Kant, Immanuel

Kritik der praktischen Vernunft\Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Kritik der praktischen Vernunft\Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
  • Verlag: Suhrkamp
  • Erscheinungsdatum: 2008-03-31
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 304
  • ISBN: 3518276565
  • EAN: 9783518276563
  • Amazon.de Verkaufsrang: 88.682
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von rothlinks fanden 6 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Beides grundelgende Werke der Ethik

Dieses Buch richtet sich nach den ethischen Fragen: Wie soll ich richtig leben und handeln? Um das moralisch richtige Handeln zu bestimmen, entwickelte Kant eine Formel, die er kategorischer Imperativ nannte. Danach soll der Mensch so leben, daß alles, was er tut, auch von anderen Menschen getan werden kann, ohne daß dadurch der Menschheit insgesamt ein Schaden entsteht.

Er drückte diesen Satz folgendermaßen aus: ,, Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Unter Maxime verstand Kant einen Grundsatz oder Vorsatz, der nur einen einzelnen Menschen betrifft, und nicht für die Allgemeinheit gilt. Eine Maxime wäre z. B. der Vorsatz: ,,Ich trinke keinen Alkohol". Dieser Vorsatz gilt nur für mich, ob andere trinken ist dabei egal. Ein Imperativ ist bei Kant ein Gebot, ein Befehl oder eine Regel. Ein kategorischer Imperativ ist demnach ein unbedingtes sittliches Gebot, dem man unter allen Umständen gehorchen soll. Zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Aufgrund eines hohen Geldverlustes in der Spielbank bin ich gezwungen mir Geld bei einem Freund zu leihen. Ich sage ihm, daß ich es ihm baldmöglichst zurückgeben werde. Ich weiß jedoch, daß ich niemals in der Lage sein werde ihm diese Summe zurückzubezahlen. Natürlich geht mir dabei die Frage durch den Kopf, ob ich nicht unerlaubt und pflichtwidrig handle. Wenn ich mir nun trotzdem das Geld ,,leihe" so lautet die Maxime meiner Handlung: Wenn ich in Geldnot bin, so werde ich mir Geld leihen und versprechen es zurückzugeben, obwohl ich weiß, ich werde es niemals tun. Die nächste Frage wäre dann: Will ich, daß alle Menschen sich dieses Prinzip bzw. diese Maxime aneignen? Die Folge ist ganz klar: Ich würde meinen Zweck und das Versprechen niemals einhalten können, da niemand mir glauben schenken und Geld leihen würde.

Menschen, die nach dem kategorischen Imperativ handeln, sind frei. Diese Freiheit hebt sie über alle anderen Geschöpfe hinweg. Der Mensch ist verantwortlich für sich und seine Taten, er besitzt als sittlich handelnder Mensch eine Würde. Dieses Bewußtsein seiner Freiheit läßt ihn ,, gleichsam einen heiligen Schauer über die Größe und Erhabenheit seiner wahren Bestimmung fühlen."

Diese Rezension von Michael Baumann fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Schurke, der böses damit anstellt...

Die beiden Texte sind berühmt, ihr Inhalt, zumindest das Schlagwort "kategorischer Imperativ" sind jedem, der Umgang mit philosophischer Ethik hat oder hatte, mehr oder minder bekannt. Es handelt sich bei der Konzeption Kants zur Ethik um eine sogenannte deontologische Variante, was letztenendes bedeutet, daß Handlungen in ihrer "Güte" (Kant würde sagen: Sittlichkeit) nicht mehr von ihren Folgen her beurteilt werden ("hat mir und/oder anderen die oder die Handlung genutzt/mein Glück befördert ?"), sondern apriorisch, erfahrungsfrei, wird vorher ermittelt, ob die Handlung gut/sittlich sei oder nicht. Dies kann Kant, weil er etwas in die Philosophie einführte, was einige seiner Zeitgenossen und einige -Heutige wie's scheint- sehr befremdete: das Sittengesetz a priori/"das Gesetz in mir" , also letzendlich ein Sittengesetz, das schon v o r jeder konkreten Erfahrung in der praktischen Vernunft bereit liegt.

