Shakespeare, William

König Lear\Macbeth\Timon von Athen

König Lear\Macbeth\Timon von Athen
  • Verlag: Diogenes Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2002-09
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 271
  • ISBN: 3257206321
  • EAN: 9783257206326
  • Amazon.de Verkaufsrang: 404.262
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Beschreibung von buecher.de

Der krankhaft liebesbedürftige König Lear, der allzu ehrgeizige Königsmörder Macbeth und der haßerfüllte Timon von Athen - alle drei sind von fragwürdiger Moral und leben in einer kranken Welt, in der die Naturordnung gestört ist. Ein tief pessimistischer Zug geht durch die drei Tragödien Shakespeares.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von rolf-mayer fanden 7 von 8 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine Tragödie des Alters und des Alterns

Die Tragödie "King Lear" von William Shakespeare umfasst gleich zwei Tragödien: zum einen die Tragödie des starrsinnigen Lear, der seine treue Tochter Cordelia selbst verbannt und an den Folgen seiner Tat zerbricht, zum anderen die Tragödie des getäuschten Gloster, der von seinem unehelichen Sohn Edmund dazu gebracht wird, seinen treuen Sohn Edgar zu verstoßen. Die zweite Tragödie ist - einschließlich aller Elemente der wohl kalkulierten Intrige - mit derjenigen des alten Moor in Schillers "Die Räuber" zu vergleichen, der bekanntlich zur Marionette des hinterlistigen Franz wird. Die beiden Handlungsstränge sind, auch wenn sie weitestgehend parallel geführt werden, in einigen Passagen miteinander verknüpft. Die Tragödie des König Lear wird - auch wenn er letztendlich die Rolle des Opfers einnimmt, dem der Zuschauer mit Mitleid begegnen muss - von diesem selbst verursacht. Anlass für all sein kommendes Elend ist die eitle Aufforderung an seine Töchter, ein Loblied auf ihn, den mächtigen - wenngleich greisen - König und Vater, zu singen. Diejenige, die am schönsten "singt", man könnte auch sagen, die am aufdringlichsten schmeichelt, soll bei der anstehenden Aufteilung des Reiches bevorteilt werden. Am Anfang der Tragödie steht also ein höchst willkürlich eingeforderter Liebesbeweis, freilich ein Liebesbeweis des Wortes, nicht aber einer der Tat. Die Einsicht Lears in sein falsches Handeln, die ihm in lichten Momenten durchaus möglich wird, hat keine heilbringende Wirkung mehr. Zu spät entwickelt Lear die Fähigkeit des Mitempfindens, der Reue und der Umkehr. Seine Schuld am Los der Cordelia lässt ihn zerbrechen. Das Stück endet - vielleicht ohne ein gesundes Maß an poetischer Gerechtigkeit - in der Radikalität der meisten Tragödien Shakespears. Da Gutes und Böses unvermittelt nebeneinander stehen, ja sogar verwandt sind, kann nicht das eine isoliert siegen, das andere untergehen. In dieser Einsicht und in der Übersteigerung der menschlichen Abgründe, die aufgezeigt werden, liegt die Modernität des Stückes.

Diese Rezension von Thomas Dworschak fanden 6 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Nur keine Angst vor ausgerissenen Augen!

Möglicherweise ist der "Lear" Shakespeares grausigste, absurdeste und traurigste Tragödie. Die Guten müssen sich als Bettler und Wahnsinnige tarnen, um den Bösen zu entgehen, die sich wiederum am Ende des Stücks gegenseitig zerfleischen... Shakespeare kann, obwohl Englisch-Leistungskurse alles zu tun scheinen, um ihn zu verderben, ganz schön packend sein! "King Lear" taugt also nicht bloß als Schullektüre.Besonders positiv an dieser Ausgabe sind der Reclam-typische niedrige Preis, das hilfreiche Nachwort, das eine Zusammenfassung des Inhalts und einige Interpretationsansätze liefert, die hilfreichen Erläuterungen (Shakespeare bedient sich hier einer sehr dunklen, anspielungsreichen Sprache) und die Übersetzung, die nicht in Versen, sondern in Prosa gehalten ist und somit vor allem dem Verständnis des Inhalts sehr entgegenkommt, anstatt daß man dieses einem klassizistisch-romantischen Formempfinden opfert.

