Sophokles

Aias, Griech.-Dtsch.

Aias, Griech.-Dtsch.
  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • Erscheinungsdatum: 1990
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 171
  • ISBN: 3150006775
  • EAN: 9783150006771
  • Amazon.de Verkaufsrang: 245.675
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von N. K. fanden 13 von 14 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Blutig am Starnd

Da hätten wir ihn: Den ersten Selbstmord der Dramengeschichte. Vielen Dank, werter Sophokles! Dabei ist dieser Selbstmord für Aias nicht unbedingt der letzte Ausweg, sondern eher eine Erlösung. Immerhin hatte er zuvor im Wahn eine Herde Schafe niedergemetzelt - im festen Glauben, dass es die feindliche Armee sei. Und das alles nur, weil er etwas wollte, das ihm nicht zustand: Das Schwert des gefallen Helden Achill. Da strafen die Götter schonmal mit Wahnsinn. Sphokles zeigt mal wiedre beeindruckend, dass sich der Mensch gegen den Willen der Götter nicht wehren kann - auch, wenn er es noch so heftig versucht. Und trotz all des Wahns, Blutes und Mordens ist es ein wahrhaft poetisches Stück - der Sprache sei Dank.

5 von 5 Sternen Aias - eine psychologische Studie

Aias ist verzweifelt: seine Heldentaten werden nicht anerkannt. Für den Helden gilt nur der Tod als richtige Folgerung in dieser Situation: Ohne Ehre ist es wertlos zu leben.

"Ehr' im Leben oder Ehr' im Tod, das ziemt sich für den Helden".

Aias sieht sich als Opfer: von den Menschen um dem Ruhm betrogen, von den Göttern bestraft und gehasst. Aias versteht die Welt nicht mehr: er wird vom Feind geehrt, er tauscht mit Hektor seinen Gurt gegen dessen Schwert, jedoch von den eigenen verabscheut. Die Waffen des Achilles bekommt Odysseus und nicht er. Wie kann er nach Hause zurückkehren, zu dem grimmigen Vater, Telamon, der selbst ein Held war, ohne die Zeichen der Ehre?

Dieses Dilemma versucht er zu lösen in dem er das griechische Heer in de Nacht vernichten will. Man sieht Angst hat er keine und ausserdem war er unverwundbar. Die Göttin Athene umnachtet sein Gehirn, so dass er unschuldiges Vieh und dessen Hirten tötet. Als er am nächsten Tag wieder zu Vernunft kommt ist er über sein tun so entsetzt, dass er sterben will. Und das tut er auch.

Dabei lässt er seine Familie in Stich, der Halbbruder kann vom Vater verstossen werden, sein eigenes Kind und seine Frau könnten versklavt werden.

Menelaos und Agamemnon drohen damit die Leiche des Aias unbestattet bleiben zu lassen, nur Odysseus selbst kann die Bestattung retten und damit die Ehre des Helden wiederherstellen.

Die Vernunft siegt also letztendlich über den Wahnsinn des Krieges.

Es ist erstaunlich wie Sophokles kleine, unbedeutende Episoden der Mythologie oder aus Homer aufgreift und ihnen einen neuen Sinn gibt.

Aias, Griech.-Dtsch.



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