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Thorwald Dethlefsen, einer holistisch-humanistischen Psychologie verpflichtet, und der Mediziner Rüdiger Dahlke zeigen mit diesem bahnbrechenden Werk einen Weg zum tieferen Begreifen von Krankheit. So geht es den Autoren darum zu zeigen was Infektionen, Kopfschmerzen, Unfälle, Herz- und Magenschmerzen, aber auch die großen, noch immer tabuisierten Leiden wie Krebs und Aids uns sagen wollen. Denn alle Symptome haben einen tieferen Sinn für unser Leben: Sie übermitteln uns wertvolle Botschaften aus dem seelischen Bereich. Das Verständnis der verschiedenen Krankheitsbilder eröffnet jedem von uns einen neuen, besseren Weg, sich selbst zu finden.
Extrem hilfreich. Autor übernimmt sich stellenweise.Grundsätzliches (meine subjektive Bewertung folgt unten): Der Autor Ruediger Dahlke (der damals bereits berühmte Detlefson dem Buch seinen Namen nur "geliehen" hat, das Buch stammt zum größten Teil von Dahlke) baut in dem Buch eine "neue" andere ganzheitlichere Sicht von Krankheit auf, in der ein Symptom (Dahlke spricht von Krankheit als Zustand und von Symptomen als einzelne Ausprägung der Krankeit) als Hinweis auf ein "Fehlen" oder besser "Nichtsehenwollen" eines Aspektes des irdisch bewußten Ich (Ego) interpretiert wird. Das Buch ist nicht wirklich ein Nachschlagewerk über Krankheiten, sondern der entscheidende Teil besteht in Auslegung eines Weltbildes, das in Krankheiten einen Sinn sucht, nämlich den, den Menschen in Richtung höherer Verwirklichung zu führen. Dieser Ansatz unterscheidet sich radikal von der medizinischen Methode, die die Ursache von Krankheit im biologisch, chemischen oder mechanischen Gründen sucht.Das Buch besteht aus zwei Teilen; im den ersten 130 der ca. 370 Seiten versucht Dahlke das Prinzip zu erklären, das hinter Krankheit zu erklären und skizziert eine Methode, wie man selbst bei sich oder anderen über das symbolische Hinterfragen des Symptoms zu dem wahren Grund geführt wird. Hierbei wird sich auf das Prinzip der Polarität bezogen, d.h. postuliert, daß jeder Mensch immer beide Aspekte einer Polarität (Ruhe/Aktivität, Sanftmut/Agressivität, etc.) verwirklichen muß und des Krankseins bzw. eines Symptoms "Grund" immer von einem nicht realisierten (unterdrückten oder ignorierten) psychischen Aspekt einer Polarität ausgegangen (z.B. wenn ein Mensch nur den friedfertigen Teil in sich realisiert hat, aber die Agressivität unterdrückt). Der zweite Teil ist im Prinzip der Praxisteil und bezieht sich auf Obergruppen des Körpers oder Krankheitsklassen (Sinnesorgane, Kopfschmerzen, Haut, Nieren, Infektionen, etc.) und versucht deren Symbolik zu entschlüsseln, bzw. Startpunkte zu geben, anhand derer der Leser selbst die Symbolik seines Symptoms aufdecken kann. Bewertung:Ich persönlich glaube, daß der Autor in der Tatsache, daß Krankheiten ein Sinn zugrundeliegt ein wichtiges Phänomen des Lebens erkannt hat und beschreibt. Ich kenne viele Beispiele aus der persönlichen Praxis und aus dem Bekanntenkreis, die mich in dieser Überzeugung bestätigen und gehe selbst die Heilung von Krankheit oder Symptomen primär über diesen Weg an. Viele Menschen werden dieses Prinzip wahrscheinlich intuitiv als richtig erkennen und zumindest für Teilbereiche von Krankheiten auch leben und erleben können. Es ist ein ansich sehr schöner ganzheitlicher Ansatz, der die Verantwortung und damit auch die Möglichkeit der