Wilde, Oscar

Das Bildnis des Dorian Gray

Das Bildnis des Dorian Gray
  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • Erscheinungsdatum: 1992
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 335
  • ISBN: 3150050081
  • EAN: 9783150050088
  • Amazon.de Verkaufsrang: 267.291
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Für den Maler Basil Hallward verkörpert Dorian Gray die unvergleichliche Muse, die ihm als Künstler zu voller Blüte verhilft und ihm Genialität einflößt. Lord Henry erscheint dieser anmutige Jüngling wie ein hohles Gefäß von vollendeter Form, das darauf wartet, geöffnet und von Leben erfüllt zu werden. Basil betet Dorian als den Inbegriff von Aufrichtigkeit, Tugend und vollendeter Schönheit an. Für Lord Henry ist er hauptsächlich ein sehr interessantes Experiment. Von der Ausstrahlung seines jungen Freundes geblendet und ihm völlig ergeben, überschüttet Basil ihn mit einer Flut an Komplimenten. Scharfzüngig, mit herrlich extremen Aussagen und provozierenden Thesen, versetzt Lord Henry den noch schlummernden Geist Dorians mit seinen paradoxen Philosophien in Aufruhr. Basil, von Dorians scharlachroten Lippen, den goldenen Haarwellen und den weiten blauen Augen betört, versucht, seine einzigartige Schönheit in einem großen Kunstwerk zu verewigen. Lord Henry, von seiner Unwissenheit und Formbarkeit angetan, verhilft ihm mit messerscharfem Geist und hypnotischer Redegewandtheit zu einer zweifelhaften Bewußtheit. Dorian Gray erschauert, als er sich auf dem fertiggestellten Gemälde erblickt, und in seinem Entzücken über sich selbst richtet er einen wahnwitzigen und folgenschweren Wunsch an das Universum: Möge er in Wirklichkeit immer so jung und schön bleiben wie auf diesem Porträt. Stattdessen solle das Bild für ihn altern. Sein Gebet wird auf mystische Weise erhört. Dorian, vergiftet durch den schlechten Einfluß von Lord Henry und eines Romans, den dieser ihm zu lesen gibt, gerät immer mehr zum Opfer seiner innersten Abgründe. Nach außen hin bleibt er makellos, doch sein Porträt, das er voller Furcht vor Entdeckung in einem verstaubten Zimmer auf dem Dachboden versteckt, offenbart ihm die Verfehlungen seiner Seele erbarmungslos und auf gräßlichste Weise. Verschleiert, wie es zu Oscar Wildes Zeiten nur möglich war, schwingt das Thema der Homosexualität mit. Viel dreht sich um männliche Schönheit und Jugend, um die zweifelhafte Moral der Gesellschaft, um verborgene Sünden und geheimnisvolle Anziehungskräfte und um schwerwiegende Gefühle von Schuld. Wildes einziger Roman ist ein Werk von großer Eigenart, geschrieben in der für Wilde typischen blumigen und äußerst kunstvollen Sprache, voller gewagter und tiefgründiger Spekulationen um die Doppelnatur der menschlichen Seele und um das mysteriöse Wechselspiel zwischen Kunst und Leben. In ihm spielt das Reale mit dem Irrealen. Es beschreibt die Tragödie um den Identitätsverlust einer dekadenten Seele. --Daphne Unruh

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von M. Mittag-Chwalczyk fanden 26 von 26 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ach hätt' ich nur 6 Sterne zur Verfügung...

... ich würd sie alle vergeben. Dorian Gray nimmt vorweg, was heute alle Welt tut oder tun würde. Was passiert, wenn ich tun und lassen kann was ich will ( Opium, Frauen, Absinth damals, Kokain, Party und Sex heute) und man siehts mir nicht an! Was ist wenn ich niemals altern würde? Früher eine Faustscher Pakt mit dem Teufel, heute die Schönheits-OP machen's möglich.Dorian Gray, ein schöner junger Mann lässt sich von einem Maler porträitieren. Als er sein Bildnis erblickt, wünscht er sich, sein Körper und sein Gesicht würden niemals altern, sondern an deren Stelle das Gemälde. Der Pakt mit dem Teufel nimmt seinen Lauf, als Dorian nach einer grausamen Beendigung einer Liebesbeziehung entdeckt, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Er lebt unaussprechliche Sünden aus und altert nie, was ihm die gesellschaftliche Anerkennung und Gemeinschaft garantiert. Wilde versteht es, exotische Redewendungen und Beschreibungen mit sündigen Gedanken zu verbinden. Auch wenn heute Liebe und Laster kaum mehr noch Sünden sind, läßt einen das Buch nicht mehr los. Der überraschende Schluss setzt dem Buch ein Denkmal. Zu recht ein immer und immer wieder gelesener und verfilmter Klassiker.

