Keller, Gottfried

Romeo und Julia auf dem Dorfe

Romeo und Julia auf dem Dorfe
  • Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2008
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 72
  • ISBN: 3872911023
  • EAN: 9783872911025
  • Amazon.de Verkaufsrang: 371.092
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Beschreibung von buecher.de

Eine Liebesgeschichte? - Zweifellos. Die zärtliche Zuneigung der Bauernkinder Sali und Vreneli ist voller Poesie, voller Licht und Sonne. Die Sehnsucht, die sie weckt, hat ihre Wurzel jedoch nicht in der Erfüllung. Denn von Habsucht ist die kleine Welt der Kinder bestimmt, von der Besitzgier ihrer sich auf den Tod verfeindenden Väter.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von gkdeutsch@gymnasium-viechtach.de fanden 21 von 27 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Das tragische Schicksal zweier Liebenden, die nicht zueinand

In der Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe" von Gottfried Keller wird die Liebesgeschichte von Sali und Vrenchen erzählt, denen es nicht vergönnt ist, ihr gemeinsames Glück zu genießen, und sie so letztlich ihren gemeinsamen Freitod als einzig Lösung wählen. Das Buch beginnt mit einer ländlichen Szene: Die zwei Bauern Manz und Marti pflügen gerade ihre benachbarten Felder. Keller beschreibt die Bauern anfangs als vernünftige, ehrbare Männer. Trotzdem beginnen beide, am Ende dieses Tages, ein Stück des leerstehenden Ackers zwischen ihren Feldern zu bestellen. Nach ein paar Jahren, Manz und Marti haben den Acker auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduziert, kommt es dann zur Versteigerung. Manz bekommt den Zuschlag und will Marti zwingen, sein Drittel des Ackers abzugeben. So bricht der Streit zwischen den Bauern aus, der sich über die nächsten Jahre ziehen soll. Im Zuge des jahrelangen Streits verarmen beide Bauern immer mehr. Je ärmer die beiden Familien werden, desto größer wird der Haß der ehemaligen Nachbarn aufeinander. Als sich die Männer nach Jahren beim Fischen begegnen, kommt es zu einer erbitterten Auseinandersetzung auf dem Steg des Flusses. Nur mühsam können die Kinder ihre Väter trennen. In diesem Elend keimt aber die Liebe zwischen Sali und Vrenchen auf. Da es aber für sie keine gemeinsame Zukunft unter den Lebenden geben kann, zumal die Eltern dieser Verbindung niemals zustimmen würden und Vrenchen alles Hab und Gut verloren hat, entschließen sich Sali und Vrenchen diese Welt zu verlassen. Sie gehen zu einem nahen Fluss und lösen ein Heuboot, auf dem sie ihre Hochzeitsnacht verbringen. Im ersten Morgenlicht lassen sich die Liebenden eng umschlungen in das eiskalte Wasser hinab und werden später unterhalb der Stadt tot geborgen. Die Zeitungen berichten über das Ereignis und sprechen von der sinkenden Moral der Jugendlichen, im übrigen nur ein Zeichen der allgemeinen „Ensittlichung und Verwilderung der Leidenschaft".Gottfried Keller beschreibt das tragische Schicksal zweier Leben, die für einander bestimmt waren und von einer kleinbürgerlichen Gesellschaft daran gehindert werden zum gemeinsamen Glück zu finden. Da für sie aber die Möglichkeit, ein Leben abseits der gesellschaftlichen Normen keine Alternative darstellt, kritisiert Keller in seinem Buch auch die Gesellschaft seiner Zeit. Mich hat sowohl der Stil, als auch die Handlung dieser Novelle sofort gefesselt. Zwar schreibt Keller viel im Stil des epischen Realismus, der ja in unserer Zeit nicht mehr als Stil verwendet wird, aber trotzdem ist diese Erzählung noch durchaus aktuell, da seine Gesellschaftskritik und der Konflikt zwischen der Elterngeneration und der Jugend praktisch zeitlos ist.Wertung: fünf von fünf PunktenMichael Santl, Dominicus-von-Linprun-Gymnasium Viechtach, Grundkurs Deutsch K 13, 10.11.2000

Diese Rezension fanden 7 von 9 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Mehr als nur Schullektüre

