Deschner, Karlheinz

Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert

Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • Erscheinungsdatum: 1991
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 733
  • ISBN: 3498012827
  • EAN: 9783498012823
  • Amazon.de Verkaufsrang: 43.011
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Beschreibung von buecher.de

Ein gewaltiges Werk legt Deschner hier mit seiner umfassenden Zeitgeschichte der angeblich höchsten moralischen Instanz des Abendlands vor, die sich konsequent mit den schlimmsten Tendenzen unseres Säkulums verbündet und das tiefste Mißtrauen aller, die dieses Buch gelesen haben, wahrlich verdient. Der vorliegende Band ist eine aktualisierte Neuausgabe von 'Ein Jahrhundert Heilsgeschichte'.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Engelbert Blaß fanden 35 von 44 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Deschner: Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert

Wieder einmal mehr beweist Deschner, daß er mit Recht in Fachkreisen als bedeutendster Kirchenkritiker des 20. Jahrhunderts gehandelt wird, für mich ist es der Beste überhaupt.

Auf ca. 1200 Seiten beschreibt er die Politik des Vatikans von ca. 1870 bis 1992. Wem 1200 Seiten zu viel erscheinen, dem kann ich nur sagen, es wäre auch interessant gewesen, daraus weitaus mehr zu machen.

Wer der Meinung ist, daß die Geschichtsschreibung bzgl. der Rolle der Kirche in punkto Hitler, Mussolini und Franco auf die Öffnung der Archive des Vatikans angewiesen ist, wird hier eindeutig eines Besseren belehrt.

Zudem wird hier einmal mehr als deutlich, daß die Geschichtsschreibung in unserem Kulturkreis nie ohne die Rolle des Christentums verstanden werden kann.

Aus Deschner spricht nicht der Haß, sondern die pure Realität.

Bisher konnte ihm nie ein geschichtlicher Fakt widerlegt werden.

Deschner ist einfach eine Klasse für sich.

Diese Rezension von Kritischer Leser fanden 15 von 17 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Die Wahrheit tut oft weh!

Es kann niemand über Kirchengeschichte oder über die Geschichte des 20. Jahrhunderts mitreden, der dieses Buch nicht gelesen hat. So einfach ist das! Wie sollte man sonst die Hintergründe der beiden Weltkriege richtig beurteilen, die Entstehung des Faschismus in Spanien, Italien und Deutschland? Wie soll man einen vielseitigen Blick auf des Emporkommen Hitlers und seiner Machtergreifung erlangen, ohne dieses fundamentale Werk Deschners zu kennen? Die Kirche hatte überall ihre Hände im Spiel, genauer: Geschichte ist nicht zu schreiben, ohne dass man die vielseitige, tiefgreifende Mitwirkung der Kirche begreift. Leider bleiben diese Aspekte in der "klassischen" Geschichtsschreibung beinahe vollständig unbeachtet. Wer weiß denn schon, wie sehr die Pius-Päpste und Benedikt XV. die Kriege herbeigesehnt haben, die faschistischen Machthaber hochgejubelt, das Kanonenfutter segnend, ihm Gott und Himmel versprechend, in den Tod getrieben haben? Wer weiß von der Mitwirkung der Kirche am Vietnam-Krieg, über die Aufforderung amerikanischer Bischöfe, dort endlich die Atombombe einzusetzen? War nicht die Kirche an der Seite des strengkatholischen Adenauer die erste Instanz, die zu Kriegsende schon bald nach der Wiederbewaffnung Deutschlands schrie? Die Liste wäre endlos - aber man erkennt, dass viele, viele Wahrheiten NUR bei Deschner zu finden sind. Man darf die Wahrheit nicht verschweigen, nur weil sie unangenehm ist! Deschner ist der mutigtste, unbestechlichste Aufklärer unserer Zeit. Seine Bücher sind schon lange Pflichtlektüre für jeden selbständig denkenden Menschen.

Diese Rezension von Historiker fanden 1 von 1 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Diverse Fakten ignoriert und historische Zeitabstände zu kurz gegriffen

Grundsätzlich stehe ich Kritikern und sogenannten 'Gegenpolen' sehr positiv gegenüber, denn erst dadurch ist ein sukzessiver Mehrwert und ein gesundes Gleichgewicht zu erreichen.

