Kantzenbach, Friedrich W.

Johann Gottfried Herder

Johann Gottfried Herder
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Erscheinungsdatum: 1986
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 160
  • ISBN: 3499501643
  • EAN: 9783499501647
  • Amazon.de Verkaufsrang: 551.840
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Beschreibung von buecher.de

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts haben im ostpreußischen Königsberg drei begabte Denker studiert und gewirkt: Kant (1724-1804), Hamann (1730-88) und Herder (1744-1803). Die Wiederentdeckung Johann Georg Hamanns steht vielleicht noch bevor, wenngleich eine kleine Elite schon immer auf den Magus im Norden gesetzt hat. Kants und Hamanns Schüler war Johann Gottfried Herder, der zu den anerkannten Führern im geistigen Leben gehörte; seine Nachwirkung in der Literatur und Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts ist allenthalben spürbar. Wenig aber gibt man sich darüber Rechenschaft, daß es so oft Herders Gedanken sind, die in späteren Entwicklungen ausgeführt, verfeinert oder auch vergröbert und miteinander verbunden wurden. Herders geistiges Eigentum hat eine Art von anonymer Wirkung erlebt.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Klaus Prinz fanden 3 von 4 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Der Vierte im Weimarer Dreigestirn

Im bewährten Stile der rororo Bildmonografien erwartet den Leser ein chronologisch geordnetes Ensemble aus biografischen Elementen, Brief- und Werkauszügen sowie Portraits, Fotos und Autografen des Johann Gottfried Herder.

1744 im ostpreußischen Mohrungen geboren, studierte dieser in Königsberg im Schwerpunkt Theologie, hörte aber wohl auch alle Vorlesungen Kants. In Riga arbeitete er von 1764 bis 1769 als Aushilfslehrer an der Domschule. Eine anschließende Reise durch halb Europa brachte ihn 1770 nach Straßburg, wo der junge Goethe seine Bekanntschaft suchte. Dort erarbeitete Herder auch seine Abhandlung über den Ursprung der Sprache, die bei der Preußischen Akademie der Wissenschaften einen Preis gewann.

Im Jahre 1771 wurde er Hofprediger und Stadtpfarrer in Bückeburg, der Residenzstadt der Fürsten von Schaumburg-Lippe. 1776 erreichte ihn der durch Wieland und Goethe unterstützte Ruf nach Weimar, wo Herder das Amt des Generalsuperintendenten der evangelisch-lutherischen Kirche im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach übernahm. Neben seinen kirchlichen Aufgaben blieb ihm jedoch hinreichend Zeit für verschiedenste Publikationen, darunter auch sein Hauptwerk "Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit".

1788 unternahm er eine einjährige Italienreise, in deren Verlauf er auch auf die Reisegesellschaft der Anna Amalia traf. Während der letzten zehn Jahre entfremdete er sich zu Goethe. Herder starb im Dezember 1803.

In diesem Weimar der Dichtkunst kann Herder nicht in einem Atemzug mit Wieland, Goethe und Schiller genannt werden. Aber nicht, weil Herder weniger originell oder produktiv gewesen wäre, sondern weil er kulturphilosophisch wirkte und nicht als Dichter angesehen werden kann. Es klingt an, als sei er gelegentlich ein schwieriger Zeitgenosse gewesen nicht ganz frei von Missgunst, insbesondere Goethes Karriere gegenüber. Doch da scheint mir Zurückhaltung geboten.

Zwar wird dieses Buch dem Anspruch einer Bildmonografie durchaus gerecht, doch bleibt Herders Werk hingegen recht blass, obgleich dieser in der kulturphilosophischen Diskussion der deutschen Spätaufklärung doch einiges zu bieten hatte. Er begann sogar mit seinem alten Lehrer Kant eine interessante Auseinandersetzung über Vernunft, wo er, wie ich finde, keine schlechte Figur abgab.




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