Kästner, Erich

Die 13 Monate

Die 13 Monate
  • Verlag: Dtv
  • Erscheinungsdatum: 1988
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 64
  • ISBN: 3423110147
  • EAN: 9783423110143
  • Amazon.de Verkaufsrang: 46.775
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Beschreibung von buecher.de

Gedichte über und auf die Natur - von einem Großstädter für Großstädter und andere Zivilisationsgeschädigte. Mit einem ebenso heiteren wie hintergründigen Bilderkalendarium von Celestino Piatti.
'Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
ist schon ein halbes Jahr herum
und fühlt sich als Geschichte.'
Anfang der fünfziger Jahre erhielt Erich Kästner von einer Zeitschrift den Auftrag, einmal im Monat ein Naturgedicht zu schreiben. Ergebnis dieser Arbeit sind diese dreizehn Gedichte 'eines Großstädters für Großstädter', Gedichte, in denen Kästner mit viel Witz und Poesie die Natur lebendig werden und den ewigen Kreislauf der Jahreszeiten sichtbar werden läßt.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von zeilensprung fanden 23 von 26 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Vom "Mozart des Kalenders" und den anderen Schönen!

Erich Kästner verdanken wir so viel Schönes: Seine zeitlos-wertvollen Kinderbücher, seine bis heute unerreichte Gebrauchslyrik, politisch hellsichtige Reportagen und Glossen. Wir kennen ihn als Menschenfreund, Moralisten und als liebenden Sohn, aber auch als Mahner und indifferenten, zeitweise gar zynischen Melancholiker.

Seine Jahreszeitengedichte, die von Celestino Piatti wunderschön illustriert wurden, vereinen alle Stärken Erich Kästners. Er hat Hymnen auf das Jahr komponiert, die so wunderbar durch die Schönheiten der Monate begleiten, dass sie einem immer wieder in den Sinn kommen, wenn man sich gerade bewusst des Monats erinnert, in dem man sich gerade befindet. Besonders schön sein Mai-Gedicht, in dem er dem "Mozart des Kalenders" huldigt, aber auch daran gemahnt, dass er nur darum so schön ist, weil auf jeden Mai auch wieder ein November folgt... Das soviel Schönheit, wie im Mai, nur einmal im Jahr zu ertragen ist...

Und er trifft den Nagel auf den Kopf, wenn man im Dezember etwas Vergangenes abschließt und sich auf etwas Neues besinnt. Er besingt die Kapriolen der Natur und begleitet so durch ein Jahr, dessen Schönheiten sich in jedem Monat in einem neuen Kleid präsentieren.

Das ist so reizvoll, klug und von so feiner Ironie durchzogen, dass man in sich hineinlächelt und ein wenig bewusster wahrnimmt, wie sich alles in einem dauernden Kreislauf verändert!

Diese Rezension von weiser111 fanden 20 von 23 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Die Poesie steckt im Detail

"Naturgedichte von einem Großstädter für Großstädter" nennt Erich Kästner diesen Geniestreich in seinem Vorwort. Wie soll man die zwölf Monate (und den 13., den Bonustrack sozusagen) besingen, wenn das einzige Stück Natur der Blumentopf am Fenster ist und die Jahreszeiten vor allem im Wetterbericht stattfinden? -- Indem man trotzdem schreibt, und indem man die Poesie des Details entdeckt. Der Großstadtbewohner Kästner kann das wie kein zweiter.

Er lässt im Januar das noch kleine Jahr in der Wiege liegen und die genesende Sonne im März hinterm Ofen sitzen; der Mai, der "Mozart des Kalenders", fährt überschwenglich in der Kutsche übers Land, und im Oktober geht die Zeit fröstelnd spazieren -- man sieht sie förmlich, wie sie mit eingezogenem Genick und hochgestelltem Kragen durch die Straßen schnürt.

Kästner erspürt die Eigenheiten der Monate, und was er erspürte, kleidet er in Bilder, die im Gedächtnis bleiben. Die Naturlyrik ist in der Neuen Sachlichkeit angekommen und betritt die Moderne auf dem Roten Teppich. Allerdings tut sie das nicht pompös, sondern gelassen und melancholisch; in Kästners Lyrik ist kein Platz für Bombast und falsche Töne. Diese 13 Gedichte sind lauter Meisterstücke, in denen Kästner sich fast unmerklich auf andere Klassiker der Naturlyrik bezieht, auf Benn ebenso wie auf Rilke oder Hölderlin, und gleichzeitig ganz neue Töne anschlägt: Freundliche Töne, sanfte Töne, skeptische auch, und vor allem zutiefst menschliche. Seine "Dreizehn Monate" sind ein Buch für die Manteltasche, damit man sie immer griffbereit hat.

