Voltaire

Sämtliche Romane und Erzählungen

Sämtliche Romane und Erzählungen
  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2007-05-17
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 988
  • ISBN: 3458319093
  • EAN: 9783458319092
  • Amazon.de Verkaufsrang: 180.052
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Beschreibung von buecher.de

Solange es Freunde unabhängigen, weltoffenen Geistes und funkelnden Witzes gibt, werden Voltaires Romane und Erzählungen als literarische Kostbarkeiten ersten Ranges unsterblich sein. Sie entzücken immer neu durch ihren weltkundigen Verstand und die unnachahmliche Brillanz ihres Stils, vor denen sich die menschlichen Vorurteile in Lachen auflösen und die wahre Menschlichkeit sichtbar wird. In dieser Ausgabe sind sie sämtlich vereinigt: die bekannten Romane wie 'Candide oder Der Optimismus', 'Zadig oder Das Schicksal', 'Die Prinzessin von Babylon' mit einer Fülle weniger bekannter, doch nicht weniger witziger, glänzender Meisterstücke. Die Ausgabe ist durch 'Potpourri, die Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Herrn de Voltaire. Aufgezeichnet von ihm selbst' und durch sorgfältige Erläuterungen bereichert.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Sascha Huebsch fanden 12 von 12 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Wunderbare philosophische Geschichten zur Nacht

In diesem Band sind circa 30 Geschichten von Voltaire enthalten. Dies sind einmal längere Geschichten, wie "Zadig oder Das Schicksal" über die spannende Lebensgeschichte des Zadig oder eher kürzere, wie "Wenn Blinde von der Farbe reden".Der Stil des Herrn Voltaire ist hier sehr klar und einfach, wodurch sich die Geschichten sehr gut auch noch zu später Stunde lesen lassen. Bei manchen kommt ein Gefühl von Märchenerzählungen auf - doch alle behandeln im Grunde philosophische Probleme. Besonders deutlich wird dies bei "Wenn Blinde von der Farbe reden" worin er das empirische Prinzip: "Nur das, was man selbst erlebt hat, kann man verstehen" verdeutlicht. Deshalb ist das Buch wohl nicht nur Philosophen zu empfehlen zur Nachtlektüre, sondern steht ganz im Sinne der Aufklärung allen offen.

Diese Rezension von kpoac fanden 9 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen "Wenn Blinde von der Farbe reden" (Voltaire)

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Voltaire, eigentlich François Marie Arouet (1694-1778) war einer der einflussreichsten Autoren der europäischen Aufklärung. In Frankreich nennt man das 18. Jahrhundert deshalb auch >das Jahrhundert Voltaires< (le siècle de Voltaire). Mit seiner Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie auch am Deutungs- und Machtmonopol der katholischen Kirche war er einer der wichtigsten Wegbereiter der Französischen Revolution. Seine Waffen im Kampf gegen seine Gegner waren ein präziser und allgemein verständlicher Stil sowie Sarkasmus und Ironie.

Dieses vorliegende Werk sämtlicher Romane und Erzählungen ist eine wahre Fundgrube, ein Steinbruch Voltairescher Gedanken, die sich aus den Tiefen jeder Erzählung, jeder Kurzgeschichte, jeden Romans herausholen lassen. Victor Klemperer leitet ein, eine Lobeshymne an den in England Verweilenden, der quasi an den fulminanten Ehrungen nach dem Wiedereintritt in die Pariser Hemmnissphäre erstickt ist. Zerstörer und Bewunderer des Königtums, bester Literat im Schreiben wie im Interpretieren vergangener Werke, Gegenspieler Rousseaus, allein schon dort deutlich, wo Voltaire Glauben und Zweifel zuließ, den Deismus prägte, Komödien mochte und spielte, jedoch niemals Komödiant wurde. Klemperer bezeichnet ihn als Epigonen, wenn er sich an Strukturen der Dramen Großer wie Racine orientierte, aber meines Erachtens nie auf dem Niveau eines Hesses, der ja nicht scheute, Bemerkungen anderer umformuliert sein Eigen zu nennen. Voltaire fand Vorbilder in griechischen Antike, befand den noblen Stil französischer Autoren für höchst angemessen, liebte ebenso das Schöne wie die Könige, doch ebenso und vielleicht sogar mehr: die Vernunft. Ob als Berater in Potsdam, als Bestaunender von Schwetzingen, er war ein kritischer Schöngeist.