Diese Rezension von Thomas Dworschak fanden 4 von 6 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Geeignet, wenn man die deutsche Übersetzung braucht.

Diese Ausgabe ist gut geeignet, wenn man die deutsche Übersetzung braucht. Besonders wegen dem mittelalterlichen Englisch. Die Zusammenhänge sind meist etwas verwirrend wenn man selber im Wörterbuch nachschlagen muß. Meist findet man auch keine Übersetzung. Da ist es praktisch, dass es bei dieser King Lear Ausgabe links den englischen Text hat und rechts passend zur Zeile die deutsche Übersetzung. Das hilft sehr wenn man mit dem Alt-Englisch nicht zurecht kommt. Es ist mir eine große Hilfe in meinem Englischleistungskurs.

Diese Rezension von Polygraph fanden 3 von 3 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ...und alles bricht in Scherben

"King Lear" ist mit abstand die schwärzeste, härteste und erschütterndste von Shakespeares Tragödien. Nicht nur eine Geschichte in der das Gute verliert, eine Geschichte, in der alle verlieren. Die Guten werden entthront, verspottet und gefoltert und die Bösen ersticken an ihrem Größenwahn.

Der Kern des Stücks sind Schmeicheleien und falsche Versprechungen. Zu Beginn dankt King Lear ab, und möchte sein Königreich unter seinen 3 Töchtern aufteilen; unter der Bedingung, dass er als Repräsentant des Königshauses erhalten bleibt und monatlich zwischen Ihren beiden Königshöfen hin- und herreist, um so seinen Lebensabend zu verbringen.

Er fragt seine 3 Töchter, wie sehr sie ihn lieben. Zwei der Töchter versprechen ihm das Blaue vom Himmel herunter, und finden keine Worte für ihre Zuneigung. Nur die jüngste und unscheinbarste gibt offen zu, dass, solange sie verheiratet ist, ihre Liebe auch einem anderen Mann gehört, und sie damit nicht ihren Vater aus vollem Herzen lieben kann.

König Lear fällt auf die Schmeicheleien herein, und verstößt seine Jüngste, der er Undankbarkeit unterstellt. Das wird ihm zum Verhängnis - denn die beiden Töchter möchten das Königreich für sich haben, und schaffen in einem perfiden Komplott, den Vater zu überzeugen, er sei bereits wahnsinnig und senil, und nicht mehr in der Lage, seine Rolle wahrzunehmen. Sie entreißen ihm Schmuck, Krone und königliche Robe und schicken den alten Mann, nackt, verwirrt und verängstigt, in die stürmische Nacht hinaus.

Die beiden Töchter Goneril und Regan gehören zu den bösesten und verabscheuungswürdigsten Figuren, die Shakespeares erschaffen hat. Zwei raffgierige und selbstsüchtige Frauen, die erst gegen den gönnerhaften Vater intrigieren und sich dann selbst gegenseitig den Reichtum missgönnen. Einzig der Hoffnarr von Lear, der ihn alleine auf der nächtlichen Heide findet, ist eine sympathische Figur in einem Ensemble aus habgierigen und falschen Menschen. Mit jedem Akt verdüstert sich das Bild weiter, zieht sich die Schlinge enger. Erst im letzten Bild treffen nocheinmal alle Figuren aus der ersten Szene zusammen - eine Begegnung, die für niemanden Erlösung bietet.

Das elisabethanische Publikum mochte "King Lear" nicht, da es ihnen zu düster war - und auch nach 400 Jahren, und insbesondere nach 50 Jahren Ekeltheater im Deutschland wirkt das Stück immer noch wie ein Schlag in die Magengrube.

Diese Rezension von Polygraph fanden 2 von 7 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Das Buch enthält nur den Text

Die Bezeichnung "Lernmaterialien" ist für dieses Buch etwas irreführend, es handelt sich hierbei nämlich um eine zweisprachige Ausgabe des Dramas. Es sind zusätzlich nur ein Vorwort, ein Nachwort und Begriffserklärungen zum englische Text enthalten.

König Lear\Macbeth\Timon von Athen



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