Mozart, Wolfgang A.

Briefe

Briefe
  • Verlag: Diogenes Verlag
  • Erscheinungsdatum: 2005-10
  • Bindung: Broschiert
  • Seitenzahl: 442
  • ISBN: 3257216106
  • EAN: 9783257216103
  • Amazon.de Verkaufsrang: 949.997
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Beschreibung von buecher.de

Wer Mozart wirklich kennen will, wer sich nicht begnügen will mit dem populären Bild des Wunderkindes, des gleichsam wie in einem Rausch dahinlebenden Götterlieblings, der leichthändig seine Melodien aus einem Füllhorn gießt, wer im Gegenteil die tatsächlichen Lebensumstände Mozarts und seine Zeit kennenlernen will, der muß Mozarts Briefe lesen.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 33 von 37 Kunden hilfreich:
2 von 5 Sternen Sehr lebendig, aber leider zensiert

Sehr handliches, kleines Buch, höchst informative Lektüre, spannend und amüsant. Der Mensch Wolfgang Amadé Mozart wird so lebendig wie sonst nirgends außer in seiner Musik. Die denkbar beste Art, ihn beinahe persönlich kennenzulernen. Und doch kann ich gerade diese Ausgabe dem wahren Liebhaber nicht unbedingt weiterempfehlen, obwohl durch "Modernisierung" der Orthographie das Lesen wesentlich erleichtert wird, wenngleich die Authentizität dadurch nicht gewahrt bleibt. Doch damit ist es ohnehin nicht weit her. Allergrößtes, eigentlich unverzeihliches Manko: Die Briefe sind nicht nur unvollständig, also lediglich eine Auswahl, sondern darüber hinaus gekürzt und zensiert. Die für Mozart typischen vulgären oder erotischen Ausdrücke sind einfach fortgelassen, ja, es fehlen ganze Passagen. Das nenne ich Manipulation von Weltliteratur. Wo bleiben die berühmten Bäsle-Briefe? Mozarts Persönlichkeit wird verzerrt wiedergegeben, seine allzu menschlichen Seiten totgeschwiegen. Nur wer es hübsch sauber und "anständig" mag, der wird letztlich ungetrübte Freude an dieser Veröffentlichung haben.

Diese Rezension von Klaus Grunenberg fanden 7 von 10 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Gute Auswahl

Die in einer guten Auswahl zusammengestellten Briefe Mozarts von Stefan Kunze sind gut zu lesen, wenn auch die Schreibweise Mozarts doch recht eigenartig ist.Allein deswegen schon, um diesen feurigen Geist einzufangen in seinen geschriebenen Briefen, Liebesbriefen, Bettelbriefen, Freundschaftsbriefen an Vater, Mutter, Schwester, Befreundete, ist es aufschlussreich, davon zu erfahren.

Ein Mehr wäre günstiger gewesen. Unter dem Titel "Mozart Briefe" verstehe ich auch die "Bäsle Briefe" an seine Cousine.

Nun gut, im Vorwort wird darauf hingewiesen, warum nicht extra breit darauf eingegangen wurde und daß man sich diese Briefe ja gesondert vornehmen kann.

Das ist wahr und das sollten wir auch tun.Hier aber, in dieser schönen und aufschlussreichen Reclam- Ausgabe der Briefe Mozarts, werden wir hineingeführt in das Verhältnis eines Genies zur Umwelt. Und es sind die Sorgen und Nöte, die Freuden und die Ausbrüche eines wahrhaft heldenhaft Kämpfenden in einer großen Umbruchzeit.Wie er einen wichtigen Hinauswurf (tritt in den Hintern) oftmals beschreibt und schildert, wie er um Selbständigkeit buhlt und kämpft, die geldliche Not fast nicht übersteht und Krankheiten ebenfalls und wie er dennoch unterdessen arbeitet an sich und an seiner Kunst, der Genialität freien Lauf läßt, das ist einzigartig und entspricht moderner Auffassung vom risikoreichen Leben.Wie denn auch seine Musik, sei es in der Oper oder in den anderen Werken ja niemals Freude, niemals aber auch das Gegenteil davon vermissen läßt.

So spürt man in seiner Musik nämlich Leben und Tod. In seinen Briefen erleben wir, wie er ist. Als Mensch, als bewundernswürdiger Kämpfer gegen Widerstände, den Tod nicht unbedingt verachtend, wie aus einem erschütternden Brief an seinen Vater zu lesen ist.

Eine aufschlußreiche Einleitung und ein guter Anhang mit Zeittafel ermöglichen weitere Beschäftigungen mit Mozart, dessen zweihundertfünfzigster Geburtstag am 27. Januar 2006 gefeiert wird.

Diese Rezension von Klaus Grunenberg fanden 5 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Gute Auswahl von Mozart-Briefen

Die Manesseausgabe ist mit ihrem dünnen Papier und dem kleinen Format sehr praktisch zum Mitnehmen, Verreisen und Zwischendurchlesen. Dies läßt sich mit den Briefen ebenfalls sehr gut verbinden, da man sicherlich nicht alle Briefe hintereinander weg lesen muß. Besser einordnen konnte ich Mozarts Briefe, wenn ich mir einzelne Werke herausgegriffen, angehört oder gespielt und die Briefe um ihre Entstehungszeit nachgelesen habe. So stellte sich für mich der Zusammenhang einiger Erlebnisse oder auch finanzieller und sozialer hintergründe deutlicher dar. Mozart erscheint als sehr lebendiger, ehrlicher und warmherziger Mensch, der in seinen Briefen von seinem "Wunderkind-" und "Künstlersockel" herabsteigt und die Besonderheiten seiner Lebensumstände aufzeigt. Die private Sphäre der Briefe ermöglichen einen guten Zugang zu einem anderen Mozartbild.

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