Digitale Bibliothek

Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky

Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky
  • Verlag: Directmedia Publishing
  • Erscheinungsdatum: 2005-09
  • Format: DVD-ROM
  • FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
  • ISBN: 3898535258
  • EAN: 9783898535250
  • Amazon.de Verkaufsrang: 5.536
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Eine Bibliothek der Superlative

Acht Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Bandes der Digitalen Bibliothek erscheint mit der Anthologie »Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky« die mit weitem Abstand umfangreichste digitale Sammlung deutschsprachiger Literatur überhaupt. Sie präsentiert auf mehr als 600.000 Seiten das literarische Schaffen von über 500 Autoren und damit über 2.900 teils mehrbändige Werke. Das sind umgerechnet etwa 70 Regalmeter voller Bücher – allein die Bibliographie der erfassten Werke zählt 200 Seiten.
Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von den ersten neuhochdeutschen Dichtungen bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts mit Autoren wie Kurt Tucholsky und Erich Mühsam. Neben den »Klassikern« finden sich auch relativ unbekannte und in Vergessenheit geratene Autoren; und von Romanen, Gedichten und Dramen bis zu Märchen, Aphorismen und Libretti sind alle denkbaren Gattungen enthalten. Zur Auswahl dieser Texte wurden einschlägige Literaturgeschichten und -lexika herangezogen, so dass nahezu alle Werke berücksichtigt wurden, die entweder zum so genannten Kanon gehören oder in sonst einer Weise eine Rolle in der Geschichte der deutschen Literatur gespielt haben.
Die Grundlage dieser Anthologie bilden neben dem Kernstück, der »Deutschen Literatur von Lessing bis Kafka«, unter anderem auch die Bände »Deutsche Lyrik von Luther bis Rilke«, »Deutsche Dramen von Hans Sachs bis Arthur Schnitzler«, »Deutsche Märchen und Sagen« und »Deutsche Autobiographien«. Diese gattungsspezifischen Anthologien sowie mehrere Werkausgaben ausgewählter Dichter wurden vereinheitlicht und zusammengeführt. Die Gattung Prosa wurde in großem Umfang ausgebaut, wobei neben Romanen und Erzählungen auch theoretische Schriften, Fabeln und andere Prosadichtungen von über 200 Autoren neu mit aufgenommen wurden. Um den Umfang dieser Erweiterung zu verdeutlichen, möge hier der Hinweis auf Lohensteins Roman »Arminius« oder Goedsches »Sebastopol« genügen, die hier beide zum ersten Mal im Neusatz vorliegen.
Die DVD ermöglicht so Entdeckungsreisen durch fünf Jahrhunderte der deutschen Literatur, wie sie bislang allenfalls in großen Bibliotheken möglich waren. Durch den Nutzungskomfort einer ausgereiften Software, die sich seit Jahren in der Literaturrecherche bewährt, lassen sich Genres, Stoffe und Motive in ihren Entwicklungen verfolgen. Die lieb gewonnenen Stärken der vormals erschienenen Edition »Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka« kommen bei der vorliegenden Großbibliothek angesichts ihres vielfachen Umfangs zu noch eindrucksvollerer Geltung.
Doch obwohl das Medium der DVD vornehmlich der schnellen und unkomplizierten Recherche in großen Textbeständen dient, ist auch zu wünschen, dass das eine oder andere hier nach langer Zeit neu aufgelegte Werk wieder Leserinnen und Leser findet. Es gibt mehr als eines, das es lohnte.
Zur Textauswahl
Die DVD-ROM »Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky« bietet einen Längsschnitt durch das Werk von über 500 Autoren und Autorinnen vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis in die Zeit der Weimarer Republik.
Die Auswahl der Autoren und der Werke orientierte sich an folgendenKriterien:
  1. Berücksichtigt wurden vornehmlich jene Schriftsteller, die Belletristik im engeren Sinne verfasst haben. Aus diesem Grunde fanden Autoren, die ausschließlich Briefe, Tagebücher, Reisebeschreibungen, politische Werke oder Übersetzungen geschrieben haben, keine Aufnahme.Ausnahmen hiervon bilden einige frühe neuhochdeutsche Schriften, etwa die Traktate Luthers, die zur Ausbildung eines deutschen Prosastils beigetragen haben, sowie einige zentrale dichtungstheoretische Schriften, etwa Blanckenburgs »Versuch über den Roman«, und Libretti zu bedeutenden deutschsprachigen Musiktheaterstücken.
