Hofmannsthal, Hugo von

Der Schwierige

Der Schwierige
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2006-09
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 108
  • ISBN: 3596271118
  • EAN: 9783596271115
  • Amazon.de Verkaufsrang: 698.614
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Beschreibung von buecher.de

Hofmannsthals :Der Schwierige9 gilt allgemein als klassisches Werk, ja als bedeutendstes deutschsprachiges Lustspiel des 20. Jahrhunderts. Es folgt formal der europäischen Komödientradition seit Shakespeare, Lope de Vega, Moliere und Goldoni, thematisiert aber die Problematik der Ich-Krise und des Sprachzweifels, die ganz der Moderne angehört. An keinem seiner anderen vollendeten Dramen außer dem vermächtnishaften Trauerspiel :Der Turm9 hat der Autor länger und intensiver gearbeitet, immer auch mit dem Blick auf seine theatralische Darstellbarkeit und Bühnenwirkung. Aber es gab gewichtige Vorbehalte gegen jede Aufführung, weil nur eine sehr aufmerksame Lektüre der Sprachkunst und dem gedanklichen Reich-tum dieses Textes überhaupt gerecht werden könne. Wie dem auch sei: :Der Schwierige9 vermag seit langem immer wieder sowohl als Theaterstück ein interessiertes Publikum zu begeistern wie auch als Lesetext kritische Auf-merksamkeit auf sich zu ziehen. Seit das Werk im November 1921 zum erstenmal auf die Bühne gelangte, ist es - mit einer erzwungenen Pause von 1933 bis 1945 - durch immer wieder neue Inszenierungen, Verfilmungen und TV-Übertragungen neben Jedermann' und :Der Rosenkavalier9 zum mei-staufgeführten Stück des österreichischen Dichters geworden. 'Als Hofmannsthal den :Schwierigen9... schrieb, hat er nicht seine Lebens-atmosphäre oder gar in der Hauptfigur etwa - wie gesagt worden ist - sich selbst gesetzt oder bespiegelt. Nein, in diesem Buch wollte er einer sozialen Schicht, dem imperialen spanisch-deutschen Hochadel Österreichs, ein Denkmal im Augenblick seines Aufhörens und Versinkens setzen. Im :Schwierigen9 hat er eine von der Bühne abtretende Gesellschaft noch ein-mal geschildert...' (Carl J. Burckhardt in seinen :Erinnerungen an Hof-mannsthal9).

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Sinn und Sinnlichkeit der Liebe

Hallo Ihr Lieben,ich kann dieses Lustspiel nur hervorheben, denn selten zuvor las ich ein Buch das sich dermaßen von der Masse ausgrenzte und den tiefen Sinn der Liebe bzw. der (Er-)Rettung durch Liebe beschrieb.Hans Karl (Graf Bühl) sucht den Glanz des Lichtes, der ihm niemals zuteil wurde und verhält sich bei all seinen Handlungen großmütig und ritterlich wie kein Zweiter. Die Tragik der Geschichte ist, dass manche Menschen niemals die Zuneigung finden, welche sie als Mensch verdient haben. Das Thema des Buches ist demnach also allgegenwärtig und kann problemlos auf alle Zeiten des menschlichen Lebens transferiert werden. Suchen wir nicht alle, die perfekte, die einzigartige Liebe und begehen auf der Suche danach Fehler und Torheiten, die den Humanismus bekämpfen, selbst dann, wenn wir es nicht möchten.Im Gegensatz zu der Rezension von Silvio finde ich die Sprache nicht sehr gewöhnungsbedürftig, sondern einfach nur direkt und leicht verständlich.Das Buch zeigt das Leid, das unendliche Elend der Seele auf und vermittelt doch zugleich Hoffnung, Zukunft und spendet Mut, den Kampf zu führen, der Erlösung bedeutet. Die Hauptfigur, Graf Bühl, ist ein subtiler Verführer, der sich jedoch niemals den Frauen aufdrängt, sondern durch Argumentation und Sinnlichkeit die Mädels auf seine Seite schiebt. Das Ende des Lustspiels, welches ich an dieser Stelle nicht beschreiben möchte, würde ich auch für mich wünschen, das sagt wohl alles.Ihr Lieben, lest dieses Buch, denn es charakterisiert unser aller Leben!!!MfGSilberfluegel

Diese Rezension von BuYo fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein ausgezeichnetes Stück.

