§ 14. Wort-Erklärungen

[30] Ein Wissen, welches, durch den Zusammenhang, mit seinem Neben-Wissen gesetzt wird als seyend, schlechthin was es ist, ist ein Wissen von Qualität.

Ein solches Wissen ist nothwendig ein Denken; denn nur das Denken ruht vermöge seiner Einheits-Form auf sich selbst, dagegen das Anschauen nie auf eine Einheit kommt, die sich nicht wieder in Separaten auflöste.

Das Wissen von Qualität, von welchem wir hier gesprochen haben, ist das absolute Fürsichseyn des absoluten Wissens selbst. Aus diesem heraus, und über dasselbe hinausgehen kann kein Wissen. Nun sind Qualitäten nur im Wissen, indem die Qualität selbst nur durch das Wissen bestimmt werden kann. Sonach sind die beiden hier aufgezeigten Qualitäten: Seyn und Freiheit, die höchsten und absoluten Qualitäten. Daher kam es auch, dass wir sie oben als nicht weiter aufzulösende oder zu vereinigende Qualitäten des Absoluten fanden; welches letztere wohl selbst nichts Anderes seyn dürfte, als die Vereinigung der beiden Urqualitäten in der formellen Einheit des Denkens.

Quelle:
Johann Gottlieb Fichtes sämmtliche Werke. Band 2, Berlin 1845/1846, S. 30.
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