Gandhi, Mahatma

Mein Leben

Mein Leben
  • Verlag: Suhrkamp
  • Erscheinungsdatum: 2007-09-27
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 298
  • ISBN: 3518374532
  • EAN: 9783518374535
  • Amazon.de Verkaufsrang: 4.707
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Peter Oefele fanden 37 von 39 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen dieses Buch ließt sich so flüssig wie ein Roman!

Satyagraha, die Lehre des gewaltfreien Widerstandes, ist der Inbegriff Mahatma Gandhi's Lebens, Schaffens und Todes. In diesem Buch "Mein Leben" beschreibt der Mensch, der laut Hermann Hesse "mehr war, als sämtliche amerikanische Präsidenten des Jahrhunderts, samt allen Vertretern und Schöpfern des Kommunismus von Marx bis Stalin....", eben seinen Weg zum Satyagraha. Dies geschieht mit dem von Gandhi nicht anders zu erwartenden Understatement. Was allerdings nicht zu erwarten war, ist die streckenweise fast schon humoristische Schilderung seiner jungen, ungetrübten Jahre. So beschreibt er sexuelle Erlebnisse, Diebstähle, Zigarettenkonsum und vieles mehr, was seine späteren Werdegang zum bekanntesten aller Asketen und Pazifisten um so glaubwürdiger erscheinen läßt. Er hält sich selbst für einen schlechten Ehemann und setzt sich in interessanten Thesen mit dem Thema Sexualität auseinander. Weiterhin schreibt er über seine jungen Jahre als praktizierender Anwalt im rassistischen Südafrika und somit über den Beginn seiner Hingabe zum Widerstand. Er hat in zwei Kriegen gegen die Unterdrückung gedient, ja, war sogar Kommandeur. Später analysiert er seinen Aufstieg zum Weltpolitiker bis ins kleinste Detail. Dieses Buch liest sich tatsächlich wie ein Roman, denn kein fiktives Leben könnte spannender und überraschender Verlaufen als das des realen Helden dieser Autobiographie. Gandhi überrascht mit seinem schriftstellerischen Talent und auch die Übersetzung scheint hervorragend gelungen. Eines sei aber noch vorweggeschickt. Natürlich fehlt die Geschichte der letzten zwanzig Jahre seines Lebens, da dieser Text bereits zu Gandhi's 61. Lebensjahr veröffentlicht wurde. Mahatma Gandhi's Menschenleben ist zweifelsohne eines der interessantesten dieses Jahrhunderts. Um so reizvoller wird die Lektüre seiner Autobiographie. Sie läßt in ihrer Genauigkeit und Ehrlichkeit keinem außenstehenden Biographen den Anspruch zuvor gelesen zu werden. "Mein Leben" von Mahatma Gandhi ist wohl, zumindest was die Ereignisse bis 1930 betrifft, das Standardwerk zum Thema. Wie sollte es auch anders sein, wenn ein Autobiograph, wie er, derartige rhetorische Fähigkeiten besitzt.

Diese Rezension von junior-soprano fanden 30 von 32 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine bessere Welt ist machbar!

Mahatma Gandhis Autobiographie „Mein Leben" ist unterhaltsamer und lohnender als die meisten Romane. Ein flüssig zu lesendes, ermutigendes und hochgradig inspirierendes Buch! Vorab gibt es Hommage von Hermann Hesse und im Nachwort von Curt Ullerich eine kurze Einschätzung Gandhis Bedeutung für die Weltgeschichte. Doch der überwiegende Teil der gut 300 Seiten dieses Werks steht Gandhi zur Verfügung. Das Gefühl, daß Gandhi selbst zu seinen Lesern spricht, macht einen Teil der Faszination des Buchs aus. Beschrieben wird Gandhis Lebensweg von seiner Herkunft, über seine Geburt 1869 und endet 1924. Die letzten Jahre seines Lebens, das mit seiner Ermordung 1948 endet und sein größter Triumph, die Unabhängigkeit seiner Heimat Indien fehlen. Herausgeber C. F. Andrews, der das Buch um einige interessante Kommentare bereichert hat, weist darauf hin, daß es sich bei der vorliegenden Ausgabe um eine gekürzte, von Gandhi autorisierte Fassung handelt. Gekürzt wurde beispielsweise die Zeit in Südafrika.