Heilung wieder dem Einzelnen selbst in die Hand gibt.Was mich an dem Buch aber ernorm stört, ist daß diese sinnhaftige Sicht in äußert feststehender, fast "mechanischer" Form als zwingender Prozess beschrieben wird. Dahlke macht aus einen Phänomen eine Weltsicht mit unverrücktbaren Prinzipien. Es heißt, eine Persönlichkeit müsse alle Aspekte verwirklichen, das Ziel sei zwingend die Überwindung der Polarität und Entwicklung Richtung Einheit, was bedeutet daß jeder immer krank ist, so lange er diese Einheit nicht erreicht hat, wobei das Erreichen dieser Einheit "Erleuchtung" bedeutet. Der Autor läßt hier keine Flexibilität, Abweichung oder Individualität zu. Außerdem wird Krankheit in sehr unglücklicher Weise mit Schuld und Sünde assoziiert. Dahlke schreibt zwar mehrfach, daß er diese Begriffe mit neuer Bedeutung versehen will, aber diese Worte sind meiner Meinung nach so stark kulturell belegt, daß sie nur schwer umzudeuten sind. Auch fällt mir unangenehm auf, daß dem ganze Aufbau seines Weltbildes, auch durch die Beschreibung eines Heilswegs in Verknüpfung von vermeintlich feststehenden Weltprinzipien mit christlichen Aspekten, ein Hauch von Logentum anhaftet.Speziell mit der pseudo-wissenschalftlichen Schreibweise tut sich das Buch keinen Gefallen. Es wird argumentiert und vermeintliche Beweisketten aufgestellt, die Argumente sind oft schwach, vor allem die Beweise sind oft keine, auch wenn sie vordergründig schlüssig erscheinen mögen. Es spricht nichts dagegen, so ein Thema unwissenschaftlich anzugehen, dann aber mit einem Abklatsch wissenschaftlicher Arbeitsweise Objektivität vorzutäuschen ist äußerst unpassend. Logik ist definitiv nicht Dahlke's Stärke.Empfehlung:Das Buch ist auf jeden Fall ein Standardwerk für jeden der sich mit Krankheit beschäftigt. Die unzweifelhafte Stärke des Buches ist das Erkennen, Beschreiben und Erklären des Phänomens, daß hinter einem Krankheitssymptom ein persönlich deutbarer Sinn steckt. Eine Schwäche des Buches (die nichts an der o.G. Stärke ändert) liegt darin, daß sich Dahlke im ersten Teil oft übernimmt und Phänomene wie Polarität mittels kruder Argumentation nach Art der Geheim-Wissenschaften über das Maß hinaus zum unverrückbaren Weltprinzip hochdeutet und daß es wegen der mechanischen Art der vermeintlich erkannten Weltprinzipien, etwas an Fexibilität und Menschlichkeit mangelt.Nichtsdestotrotz sollten die Schwächen nicht den Blick auf den Wert des Buches verstellen: Dahlke hat ein unbestreitbar scharfes Auge und gutes Gespür für die Symbolik von Krankheiten und Symptomen und den Mut, einen Ansatz zu präsentieren, der der aktuellen Medizin (auch der Naturheilkunde) deutlich widerspricht. Die Sicht auf Sinnhaftigkeit von Krankheit, die vorgestellte Methode und der Orientierungsteil sind sehr hilfreich, funktionierend und praxistauglich.Wer nach einem noch flexibleren Weltbild mit ähnlicher Deutung von Krankheit sucht (mit Schwerpunkt auf Weltbild), für den könnte "Die Natur der persönlichen Realität" von Jane Roberts interessant sein.
... aber für manche Frauen mit Vorsicht zu genießen!Das Weltbild und die vermittelten Ansichten sind auf jeden Fall bahnbrechend und absolut plausibel, wenn auch sehr wissenschaftlich erklärt. Ein absoluter Augenöffner, 10 Sterne! :-)
Man sollte auf jeden Fall die Einführung lesen und nicht gleich ungeduldig bei den Krankheitsdeutungen nachschlagen, denn sonst versteht man diese kaum.