Nun ist dieses Gesetz rein formal; es sieht von jedem Inhalt ab. Damit kann es äußerst "böse" ausemünzt werden: Lacan hat gezeigt, daß die Folteranweisungen und Folterungen, in der de Sade sie manchmal formuliert, alle Kriterien einer nach Kant streng sittlichen Handlung erfüllen. Es ergibt sich das Erstaunliche: de Sade war (bewusst oder unbewusst) Kantianer !

Diese Rezension von Rolf Dobelli fanden 1 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Hier versteckt sich Kants berühmter kategorischer Imperativ

Was sind die ethischen Grundlagen für unser Handeln? Was sollen wir tun und lassen? Welche Prinzipien müssen wir Menschen - als Vernunftwesen - als moralischen Maßstab wählen? Das waren im Zeitalter der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) Fragen, welche die fortschrittlichen Denker nicht mehr allein der Religion überlassen wollten. Immanuel Kant, der wichtigste Philosoph der deutschen Aufklärung, geht nach seinem Motto "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" in seiner "Kritik der praktischen Vernunft" daran, systematisch die Frage nach den ethischen Grundlagen unseres Handelns zu klären. Er kommt zu dem Schluss, dass wir uns in unserem moralischen Urteilen und Handeln aus dem Einflussbereich der subjektiven Sinnenwelt befreien können - indem wir uns der Vernunft bedienen. Unsere Vernunft zeigt uns das Prinzip, das ungeachtet aller speziellen Umstände die allgemein gültige Voraussetzung für unser moralisches Wollen und Handeln bietet: den berühmten kategorischen Imperativ. Kritiker kreideten Kant an, dass er positive emotionale Beweggründe wie Liebe oder Mitleid nicht als moralische Handlungsgrundlage gelten lasse. Außerdem bleibe in Kants formelhafter Umsetzung des Moralgesetzes kein Raum für Individualität. Dennoch ist Kants Werk bis heute eines der wichtigsten Bücher zur Ethik.

Diese Rezension fanden 0 von 2 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen gute grundlage für das philosophiestudium

Das Buch erklärt, den Gebrauch der Moral nach dem Verständnis von Immanuel Kant. Die Schrift gehört auf jeden Fall zu den Werken der praktischen Philosophie.

Diese Rezension von Rolf Dobelli fanden 0 von 1 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Hier versteckt sich Kants berühmter kategorische Imperativ

Was sind die ethischen Grundlagen für unser Handeln? Was sollen wir tun und lassen? Welche Prinzipien müssen wir Menschen - als Vernunftwesen - als moralischen Maßstab wählen? Das waren im Zeitalter der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) Fragen, welche die fortschrittlichen Denker nicht mehr allein der Religion überlassen wollten. Immanuel Kant, der wichtigste Philosoph der deutschen Aufklärung, geht nach seinem Motto "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" in seiner "Kritik der praktischen Vernunft" daran, systematisch die Frage nach den ethischen Grundlagen unseres Handelns zu klären. Er kommt zu dem Schluss, dass wir uns in unserem moralischen Urteilen und Handeln aus dem Einflussbereich der subjektiven Sinnenwelt befreien können - indem wir uns der Vernunft bedienen. Unsere Vernunft zeigt uns das Prinzip, das ungeachtet aller speziellen Umstände die allgemein gültige Voraussetzung für unser moralisches Wollen und Handeln bietet: den berühmten kategorischen Imperativ. Kritiker kreideten Kant an, dass er positive emotionale Beweggründe wie Liebe oder Mitleid nicht als moralische Handlungsgrundlage gelten lasse. Außerdem bleibe in Kants formelhafter Umsetzung des Moralgesetzes kein Raum für Individualität. Dennoch ist Kants Werk bis heute eines der wichtigsten Bücher zur Ethik.

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