„Mein Leben" ist ein Buch voller Humor, Leidenschaft und Selbstkritik. Gandhi denkt viel über Politik und Religion nach. Religion nimmt dabei einen größeren Teil ein als die Politik. Hinduismus, Islam und Christentum - beschäftigt hat er sich mit jeder dieser Religionen und vor allem dem Christentum steht er skeptisch gegenüber, zeigt aber auch die positiven Seiten auf.

Spannend ist die Schilderung von Gandhis Studienjahren in London und seine ersten Berufsjahre als Jurist. Die Erkenntnisse aus diesem Jurastudium leisteten ihm bei seinem Befreiungskampf große Dienste.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in Gandhis Leben war die vegetarische Ernährung. Seiner Meinung nach haben nicht nur Menschen, sondern auch Tiere eine Seele. Die Anfeindungen der Fleischesser beschreibt Gandhi stellenweise mit einer liebenswürdigen Gelassenheit und feinem Humor.

Der Kern des Buchs ist erwartungsgemäß die Schilderung des gewaltfreien Widerstandes, der friedlichen Nicht-Zusammenarbeit mit den englischen Kolonialherren. Höflichkeit, Friedfertigkeit und das Streben danach, selbst seinen Feinden, Gutes zu tun sind Gandhis Mittel um seine politischen Ziele zu erreichen. Sehr interessant ist Curt Ullerichs Hinweis zu diesem Thema, daß andere Gegner als die Briten, etwa der NS-Staat mit Männern wie Gandhi nicht so geduldig umgegangen wäre, sondern ihn kurzerhand hingerichtet hätten. Wer die Welt verbessern will kann sehr wohl im Kleinen damit anfangen, etwa indem er Vegetarier wird, sich in seiner Gemeinde politisch engagiert und seine Mitmenschen respektvoll behandelt. Das sind nur einige der Schlüsse die der Leser nach der kurzweiligen Lektüre dieser Autobiographie ziehen kann.

Stay cool and care.

Diese Rezension von junior-soprano fanden 29 von 31 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eindrucksvolle Autobiographie

Gandhibiographien gibt es nun wahrlich zuhauf, diese hier sticht deshalb hervor, weil es seine Autobiographie ist. Für einen ersten Überblick über sein Leben ist sie vielleicht nicht uneingeschränkt zu empfehlen - sie ist zwangsläufig nicht vollständig und natürlich sehr persönlich geprägt. Gerade letzteres ist aber natürlich ihre große Stärke, gibt sie doch einen sehr tiefen Einblick in die persönliche Entwicklung dieses Menschen, der wohl wie kein anderer mit dem Begriff des bedingungslosen gewaltfreien Widerstandes in Verbindung gebracht wird. Auch Gandhi wurde nicht als der Gandhi geboren, als den wir ihn kennen. Vielmehr hat er eine kontinuierliche Entwicklungen vom jungen ambitionierten Rechtsanwalt zum religiösen Führer eines Subkontinents erlebt. Insbesondere die hierfür sehr wichtige Zeit in Südafrika wird ausführlich behandelt. Seine tiefe Religiösität, die die Basis für sein gesamtes Handeln bildete, erfährt in der Autobiographie ebenfalls breiten Raum. Gerade diese Thematik wird in anderen Darstellungen seines Lebens oft von der politischen Seite seines Wirkens zur Seite gedrängt, ist aber doch letztendlich die ausschlaggebende und treibende Kraft, ohne die das gesamte Wirken Gandhis nicht vorstellbar wäre. Hier liegt der große Vorzug von "Mein Leben", das ein unvergleichlich beeindruckendes persönliches Bild von Mahatma Gandhi gibt.