Diese Rezension von deathdealer92618 fanden 15 von 15 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Die Unvereinbarkeit von Körper und Seele

Der junge gutaussehende Dorian Gray steht von einem Porträt, welches der Maler Basil Hallward von ihm angefertigt hat und äußert den Wunsch, dass das Gemälde an Stelle von ihm altern soll, während er selbst auf ewig so jung und hübsch bleibt, wie es eben auf dem Bild der Fall ist. Der Initiator dieser abstrusen Idee ist der Dandy Lord Henry Wotton, der Dorian unter anderem darauf hinweist, dass nichts so wertvoll sei wie die Jugend.

Und während Dorian Gray nun, wie in einem umgekehrten Entwicklungsroman, immer weiter moralisch und auch gesellschaftlich zerfällt, äußerlich aber jung und schön bleibt wie eh und je, spiegelt sein Bildnis diesen Verfall optisch wieder. Und zwar so, dass Dorian selbst desöfteren erschrocken da steht. Denn es geht hier nicht nur um das Älterwerden in normalen biologischen Außmaßen, sondern es geht darum, dass Dorian skrupellos seine Wünsche und Begehren auslebt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Kein Wunder also, dass das Bild erschreckende Züge annimmmt. Und damit sind wir dann bei der Unvereinbarkeit von Körper und Seele.

Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Oscar Wilde hatte eine tolle, kunstvolle Sprache, geschliffene Dialoge, überraschende Wendungen und mit Lord Henry Wotton eine Figur, die den Leser wohl häufig schmunzeln lassen wird. Mich erinnert er ja sehr an Lord Goring, die Schlüsselfigur aus Wildes "Ein idealer Gatte". Er ist distinguiert, schlagfertig, zynisch und feuert in den eher langweiligen Unterhaltungen der versnobten Gesellschaft ein Bonmot nach dem anderen ab. Ich habe diese Figur jedenfalls auf einigen Seiten vermisst.

Ansonsten ist das Buch ein Kompendium von verschiedenen Stilrichtungen und Anspielungen. So werden andere Autoren und Bücher namentlich erwähnt und Gedichte rezitiert. Man erkennt Verbindungen zum Symbolismus, Orientalismus und Historismus. Vor allem natürlich im langen 11. Kapitel, in dem diverse Interessengebiete aufgezählt werden und welches somit fast schon als eigenständiger Essay losgelöst vom Buch stehen könnte. Desweiteren spielt Wilde natürlich mit dem Dandytum, mit dem Ästhetizismus und wohl auch mit der Homosexualität, denn natürlich ist das Hauptziel von Wotton auch auch von Gray die männliche Schönheit.

Kunstvoll, geistreich, interessant, teilweise überraschend, manchmal vielleicht sogar spannend und in der heutigen Zeit des Schöhnheitswahns auch immer noch aktuell, dazu in dieser Ausgabe noch lesenswertes Nachwort. Was will man mehr?

Diese Rezension von Ulrike Ergenzinger fanden 7 von 7 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen *Selbstliebe* und ihre Folgen

Mit dem "Bildnis des Dorian Gray* ist Oscar Wilde ein echter Klassiker gelungen.

Geschickt greift er den *Faust-Stoff* auf und kleidet ihn neu ein. Dorian Gray, ein zu Beginn des Romans netter, sympathischer Junge, der sich zu seinem Nachteil verändert in der Rolle des "Faust" und *Lord Henry* in der Rolle des "Mephisto", der zufällig auf Dorian trifft.

Ein Spiel mit dem *Fegefeuer der Eitelkeiten*. Lange musste der Maler, den jungen Dorian beknieen, damit er ihn endlich porträtieren durfte.