Dieses Buch vereinigt die Sichten als Aufklärungsphilosophie. Ob in dem "Mann mit den Vierzig Talern" jeder Gesellschaftsteil seine Hinterfragungen als gerechtfertigt überprüfen kann, wie die Frage, ob Persepolis zu überleben hat, zu beantworten ist oder ob die beste aller möglichen Welten tatsächlich existiert oder nur einer utopistischen Monade entspringt: nur praktische Vernunft nennt Voltaire sein Eigen. Die Leibniz Kritik im "Candide" (siehe separate Rezension) ist eine Geheimwaffe, erst nicht beachtet, dann in Aufsehen erregender Schnelligkeit und Menge verkauft. Die lesende Bevölkerung Frankreichs erlebte die Lutherische Bibelübersetzung nochmals. Voltaire kennt keine Raum-Zeit Komponenten in seinem Werken, allein der Inhalt ist entscheidend, vor allem die dahinterliegende Botschaft, die beißende Kritik, die feine Ironie, der blamierende Sarkasmus.

Da wo ihm hehre Vernunft unterstellt wird, ist er doch auch dem Sinnlichen ebenso zugetan ist. Wie Platons ist auch sein "Memnon oder die menschliche Weisheit" nicht allein Weisheit im Sinne der Vernunft, denn auch er beschreibt die Sinne als feindliche Herrinnen. Sein Memnon entgleist auf diesem Terrain und bringt sich aus Leidenschaft um seine Stellung. Vorbild für Grillparzer ist sein Weiß-Schwarz-Gemälde der Sprache als orientalisches Abenteuermärchen.

Zum Schluss möchte ich nicht wie im "Indischen Abenteuer" dem Pythagoras mein Leid klagen ob der sich zerfressenden Gesellschaften, die sich zwar den Scheiterhaufen der Inquisition erspart aber im globalen Zeitalter sich andere Möglichkeiten geschaffen haben. So wie er Pythagoras Toleranz predigen lässt, so steht für ihn Toleranz über allem. "Rette sich wer kann" sein Credo, wenn Toleranz und Humanität nicht siegt.

Lese wer kann, mein Credo für beste Literatur und zum Verständnis des Weltgeistes im 18. Jahrhundert, prägend bis in die heutige Zeit.

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Diese Rezension von gerleim fanden 12 von 15 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen unterhaltung und kritik perfekt vereint

voltaire. selten hatte ich so ein lesevergnügen wie bei seinen geschichten. den meisten genuss kann man aus voltaire holen, wenn man um die damalige zeit, 18. jhdt., die gesellschaft, die kirche, und frankreich, und europa allgemein, bescheid weiss. das buch ist aber sehr gut durchdacht. in ausführlichen fußnoten, sind am ende des buches historische daten und ereignisse zu den jeweiligen geschichten gesammelt. voltaire macht ständig anspielungen auf "ehrenwerte" leute und gesellschaften. die hintergründe sind eben in den fußnoten festgehalten. aber selbst ohne großes vorwissen sind die geschichten ein genuss, und zeigen die lächerlichkeit der involvierten menschen und gesellschaften auf. z.b. indem zwei bewohner einer anderen galaxy auf die erde kommen, und sich wundern, was die menschen treiben. voltaire scheut nicht zurück, wunderliche dinge geschehen zu lassen, um seine ideen und kritiken mit aller deutlichkeit, oder auch mal mit aller schlitzohrigkeit, darzustellen. candide-oder der optimismus, ist natürlich auch in dem buch. nach einer kurzen einführung zu voltaire steht am anfang ein text von voltaire über sein eigenes leben und seine erfahrungen. es sind ein paar längere, und viele kürzere geschichten, also auch mal für zwischendurch. aber auch die längeren muss man in einem lesen - suchfaktor ;-)

FAZIT: pures lesevergnügen für philosophisch, historisch oder einfach gesellschaftskritisch interessierte leserInnen. viel spass ;-)

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