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NAJA! zieht sich anfangs, wird später dafür ein wenig besserInhalt:
Eine Schar Jünglinge stürmt durch den Frühling. Einer von ihnen, Victor, ruft aus: „Es ist nun für alle Ewigkeit gewiss, dass ich nie heiraten werde." Währenddessen sitzt ein alter Mann, ein Hagestolz, „ an einer anderen Stelle" einsam vor seinem Hause.
Victor kommt heim und wird von seiner Pflegemutter empfangen. Sie versucht, seinen Kummer zu verscheuchen. Morgen soll er die Pflegemutter Ludmilla und die Pflegeschwester Hanna verlassen, um ein Amt anzutreten. Vorher muss er einen Oheim aufsuchen, der ausdrücklich verlangt hat, dass er die Reise zu ihm zu Fuß machen solle. Victor nimmt Abschied von dem Vormund und seiner Familie, von der Pflegemutter und vor allem von Hanna. Beim letzten Gespräch vor der Abreise gestehen sich die beiden jungen Menschen, die bisher als Geschwister zusammengelebt haben, auf verhaltene Weise ihre Liebe. Victor ist traurig, weil er besitzlos zu sein glaubt und meint, deshalb auf eine Heirat verzichten zu müssen. Er wandert durch die Landschaft des Hügellandes, bis er schließlich in die „Hul" gelangt. Von dort lässt er sich von einem alten Mann und einem jungen Mädchen über den Gebirgssee zu der Insel übersetzen, auf welcher sein Oheim wohnt.
Die erste Begegnung mit dem Greis, der in einem alten, verlassenen Gebäude haust, das einst zu einem Kloster gehörte, endet mit einer empörten Auflehnung Victors, weil sein Oheim verlangt, er solle seinen treuen Spitz ertränken. Der Oheim geht dann aber von der Forderung ab, und Victor wird im Haus aufgenommen.
Er erwacht am nächsten Morgen mit dem Gefühl, dieser Besuch werde eine besondere Bedeutung für sein Leben haben. Er lernt die seltsame Persönlichkeit und Lebensweise des Oheims und die romantische Umgebung seines Wohnsitzes kennen. Der Oheim zeigt ihm das Bild seines Vaters, das der Junge mit innerer Bewegung betrachtet. So vergehen 6 Tage, ohne dass er zu einer näheren Beziehung zwischen Onkel und Neffe kommt. Schließlich verlangt dieser von dem Alten, dass er ihm den Zweck seines Besuches auf der Insel erkläre. Der Oheim erfüllt diesen Wunsch nicht und Victor muss sich als Gefangenen betrachten. Er beschließt den Oheim durch „Duldung auszutrotzen" . Victor vertreibt sich die Zeit mit der Erkundung der Insel.
Allmählich kommt es wieder zu eine Annäherung zwischen den beiden und Victor erzählt von seinen Zukunftsplänen. Schließlich ist die Frist verstrichen, nach deren Ablauf Victor sein Amt antreten muss. Der Oheim hat ihm aber inzwischen einen Urlaub erwirkt und bittet ihn, noch ein wenig bei ihm zu bleiben. Victor hat mit dem einsamen Greis Mitgefühl und willigt ein.
Während eines Gewitters kommt es zu einem Zwiegespräch zwischen den beiden und Victor lernt die Gründe für das unbegreifliche Verhalten des Oheims kennen: er wollte den Jüngling prüfen, ob er würdig sei, einmal sein Geld zu erben, außerdem wollte er ihn in seinem Sinne erziehen und hoffte seine Liebe zu erwerben. Der Greis hat seine Freude an dem Jungen und glaubt zu seiner Entwicklung beigetragen zu haben. Er erkennt aber auch, dass er auf seine Liebe zu ihm verzichten muss und erkennt es als zu spät an. Dafür gibt er dem Jungen den Rat, zu heiraten und auf die Beamtenlaufbahn zu verzichten und stattdessen zu reisen und dann Landwirt zu werden.
Schließlich erzählt er ihm, dass er einst seine Pflegemutter Ludmilla geliebt habe, sein Bruder sie ihm aber genommen und dann verlassen habe. Ludmilla heiratete einen anderen Mann. Im Sterben habe der Bruder, der eine andere Frau geheiratet hatte, seinen Sohn Victor in die Obhut seiner einstigen Verlobten gegeben. Am nächsten Tag kommt es zum Abschied und Victor wandert wieder in die Heimat und verlobt sich mit Hanna.
Er geht vier Jahre auf Reisen; nach seiner endgültigen Heimkehr heiratet er Hanna und nimmt sie mit auf sein Gut. Der Oheim aber sitzt ganz einsam auf seiner Insel. Die Erzählung schließt mit dem Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum. „Dann wird der Baum aus dem Garten weggetan und seine Stelle weiters verwendet. Die übrigen Gewächse aber blühen und gedeihen fort, und keines kann sagen, dass es aus seinen Körnern entsprossen ist und die süßen Früchte tragen wird wie er."Leider zieht sich die Wanderung zum Oheim über zu viele Seiten dahin, so dass man entweder hofft, dass er endlich ankommen möge oder dass etwas Interessanteres als die Landschaft beschrieben würde! Als er aber endlich beim Hagestolz angekommen ist, wird es besser und ein wenig spannender.
Der schönste Text von StifterEin traumhaft schöner, meditativer Text! Stifter beschreibt die Reise eines Jungen zu einem älteren unverheirateten Verwandten. Es passiert - wie immer bei Stifter - herrlich wenig, darum eignet sich dieser Text optimal zur Besinnung, zur Meditation an stillen Herbst- und Winterabenden. Bruno Ganz hatte diesen Text vor einigen Jahren am "Berliner Ensemble" gelesen, natürlich war das nochmal eine Steigerung des "Stifter Genusses"!