Albee, Edward

Wer hat Angst vor Virginia Woolf . . .?

Wer hat Angst vor Virginia Woolf . . .?
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 1963-09-01
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 144
  • ISBN: 3596270154
  • EAN: 9783596270156
  • Amazon.de Verkaufsrang: 29.752
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Beschreibung von buecher.de

Der Titel klingt heiter und wie eine bloße Variante des Kinderliedes :Wer hat Angst vor dem bösen Wolf?9 Aber hinter dieser scheinbaren Harmlosigkeit verbirgt sich das Chaos menschlicher Beziehungen. Schauplatz des Dramas ist eine Wohnung, in der sich zwei Ehepaare nach einer Party treffen. Man vertreibt sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen, die zum Anlaß der Selbstentblößung werden. Albee geht es dabei um die Aufdeckung menschlicher Illusionen. Er zeichnet mit ebensoviel Wehmut wie Ironie, zugleich messerscharf und doch mitfühlend das Bild des Menschen, dem offenbar alles zum :Glücklichsein9 zur Verfügung steht und der doch nur um so hoffnungsloser allein ist. Carson McCullers schrieb über das von der Kritik als großes leidenschaftliches Theater gefeierte Stück: 'Es hat die Leidensgröße eines griechischen Dramas, wildesten Humor und düsteren Glanz.'

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von paperbagwriter fanden 29 von 34 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Klassiker - fesselnd und atemberaubend

Nachdem ich sowohl das Bühnenstück auf diversen Bühnen, als auch - und dies insbesondere - die Spielfilminszenierung mit Liz Taylor und Richard Burton mehrfach gesehen habe, griff ich mir nunmehr das Buch von Edward Albee. Es schadet überhaupt nichts, wenn man beim Lesen des Buches ständig die Bilder dieser Verfilmung vor Augen hat.....im Gegenteil, es fesselt umso mehr. Dieses Buch ist einfach brillant. Die gesamte Handlung ist vordergründig (fast ausnahmslos) Kommunikation und Konversation; die Fähigkeit, sein Gegenüber mit Worten so zu zerstören, dass an Achtung und Menschenwürde rein gar nichts mehr übrig bleibt. Der Leser, der die oben erwähnte Verfilmung kennt, hat während des Lesens permanent die vier Protagonisten des Filmklassikers vor Augen.....Nick und Putzi aber vor allem George und Martha, deren Beziehung vordergründig aus blankem Hass zu bestehen scheint. Tatsächlich jedoch ist dieses Paar im Laufe ihrer Beziehung so aufeinander fixiert, dass sie sich gegenseitig brauchen, wie den Sauerstoff zum Atmen.

Ein ganz fantastisches Buch...leider nur 5 Sterne, da man keine 6 vergeben kann!!!!!!

Diese Rezension von paperbagwriter fanden 27 von 31 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine tiefgehende Analyse des Menschen

Albee beginnt mit einem "normalen" sozialen Anlaß - eine private Kollegiumsfeier - und entwickelt daraus das Portrait von 4 Menschen. Die Hauptfiguren - das Paar George & Matha - laden ein anderes Pärchen zu sich nach Hause ein.Bei George und Martha kommt es zu einer erbitterten Auseinandersetzung der beiden. Im Verlauf dieser Auseinanderstzung werden zuerst die Gäste "auseinandergenommen", und ihre Ängste und Schwächen offen gelegt. Sie dienen aber nur als Katalysator / Wegbereiter / Beiwerk zur eigentlichen Konfrontation des Abends, nämlich der zwischen George und Martha.Im Verlauf des Stückes führt Albee uns mit zunehmender Geschwindigkeit unsere geheimen Wünsche vor Augen, unsere Enttäuschung, wenn wir sie nicht erreichen, unsere Feigheit und Trägheit, wenn wir daran Verzweifeln, und unsere daraus resultierende Selbstverleugnung, die dann in Haß gegen anderen umschlägt.Das Ergebnis dieser Analyse (oder besser Autopsie?) steht in krassem Gegensatz zu dem, was wir anfänglich zu sehen glaubten. Albee hält uns einen Spiegel vor, und tut es in einer eindringlich fesselnden Weise, die das Lesen zu einem Genuß der intellektuellen Sorte macht.

