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Herrliche SammlungTatsächlich halte ich es für einen Glücksfall, daß dies eines der ersten Bücher von Lem war, die ich gelesen habe. Der Autor schreibt uns hier sechs verschieden lange Geschichten, die auch ebenso verschieden im Inhalt sind. Trotzdem fesselt er den Leser von der ersten Geschichte an. "Die Patrouille" (im Original "Patrol") handelt vom Piloten Pirx, dem Helden der ganzen Sammlung, der einen Patrouilleflug mit einem ein-Mann-Raumschiff unternimmt, um herauszufinden was mit den Piloten geschehen sind, die von ähnlichen Flügen nicht zurückgekehrt sind. Er findet sie zwar nicht, entdeckt, aber den Grund ihres Verschwindens. Eine wunderschöne Beschreibung der Einsamkeit im kalten Weltraum. (Fünf Sterne)"Die Jagd" ("Polowanie"), die Titelgeschichte der Sammlung, handelt von einem Minenroboter, der durchgedreht zu sein scheint. Roboter wie dieser, die zuerst Fehlfunktionen zu haben scheinen, aber in Wirklichkeit nur anfangen, menschliche Züge zu zeigen, sind ein Thema, das bei Lem wieder und wieder auftaucht. (Drei Sterne)So auch in "Der Unfall" ("Wypadek"). Hier handelt es sich um einen Roboter, der auszieht, um Gesteinsproben zu sammeln, und nicht zurückkehrt, weil er beim Bergsteigen abgestürzt ist. Niemand kann genau erklären, warum er so hoch hinaufgestiegen ist, aber einem Menschen hätte das gleiche passieren können. (Vier Sterne)"Pirx erzählt" ("Opowiadanie Pirxa") ist zweifellos die beste Kurzgeschichte der ganzen Sammlung, vielleicht das beste, was Lem je geschrieben hat. Pirx reist mit einem riesigen Transporter, hunderttausend tonnen Raumschrott und einer Besatzung, die zum einen Teil krank und zum anderen unfähig ist, durch das All auf dem Weg zur Erde, als er etwas erblickt, was er für ein ausserirdisches Raumschiff hält, doch was kann er ohne Mannschaft tun? (Fünf Sterne)"Die Verhandlung" ("Rozprawa") handelt von einer Reise, auf der Pirx die Fähigkeiten von Androiden testen und bewerten soll. Er weiß nicht welche seiner Crewmitglieder Menschen sind, und welche nicht. Einer beichtet ihm insgeheim, er sei ein Mensch, ein anderer, er sei ein Android, aber als das Raumschiff in eine brenzlige Situation gerät, kommt alles anders. (Vier Sterne)"Ananke" ("Ananke") halte ich für vergleichsweise schwach. Eine Geschichte, die auf dem Mars spielt, und sich um das Anankastische Syndrom (Zwangsvorstellungen) dreht. (Zwei Sterne) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Vorzeige-Science-FictionDies ist eine Sammlung von sechs Erzählungen rund um den Raumpiloten Pirx und seine Abenteuer. Trotz oder gerade wegen ihrer nüchternen Natur und der recht unphantastischen Erklärungen für die dort vorkommenden Phänomene sind diese Geschichten so genial. Unser Held Pirx gleicht eher einem normalen Kosmonauten als den sonst üblichen Alleskönnern und Weltraum-Cowboys und seine Erlebnisse sind auch ohne Aliens und andere Bösewichter sehr interessant. Stanislaw Lem philosophiert auch hier wieder über Menschen und Maschinen und nutzt mehrmals die Gelegenheit, seine schlechte Meinung zum Gros der sonstigen (meist angelsächsischen) Science Fiction auszudrücken. "Die Jagd" macht Lust auf mehr Stoff vom Piloten Pirx und ist sehr zu empfehlen.
Lem und sein PilotIn diesen Kurzgeschichten bzw. Erzählungen schreibt Stanislaw Lem über die Abenteuer des Piloten Pirx, der seine Probleme auf sehr eigenwillige Art löst. Pirx ist kein wirklicher Held. Vielmehr ähnelt er einem Durchschnittsmenschen, der immer wieder in besondere Situationen gerät und diese dann lösen muß.
Die Geschichten sind keine Offenbarung an Neuigkeiten oder Originalität. Doch Lem ist ein Meister seines Faches und schafft es, auch hier jenen Funken an Faszination hineinzubringen, der wohl in allen seinen Werken vorhanden ist. Immer mit dem Hintergedanken, daß sich der Autor mehr als nur ein Abenteuer dabei gedacht hat, ist man mal amüsiert, mal erstaunt und manchmal einfach nur gespannt, wie es weitergeht.
Die banalen Dinge im Leben sorgen für die besten GeschichtenEs gibt für mich keine Figur in der SF-Literatur die sich so schön menschlich entwickelt, ohne je abgehoben zu wirken, wie Pilot Pirx.
In Lems Kurzgeschichten erlebt er immer wieder Abenteuer, die eigentlich keine sind. Nur für uns Leser und Pirx selbst sind sie solange spannend, bis sie sich auflösen. Würde man das erlebte auf die schnelle nacherzählen bleiben nur Banalitäten übrig. Und genau das macht die Geschichten so glaubwürdig. Man erinnert sich doch auch selbst oft an schöne, interessante oder gar unglaubliche Ereignisse im Leben die, wenn man sie anderen erzählen will, nur für ein Achselzucken sorgen.
Nun gut, die Geschichten lesen sich nicht mehr Zeitgemäß, zuviel hat sich geändert, zusehr hat sich die Welt gewandelt. Viele Abläufe die in den Geschichten beschrieben sind haben sich überholt. Aber das tut dem Charm der Geschichten keinen Abbruch.
In diesem Band sind meine 2 Lieblingsgeschichten vom Piloten Pirx enthalten. Ich will aber gar nicht sagen welche mir am meisten gefallen, denn gut sind sie alle und jeder soll sich selbst seine Lieblingsgeschichten aussuchen.
Für SF-NostalgikerHabe das Buch nach 30 Jahren jetzt wieder gelesen. Es war damals eines der Bücher, die mich für ScienceFiction begeistert haben und mein Einstieg bei diesem (hervorragenden) Autor. Wieder hat es mich gefesselt und streckenweise war ich wieder der 14-jährige Bub, der auf eine Sternenreise mitgenommen wurde.
Wenn von Röhren-Fehlfunktionen, Lochstreifen und dergleichen die Rede ist, lädt das heutzutage eher zum Schmunzeln ein, zeigt aber auch auf, was vor kurzem noch Zukunftsphantasien waren und wie weit die Realität die ScienceFiction längst überholt hat.
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