Faulkner, William

Die Freistatt

Die Freistatt
  • Verlag: Diogenes Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2002-01
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 248
  • ISBN: 3257208022
  • EAN: 9783257208023
  • Amazon.de Verkaufsrang: 269.432
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Beschreibung von buecher.de

Die reiche und verwöhnte Studentin Temple Drake gerät nach einem Autounfall mit ihrem betrunkenen Galan in die Hände von Schwarzbrennern und Gangstern.
William Faulkner gelingt es, die Faszination des Bösen mit unheimlicher Unmittelbarkeit darzustellen. Eine vernichtende Gesellschaftskritik.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Seidler Till fanden 15 von 15 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Faulkner provokativ: Der Puff als einzig sicherer Ort

Ein Mann verläßt seine Frau. Er erkennt nach vielen Ehejahren die Nichtigkeit und Absurdität seiner Ehe. Prompt gerät er in die Gesellschaft illegaler Schnapsbrenner und es kommt zu einem Handgemenge (fabelhafte erste Szene). Im weiteren Verlauf folgen skurrile Schilderungen von einer höchst amüsanten Beerdigung bis hin zu der von diversen Schoßhündchen umgebenen Puffmutter in Memphis und nicht zuletzt der überdrehten Temple Drake, die im Buche "Reqiem für eine Nonne" wiederzufinden ist.Ein Bordell in Memphis ist der Ort, an dem die Fäden der Erzählung zusammenlaufen und jeder Charakter seine wahre Identität offenbart. Das Ende vom Lied ist natürlich, daß der Protagonist der Erzählung zu seiner Frau zurückkehrt, weil das Leben außerhalb der Ehe, so wie er es kennenlernen mußte, noch trostloser war als die verdorrten Überreste seines früheren Liebesglücks. Dieser Ausgang ist für Faulkner, der bei Frauen durchaus Anklang fand, aber dennoch in einer Art Hörigkeit immer wieder zu seiner dem Alkohol verfallenen Frau zurückkehrte, absolut symptomatisch. Insgesamt bietet dieser Roman wie bei Faulkner zu erwarten eine wilde und übersprudelnde Sprache jedoch eine sich mehr im Unterbewußten des Lesers abspielende Handlung, die in állen Belangen zwar meisterlich geschildert ist, aber die Unbedingtheit, die Dramatik seiner ganz großen Werke (Absalom Absalom, Licht im August, Wilde Palmen und der Strom) nicht ganz erreicht. Der Roman wirkt passagenweise etwas reißerisch und das war wohl in der Tat die Absicht des großen Romanciers: Die Freistatt war sein erster kommerzieller Erfolg, gerade Faulkner sei es aufrichtig gegönnt. Indes, gleichwohl dieser Roman ein sehr hohes erzählerisches und stilistisches Niveau erreicht, hinterläßt er doch den Faulkner-begeisterten Leser mit dem Eindruck, daß dieser Autor es wesentlich besser kann. Allerdings sei eingeräumt, daß die Lektüre der Freistatt leichter fällt als die der oben erwähnten Werke. Dennoch ausnahmsweiuse nur 4 Punkte für den großartigsten Romancier des amerikanischen Südens.

Die Freistatt

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