Lawrence, David H.

Lady Chatterley

Lady Chatterley
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Erscheinungsdatum: 1973-09-14
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 473
  • ISBN: 3499116383
  • EAN: 9783499116384
  • Amazon.de Verkaufsrang: 256.625
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Beschreibung von buecher.de

Schauplatz des Romans ist zunächst Wragby Hall, das Herrenhaus der Chatterleys, in dem die attraktive und vitale Connie mit ihrem Mann Clifford Chatterley lebt. Im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, flüchtet sich der an den Rollstuhl gefesselte Clifford in eine ans Manische grenzende, literarische Produktivität. Wie Connie jedoch bald erkennt, verbirgt sich hinter dem stilistischen Blendwerk seiner Erzählungen nichts als eine erschreckende, gefühllose Leere.
Während Clifford sich weiterhin blind um Anerkennung als Schriftsteller müht, leidet Connie zunehmend unter ihrer Beziehungslosigkeit. Während eines Spaziergangs erfährt Connie von Clifford, dass er bereit sei, ihr gelegentliche sexuelle Abenteuer zu gewähren und auch ein uneheliches Kind als sein eigenes zu akzeptieren, vorausgesetzt, der Vater sei ihrer würdig. Connie lernt den zehn Jahre älteren Waldhüter Oliver Mellors kennen und zwischen ihr und dem wortkargen, in einer einsamen Waldhütte lebenden Mann entwickelt sich eine sexuell und emotional innige Liebesbeziehung. In der leidenschaftlichen Körperlichkeit, die sie mit ihm teilt, findet Connie allmählich zu ihrer verloren geglaubten Lebenskraft zurück. Auch Mellors erfährt durch sie eine Wandlung. Als Sohn eines Bergarbeiters aufgewachsen, hatte er nach einer enttäuschenden Ehe eine militärische Karriere in Indien begonnen und den Offiziersrang erworben. Nach dem Tod eines ihm nahe stehenden Vorgesetzten und durch ein Lungenleiden geschwächt, war er in seine Heimat zurückgekehrt, um dort ein Leben in völliger Abgeschiedenheit zu führen. Erst durch Connies unbedingte Liebe zu ihm gelingt es Mellors, sich aus seiner Bitterkeit und selbst gewählten Isolation zu befreien. Als sie ein Kind von ihm erwartet, zeigt sie sich fest entschlossen, Clifford für ihn zu verlassen. Mutig stellt sie sich den gesellschaftlichen Anfeindungen und der verletzten Eitelkeit ihres Mannes. Connie begibt sich nach Schottland, um bis zu ihrer Scheidung von Clifford bei ihrer Schwester Hilda zu bleiben. Mellors schreibt ihr am Ende des Romans einen Brief, der seine tiefe Zuneigung zu ihr und seine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zum Ausdruck bringt.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Gebhard Traber fanden 18 von 22 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Anders als man denkt

- hervorragende fein beobachtende Charakterstudie

- kein Erotikroman !

- nicht als Appetitanreger geeignet !

- teilweise hohes Niveau

- Kritik an der englischen Gesellschaftsliteratur

- Liebesroman

- Aufruf zur individuellen Freiheit auch der Sexualität

- kein Roman mit Schwarz-/Weiß-Moral sondern realitätsnah

- Sprache: typisch althergebracht und (angenehm) schwülstig Fazit: lohnt sich auf jeden Fall

Diese Rezension von R. Michel fanden 11 von 17 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ein schönes Werk!