Tipp: Auf jeden Fall alle Krankheitsbilder lesen, denn oft werden dort weitere generelle Thesen zur Theorie des Buches erwähnt, die einem sonst verloren gehen.Allerdings eine Einschränkung - muß der u.g. Rezensentin recht geben, mit kranken Frauen hat man sich hier nur am Rande und leider auch etwas zynisch befaßt. Beim Thema Magersucht wird die Bulimie gleich mit abgehandelt und ist nicht einmal eine Erwähnung in der Überschrift wert.
Frauen, die Fehlgeburten erlitten haben, erfahren hier, dass es sich definitiv um eine selbst durchgeführte Abtreibung handelt; Zitat: "... das Kind rausschmeißen". Ohne weitere Erklärungen ist dies sehr hart, und die ständigen Warnungen der Autoren, man solle ja ehrlich zu sich sein - und jede Ablehnung sei gleich unehrlich und "betriebsblind" - ermöglicht es einem dann nicht mal, schockiert oder traurig zu sein. (Da jede Frau sich immer ihr Kind gleichzeitig wünscht und nicht wünscht bzw. zweifelt, ist dies sehr hart und gleichzeitig unzulänglich.)Hier wünsche ich mir neben der Ehrlichkeit etwas mehr Einfühlungsvermögen und Hintergrund, denn eine Frau so kurz abgehandelt undohne weitere Kommentare vor diese These zu stellen ist sehr rücksichtslos. Man fühlt sich bei beiden Krankheiten als Frau recht rücksichtslos und zynisch abgestempelt.Auf jeden Fall empfehle ich, das Buch ganz zu lesen, auch wenn gewisse Thesen einem nicht nachvollziehbar sind oder nicht gefallen. Das Buch ermöglicht es, dann trotzdem für sich das Nötigste herauszuziehen. Meine Welt hat es definitiv verändert!
Ein sehr hilfreiches Werk ...... zumindest war es das für mich Ende 1989, als ich es zum ersten Mal las und damals an sehr heftigen Hautveränderungen litt, die dermatologisch als "Neurodermitis" abgestempelt und mit Kortison unterdrückt wurden. Als ich nach vier Jahren dieser "Behandlung" durch den wohlwollenden Hinweis eines anderen Hautarztes das Kortisonpräparat absetzte, blühte die Haut heftig auf. Ich stellte auch fest, dass ich auf so ziemlich alles, was man so essen konnte, allergisch (also mit verstärktem Juckreiz) reagierte. Ich las in dieser Zeit das Kapitel über Allergien in "Krankheit als Weg", das mich (zusammen mit der Anwendung klassischer Homöopathie und bioenergetischer Körperübungen) von meinen Allergieschüben befreite, als ich verstand, dass ich mir die Allergien selbst erschaffen hatte.
Das war für mich ein kraftvolles Schlüsselerlebnis, das mein Leben privat und beruflich bis heute entscheidend zum Positiven geprägt hat. Dieses Buch lädt dazu ein, Eigenverantwortung für seine Krankheiten zu übernehmen. Natürlich wird den Menschen in vielen Arztpraxen und Pharmaforen eingeredet, sie empfingen dort "Respekt", wenn man sie in ihrer Opferhaltung der Machtlosigkeit gegenüber Krankheit bestärkt.
Dieses Buch tut genau das nicht. Dieses Buch liefert Gedankenanstöße zur Eigenverantwortung, die durch die gute Kombination der Autoren die Bereiche tiefen angewandten esoterischen Wissens (Thorwald Dethlefsen) und mitfühlender ganzheitlicher Medizin (Dr. Rüdiger Dahlke) beinhalten. Ergänzend empfehle ich noch "Schicksal als Chance" zur Einführung in echtes esoterisches Denken von Dethlefsen und "Krankheit als Sprache der Seele" zur Vertiefung und Erweiterung der esoterischen Deutung verschiedener Symptome von Dahlke.
Gefährliche VulgärpsychologieBei vielen Krankheiten ist die Ursache klar - z. B. bei Lungenkrebs, über den sich ein Kettenraucher nicht wundern darf.
Aber was ist mit Krankheiten, deren Ursachen (noch) nicht bekannt ist? Oder Krankheiten, die sich simplen Erklärungen entziehen?
