirm

und sichern Schutz verliehen habt;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.[470]

8. Euch, Götter, sind wir angeschmiegt,

wie an den Panzer Kämpfende;

Behütet ihr vor grosser Schuld

und auch vor kleinem Fehltritt uns;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

9. Es gebe Raum uns Aditi,

und Aditi verleih uns Schutz,

Des reichen Mitra Mutter sie,

des Arjaman und Varuna;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

10. Welch Schutz, o Götter, schirmend ist

und heilbegabt und unversehrt,

Der dreifach uns behüten kann,

den reichet uns, den breitet aus;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

11. Denn ihr, Aditja's, schaut herab

wie Späher von der Zinne hoch,

Ihr führet uns auf guten Weg

wie Renner durch die gute Furt;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

12. Nicht glück es hier dem Zauberer,

zu kommen nicht, noch wegzugehn;

Der Kuh sei Glück, die Milch uns gibt,

dem Helden, welcher Ruhm begehrt;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

13. Was offenbar, was ins Geheim,

o Götter, Uebles ist gethan,

Das alles schaffet weit hinweg

von uns zu Trita Aptia;

ganz unvergleichlich ist eur Schutz

und herrlich schirmend euer Schirm.

(14-18. siehe Anhang.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1876, [Nachdruck 1990], Teil 1, S. 469-471.
Lizenz:

Buchempfehlung

Auerbach, Berthold

Schwarzwälder Dorfgeschichten. Band 1-4

Schwarzwälder Dorfgeschichten. Band 1-4

Die zentralen Themen des zwischen 1842 und 1861 entstandenen Erzählzyklus sind auf anschauliche Konstellationen zugespitze Konflikte in der idyllischen Harmonie des einfachen Landlebens. Auerbachs Dorfgeschichten sind schon bei Erscheinen ein großer Erfolg und finden zahlreiche Nachahmungen.

640 Seiten, 29.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon