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Allah ist der Osten und der Westen; wohin immer Ihr also Euch wendet, dort ist Allahs Angesicht'
(Sureh 2, 116)
Ist der Islam wirklich eine kriegerische Religion, in der Frauen unterdrückt werden und intolerante Fundamentalisten die Oberhand gewinnen? Oder spiegeln sich in unseren heutigen Ansichten nur jahrhundertealte Vorurteile?
Die wichtigste Voraussetzung zum Verständnis dieser Weltreligion ist die Kenntnis des Koran. In ihm ist alles niedergelegt, was das Leben eines gläubigen Muslim bestimmt.
Gute ÜbersetzungHabe einige Koran-Übersetzungen miteinander verglichen, und von der Lesbarkeit und der Qualität der Übersetzung beurtelt, finde ich diese Ausgabe als eine der besten. Der Preis stimmt auch, was man von anderen Angeboten nicht behaupten kann. Der Koran ist eine schwierige Lektüre, da sehr repetativ (wiederholend) und umfangreich. Daher ist eine teure Ausgabe oft nicht nötig, weil man es kaum durchhält, viel darin zu lesen. Noch besser finde ich sogar eine Ausgabe von George M. Lamsa, die genau diese Übersetzung verwendet, aber die relevantesten Verse des Korans nach 92 Themen geordnet hat. Da blickt man erst richtig durch, und da lohnen sich auch der Preis.
Aber wie gesagt, dieses Taschenbuch ist alles in allem eine vernünftige Ausgabe!
gründlich lesen um Vorurteile zu vermeidenIch halte es für eine Beurteilung des Korans für wichtig zu berücksichtigen, dass es sich hierbei nicht um Belletristik handelt und man demnach nicht nach Grad der Unterhaltsamkeit (z.B. Langeweile durch Wiederholung der Prophetie-Erlebnisse) urteilen kann. der Koran stellt für gläubige Muslime - im Gegensatz zu Altem und Neuem Testament für Juden und Christen - direktes Gotteswort dar, was seine zentrale Bedeutung erklärt.
Der Qur'an erkennt die Propheten des Juden- und Christentum durchaus an (zu welchen er übrigens auch Jesus zählt, denn ein "Sohn Gottes" widerspricht der Einigkeitsvorstellung im Islam); er versteht Muhammad lediglich als "Siegel der Propheten", also den letzten in der Reihe der Gesandten. Ebenfalls wird von ein und derselben Schrift als Grundlage für die 3 Buchreligionen ausgegangen, die allerdings im Juden- und Christentum verfälscht wurde. Somit korrigiert der Islam nur das Juden- und Christentum.
Inhaltlich befasst sich der Qur'an mit Lobpreisungen Gottes, Warnungen vor dem jüngsten Gericht, Gleichnissen, Propheten- und Straflegenden. Neben allgemein gehaltenen moralischen Grundsätzen finden sich dann in begrenzter Zahl auch die so kontrovers diskutierten Vorschriften zu Ehe-, Familien und Erbrecht. Der Koran im Ganzen ist also weit mehr als ein Gesetzbuch.
Für jemanden, der mit dem Islam nicht sehr vertraut ist, empfiehlt sich vorher eine Einführung zum Qur'an zu lesen. Der Qur'an sollte nämlich sehr aufmerksam, gründlich und v.a. unvoreingenommen gelesen werden, da sonst sehr leicht die Verse überlesen werden können, die mit den Vorurteilen z.B. über die Behandlung der Frauen im Islam aufräumen. So sind die für uns so befremdlichen Weisungen an bestimmte Bedingungen geknüpft, die in der Regel kaum erfüllbar sind. Was zum Beispiel die Polygamie betrifft: das Recht, mehrere Frauen zu heiraten, ist von vornherein nur zur Versorgung von Waisen gedacht. Darüber hinaus ist die Heirat mehrerer Frauen ganz streng an die Bedingung geknüpft, dass der Mann jeder seiner Frauen die gleiche Zuwendung entgegenbringen muss - sowohl finanziell als auch emotional. Das ist im Grunde unmöglich. Als 2. Beispiel seien die harten Strafen für Ehebruch genannt. Bedingung für den Strafvollzug ist, dass 4 Zeugen den Akt in Einzelheiten wiedergeben können. Seien wir ehrlich, dazu müsste der Ehebruch schon auf dem Marktplatz stattgefunden haben.
