Goethe, Johann W. von

Wilhelm Meisters Lehrjahre

Wilhelm Meisters Lehrjahre
  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • Erscheinungsdatum: 2006-07-01
  • Format: Sondereinband
  • Umfang: 641
  • ISBN: 3458321756
  • EAN: 9783458321750
  • Amazon.de Verkaufsrang: 276.625
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Amazon.de-Hörbuchrezension

Wie lebendig Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre, dieser erste Bildungsroman, noch immer ist, das zeigt Angela Gerrits in ihrer Hörspielbearbeitung. Wilhelm will auf dem Theater sein Glück suchen und seine erste Liebe heiraten. Aber jung und unerfahren wie er ist, kommt alles ganz anders. Er muß erkennen, daß seine Freundin ihn betrügt. Enttäuscht will er nichts mehr von Frauen wissen und kehrt auch der Dicht- und Schauspielkunst den Rücken. Da bekommt er plötzlich ein Schauspielengagement und als er bei einem Überfall verletzt wird, rettet ihn eine unbekannte Schöne. Diese Schöne geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er verschreibt sich dem Theater, doch bald veranlaßt ihn die rätselhafte Bekanntschaft der Gesellschaft des Turms, dem Theater zu entsagen. Kunst oder nicht Kunst, Frauen oder nicht Frauen, Verantwortung, Gefühl, Verstand. Wilhelm ist hin- und hergerissen zwischen den festen Vorsätzen, die er sich immer wieder auf's neue für sein Leben zurechtlegt, und den unvorhergesehenen Ereignissen, die immer wieder alles ins Wanken bringen. Als er erfährt, daß all diese Wirrungen von der Gesellschaft des Turms gesteuert waren, will er sich empört abwenden. Doch da taucht plötzlich die schöne Unbekannte wieder auf... Bei einer Hörspielbearbeitung das Richtige wegzulassen, ohne zuviel abzuschneiden vom Eigentlichen, ist eine Kunst für sich. Die Autorin Angela Gerrits hat diese komplizierte Aufgabe "gemeistert" und diesen komplexen Text, der sowohl Theaterroman als auch Liebes-, Bildungs-, Entwicklungs- und Abenteuerroman ist, zu einem quirligen, spannenden Hörspiel zusammengekürzt. Die hohe Qualität dieser Aufnahme zeigt sich ebenfalls an der ausgesuchten Besetzungsliste (exzellent Bastian Trost als Wilhelm und Anna Thalbach als Mignon). Das ist ein Hörbuch gerade auch für diejenigen, die sich noch nicht so häufig mit Goethe und seinen Werken befaßt haben. Nach dem Genuß von nahezu 3 Stunden Wilhelm Meister hat man durchaus Lust auf mehr. --Anne Hauschild

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von S. Bernard fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der Wälzer schreckt ab, ist aber eine Bereicherung

In »Wilhelm Meisters Lehrjahre« lässt Goethe den jungen Kaufmannssohn Wilhelm in die Welt hinausziehen. Anders als sein Vater strebt Wilhelm keinen »bürgerlichen« Lebensweg an. Er möchte gerne Schauspieler und Theaterautor werden. So reist Wilhelm umher und schließt sich schließlich einer wandernden Theatertruppe an. Auch so manche Erfahrung mit dem schönen Geschlecht bleibt nicht aus.

Während Wilhelm zu Beginn seiner Reise noch das Glück hold ist, so muss er im Laufe seinen Umherziehens auch manch schweren Schicksalsschlag wegstecken. Dieses Auf und Ab begleitet Wilhelm und verhindert, dass die Geschichte verflacht (zu beobachten bei Eichendorffs »Taugenichts«).

Es kommt auch zu mysteriösen Ereignissen. Spannende Fragen werden aufgeworfen: Was ist Mignons Geheimnis und warum wird der Harfenspieler wahnsinnig? Wer steckt hinter dem Geist, der bei der »Hamlet«-Aufführung erscheint? Was hat es mit dem »Turm« und seiner geheimnisvollen Gesellschaft auf sich? Am Ende lässt Goethe geschickt die Handlungsfäden zusammenlaufen. Und Wilhelm sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob er den steinigen Weg eines Künstlers weitergehen will. So begründet sich im Ende der »Lehrjahre« das Bildungsideal der Klassik, dass eine Balance zwischen Bürgerlichkeit und Künstlertum vorsieht.

Viele Leser sind gleich abgeschreckt, wenn sie »Goethe« hören, und denken dabei an die nicht immer leichte Kunstsprache. Dieses Charakteristikum trifft auf die »Lehrjahre« aber nur in einem gemäßigten Rahmen zu und das Buch ist nach kurzer Eingewöhnung recht angenehm zu lesen. Das dieses 660 Seiten starke Werk seine Zeit braucht, um es durchzuarbeiten, ist wohl bewusst. Aufgrund der guten Gliederung und der wirklich nicht zu abgehobenen Sprache, verliert der geduldige Leser jedoch nie den Faden.