Lady Chatterley, ein Name, der schon für so manches unseriöse Sexfilmchen hat herhalten müssen, aber weit gefehlt. Das Buch ist keine pornografische Literatur sondern schlichtweg ein Liebesroman. Zwar werden zwei bis drei Liebesszenen angenehm ausfürlich beschrieben, jedoch will Lawrence hauptsächlich die Entfremdung der modernen Menschen untereinander beschreiben. Lady Chatterley und ihr Liebhaber finden zueinander und haben dadurch die Kraft, der industriellen Gesellschaft Paroli zu bieten. Selten hat wahrscheinlich ein männlicher Autor es geschafft die ansonsten sehr verquere Gedankenwelt einer Frau, der Protagonistin, darzustellen. Mit ihrem ständigen sich dem Liebhaber abwenden und wieder zuwenden, läßt sie befürchten, die Affäre in einem Desaster enden zu lassen. Aber letztenendes gewinnt die Liebe und damit kommt auch der Liebhaber zu seinem persönlichen Glück.

Diese Rezension von Seidler Till fanden 22 von 40 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Abwendung aus der Konventionalität der Ehe

Der aus den britischen Midlands stammende Ehemann der Lady Chatterley (die Protagonistin des Buches) wird im 2. Weltkrieg schwer verletzt und kehrt als Krüppel heim. Er ist an den Rollstuhl gefesselt, nicht nur zum Laufen, auch zum sexuellen Verkehr unfähig, später auch zu jeglicher Gefühlsregung. Er widmet sich zunehmend dem Vorantreiben der Industrialisierung in seinem Revier, nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf die Verschandelung der von seiner Frau geliebten Landschaft. Er vernachlässigt seine Frau, kann er ihr doch wedergeistreiche Gespräche, noch Emotionalität, noch körperliche Nähe bieten, es scheint sehr, daß er nicht nur körperlich, sondern durch den Krieg auch seelisch verkrüppelt wurde. Er gesteht seiner Frau gar einen Liebhaber zu, damit ein Erbe für sein Anwesen geboren wird. Lady Chatterley läßt sich - fast gegen ihren Willen - mit dem rauhbeinigen Förster ein, mit welchem sie leidenschaftliche Phasen körperlicher Nähe erlebt, die der Autor mit Wonne beschreibt, allerdings mit einer Wortwahl, in welcher sich womöglich verheiratete Paare in den 30er Jahren ihre Empfindungen beim Liebesakt schilderten. Natürlich war der Förster bereits verheiratet (mit einem Alptraum von Frau, vor der er fliehen mußte), die Schäferstündchen im Forsthaus bleiben nicht ungesehen, was Lord Chatterley in der Hoffnung auf einen Erben akzeptiert. Schließlich reist die junge Protagonistin allein nach Venedig, ergeht sich in einem relativ sachlichen Briefwechsel mit dem Förster (dessen Frau mal wieder aufgetaucht ist) und beschließt schlußendlich die Trennung von ihrem Ehemann. Der Roman ist unterhaltsam, die Handlung geradlinig und komplett schnörkellos, stilistisch weist der Roman jedoch deutliche Schwächen und Defizite auf. Die mit Wonne geschilderten sexuellen Begegnungen wirken mechanisch, emotionslos, wie wilde Triebbefriedigung. Kein Problem, wollte der Autor uns nicht die ganze Zeit sagen, daß das Paar viel mehr verbindet als das gelegentliche Einführen des Gliedes des Försters in die Vagina von Lady Chatterley. Auch wird Lord Chatterley derart gefühlskalt und abstoßend geschildert, daß die von ihm gezeigte Zielstrebigkeit unglaubwürdig erscheint. Immerhin ist er ein junger Mann, der von einem Moment zum anderen zum Schwerbehinderten wurde, der unvermeidliche seelische Schaden, den er dadurch nimmt, wird vom Autor als menschliche, besser: charakterliche Schwäche gewertet, womit Lady Chatterley eine Rechtfertigung für ihre sexuelle Affäre gegeben wird. Insgesamt ist der Roman für die vielgestaltige Thematik viel zu oberflächlich gehalten, die Charaktere bleiben flach und wenig überzeugend, die Sprache schmalbrüstig, die Dialoge ärmlich. Trotzdem ein Buch, das durchaus unterhalten kann und dessen Lektüre nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Leider nicht in allen Belangen überzeugend...

Lady Chatterley



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