In diesem Buch wird jedoch auffällig, dass zuviele Parameter in der Argumentation vernachlässigt werden und somit nur einseitig diskutiert wird, was für die historische Relevanz letzten Endes zu eindimensional und darüber hinaus äußerst subjektiv ist.

Da kommen wir gleich zum nächsten Punkt: um Aktionen/Reaktion in der Vergangenheit zu begründen bedarf es nicht (auch wenn diese Päpste im 20.Jahrhundert regiert haben) nur auf Beginn des 2.Weltkriegs zurück zu greifen. Somit entsteht bei Unwissenden ein völlig falsches Bild der angeblichen Realität. Leider muss ich sagen, dass der Autor seine Wertvorstellungen und sein Bild kommuniziert und Fakten dabei tatsächlich mehr vernachlässigt als eingebracht werden. Allein dieser Punkt mindert das Werk in solch einem Ausmaß, dass in Punkten wo der Autor auch Recht behält, trotzdem dessen Meinung hinterfragt werden muss.

Fazit: Nicht empfehlenswert. Eine ordentliche Diskussion fehlt. Nur "die Kirche ist böse" permanent zu suggerieren ist historisch wohl wahrscheinlich sogar mehr richtig als falsch, jedoch (historisch-)wissenschaftlicher Unfug, wenn keine Belege respektive diskutierte Fakten folgen. Und wie bereits schon angesprochen sticht die MEINUNG des Autors hervor und daher ist das Werk nicht realitätsgebunden, sondern ausschließlich subjektiv geschrieben, ganz nach dem Motto: die eine (und zwar meine) Seite der Medaille reicht auch.

Diese Rezension von gozwyn fanden 1 von 2 Kunden hilfreich:
1 von 5 Sternen Meinung statt Forschung

Dieses Buch reiht sich leider wieder in die lange Liste von Deschners polemischen "Geschichtsbüchern" ein, die jeder Form seriöser Geschichtswissenschaft spotten. Gerade bei einem so schwierigen Thema wäre etwas mehr Feinfühligkeit geschweige denn historische Korrektheit mehr als angebracht gewesen. Leider liest man aber hier letztlich nur die persönliche Meinung des Autors zu den Geschehnissen. Abgesehen davon, dass diese für den Leser relativ uninteressant sein dürfte, wiederspricht so ein Vorgehen der Grundlage jeder objektiven und damit wissenschaftlichen Forschung. Es ist einfach nicht wahr, dass Deschners Behauptungen nie widerlegt worden wären, ebenso wenig dass er in Fachkreisen hoch angesehen wird. Die Päpste hatten im 20. Jht. unter den atheistischen Terrorregimen des Kommunismus, Nationalsozialismus und Faschismus die für das Christentum schlimmste Zeit seit den aniken Christenverfolgungen durchzustehen. Trotzdem oder gerade deshalb waren die großen Widerstandsbewegungen, wie z.B. die um Staufenberg gegen die Nazis zutiefst christlich motiviert. Viele Priester kamen auf Grund ihrer christlichen Zivilcourage in die KZs! Bischöfe wie Clemens August Graf von Galen hielten flammende Reden gegen das Nazi-Regime und es blieb nicht nur bei Worten. Pius XI. protestierte 1937 mit der Enzyklika "Mit brennender Sorge" gegen die Lage in Nazi-Deutschland. Pius XII. wurde später, auch von jüdischer Seite, für das Engagement gegen die Nazis gedankt. Doch diese Seite der jüngeren Kirchengeschichte interessiert Deschner nicht. Ebensowenig die Tatsache, dass eine offene Konfrontation der Kirche mit den totalitären Regimen wohl ein Vielfaches an Toten und Repressionen, wenn nicht gar den Untergang der Kirche(n) in den entsprechenden Ländern zur Folge gehabt hätte. Wenn der Papst eine solche Verantwortung auf sich genommen hätte, wäre er wohl dafür von den Gleichen kritisiert worden, die ihm heute Tatenlosigkeit vorwerfen. Auch sollte man nicht erwarten, dass in diesem Buch Positives wie der entscheidende Einfluß Johannes-Pauls II. auf die Demokratisierung Polens, dem Fall des Eisernen Vorhangs und somit auch der Wiedervereinigung wirklich gewürdigt wird, wie dies später von allen beteiligten Protagonisten getan wurde. Mit dem neutralen Titel "Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert" wird daher eine ausgewogene Sachlichkeit vorgetäuscht, die sich im Buch nirgends wiederfindet.

Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert



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