Diese Rezension von N. K. fanden 21 von 22 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Zerfressender Menschencocktail

Viele behaupten, dass die Thematik veraltet ist. Aber warum rührt sie uns dann noch so an? Natürlich gehört Albee inzwischen schon zu den dramatischen Klassikern, aber er wird nicht ohne Grund noch so oft auf den Bühnen der Welt aufgeführt. Denn seine Figuren sind kein bisschen verstaubt. Ihre Gefühle sind unsere Gefühle. Ihr Leben könnte unser Leben sein. Zwei Ehepaare nach einer Party. Die einen müssen mit ihren Verlustängsten klarkommen, die vor Jahren tatsächlich eingetroffen sind. Die anderen stehen am Anfang ihrer Éhe und haben Angst, dass ein Verlust sie voneinander trennen könnte. Doch eigentlich haben sie alle bereits etwas Wichtiges verloren: Die richtige Mischung von Realismus und Illusion. Warum bleibt man zusammen, wenn man sich gegenseitig doch zwerfleischt? Warum braucht man einen Partner, wenn man sich doch einsam und unverstanden fühlt? warum verrät man Geheimnisse, wenn einem doch nicht geholfen werden kann? Edward Albee gibt mit diesem Stück nicht nur gefühlte Antworten, sondern zeichnet mit leichter Feder eine beeindruckende psychologische Studie.

Diese Rezension von komeda152 fanden 16 von 20 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Witzig, frech und ein totaler Klassiker

Brilliant, giftig, witzig und frech. Das sind nur ein paar Worte, die dieses fesselnde und unterhaltende Drama beschreiben.

Auf ihrem basierenden Niveau ist diese Geschichte ganz einfach gestrickt - vier Personen, ein Raum und das ganze Stück dauert nur ein paar Stunden. Doch wenn man es genauer betrachtet ist dieses Buch eine spannungsgeladene, reiche, komplexe Arbeit eines Genies. Der Schreibstil ist wie ein scharfes Messer, die Charaktere sind echte Originale und ihre 'Chemie' ist mit einer unbestreitbaren Energie geladen.Die Charaktere gehen das ganze Stück hindurch nicht aufeinander ein und doch ist es schwer sich überhaupt auf die Seite von einem von ihnen zu schlagen. Sie sind alle liebenswert und unsympatisch zur gleichen Zeit. George ist ein gehässiger, passiv-agressiver Mann mit einer riesigen Last auf den Schultern, aber es ist so gut wie unmöglich sich nicht mit ihm zu freuen als er erfolgreich seine Frau, Martha, für ihre ständige Angriffslust und zahlreiche andere Sünden, attakiert. Nick's kleine Erniedrigungen gegenüber den beiden sind leicht entschuldbar verglichen mit der unverschämten Behandlung, die er den ganzen Abend gezwungen ist zu erdulden. Putzi, seine Frau, verträgt keinen Alkohol und ist nicht besonders klug (keine gesunde Mischung), jedoch gleichermaßen liebenswert. Jeder der vier könnte das Schauspiel sehr schnell allein übernehmen, aber zusammen lassen sie es um so lebendiger und nachfühlbarer wirken, wie es der Alltag kaum besser darstellen könnte.An diesem Buch lässt sich leicht nachvollziehen warum Edward Albee einen Pulizer Preis gewonnen hat. Das einzige was daran überrascht ist, dass er ihn nicht für dieses, sondern für ein anderes nicht so bekanntes Stück gewann.

Diese Rezension von S. D. Börngen fanden 11 von 14 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen eine reise in die abgründe des meschlichen daseins

edward albee hat mit diesem theaterstück ein werk geschaffen, das nicht nur unterhält, sondern auch zum beobachten und analysieren anregt. was während eines abends im haus von george und martha vor sich geht, könnte man im ersten augenblick für unmöglich halten, doch wenn man sieht, dass diese dinge auch im realen leben geschehen (und das viel öfter als man ahnt!), weiss man, dass albee sich genau mit den themen psychologie und kommunikation auseinander gesetzt hat, ehe er dieses stück geschrieben hat.für mich ist es das genialste theaterstück, das je geschrieben wurde. innerhalb von gut zwei stunden werden dem zuschauer dinge vor augen geführt, die er unterbewusst wahrscheinlich schon kennt, nur albee sprcht sie offen aus. und bis zum bitteren ende kann man nicht voraus sagen, wie der abend von george und martha ausgehen wird.die kult-verfilmung mit liz taylor und richard burton ist die perfekte umsetzung des bühnenstücks, nicht zuletzt, weil sie ein stück weit die eigene zerrüttete ehe der beiden hauptdarsteller widerspiegelt.

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