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Sowohl künstlerisch als auch menschlich ist der Beginn seines Lebenslaufs mit der fesselndste Abschnitt des ganzen Werkes. Künstlerisch deswegen, weil die Schilderung dieser Jahre mit ihren zahlreichen Miniaturbildern eine außerordentliche Frische bewahrt hat, menschlich, weil er nicht zuletzt durch die Zeit des Heranwachsens eine Sonderstellung unter seinen Zeitgenossen einnimmt. Der größte Teil unserer damaligen Dichter stammte aus Pfarrerfamlien, und ihre Kindheit stimmt in mancherlei Hinsicht so ziemlich überein. Was Andersen in Odense erlebt hat, war ihm allein vorbehalten. Er wußte etwas, was kein anderer wußte. Und doch hat er den Bericht von seinen Kinderjahren retuschiert, so daß er eine rosigere Färbung erhalten hat, als er in Wirklichkeit besaß.
"Proletarierjunge" und "Buschneger"???Als meine Großmutter mir dieses Buch geschenkt hat, habe ich mich sehr gefreut, ist ja immerhin Andersen-Jahr.
Inzwischen bin ich auf Seite 50 und werde "Andersen" dann dem Altpapiercontainer verehren.Die Verantwortlichen bei Rowohlt scheinen sich um die Inhalte etablierter Bildmonographien nicht sonderlich zu scheren.
Hier bei Amazon wird das Ganze zwar als 1980 erschienen beworben, aus meiner Ausgabe, die 1995 (!; das Ausrufezeichen erklärt sich dann mit dem unten abgetippten Zitat) in vierter Auflage erschienen ist und mit dem hier beworbenen Produkt identisch zu sein scheint (gleiche ISBN etc.), geht hervor, dass das Buch zuerst 1958 herausgebracht wurde.Das erklärt vielleicht die ständige Bezeichnung Andersens als "Proletarierjungen", da macht sich dann der Zahn der Zeit bemerkbar und das nehme ich hin.
Aber man lasse sich folgenden Absatz auf der Zunge zergehen:"Die Zwiespältigkeit, die in Andersens Wesen liegt, ist auch in seiner Lebensanschauung zu spüren: auf der einen Seite ist er der christlichen Dogmatik gegenüber streng rationalistisch eingestellt, auf der anderen Seite sucht er in seinem religiösen Leben zu uralten, primitiven Vorstellungen Zuflucht -- was ist die Szene mit dem Porträt des verstorbenen Mannes denn anderes? Ein Buschneger würde sich ganz genauso benommen haben." (Seite 50)Also BITTE!!!!! Dafür hätte ich anstelle eines Sterns lieber ein paar Bananen aus dem Kolonialwarenladen vergeben.
PS: Es gibt vielleicht auf den weiteren 130 Seiten noch bessere Zitate, aber mir reicht es jetzt...