Belohnt wird der Leser für die Auseinandersetzung mit diesem Wälzer auf jeden Fall. So manche Weisheit hat Goethe für seine Leser in die »Lehrjahre« hineingestrickt. Interessant sind für Klassik- und Theaterfans zudem bestimmt die Passagen, an welchen Goethe seine Charaktere über Shakespeare und das Theater im Allgemeinen philosophieren lässt.

In besonderen Maß empfehle Ich diesen »Ur-Bildungsroman« aber vor allen jenen Lesern, die sich gerne mit den Themen Individualismus und Künstlertum beschäftigen.

Diese Rezension von El Hongo fanden 10 von 13 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen "Der Bildungsroman" (...so schlimm ist er gar nicht)

Für jeden, der sich einen Funken für deutsche Literaturgeschichte interessiert, ist dieser Roman ohnehin Pflicht, da er der Inbegriff des Bildungsromans schlechthin ist, d.h. einem Roman, in dem die Hauptfigur danach strebt, "alles das, was im Innersten in ihm angelegt ist, im Leben zu verwirklichen", wobei er sich anfangs natürlich ziemlich dumm anstellt etc. Ob den heutigen "normal"-Leser diese Geschichte noch so mitreißt wie Goethes Zeitgenossen glaube ich allerdings nicht, zumindest kann ich das von mir nicht behaupten, denn das Thema ist natürlich ein gutes, wahres, schönes, und man spürt Goethes Genie und seine Fähigkeit, ein riesiges Universum in einen Text zu packen, aber W.Meisters Selbstfindung ist der heutigen Realität doch ziemlich fern. Da sie sich zum großen Teil im Theater abspielt, kann man jedoch nebenbei Einiges über das damalige Schauspielerdasein erfahren und bekommt einen Eindruck von der Shakespeare-Rezeption in Deutschland zu jener Zeit. Das ist nicht so abschreckend, wie es vielleicht klingen mag, denn die Geschichte ist fließend zu lesen und Goethe beherrscht die Sprache sehr beeindruckend, das humanistische Ideal des Bildungsbegriffs wird fassbar, und zum Teil ist es sogar lustig, oft schlüpfrig. Aber etwas sperrig ist dieses Stück Weltliteratur dann doch, oder vielleicht scheint es heute so, denn es ist spürbar aus einer anderen Zeit.

Diese Rezension fanden 7 von 13 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Lernmaterialien??

Obwohl der Begriff Lernmaterialien anderes vermuten läßt, handelt es sich hier um das komplette Buch, dem lediglich ein kurzes Nachwort und um vergleichsweise wenige Erläuterungen zum damaligen Sprachgebrauch angehängt wurden. Ansonsten finde ich diesen klassischen Bildungsroman sehr empfehlenswert, da die Figur des Wilhelm Meister sympathisch gezeichnet ist und die Geschichte durchaus spannend ist. Ein absolut lesenswertes Buch, auch wenn ich die Lektüre eines eingeschobenen Kapitels etwas zäh fand, was aber wahrscheinlich daran lag, daß die gebrauchte ältere Sprache ungewohnt zu lesen ist.

Diese Rezension von bmathies2 fanden 2 von 4 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ...aber eine super Soap!

mich hat die Leichtigkeit des Romans überrascht.

die ich von Goethe nicht unbedingt gewohnt bin.

Viele Themen werden behandelt, und gedeutet, und sind heute noch aktuell.

Besonders ist mir die stelle im Kopf geblieben, wo Wilhelm mit einen freund drüber streitet. ob in der Aufführung von W.S Hamlet, Hamlet denn sterben müsste, da ihn das Publikum lieber lebend sähe. Schöne Szene!

Auch bekommen einige Gedichte die man vielleicht schon kennt, einen tollen rahmen (Zusammenhang).

700 Seiten Goethe haben mich erst abgeschreckt - nun bin ich traurig das es zu ende ist! (muss mich also einer neuen soap widmen...)

Diese Rezension von Lesefreund fanden 2 von 6 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Ermüdender Klassiker, und dennoch...

... lohnenswert! So schwierig es ist, Goethes überladenem, emotionstriefenden Jugendklassiker aus heutiger Sicht noch etwas abzugewinnen: Schlecht ist sein "Wilhelm Meister" nicht. Ich tue mich zwar nach wie vor schwer, Wilhelms klischeebehaftete Selbstfindungsreise als Bildungsroman zu klassifizieren, doch macht das Lesen dieses Buches heutzutage durchaus noch Sinn, und sei es nur aus literaturwiss. Hinsicht!

Wilhelm Meisters Lehrjahre



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