Hier treten Leute wie Dahlke und Co. auf den Plan und finden bzw. ERFINDEN psychische Ursachen. Die beiden lassen keine Krankheit aus, von Schnupfen bis Aids ist alles vertreten.
Ein Beispiel: Warum werden Leute kurzsichtig? Antwort: Weil sie etwas in ihrem Leben nicht sehen wollen. Und was wollen sie nicht sehen? Sich selbst!
Sie lachen? Die Autoren meinen es aber ganz ernst.
Was für Ursachen hat Akne? Laut Dahlke liegt es an einem verkrampften Verhältnis zur Sexualität - und deshalb hätten Jugendliche so oft unreine Haut. Klar, alle Teenager haben Premierenängste, und viele von ihnen leiden unter Akne - aber der Zusammenhang ist dennoch reine Spekulation. Zwei Dinge, in diesem Fall Akne und Angst vor Sex, treten gleichzeitig auf, und prompt wird das eine zur Ursache des anderen erklärt.
Manches ist einfach nur unfreiwillig komisch, z. B. die tiefenpsychologische Erklärung für Übelkeit in der Schwangerschaft. Die Mutter will das Baby loswerden, weil sie es (oder ihren Mann) ablehnt (unbewußt natürlich). Aha, jetzt wissen wir's - alle Frauen mutieren also zu Beginn einer Schwangerschaft urplötzlich zu Männer- und Kinderhasserinnen, gewöhnen sich das aber glücklicherweise schnell wieder ab, denn die Übelkeit verschwindet ja meistens bald. Was für ein Unsinn! Daß sich schwangere Frauen oft übergeben müssen, liegt wahrscheinlich daran, daß der Embryo in den ersten Monaten gegen bestimmte Stoffe empfindlich ist und diese daher so schnell wie möglich ausgeschieden werden müssen - eine sehr einfache Erklärung und auch für naturwissenschaftliche Nieten wie mich leicht begreiflich!
Ach ja, Frauen mit Migräne sind natürlich sexuell unbefriedigt ein altes Klischee, einfach nur komisch. Zum Lachen ist auch der angebliche Zusammenhang zwischen der Nase eines Mannes und dem, na, Sie wissen schon. Ein gewisser Unterhaltungswert ist daher nicht abzustreiten.
Leider ist nicht alles so lustig, vieles ist pure Infamie.
Müttern kleiner Kinder und Frauen, die eine Fehlgeburt hatten, sollte dieses Buch nicht in die Hände fallen!
Mütter sind NATÜRLICH an sämtlichen Krankheiten ihrer Kinder schuld, z. B. an Milchschorf - laut Dahlke reagiert das Kind damit auf Kälte und Lieblosigkeit der Mutter! Eine Gemeinheit ist das - auch liebevoll behandelte Kinder können Milchschorf bekommen, ich habe es selbst erlebt beim Kind einer guten Freundin. Hier wird Schuld eingeredet, wo keine Schuld ist!
Ich erinnere mich noch an eine Fernsehsendung zum Thema Neurodermitis. Da berichtete ein Kinderarzt, in seiner Praxis hätten verzweifelte junge Mütter gesessen und geweint, weil man ihnen eingeredet hatte, Neurodermitis entstünde durch eine gestörte Mutter-Kind-Beziehung!
Noch schlimmer ist die Erklärung für Fehlgeburten - die betroffenen Frauen hatten nämlich angeblich auch den unbewußten Wunsch, das Baby loszuwerden - und der Körper ist dem Wunsch folgsam nachgekommen und hat das Baby hinausgeworfen!
Asthma ist laut Dahlke ein Zeichen für Besitzgier - die Kranken können nicht richtig ausatmen, und das bedeutet angeblich, daß sie nichts hergeben wollen - sie sind gewissermaßen zu geizig, um eingeatmete Luft wieder rauszulassen. Das ist doch absoluter Blödsinn!
Ja, und Blindheit und Taubheit haben natürlich auch seelische Ursachen!