Diese beliebte Schullektüre bringt das altbekannte "Romeo und Julia" Thema in das einfache Bauernleben und erzählt die Geschichte der Bauern Manz und Marti, die beim Pflügen ihrer Äcker in Streit geraten und fortan über einen kleinen verbliebenen Streifen streiten und sich bis aufs Äußerste bekriegen. Dabei erliegen sie beide dem gleichen Schicksal: sie verstricken sich in einen unsäglichen Rechtsstreit, verarmen und verkommen zu haltlosen Objekten.Davon unmittelbar betroffen sind die Kinder der Bauern, Sali und Vrenchen , die große Vertrautheit seit Kindheit verspüren und im höheren Alter sich ineinander verlieben. Die weitere Geschichte ist leicht zu erraten...Keller wagt sich mit diesem unsagbar beladenen Thema auf sehr wackligen Boden, aber es ist sicherlich eine der besten Bearbeitungen dieses Stoffes. Seine sprachliche Kraft ist unübertroffen und läßt diese einfache Geschichte in besonderem Glanze erscheinen. Auch wenn dieses Büchlein oft "nur" als Schullektüre gelesen wird, so kann es auch jedem Erwachsenen, der es nicht kennt als Lektüre empfohlen werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

Diese Rezension von Birdie fanden 6 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ganz wunderbar

Gottfried Keller verlegte die schönste Liebesgeschichte der Literatur in ein einfaches Bauerndorf ... und was heraus kam war eine wunderbar-traurige Lektüre, die ebenso das Herz rührt wie das berühmte Theaterstück selbst :)

Ich kann es nur empfehlen.

Sali und Vreni, zwei Bauernkinder deren Väter Felder benachbart liegen, kennen sich schon seit Kindertagen bis ein unsinniger Streit zwischen den Vätern um die Felder ausbricht und die Kinder sich jahrelang nicht mehr sehen können. Eines Tages treffen sich der nun 20 jährige Sali und die 17 jährige Vreni ganz zufällig wieder und verlieben sich natürlich. Heimlich beginnen sie miteinander auszugehen, doch können sie nicht heiraten da Sali etwas schreckliches getan hat. Was? Am besten selber lesen.

Diese Rezension von Erinn fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Hörbuch Romeo und Julia auf dem Dorfe - eine Enttäuschung

Romeo und Julia auf dem Dorfe als Schullektüre langweilt oft die Kinder (8.Kl). Viele verstehen zudem die natürlich etwas altertümliche Sprache nicht.

Aus diesen Gründen hatte ich mir das Hörbuch gekauft, in der Hoffnung, wenigstens den Anfang der Geschichte mit der CD etwas aufpeppen zu können - ein absoluter Fehlschlag. Das Hörbuch ist kaum durchzuhalten, Vortrag und Stimme des Erzählers sind dermaßen monoton und klingen so veraltet, dass ich damit die Schüler eher verschrecke. Selbst an Stellen, die Dialoge enthalten, ist kaum ein Hauch Leben zu verspüren.

Sicher werden für die Schüler manche "schwierigeren" Stellen durch das Vorlesen leichter verständlich, aber man kann sie genauso gut gemeinsam mit den Jugendlichen ergründen....

Als unterstützendes Medium für den Unterricht nicht empfehlenswert.

Diese Rezension von Rolf Dobelli fanden 2 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Tragische Liebesgeschichte - sehr zu empfehlen

Die Geschichte zweier Liebender, die wegen ihrer verfeindeten Eltern nicht glücklich werden können, ist uralt und doch immer wieder in modernem Gewand anzutreffen: Im diesem Fall hat der Schweizer Autor seinen Romeo und seine Julia in ein schweizerisches Dörfchen verpflanzt, das zwar erfunden ist, aber durchaus existieren könnte. Es ist eine - vordergründig - idyllische Szene: Zwei Bauern führen mit ihren Familien ein glückliches und zufriedenes Leben - bis ihnen Habgier und Gewinnstreben in die Quere kommen. Sie bekämpfen sich bis aufs Blut und reißen auch ihre Kinder mit ins Unglück. Das junge Liebespaar hat am Ende keine andere Wahl, als sich das Leben zu nehmen, so hoffnungslos ist ihre Lage. Gottfried Keller hatte in der Zeitung von einem jungen Pärchen gelesen, das sich umgebracht hatte, weil es nicht heiraten durfte, und diese Meldung inspirierte ihn zu seiner Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Der Text ist ein einfühlsames und menschliches Porträt zweier Familien, die mancher Leser vielleicht so ähnlich selbst schon angetroffen hat. Eine klare Lektüre-Empfehlung!

Romeo und Julia auf dem Dorfe



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