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Die berühmteste Jenseitsreise der Weltliteratur
'Die Göttliche Komödie' ist eine der größten Menschheitsdichtungen überhaupt: Dante hat dieses Lebenswerk um 1307 begonnen und um 1320 kurz vor seinem Tod vollendet. In hundert Cantos beschreibt er die Wanderung der Hauptfigur Dante, erst in Begleitung von Vergil, dann von Beatrice, durch die drei Reiche des Jenseits: Hölle, Fegefeuer und Paradies. Dort begegnet er den Seelen der Verstorbenen, denen, je nach Schuld oder Verdienst, durch göttlichen Spruch ihr Platz zugewiesen ist. Die Gesamtschau mittelalterlichen Denkens, die zeitlose Mystik und die elegante Schönheit der Sprache machten Dante zum größten Dichter Italiens.
Übertragen und kommentiert von Karl Vossler, einem der renommiertesten Dante-Kenner.
In Dante Alighieris Göttlicher Komödie (1307-1321) ist die Hölle eine "blinde Landschaft". Überall herrscht Schreien, Seufzen, Jammern und Zähneklappern; und unterm dunklen Regen, der dem Dichter und seinem Begleiter Vergil am Beginn der Jenseitsreise im Inferno des "Klagewaldes" entgegenschlägt, ist außer den Stimmen der Verdammten und den "gellenden Schreien der Gesottenen" kaum etwas auszumachen. "Von allen Seiten hört' ich Jammern", heißt es, "sah aber keinen Jammernden". Dante tritt "in eine Landschaft, wo kein Licht mehr leuchtet" -- und lässt beim Eintritt ins Höllentor alle Hoffnung fahren. Die Göttliche Komödie ist also eigentlich ein frühes Hör- und Lesespiel, und da lag es nahe, die 100 Gesänge des Buchs in Stimmen und Klänge zu verwandeln. Der Bayerische Rundfunk hat dies 1957 gewagt und mit Marianne Hoppe, Walter Süssenguth, Wolfgang Büttner, Helen Vita, Hans Clarin, Fritz Rasp, Bernhard Minetti und anderen in beinahe sechs Stunden nahezu die gesamte "Schauspiel-Elite der 50er und 60er Jahre" (Klappentext) vor die Mikrophone gebracht. Nun macht uns der Hörverlag diesen grausigen Ohrenschmaus unter der Regie von Otto Kurth wieder zugänglich. Und nebenbei kann man am exzellenten Dante-Sprecher Peter Lühr studieren, wen sich Klaus Kinski bei seiner grandiosen Lesung von Villon-Gedichten (Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund) zum Vorbild nahm. Im hellen Paradies, in dem Vergil den Dichter nach der gemeinsamen Reise durch Hölle und Fegefeuer an die früh verstorbene Geliebte Beatrice übergibt, wird Dantes Göttliche Komödie dann wieder eher zu einem visionären Sehstück, und im 6. Himmelskreis leuchtet schließlich erlösend Christi Bild. Das ist eins der Gesichter, "die ich nicht schildern kann": der Dichter beginnt zu schweigen. Wenn man dies derart beredt wie Dante tut, dann mag man immer wieder gern davon hören. Hörspiel, Spieldauer 315 Minuten, 5 CDs. Auch auf 4 MC erhältlich --Thomas Köster
Brockhaus-1809: Dante Alighieri
Brockhaus-1837: Dante Alighieri
Brockhaus-1911: Göttliche Komödie · Dante Alighieri · Komödie · Alighieri
DamenConvLex-1834: Dante, Alighieri · Komödie
Herder-1854: Komödie · Alighieri · Dante
Meyers-1905: Dante Alighieri · Extemporierte Komödie · Komödĭe · Alighiēri · Dante-Gesellschaft · Dante da Majāno
Pierer-1857: Komödie · Göttliche Gesellschaft · Alighieri · Dante [1] · Dante [2]