  2. Der Zeitrahmen ist auf der einen Seite durch das erste Auftreten von Autoren gesetzt, die Literatur in neuhochdeutscher Sprache publizierten. Im Unterschied zu diesem Ausgangspunkt um 1500 ist der Endpunkt durch das geltende Urheberrecht bestimmt: Es konnten nur jene Autoren berücksichtigt werden, die vor mehr als 70 Jahren verstorben sind, deren Werk also gemeinfrei ist.
  3. Innerhalb des dadurch gegebenen Zeitrahmens wurde ein repräsentativer Längsschnitt angestrebt, der sowohl die verschiedenen Entwicklungsphasen wie die miteinander konkurrierenden Strömungen des literarischen Prozesses zu erfassen und zugleich bedeutsame Entwicklungen innerhalb des literarischen Schaffens der jeweiligen Autoren zu berücksichtigen sucht. Drei Fragestellungen waren bei der Auswahl der Werke leitend: a) die ästhetische Qualität des jeweiligen Textes, b) die Verarbeitung zeitgeschichtlich bedeutsamer Themen, c) die zeitgenössische bzw. zeitübergreifende Wirkung.
  4. Wenngleich das belletristische Werk im Mittelpunkt der Ausgabe steht, schien es zwingend, diesen Rahmen immer dann zu erweitern, wenn von einem Verfasser von Romanen, Erzählungen, Gedichten und / oder Dramen auch autobiographische, essayistische oder politische Texte überliefert sind.
    Private Briefe und Tagebücher wurden nicht in die Edition aufgenommen, weil sie in aller Regel ohne detaillierte Kommentare unverständlich bleiben.
    Reisebeschreibungen wurden aus Gründen des Umfangs nur in Ausnahmefällen berücksichtigt.
  5. Bei der Auswahl wurde ein guter Teil der einschlägigen Literaturgeschichten und -lexika herangezogen. Dennoch ist es unvermeidlich, dass mancher Spezialist einen ihm besonders wichtigen Schriftsteller und wohl auch das eine oder andere Werk vermissen wird. Es versteht sich von selbst, dass die hier gebotene Auswahl nicht erschöpfend sein kann. Dennoch ist eine umfassende und vielseitige Anthologie zustande gekommen, die zu Entdeckungsreisen in vergangene Epochen einlädt und zur systematischen Recherche hervorragend geeignet ist.
Struktur und Anordnung
Die Anordnung der Autorinnen und Autoren folgt dem Alphabet. Jeder Autor wird in einer Kurzbiographie vorgestellt, die in vielen Fällen auch ein Porträt enthält.
Der Textbestand ist zunächst nach Gattungen in Abteilungen gegliedert.
Die Abteilungen setzen sich aus Büchern zusammen, die je nach Umfang und Textzusammenhang einzelne Werke oder ganze Werkkomplexe umfassen.
In den Abteilungen sind die Werke chronologisch angeordnet. Maßgeblich für die Einordnung von Werken, die bald nach der Fertigstellung publiziert wurden, war das Datum der Erstveröffentlichung.Werke, die die Autoren zurückhielten und erst später publizierten, sowie nachgelassene Werke wurden dagegen nach ihrer Entstehungszeit in die Werkfolge aufgenommen.
Textsammlungen, die der Autor selbst zusammenstellte bzw. die zu Lebzeiten erschienen und damit als autorisiert anzusehen sind, wurden stets als Werk betrachtet, selbst wenn einzelne Texte daraus bereits zu einem früheren Zeitpunkt entstanden oder einzeln veröffentlicht wurden.
Von mehreren Autoren gemeinschaftlich verfasste Werke sind nur bei einem Autor abgelegt. Bei den übrigen Verfassern wurde ein Titelblatt in die Werkchronologie eingefügt, von dem aus das Werk per Hyperlink aufgesucht werden kann.
Die Werke sind im Inhaltsverzeichnis nur mit ihrem Haupttitel bezeichnet. Über den vollständigen Titel, gegebenenfalls den Untertitel und zum Werktitel gehörige Gattungsbezeichnungen gibt das jeweilige Titelblatt Auskunft.
Allen Werken sind zu Beginn der Abteilungen bibliographische Notizen beigegeben, die in knapper Form Auskunft über die Entstehungszeit eines Werkes sowie über das Jahr und den Ort des Erstdrucks geben. Bei Werken, die unmittelbar nach der Fertigstellung publiziert wurden, finden sich lediglich Angaben zur ersten Veröffentlichung.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von weiser111 fanden 28 von 30 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Gut und gern eine (fast) komplette Bibliothek

Eins steht fest: Mit Kleckerkram gibt man sich in der "Digitalen Bibliothek" nicht zufrieden -- die vorliegende DVD umfasst das Äquivalent von über 600.000 Buchseiten. Mehr als 500 deutschsprachige Autoren sind in knapp 3000 (z.T. mehrbändigen) Werken vertreten. Um der Vorstellung ein wenig auf die Sprünge zu helfen: Die unscheinbar daherkommende DVD entspricht ca. 130 Regalmetern deutschsprachiger Literatur. Es soll kleinere Bibliotheken geben...