Absoluter Schwachsinn, Blindheit kann viele Ursachen haben! Was ist mit Leuten, die blind geboren sind. hatten die ein pränatales Trauma? Oder die im Brutkasten durch zuviel Sauerstoff erblindet sind? Oder deren Sehnerv bei einem Unfall durchtrennt wurde? Ach verdammt, habe ja ganz vergessen, daß Unfälle AUCH psychische Ursachen haben, sorry... Dahlke schreibt über Menschen, die in früher Kindheit erblindet sind und als junge Erwachsene durch eine Operation ihr Augenlicht zurückbekommen haben. Es stellte sich heraus, daß diese Leute mit ihrem neuen Sehvermögen nicht glücklich geworden sind. Daraus schließt Dahlke, Blinde wollten gar nicht sehen und fühlten sich blind viel wohler! Die wahrscheinlichste Erklärung ist, daß Menschen nach jahrelanger Blindheit schlicht und einfach an ein Leben im Dunkeln gewöhnt sind und eine scheinbare Selbstverständlichkeit wie das Sehen erst einmal lernen müssen. Es dauert halt eine Weile, bis man sich in einer neuen Welt zurechtfindet! Am besten läßt man eine Betroffene selbst zu Wort kommen: Die Engländerin Judy Taylor, die nach über 40 Jahren Blindheit ihr Augenlicht zurückgewonnen hat, schreibt in ihrer hochinteressanten Autobiographie: Was war das für eine gerade Linie, die immer in meinem Essen versank? Antwort: Das Messer! Und: Anfangs mochte ich es nicht, wenn Leute lachten. Dann wirkten ihre Münder verzerrt und wie dunkle Höhlen.
Ein gutes Beispiel dafür, wie belastend diese fehlgeleitete Ursachenforschung ist, bietet das Buch "Der Klang von fallendem Schnee" von Bonnie Poitras Tucker - die Autobiographie einer Gehörlosen.
Tucker schreibt, "(...) dass (...) mein Onkel Maurice der Meinung war, meine Taubheit habe rein psychische Ursachen. Als angehender Kinderarzt hatte er die Theorie, dass ich unter irgendeinem emotionalen Trauma litte und es nur verarbeiten müsse, um wieder hören zu können. (...) Ich weiß noch, wie meiner Mutter die ständigen versteckten Anspielungen zu schaffen machten, dass mein noch nicht behobenes psychisches Problem eine fürchterliche Schande sei. Und ich erinnere mich an die Schuldgefühle, die mich beschlichen, dass ich etwas getan hatte (...), das mich daran hinderte zu hören."
Auch Krebs hat laut Dahlke und Dethlefsen psychische Ursachen. Das glauben wirklich viele Leute, aber diese Annahme beruht m. E. auf einem Denkfehler.
Beispiel: Ein Psychologe spricht mit Krebskranken und stellt fest, sie sind traurig und verängstigt. Daraus zieht er den voreiligen Schluß, Traurigkeit und Ängste hätten den Krebs verursacht - und kommt nicht auf die Idee, daß die Kranken vielleicht erst seit der schockierenden Diagnose traurig und ängstlich sind!
Vielleicht ist es ja genau umgekehrt - vielleicht macht nicht Traurigkeit krank, sondern Krankheit macht traurig! Vielleicht verhilft ein positives Körpergefühl eher zu guter Stimmung als ewiges Kranksein.
Ich empfehle einen Internet-Artikel, mit Google leicht zu finden: "Die Krebspersönlichkeit - Eine Mär hat ausgedient."
Nun bleibt noch eine Frage: Warum gehen so viele Leute Dahlke und ähnlichen Spinnern auf den Leim?
Zum einen ist es sicher der verständliche Wunsch nach Erklärungen, zum anderen wohl die vielgescholtene "Apparate-Medizin", die Kranke nur medizinisch versorgt, sie aber mit ihren seelischen Nöten im Stich läßt.
Natürlich sollten sich Ärzte auch um die Psyche ihrer Patienten kümmern! Man kann nicht zu jemandem sagen: "Übrigens, Sie haben Krebs, kommen Sie morgen zur Chemotherapie und tschüs" - klar, das geht nicht. Schwerkranke brauchen nicht nur Medikamente, sondern auch menschliche Anteilnahme.