Diese Rezension von Tobias Gehring fanden 24 von 25 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Mahatma Gandhi verstehen

In seiner Autobiografie "Mein Leben" schildert Mahatma Gandhi die ersten 60 Jahre seines Lebens. Er beginnt mit seiner Kindheit in Indien, leitet über zum Jurastudium in London, fährt fort mit seiner Zeit in Südafrika, wo Gandhi zum ersten Mal politisch aktiv wird, und endet schließlich mit der Schilderung der Jahre zwischen der Rückkehr in seine Heimat Indien und dem Salzmarsch, der in dieser Biografie nicht beschrieben wird, da er erst nach ihrem Erscheinen stattfand.

Im Rahmen der Vorbereitung auf eine Facharbeit über Mahatma Gandhi las ich kurz nach dieser Autobiografie auch eine Biografie über das Leben Mahatma Gandhis. Kein einziges Mal kam es dazu, dass die Biografie eine Information aus der Autobiografie als unwahr entlarvte, stattdessen wurde die Autobiografie in der Biografie ausgiebig zitiert. Mahatma Gandhis "Mein Leben" ist also keine literarische Selbstbeweihräucherung des Verfassers, vielmehr folgt Gandhi auch hier seinem strikten Wahrheitsgelübde. Gandhi blickt auf die reale Vergangenheit eines realen Gandhi früherer Tage zurück, ohne zu schönen oder zu verfälschen. Dies ist umso bemerkenswerter, da Gandhi auf sein eigenes Ich der Vergangenheit keineswegs immer stolz ist, sondern mit diesem hart ins Gericht zu gehen weiß und einige seiner Taten aus der Vergangenheit schlicht als Tragödien bezeichnet.

Haben wir es aber nur mit einem herausragend ehrlichen Überblick über einen Großteil des Lebens Mahatma Gandhis zu tun? Beileibe nicht. Der Gesinnungsethiker Gandhi beschreibt nicht nur seine Taten, sondern auch - und gerade - seine Gedanken. Stets erklärt er, welche Meinungen ihn zu welchen Taten geführt haben, und über welche Ereignisse er zu welchen Meinungen gelangte. Das sich daraus ergebende Wechselspiel von Gedanke und Tat vermittelt ein plastisches Bild Gandhis, es lässt uns Mahatma Gandhi verstehen. Wir lernen, dass Mohandas Karamchand Gandhi nicht als der gewaltlose Mahatma vom Himmel gefallen ist, sondern als völlig gewöhnlicher Mensch mit geringem Selbstbewusstsein. Wir lernen, dass seine Verwandlung von diesem Menschen zum bewunderten Mahatma kein unerklärliches Wunder ist, sondern Produkt eines sich mit der Zeit entfaltenden starken Willens, der durch ein ebenso starkes Gewissen und eine tiefe Religiösität in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Wir werden Zeuge des fantastischen Wandels Gandhis, wir lernen, dass ein solcher Wandel möglich ist und wie er möglich ist. So verleiht dieses Buch uns den Mut, selbst unseren Teil zur Verbesserung der Welt beizusteuern und Gandhis Aufforderung nachzukommen, der Wandel zu werden, den wir in der Welt sehen möchten. Niemand von uns muss ein zweiter Mahatma werden, aber jeder kann dazu beitragen, dass diese Welt ein kleines Stück gewaltloser, friedlicher, besserer Ort wird.

Kurzum: Dieses Buch ist ehrlich, vermittelt in ansprechendem Stil Wissen über Gandhis Leben und Meinungen und enthält eine Botschaft, die das Leben des Lesers verändern kann. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Diese Rezension von Tobias Gehring fanden 18 von 28 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Gutes Nachwort, ansonsten eher beschwerlich

Mich hat das Buch, obwohl ich Ghandi sehr bewundere, eher Mühe gekostet.

Ich würde dieses Buch nur bedingt weiterempfehlen, vor allem weil es sehr gekürzt ist. Außerdem sei man gewarnt: Dieses Buch kann das schöne, zurechtgelegte Bild, das man von Ghandi hat, sehr leicht verdrehen...

Weswegen sich das Buch aber unbedingt lohnt ist das Nachwort. Dieses bringt genau die Informationen ein, die man nach der Lektüre benötigt oder sich sogar von ihr erhofft hat. Es zeigt Ghandi aus Sicht der Inder, was er wirklich erreicht hat und was ihn wohl getrieben hat.

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