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Schach von Wuthenow, Regimentsoffizier von altem Adel, beginnt ein Verhältnis mit Victoire von Carayon, der Tochter jener Frau, die er eigentlich liebt. Durch Blatternarben hat die intelligente Victoire ihre frühere Schönheit eingebüßt, was sie in den Kreisen der höheren Gesellschaft zu keiner vorzeigbaren Partie macht. Der preußische Ehrenkodex aber gebietet Schach, aus seinem Verhältnis mit Victoire Konsequenzen zu ziehen und sie zu heiraten. Doch Schach ist ein Mann, der den Spott der Gesellschaft nicht ertragen kann.
UnterschätztAls Neu-Belinerin muss ich sagen, fand ich dieses Werk Fontanes ganz besonders entzückend. Das Buch spielt in der Behren-/Charlottenstraße in Berlin und wenn man das Buch gelesen hat und dann durch diese Straßen schlendert, wird einem doch mal bewusst, wie sehr sich Berlin doch verändert hat und im Endeffekt doch seinen preußischen Charme nicht verloren hat.Schach von Wuthenow ist für mich eines der besten Bücher Fontanes. Einmal angefangen musste ich es immer wieder zur Hand nehmen und weiterlesen. Zerissen zwischen Ansehen und Liebe, Militär und Privatem zerbricht Schach am Menschenbild einer Generation wie der heutigen. Eine Generation, die bemisst nach Perfektion und gesellschaftlicher Position. Viel verändert hat sich eigentlich nicht...Fontanes Blick geht in sofern über seine Zeit hinaus.
Militär und Liebe zur Zeit des deutschen Kaiserreichs.Ein Regimentsoffizier und eigentlich überzeugter Junggeselle steht in freundschaftlichem Verhältnis zu der schönen verwitweten Frau Carayon und deren Tochter Victoire, die ihre Schönheit auf Grund von Blatternnarben jedoch verloren hat. Obwohl Wutenows Neigung eigentlich mehr der schönen Mutter gilt, beginnt er ein Verhältnis mit der Tochter. Als eine Karikatur über ihn und die beiden Damen in Umlauf kommt, er jedoch seines Ehrenkodex wegen Victoire heiraten muss, nimmt das Unheil seinen Lauf... Insgesamt ein gelungenes Buch, dass aber teilweise wegen der ausschweifenden Passagen über das Militär schwer zu lesen ist. Jedoch ist es Fontane gelungen, die Gesellschaft Preußens zur Zeit des Wilhelminischen Kaiserreichs detailliert zu beschreiben, und Historisches und Erfundenes geschickt zu mischen. Insgesamt ein lesenswertes Buch für Leser, die ein wenig Ausdauer mitbringen.
Nicht der Beste FontaneNicht alle Bücher von Fontane gefallen mir. Das gehört auch dazu.
Was mir einfach fehlt, ist das, was Fontane für mich ausmacht. Seine wundervolle Sprache, mit der er Landschaften schildert und Charaktere zeichnet. Gerade zu Beginn des Buches läßt Fontane die Figuren mehr erzählen, als daß er erzählt. Diesen Gesprächen zu folgen war nicht leicht, teilweise wurde es zäh.
Mit dem Wechsel der Geschichte nach Wuthenow wurde es etwas besser. Hier konnte Fontane wieder zeigen, was ich an ihm so liebe. Hier schildert er die Landschaft in gewohnter leichter Art und Weise. Hier war ich dabei.
Die Geschichte des Buches fand ich weniger spannend, auch wenn Fontane es sehr gut versteht, die Handlung geschickt auf das tragische Ende zu zutreiben. Fontanes Kritik an der Gesellschaft wird auch in diesem Buch sehr deutlich.
Es gibt bessere Bücher von Fontane. Man verpasst nichts.
Wunderbar fontanesk und aktuelle AussageMiniatur in gewohnter Fontane-Plauderton mit einer Handlung, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt. Anschaulich und liebevoll erzählt, wie die Abhängigkeit eines charakterschwachen Menschen von der Meinung seines sozialen Umfeldes zur selbstgemachten Katastrophe führt.