Aber die zwanghafte Suche nach seelischen Ursachen für körperliche Gebrechen ist meistens nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich - sie macht Schuldgefühle, nach dem Motto: "Du hast falsch gelebt und falsch gedacht, deshalb wirst du krank - selber schuld!"
Liegt hier vielleicht der Hund begraben? Glauben die Leute: Wer eine gräßliche Krankheit bekommt, muß auch etwas Gräßliches getan haben?
Die vermeintliche Kenntnis der Ursachen gibt auch ein Gefühl der Sicherheit: Wenn ich immer richtig denke, werde ich nicht krank!
Auf diese Art glaubt man, alles im Griff zu haben.
Aber so einfach ist es eben nicht - man hat NICHT alles selbst in der Hand, und gegen gewisse Dinge ist man machtlos - manche schrecklichen Krankheiten können jeden aus heiterem Himmel treffen. Das zu akzeptieren, ist schwer, ich gebe es zu.
In einem Kommentar zu meiner Rezension steht, das Buch halte dazu an, über sich selber nachzudenken. Jawohl, das tut es wirklich! Es verleitet zu permanentem Grübeln und ewiger Beschäftigung mit sich selbst. Genau das erscheint mir ungesund.
Nun ja, wir sind ja ein freies Land, jeder darf spinnen, wie er will! Und Erwachsene müssen selber wissen, was sie sich antun.
Zu bedauern sind aber Kinder, deren Eltern solchen Unsinn glauben. Vielleicht bekommt manches Kind keine Brille, weil seine Eltern meinen, sein Sehfehler sei irgendwie auf psychologische Weise zu korrigieren, und vielleicht verweigern manche ihrem Kind Medikamente, die es dringend bräuchte? Das kommt leider vor - Fälle von krebskranken Kindern, deren Eltern eine medizinische Behandlung ablehnten, haben ja schon deutsche Gerichte beschäftigt.
Fazit: Ein schlimmes Buch, das - wenn man es ernstnimmt - viel Schaden anrichten kann.
einfach mal lesen und für sich selbst überprüfen°
Wenn ein Arzt ein Medikament verschreiben könnte, das zuverlässig, dauerhaft, absolut nebenwirkungsfrei und gezielt eine bestimmte Krankheit zu heilen vermag, dann wäre dieses Buch wohl kaum interessant. Fakt scheint aber, dass bei vielen Krankheiten und Symptomen eben doch mehr dahinter steckt, als eine standardisierte Diagnose zu erfassen und Medikamentenexperimente zu heilen vermögen. Schade nur, dass wenige über den Tellerrand ihrer eigenen Welt / Wissenschaft hinausblicken mögen - dort seyen Tiger, so die Kunde. Dahlke und Dethlefsen wagen eben dieses, indem sie ihre psychologischen und medizinischen Wahrheitskonstrukte in einen gemeinsamen Topf werfen, mit einem Zauberstab ganz gehörig alle vermeintlichen Kausalitäten verwandeln und neue konstruieren. Ursache-Wirkungs-Beziehungen, die sicherlich Professionellen beiderlei Metiers in der Form nicht immer eingängig sind, weil neu und unerhört anders. Ob diese besser sind? Diese Antwort steht im Raum. Ich jedenfalls fand einige Ideen sehr plausibel, für meine eigenen Belange absolut nachvollziehbar und teils 'erleuchtend'. Und wenn ich manche der Theorien für Menschen aus meiner Umgebung durchspiele, dann komme ich auch auf interessante neue Gedanken, die so abwegig nicht zu sein scheinen. Ich kanns nur jedem empfehlen, dieses Buch - am besten in Kombination mit 'Krankheit als Sprache der Seele' (ISBN 3442127564), Verdauungsprobleme (ISBN 3426871653), und den anderen von Dahlke - zu lesen und für sich selbst gedanklich durchzuspielen. Bestenfalls zu der Zeit, in der körperliche Signale Hinweise geben und noch kein Wink mit dem Zaunpfahl sind. ~
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