Die Auswahl der Autoren umfasst nahezu alles, was in der deutschen Literatur Rang und Namen hat -- aber neben weltberühmten Klassikern auch nahezu unbekannte Autoren, deren Werke seit Jahren vergriffen sind.

Aufgenommen wurden vor allem belletristische Genres: Romane, Erzählungen, Gedichte, Dramen natürlich, aber auch Aphorismen, Märchen, Opernlibretti, Predigten und vieles mehr (z.B. auch den kompletten Text von Luthers Bibelübersetzung). Autobiographische Schriften (Tagebücher, Briefe) wurden nur in Ausnahmefällen berücksichtigt, ebenso philosophische, politische oder wissenschaftliche Werke. Das für die Aufnahme entscheidende Kriterium für Ausnahmen von dieser Regel dürften literaturgeschichtliche Argumente gewesen sein: Die Wirkung von, beispielsweise, Luthers Traktaten, Goethes wissenschaftlichen Abhandlungen oder Nietzsches "Zarathustra" auf die Literatur ist ja hinreichend bekannt.

Die Texte selber wurden möglichst nach kritischen Werkausgaben o.ä. ediert (selbstverständlich werden die Quellen genannt) und wurden nicht gekürzt; die Seitenumbrüche entsprechen denen der Vorlage.

Der zeitliche Rahmen dieser Mega-Sammlung ist ebenfalls nachvollziehbar begründet: Von den Anfängen der neuhochdeutschen Literatur (z.B. Hans Sachs, Ulrich v. Hutten, Martin Luther) bis zu den Klassikern der Moderne -- sofern deren Verfasser bereits über 70 Jahre lang tot sind. Hier spielt das Urheberrecht eine entscheidende Rolle.

Man findet auf dieser DVD nahezu alles Wichtige der deutschen Literaturgeschichte; mitunter haben die Herausgeber allerdings die Dichter-Nachlässe übersehen; so fehlen z.B. einige der schönsten Gedichte Gottfried Kellers vermutlich aus diesem Grunde. Man merkt auch bei eingehenderer Durchsicht, dass die digitalisierten Texte nicht immer sorgfältig korrekturgelesen wurden, aber insgesamt halten sich Tipp- bzw. OCR-Fehler doch in tolerierbaren Grenzen.

Nun bietet zwar ein Computerbildschirm nicht dieselben Sinneseindrücke wie ein Buch, und kann es auch nicht ersetzen -- aber es kann ein Buch ergänzen. Und man kann sich nach Herzenslust durch die deutsche Literatur stöbern: Unbekanntes entdecken, oder gezielt nach bestimmten Werken oder Schriftstellern suchen. Man kann natürlich auch gezielt nach bestimmte Textstellen u.ä. suchen, ad-hoc-Wortkonkordanzen erstellen und vieles mehr, kurz: Man kann mit dieser DVD wunderbar arbeiten. Sie weist alle üblichen Import- und Suchfunktionen sowie Notizenverwaltung auf; selbstverständlich kann man auch, wie in "richtigen" Büchern, Buchzeichen setzen und Notizen "an den Rand" schreiben, soviel man will. Ungünstig ist allenfalls, dass man nicht gezielt innerhalb eines bestimmten Werkes nach bestimmten Texten (Zitaten, Wörtern...) suchen kann. Auch der schnellste Prozessor braucht seine Zeit, bis er 500 Jahre deutscher Literatur nach einer bestimmten Textstelle durchforstet hat...

Allerdings, neben den oben erwähnten kleineren Schönheitsfehlern muss ich nun doch ein schwerwiegendes Manko feststellen: Man findet nirgends eine Zeitleiste, eine chronologische Auflistung der Autoren und Werke. Schließlich wüsste man gerade bei den vielen weniger oder gar nicht bekannten Autoren gern, von welchen Zeitgenossen sie womöglich beeinflusst worden sind, u.v.m. Und bei über 500 verzeichneten Autoren ist die Suche "von Hand" doch allzu mühsam -- schade, und vor allem ärgerlich!

Auch wenn die Handhabung mitunter recht umständlich ist: Die "Material"fülle dieser DVD ist bestechend, und typo- und orthographische Umsetzung sind insgesamt gut. Das ist doch immer noch viel besser als umgekehrt...


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