I, 100. An Indra mit den Maruts (Rudra's.)

[100] Gebet um Hülfe am Tage der Schlacht.


1. Er, der ein Stier ist, reich an Stiereskräften

des grossen Himmels und der Erde Allherr,

Der wahrhaft tapfre, anzuflehn in Schlachten,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

2. Dess Bahn unnahbar wie die Bahn der Sonne,

und dessen Kraft feindtilgend stets im Kampf ist,

Der männlichste mit seinen Freunden eilend,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

3. Dess Pfade gehn durch Stärke unbezwinglich,

des Himmels Samen gleichsam niedergiessend,

Er, feindbesiegend, stark an Manneskräften,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

4. Der beste Angiras mit Angirasen,

ein Stier mit Stieren, Freund ist er mit Freunden,

Mit Jauchzern jauchzend und der Sänger bester,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

5. Der kräftig mit den Rudra's wie mit Söhnen

im Männerkampfe jeden Feind bewältigt,

Mit den Verwandten Ruhmesthaten durchführt,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

6. Der Kampflust weckt und hemmt die Wuth der Feinde,

durch unsre Männer mög' er Glanz erlangen,

An diesem Tag ein vielgerufner Heerfürst,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

7. Er freue sich, zu helfen in der Feldschlacht,

zum Friedensschützer mache jedes Volk ihn,

Er ist's allein, der jedes Werkes Herr ist,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

8.103 Die Männer werben um den Mann zur Stärkung,

zum Schutz, zur Beute in den Kriegesmühen,[100]

Im blinden Dunkel auch kann Licht er schaffen,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

9. Auch die gewalt'gen lenkt er mit der Linken,

in seine Rechte nimmt er alle Thaten,

Auch durch den Sänger macht er grosse Beute,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

10. Durch Heere und durch Wagen macht er Beute,

er macht sich heute kund bei allen Völkern;

Durch Manneskraft bewältigt er die Bösen,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

11. Wenn mit verwandten, wenn mit unverwandten

der vielgerufne Männer treibt zum Kampfe,

Zum Kampf für Wasser, Kinder und für Enkel,

so mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

12. Der Feinde schlägt, blitztragend, furchtbar, mächtig,

mit tausend Plänen, hundert Listen wirkend,

An Kraft wie Soma, Herr der fünf Geschlechter,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

13. Es rauscht mit ihm sein Blitz, der Glück verschaffet,

gleichwie des Himmels wilder kräft'ger Donner;

Ihm gehn zur Seite Gaben, reiche Beute;

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

14. Er, dessen Wort und Mass an Kraft nicht abnimmt,

umfassend rings den Himmel und die Erde,

Er fülle sie mit Kräften voll Begeistrung,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

15. Nicht Sterbliche, nicht Götter unter Göttern,

das Meer nicht reicht an seiner Allmacht Ende,

Er überragt an Stärke Erd' und Himmel,

er mög' uns helfen, Indra mit den Maruts.

(16-19. siehe Anhang.)

Quelle:
Rig-Veda. 2 Teile, Leipzig 1877, [Nachdruck 1990], Teil 2, S. 100-101.
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