I, 161. An die Ribhu's (vgl. [158] 294.)151

In Vers 1 sind die Ribhu's sprechend eingeführt, in V. 2 Agni. Die ersten sieben Verse stehen in Zusammenhang; V. 6 u. 7 erzählen die Thaten, die die Ribhu's in V. 3 versprochen hatten. Dagegen stehen die folgenden drei Verse vereinzelt und sind wol als Liedfragmente zu betrachten. V. 8 bezieht sich darauf, dass den Ribhu's des Abends gespendet wird. Eigenthümlich ist die Erzählung von dem ein Jahr lang dauernden Schlaf der Ribhu's in dem Hause des Agohja, während dessen sie, obwol schlummernd, herrliche Werke vollbringen.


1. »Ist uns der jüngste, ist der älteste gemacht?

und welche Botschaft bringt er? und was sagten wir?

Nicht schalten wir den Becher, er ist gut von Art;

des Holzes Güte, Bruder Agni, rühmten wir.«

2. »Aus einem Becher sollt ihr vier verfertigen;

das sagen euch die Götter, darum komm' ich her;

Wenn ihr, Sudhanvans Söhne, solches werdet thun,

so werdet ihr den Göttern gleich an Ehren sein.«

3. Als ihr dem Boten Agni drauf erwidertet:

»Wir wollen einen Wagen machen und ein Ross,

und eine Kuh, zwei Alten Jugendkraft verleihn;

Ist das vollbracht, dann, Bruder, gehn wir an eur Werk.«

4. Als das, o Ribhu's, ihr vollbracht, so fragtet ihr:

»Wo ging der hin, der uns die Botschaft hat gebracht?«

Doch Tvaschtar, als vier Becher er gefertigt sah,

versteckte sich hinschlüpfend zu der Weiber Schar.

5. Als Tvaschtar sprach: »Lasst diese Männer tödten uns,

die frech durch Spott der Götter Trinkgefäss entweiht«,

Da legten sie beim Trunk sich andre Formen an,

die so versteckten rettete ein Mädchen dann.

6. Die Füchse schirrte Indra sich, und ihr Gefährt

das Ritterpaar, die Wunderkuh Brihaspati,

Zu Göttern gingen Ribhu, Vibhvan, Vadscha ein,

und Götterehre ward den Künstlern da zu Theil.

7. Mit Weisheit löstet ihr die Kuh aus ihrem Fell,

die beiden Alten habt ihr wieder jung gemacht;

Aus einem Ross, Sudhanvans Söhne, noch ein Ross;

geschirrten Wagens fuhret zu den Göttern ihr.

8. »Trinkt ihr das Wasser«, also sprachet ihr zu uns,

»trinkt selbst die Lache, die ihr aus dem Schilf geschöpft«,

Wenn das euch, o Sudhanvanssöhne, nicht behagt,

so thut euch gütlich an der dritten Spende denn.

9. Der eine sprach: »das Wasser ist das herrlichste«;

der andre sprach: »Nein, Feuer ist das herrlichste«;[159]

Der dritte pries um vieles mehr das Blitzgeschoss;

so Gutes redend bildetet die Becher ihr.

10. Der eine treibt die lahme Kuh zum Wasser hin,

der andre schneidet auf dem Brett das Fleisch zurecht,

Der dritte kehrt am Abend allen Mist hinweg;

ob wol den Aeltern wohlgefiel der Söhne Thun?

11. Als ihr im Hause des Agohja schlummertet,

da schufet ihr, o Männer, Kraut ihm auf den Höhn,

Und in den Thälern Wasser ihr durch eure Kunst;

das Werk, o Ribhu's, führt ihr heute nicht mehr aus.

12. Als ihr geschlossnen Auges durch die Wesen schlicht,

wo weilte damals eur geliebtes Aelternpaar?

Ihr fluchtet dem, der hemmend in den Arm euch fiel;

dem, der euch grüsste, botet ihr den Gegengruss.

13. Als, Ribhu's, ihr dann ausgeschlafen fragtet ihr:

Agohja, sprich, wer hat uns eben aufgeweckt?

Da gab der Bock den Hund als euren Wecker an;

nach einem Jahre schlugt ihr da die Augen auf.

(14. siehe Anhang.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1877, [Nachdruck 1990], Teil 2, S. 158-160.
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