Aufgrund meines Studiums habe ich mich ausgiebig mit dem Stück "Der Schwierige" von Hugo von Hofmannsthal beschäftigt. Da bereits von anderen Kunden der Inhalt des Stückes beschrieben wurde, möchte ich nun allein meine Meinung und einige Eindrücke zum Ausdruck bringen.

Als ich den Titel hörte, wusste ich nicht, was ich mir unter dem Stück vorzustellen hatte.

Das Stück ist ein Lustspiel, ein Charakterstück und ein Konversationsstück. Es behandelt die Skepsis gegenüber Konversation: kann Sprache ausdrücken, was man wirklich sagen will?

Mit dieser Krise hatte Hofmannsthal zu kämpfen und lässt sie den Protagonisten Hans Karl durchleben.

Nun könnte der Eindruck erweckt werden, das Stück beinhalte langweilige, philosophische Gespräche über Kommunikation. Das ist jedoch nicht der Fall.

Das Stück lässt sich fließend lesen und ist unterhaltsam. Hofmannsthals Aussage wird klar. Hofmannsthal tut das aber nicht aufdringlich.

Die Rezension eines schwärmenden anderen Kunden möchte ich außerdem erwähnen. Dieser Kunde ist gewiss ebenso begeistert von diesem Stück wie ich und ich möchte diese Rezension keinesfalls kritisieren! Ich möchte nur Missverständnissen vorbeugen.

Jener Kunde spricht in seinem Text über die LIebe zwischen den Protagonisten Helene und Hans Karl, die vom Schicksal füreinander bestimmt scheinen.

Der Text könnte den Eindruck vermitteln, Hofmannsthals Stück sei übermäßig romantisch oder eventuell sogar kitschig.

Dem ist nicht so. Das Stück behandelt die Liebesgeschichte zwischen Helene und Hans Karl sehr angenehm und rührend. Es gibt aber nie große Gefühslausbrüche oder Liebesbekenntnisse. Da Helene und Hans Karl der Konversation eher abgeneigt sind, genügen wenige Worte, damit die beiden verstehen, was der andere meint.

Ich hoffe, besagter Kunde nimmt es mir nicht übel, dass ich ihn erwähnt habe.

Diese Rezension fanden 4 von 8 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Gesellschafts- und Charakterkomödie

