Zola, Emile

Nana

Nana
  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2004-01-15
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 532
  • ISBN: 3458320989
  • EAN: 9783458320982
  • Amazon.de Verkaufsrang: 138.569
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Beschreibung von buecher.de

Die unsterbliche Nana ist die Grande Cocotte, die sich, intrigant und triebhaft, einen Platz in der Gesellschaft erobert und alle ruiniert, die ihr verfallen und ihr Herz und Vermögen zu Füsse legen. Sie ist die 'goldene Fliege, die aus dem Kot auffliegt und vergiftet, was sie berührt'. Mit ihrer Hemmungslosigkeit und ihrem Leichtsinn setzt sie jedoch das Erreichte aufs Spiel und stirbt einsam in Paris.

Aus der Amazon.de-Redaktion

Aufstieg und Niedergang einer "Grande Cocotte".

Nana, eine hübsche Prostituierte in Paris Mitte des 18. Jahrhunderts, bekommt eine Rolle als Venus in einem kleinen Varietétheater, in dem sie erstmalig fast nackt, nur mit einem durchsichtigen Schleier bekleidet, auftritt. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, und das Publikum starrt erregt auf den Körper dieser Frau, die sich aufreizend mit ihren langen, rotblonden Haaren auf der Bühne bewegt. Nicht ihr Talent macht sie so anziehend, sondern ihre sinnliche Ausstrahlung, die unwiderstehlich den Trieb der Männer anspricht. Die reichen Männer, mit denen sie schläft, beginnen ihr zu verfallen, und Nana nutzt diese Chance, um sich einen Platz in der Gesellschaft zu erobern. Ihre eigene Raffinesse und die Besessenheit der Männer verhelfen ihr zum Luxus. Leichtsinn und Übermut bringen sie schließlich zu Fall. Die französische Gesellschaft in dieser Zeit, mit ihren Schichten, und der Mensch, der seinen Trieben unterworfen ist, spiegeln sich in diesem Buch wieder. Die Not der Armen in den Gassen, und die Langeweile der Reichen in ihren Salons, zu denen Nana aufsteigt, werden gegenübergestellt. Durch diese Gegenüberstellung wirft der Autor soziale Fragen auf, die auch das Thema Prostitution betreffen. Besonders faszinierte mich, wie Emile Zola es verstand, die Atmosphäre im Verlauf des Romans immer dichter werden zu lassen, bis am Ende die unersättliche Nana die Männer ausbeutet, in den Ruin treibt und sich dabei selbst mehr und mehr verstrickt. Stilistisch manchmal grob, herb, dann wieder ästhetisch und poetisch, unnachahmlich in seiner Plastizität, läßt der Autor je nach Erfordernis die Charaktere sprechen. Leidenschaft, die Leiden schafft! --Claudia Berg

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Erik-Delf Schulze fanden 17 von 23 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Einzigartiges Sittengemälde

Bei diesem Werk, welches 1880 erschien, handelt es sich um den neunten und wohl berühmtesten Band des 20bändigen Romanzyklus „Die Rougon-Macquart". Erzählt wird die Geschichte der Hure Nana, mit der Zola dem Leser Sittenverfall, Korruption und Laster in der Pariser Gesellschaft unter Napoleon III. vor Augen führt. Die Titelheldin gehört dem Macquartschen Zweig der Familie an, bei der sich der in der Familie erbliche Alkoholismus und Geisteskrankheit nach Zolas Stammbaum auswirken. Sie wird, der Pariser Gosse entkommen, Schauspielerin. Nicht begabt, aber wunderschön, tritt sie in einer Operette auf, wo sie die Möglichkeit bekommt, diese Schönheit herausfordernd zur Schau zu stellen. Bald ist sie die große Hure, der Mythos Nana, mit der am Vorabend des Untergangs des Zweiten Kaiserreiches die Machthaber und Reichen buhlen. Sie steht dafür als Symbol wie auch für sittliche Verderbnis. Nana spielt ihre Kunden geschickt gegeneinander aus, lässt sich kostbare Geschenke machen, erniedrigt sie, intrigiert, verdirbt alles, was sie berührt. Zola schildert uns diese Ereignisse mit der ihm eigenen farbigen und kräftigen Sprache, intensiv, packend und mitreißend. Ein wunderbares Buch, was nach über 120 Jahren noch magische Anziehungskraft besitzt.