Diese Rezension von weiser111 fanden 17 von 22 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen hinreißende Jahreszeitenlyrik

Die "13 Monate" wurden von Erich Kästner als Naturgedichte eines "Großstädters für Großstädter" geschrieben. Er entwirft dabei einen Reigen der Monate und des Jahreslaufes und feiert mit hinreißenden Reimen die Natur. Die Vergänglichkeit der Zeit und des Lebens werden dabei in der raschen Abfolge der Monate dargestellt. Während im melancholischen Januar das Jahr noch in der Wiege liegt, steht der Februar bereits im Zeichen des Karnevals mit seinen Masken, Trompeten und Gitarren. Im März, am Anfang des Frühjahrs, beginnt es sich "in Baum und Krume" zu regen und der April verkündet schon die grüne Ostermelodie. Der "Mozart des Kalenders", der unvergleichliche Monat Mai, fährt mit einer Kutsche durchs Land und wird von Vögeln begrüßt. Der sehnsüchtige Wunsch "O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai" wird vom Juni übertönt, der Monat, in dem die Kirschen "reif und rot" werden, die Zeit fliegt, Gartenfeste gefeiert werden und in dem es "übernacht Sommer wird". Der Monat des Reisens ist der Juli, in dem die Landschaft den Großstädter auf der Reise "nach dem verlorenen Paradies" belächelt. Ihm schließt sich der August an, eine Zeit des Mähens, der Stockrosen, Sonnenblumen, des Duftes des Lindenbaums, einer Idylle, die vergeht und doch bleibt. Der Goldlack, die Astern, die goldenen Königskerzen und der Duft nach Mus und Gelee des Septembers machen diesen Monat zum Altweibersommer des Jahres. "Bäume bunt und blumenschön" und der Nebel des Oktobers lösen ihn ab, der Gewißheit des bevorstehenden Winters inne. Die Klage "Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor!" beschreibt den tristen Monat November, in dem die Farben sterben. Schließlich hält die Wehmut des Dezembers Einzug, eine Zeit, in der die Welt liegt "wie hingeträumt", der Nikolaus "durch jeden Kindertraum" stapft und die Stuben mit "goldgrünen Bäumen" geschmückt sind. Der Reigen der Monate wird durch einen imaginären 13. Monat abgeschlossen, ein Monat, der Elfember heißen würde, der alle Monate vereinigen und in dem die Erde zu ihrem paradiesischen Urzustand zurückkehren würde. (Dies ist eine "Amazon.de Campus"-Studentenrezension.)

Diese Rezension von weiser111 fanden 5 von 9 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Kästner, wie man ihn sonst nicht kennt

In diesen lyrischen Gedichten erleben wir Kästner, wie er in seinen anderen Werken nur selten zu finden ist. Nicht die übersprudelnde Phantasie seiner Kinderbücher, nicht der wehmütige Zynismus der anderen Gedichtbände - hier zeigt sich die sanftere, manchmal melancholische Seite des Dichters.Auch in diesen Stimmungsbildern jedoch blühen die präzise Beobachtung, die bildhafte Phantasie und die geschliffene Sprache Kästners. Wer sonst als er wäre auf den Gedanken gekommen, den Mai als den "Mozart des Kalenders" zu bezeichnen?

Diese Rezension von weiser111 fanden 2 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Eine poetische Köstlichkeit

Es gibt einen kämpferischen Kästner, einen resignierenden Kästner, einen gesellschaftskritisch lästernden Kästner und den Kinderautoren-Kästner - doch in diesem Buch gibt es einen Kästner, der verzaubert. Dieses poetischste aller Bücher Kästners gibt Stimmungen wieder und spiegelt tiefste Gefühle und innerste Befindlichkeiten. Sicherlich, knatschköpfige Rationalisten und sachlich-logigsch orientierte Minimalisten würden die dreizehn Gedichte Kästners glattweg als Kitsch empfinden. Doch was soll's? Es ist ein lesenswerter, hinreisend gelungener Kitsch, der vergessen lässt, dass die Welt oft trüb und trocken scheint - und bei genauem Hinschauen erblickt man tatsächlich kleine Geheimnisse, die Kästner durch einfache, ergreifende Worte ans Tagslicht bringt. Denn auch hier gilt, was einst schon Saint-Exupery schrieb: "Nur mit dem Herzen sieht man gut!" (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)




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