Hugo von Hofmannsthal - Der Schwierige (1921)"Der Schwierige" ist ein Lustspiel in drei Akten. Es wurde 1921 in Wien uraufgeführt. Hofmannsthal plante diese Komödie seit 1908, beendete sie jedoch erst 1920.Das Stück spielt in Wien in der Gegenwart (1921). Es handelt von einer Soirée und den Vorbereitungen, die einige Teilnehmer dafür treffen. Karl Bühl, "der Schwierige", dem solche Abende ein "Graus" sind, entschliesst sich, trotzdem hinzugehen. Seine Schwester hat ihn aufgefordert, sich weniger zurückhaltend zu benehmen und sich unter Leute zu begeben. Der alternde Junggeselle soll sich vermählen. Er hat jedoch nicht den Mut, die Frau, für die er sich wirklich interessiert, darauf anzusprechen, weil er, obwohl er durch seinen Reichtum ein begehrtes Heiratsobjekt ist, sich nicht für würdig hält. Zudem soll er an diesem Abend bei einer Dame ein gutes Wort für seinen Neffen einlegen. Dies ist jedoch die gleiche Frau, die Bühl selbst gerne heiraten möchte.Beim Lesen dieses Stücks hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Die Sprache ist, wie bei einem älteren Stück zu erwarten, etwas gewöhnungsbedürftig. Erst nach ein paar Seiten "einlesen" konnte ich den Text flüssig lesen. Vor allem Crescences Sprache bedarf einiger Geduld. Sie spricht mit ihrem Bruder in der dritten Person, wobei das Anredepronomen gross geschrieben ist. Dies stört den Lesefluss, und bei zu schnellem Lesen führt es auch zu Verständnisschwierigkeiten. Es erfordert auch Aufmerksamkeit, den Handlungsverlauf zu verfolgen, weil die Umgebung nur wenig beschrieben wird. Die ganze Vorgeschichte und die Zusammenhänge in der Vergangenheit der Charaktere werden durch die Dialoge wiedergegeben. Sie werden also nicht direkt beschrieben, sondern indirekt über den Dialog. Mir als ungeübten Leser von Theaterstücken bereitete das gewisse Schwierigkeiten.Im Stück kommen sehr viele Personen vor, deren Beziehungen zu den anderen nicht von Anfang an klar sind, da sie auf der ersten Seite nur knapp beschrieben sind. Dies macht das Buch interessanter, falls man wirklich motiviert ist, es zu lesen, und sich für das Thema, die Entwicklung eines "gesellschaftlichen Einsiedlers" zum eingreifenden, agierenden Teil einer Gesellschaft, interessiert. Als Schullektüre ist dieses Stück also weniger geeignet, da es wohl einigen wenigen vorbehalten ist, Freude daran zu haben.Auch ein Grund dafür, dass dieses Buch wahrscheinlich vor allem jüngerem Publikum nicht viel bietet, ist, dass die Handlung sehr unspektakulär ist. Bühl entschliesst sich, aus seiner selbstgewählten Einsamkeit auszubrechen, und findet endlich seine zukünftige Frau, wobei sogar sie diejenige ist, die den ersten Schritt macht. Dies hätte jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt geschehen können, ohne dass sich etwas geändert hätte. Es entsteht also kein Zeitdruck. Es baut sich kaum Spannung auf. Bis zum Schluss erwartet man, dass etwas Einschneidendes geschieht, doch die Handlung flaut gegen Schluss so langsam ab, wie sie sich aufgebaut hat. Bühl findet sein Glück, wie zu erwarten war. Er kommt auf dem Weg zu seinem Glück in keine Situationen, die ihm "gefährlich" werden könnten, so dass ihm der Weg zu seinem Ziel versperrt werden könnte. Er erreicht sein Ziel sowieso, es ist nur eine Frage der Zeit. Natürlich legt nicht die gesamte Gesellschaft unserer Zeit so viel Wert auf Spannung wie das erwähnte "jüngere Publikum", wobei auch innerhalb dieser Gruppe verschiedene Anforderungen an die Literatur gestellt werden.Bühl verhält sich, wenn es um Beziehungen zwischen Mann und Frau geht, sehr zurückhaltend. Er hat zu wenig Mut, um seine Anliegen, was die Liebe zu dieser Frau betrifft, anzubringen. Deshalb "versteckt" er sich, indem er nicht an Gesellschaftsanlässen wie einer Soirée teilnimmt. Er möchte die Geschehnisse aus der Ferne betrachten. Damit verhindert er, dass er in eine Situation gerät, in der er Mut aufbringen muss, den er nicht hat. Deshalb lebt er in dieser "Einsamkeit". Wenn nichts passiert, kann auch nichts geschehen, dass ihm Mühe bereitet.Diese Komödie ist meiner Meinung nach nur für diejenigen lesenswert, die sich gerne mit Themen befassen, die von zwischenmenschlichen Problemen handeln. Keinesfalls empfehle ich sie als Abendlektüre, da sie bei wachem Geiste gelesen werden muss.Silvio Kohler, Bündner Kantonsschule Chur

Der Schwierige

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