Diese Rezension von Darja Behnsch fanden 14 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Emile Zola: in meinen Augen einer der größten Schriftsteller des 19ten Jahrhunderts!

Emile Zola hat mit Nana ein wahres Meisterwerk geschaffen. Nana, mit einem Wort von Zola als die Sexbombe schlechthin beschrieben, spielt mit den Männerherzen des französischen Pariser Adels, lässt sich aushalten und gibt ihnen nur stundenweise, das was sich ein Mann von ihr am meisten gewünscht hat; nämlich Sex. Wobei hier Zola die erotischen Szenen nicht beschreibt, man muss zwischen den Zeilen lesen, wie es knistert. Nana, eine völlig unbegabte Schauspielerin überzeugt in einem Theaterstück (Debütaufführung) allein nur mit ihrem Sex-Appeal. Den Zuschauern ist egal, wie sie spielt (denn sie spielt qualitativ schlecht), es passt in die Rolle und sie hatte wie gesagt eben eine Menge Sex-Appeal. Mit diesem Stück wurde sie sogar noch berühmt in ganz Paris. Nanas Untergang: das Nachfolgetheaterstück, bei dem es nicht auf Sex-Appeal, sondern künstlerische Fähigkeiten und hervorzuhebendes Schauspielereikönnen ankam, was sie jedoch nicht hatte. Und sie übertreibt es mit der Ausbeutung der Männerherzen. Mit einem entscheidenden Fehler (... sie geht mit dem Vater des Mannes, der sie aushält ins Bett...) verlässt sie nun auch der adelige Mann, der ihr so manch Fehltritt (... er wusste, dass sie fremd ging...) verziehen hatte. Aber die Sache mit seinem Vater hat ihm dann doch noch den Rest gegeben, so dass er sich von ihr am Schluss abgewandt hatte, weil er das nicht mehr ertragen konnte.

Nana, ein wunderbares Werk von Zola. Und trotzdem frage ich mich an dieser Stelle, wieso er nicht auf die erotischen Szenen eingegangen ist? Es wäre in Nana nahezu perfekt gewesen. Ich hätte es nicht verpönt, schließlich schreibe ich ja auch darüber, aber wieso hat es Zola nicht getan? Comte de Mirabeau und Marquis de Sade haben es doch auch getan, und sogar noch viel früher, wenn man in die Vergangenheit zurückgeht. Aber ich denke, ich weiß, wieso er in seinem Roman die Erotik gänzlich weggelassen hat. Er wollte wohl als "seriöser Schriftsteller" glänzen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich es schade finde, dass sogar in unserer heutigen Zeit Schriftsteller, die erotische Romane schreiben, von der Gesellschaft nicht als seriös bezeichnet werden. Wir brauchen uns an dieser Stelle ja nur die Bestseller-Liste von Amazon anschauen und diese mit der Spiegel-Bestseller-Liste vergleichen. Wahrscheinlich hätte Zola ebenfalls - so wie auch die anderen Schriftsteller erotischer Romane - einen Pseudonym Namen verwendet, um Nana als erotischen Roman zu veröffentlichen, hätte er soweit gehen wollen. Ich finde es außerdem schade, dass sich die vielen guten Schriftsteller hinter einem Pseudonym gerade aus diesem Grund verstecken müssen. Also ich stehe dazu, was ich schreibe und ich schäme mich nicht für eine einzige erotische Zeile in meinen Romanen. Daher verstecke ich mich auch nicht hinter einem Pseudonym.

Zola hat mit Nana ein Meisterwerk geschaffen und es wäre noch viel pompöser geworden, hätte er die Erotik mit einfließen lassen. Sie hätte hier vorzüglich gepasst. Was ich bis heute noch nicht verstehen kann, jeder tut es (sagt er zumindest), jeder will es sehen (man sieht es in Filmen. Cold Mountain ist nur ein Beispiel von vielen), jeder will es auch lesen und trotzdem spricht man nicht geradeheraus in der Öffentlichkeit darüber und tut dies alles unter dem Deckmäntelchen "ich doch nicht" verstecken, da es nicht als seriös angesehen wird. Sollte man hier nicht sogar von einer heuchlerischen Gesellschaft sprechen? Hier sollte mal jeder selbst darüber nachdenken, aus welchem Grund ein seriöser Schriftsteller nicht über Sex schreiben sollte. Also mir fällt kein Grund ein.