Der Aufbau des Qur'ans erfolgt in Suren. Da der Qur'an nicht mehr zu Muhammads Lebzeiten gesammelt wurde, war die Reihenfolge der Offenbarungen nicht klar und die Anordnung der 114 Suren erfolgt (mit Ausnahme der 1. Sure) schlichtweg der Länge nach, wobei die langen Suren zu Beginn stehen. Vermerkt ist allerdings, ob die jeweilige Sure in Mekka oder Medina offenbart wurde. Im Arabischen sind v.a. die frühen Suren in Reimprosa gehalten. Das ist insofern bedeutsam, dass die sprachliche Unnachahmlichkeit als Gottesbeweis gilt und daher Koranübersetzungen nicht wirklich anerkannt sind, aber als Annäherung natürlich unumgänglich sind. Verschiedene Übersetzungen legen den Schwerpunkt entweder auf inhaltliche Genauigkeit oder auf Annäherung in der sprachlichen Form. Heutzutage sind Übersetzungen nicht mehr gefärbt durch die Einstellung des Übersetzers zum Islam.
Sehr gutes Buch, aber....also, die hier vorliegende Koranausgabe ist sehr gut, allerdings ist sie von einer islamischen Sekte, der "Ahmadiyya"-Muslim Jamaat herausgegeben worden und damit auch mit Vorsicht zu geniessen. Ich empfehle daher deutsch-arabische oder nur deutsche Koranübersetzungen von Max Henning (überarbeitet von Murad W. Hofmann). Und noch etwas: Der Begriff "Mohammedaner" ist FALSCH! Wir bezeichnen uns als "Muslime"-NICHT als Mohammedaner - wer uns als "Mohammedaner" bezeichnet, der beleidigt uns Muslime!
Ein Heiliges BuchEs steht mir sicher nicht zu ein "Heiliges Buch" zu bewerten. Sicher ist wohl auch, um den Koran richtig zu verstehen, sollte man des Arabischen mächtig sein, da wie so oft bei Übersetzungen manche Wörter nur gedeutet werden können.
Trotzdem habe ich den Koran gelesen.
Aus Neugier (wie ich zugeben muß), aber auch um das Denken und Handeln in der Islamischen Welt - und zwar nicht nur im Nahen Osten, sondern auch bei uns - zu verstehen.
Im Koran werden Judentum und Christentum anerkannt. Das sollte unsere von Vorurteilen (welche durch div. Ereignisse geschürt weden)getränkte westliche Welt beruhigen.
Erstaunt hat mich auch das Wissen der Arabischen Welt zu der Zeit, da der Koran entstanden ist.
Werk einer Sekte, welche von der Mehrheit der Muslime aus der islamischen Ummah ausgeschlossen wurdeDiese Übertragung des Qur'an-Textes in die deutsche Sprache wurde von der "Ahmadiyya" angefertigt, dessen Anhänger innerislamisch nicht als Muslime anerkannt werden. Dies hat damit zu tun, dass die einen "neuen" Propheten verehren, der die Wiederkunft Jesus, Krishna und Buddha in einer Person und der verhießene Madhi gewesen sein soll. Damit Widersprechen die Vertreter dieser Gemeisnchaft den Grundsätzen des islamsichen Glaubens. Diese Gemeinschaft wird hingegen von westlich orientierten Regierungen unterstützt, weil sie sich den unterschiedlichen Regierungen willig fügt. So hat die Ahmadiyya zu Zeiten der z.T. grausamen britischen Kolonialherrschaft in Indien den Muslimen eigenmächtig verbieten wollen, sich gegen die Kolonialmacht zu wehren (wodurch sie sich unbeliebt machten). Die Ahmadiyya versucht durch den Qur'an ihre Lehre zu legitimieren und bedient sich somit der (zwangsläufigen) Manipulation des Übertragungstextes. Eine Übertragung des arabischen Qur'an-Textes in die deutsche Sprache stellt im weitestem Sinne einen Ansatz des Verständnisses des Übersetzers wider und somit ist der Wortlaut des Textes der Ahmadiyya zwangsläufig zugunsten ihrer Lehren ausgefallen. Das Fatale hierbei ist, dass der Leser die Korrektheit oftmals nicht überprüfen kann (wenn man des klassischen Hocharabisch mächtig ist, dann ließt man das Original und lässt es auf sich wirken). Auch die Erklärungen sind von den Lehren der Ahmadiyya geprägt und können somit beim Leser Irretationen hervorrufen, wenn dieser mit einem Muslim redet und dieser die Wahrhaftigkeit der Aussagen natürlich verneint. Zudem verwendet die Ahmadiyya Qur'an-Ausgaben, deren Verszählung von den Standardausgaben abweicht und somit weder bei wissenschaftlichen Arbeiten, noch bei Geschprächen mit Muslimen zitierfähig ist.
Es ist also nicht sonderlich empfehlenswert, sich diese Ausgabe anzuschaffen. Es gibt wesentlich bessere Ausgaben wie jene von Hofmann oder Rassoul, welche man sich anschaffen kann.