Aber um auf Zola zurückzukommen. Ich finde diesen französischen Klassiker Weltklasse und ich kann ihn jedem nur weiterempfehlen (Hoffe, ich erreiche das mit 'Mariposa' und 'Obsession, Sinnenrausch & Bella Donna' auch...): Lasst euch von Nana, Zolas gelungenen Sexbombe überzeugen. Es lohnt sich! Und wer es nicht glaubt, sollte sich dieses wunderbare Werk gleich bei Amazon bestellen. Kein Cent ist hier umsonst ausgegeben.

P. S.: Und es stellt sich hier die Frage, ob nicht sogar Shakespeares "Sommernachtstraum" mit einer gewürzten Portion Erotik noch weitaus besser geworden wäre, als er es eh schon geworden ist (... seht euch hierzu meine Rezension an...). Ich bin überzeugt davon, dass es möglich gewesen wäre.

Diese Rezension von Michael Pietrucha fanden 9 von 11 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen UMWERFEND,positiv und negativ!!

Nana ist die Verkörperung der Gesellschaft in Frankreich! Ihr Aufstieg von der unbegabten Kleinschauspielerin und einfachen Dirne zur von allen männlichen Wesen begehrte und deshalb reich werdenden Edelkurtisane wird von Zola ausführlich unter der Deutung auf sämtliche Charakterzüge beschrieben. Während des Lesens verurteilt und bemitleidet man diese Frau,wie auch Zola sie verurteilt und bemitleide; Nana wird zum Einen als "Spatzenhirn",zum Anderen auch als "armes Geschöpf" tituliert. Sie steigert sich in ihre Gier und Gelüstbefriedigung immer mehr hinein,saugt die Freier reihenweise aus und wird dazu durch die glücklose Ehe mit einem kleinen Schauspieler im Endeffekt bestätigt,während ganze Existenzen durch sie zugrunde gehen,in dieser Gesellschaft,in der einzige die Frage zählt:Wer schläft mit wem? Sie stirbt einen rätselhaften Tod,während ganz Frankreich in den Krieg zieht!

Dieses Buch sollte man wirklich gelesen haben,es ist packend!

Diese Rezension von Michael Pietrucha fanden 4 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein facettenreiches Bild der Pariser Gesellschaft.

In diesem Roman, der zu einer ganzen Reihe- der Rougon- Maquart- Reihe- gehört, geht es um den steilen Aufstieg der Tochter Gervaises und Lantiers, Nana. Entsprossen einem Geschlechte von Trinkern, gelingt es Nana, in die höchsten Kreise der Pariser Gesellschaft einzudringen und deren Verderbtheit zu beschleunigen. Es gelingt Zola, ein ungeheuer vielschichtiges und facettenreiches Bild der Pariser Gesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts zu entwerfen, das seinesgleichen sucht. Die in der gesamten Reihe wirksamen Vererbungsgesetze, die Zola mitunter konstruiert, wirken gleichwohl bedrückend. Die gesamte Reihe ist für mich ein unverzichtbarer Teil der französichen Literaturgeschichte, die in der Weltliteratur ihren festen Platz hat.

Diese Rezension von T. Susanne fanden 4 von 7 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Hat was!

Wenn man sich als Leser moderner, "einfacher" Literatur erst einmal an den Schreibstil gewöhnt hat, ist dieses Buch klasse.Die Geschichte, der Aufstieg und Fall einer Edelhure im alten Frankreich, beschreibt die Gesellschaft und besonders die in ihrer Gier beinahe schon sabbernden Männer ganz hervorragend. Wie man diese gegeneinander ausspielen und zu Grunde richten kann und wie dankbar sich diese das gefallen lassen, ist faszinierend. Und im Großen und Ganzen hat sich daran bis heute nichts geändert.

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