Doch die Folge sind beispielslos. "Ein Bild altert nicht! Es bleibt ewig jung!" Von der *Ewigen Jugend* träumen viele.

Dorian verführt und frisch verliebt glaubt nun alles erreichen zu können.

Aber, die erste Enttäuschung wiegt schwerer als er ahnt. Jedesmal, wenn er etwas "Böses" tut, sei es *Mord*, *Verführung*, usw. muss sein "Portrait" die Folgen tragen.

Das Buch erstreckt sich über einen Zeitraum von 20 Jahren in der eine Menge passiert.

Mein Tipp: *lesen*

Viel Vergnügen ;-)

Diese Rezension von Tobias Groteloh fanden 16 von 18 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein Buch wie heißer Earl Grey Tea im Herbst!

Oscar Wilde`s Literaturklassiker aus dem England des späten 19.Jahrhunderts!

Das Buch Das Bildnis des Dorian Gray handelt hauptsächlich von drei Personen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, und deren tragische Verstrickung miteinander: Der wohlsituierte Dandy(das Wort Dandy kommt aus dem englischen und ist der Fachausdruck für einen Lebemann, der das schöne dieser Welt zu schätzen weiß, meistens eine stark zynisch geprägte Weltanschauung hat und sehr auf sein äußeres Erscheinungsbild wertlegt, d.h. feine und stylische Kleidung, Körperpflege) Lord Henry, der bezaubernde Jüngling Dorian Gray, der überall durch sein umwerfend schönes Erscheinungsbild auffällt und der gutmütige Künstler Basil Hallward, der jenes verhängnisvolle Bildnis von Dorian Gray malt.

Lord Henry lernt den weltunerfahrenen Dorian Gray eines Tages bei seinem Künstlerfreund Basil Hallward kennen, welcher gerade dabei ist ein Porträt des hübschen Jünglings anzufertigen. Nachdem Lord Henry Dorian Gray mit seiner süßlichen Art und Weise dazu überredet hat, seine Jugend in vollen Zügen auszuleben, spricht jener bei dem Anblick seines fertiggestellten Porträts den an Gott gerichteten Wunsch aus, daß sein Bildnis anstelle seiner selbst altern möge. Dieser Wunsch wird ihm schließlich erfüllt. Dorian Gray ist von nun an gezwungen, mitanzusehen, wie sich die ganzen von ihm im Laufe der Zeit begangenen Schandtaten auf seinem Gemälde wiederfinden. Er selbst bekommt die ewige Jugend geschenkt, aber sein Bildnis wird im Enddefekt zum Spiegel seiner grausamen Seele. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf bis zum bitteren Ende!

Wie das Buch aber nun wirklich endet, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Vielmehr wünsche ich mir, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, wieder einmal einen echten Klassiker zu lesen! Dieses großartige Meisterwerk von Oscar Wilde eignet sich perfekt für dunkle und neblige Herbsttage, eingekuschelt auf dem Lieblingssessel mit einer heißen Tasse Earl Grey Tea auf dem Beistelltisch kann man sich am besten in die vergangene Zeit sowie in die Stimmung dieses Buches hineinversetzen.

Warum so viele Menschen aber meinen, daß dieses Buch sie emotional sehr berührt hätte, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Für mich persönlich ist es eher ein Mahnmal, genauso wie die letzten Lebensjahre Oscar Wilde`s. Wegen der homoerotischen Beziehung zu einem etwa zwanzigjährigen Jüngling wurde er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, seine Bücher wurden aus den englischen Buchläden verbannt und schließlich starb er dann ein paar Jahre später in völliger Einsamkeit und Armut in Paris. Seinen ironischen Humor behielt er aber bis zu seinem Tode bei, seine letzten Worte lauteten: Ich sterbe so, wie ich gelebt habe, über meine Verhältnisse!

Diese Rezension von M. Barth fanden 5 von 5 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Zu Recht ein Klassiker

Ein Buch das begeistert und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Es braucht ein Weilchen bis man sich eingelesen hat, denn die Gespräche mit Lord Henry sind sehr sarkastisch und zynisch und trotzdem manchmal so Wahr. Die teilweise sehr philosophischen Phasen regen zum nachdenken an. Die Geschichte gewinnt dann aber an Spannung und dringt tief in die Abgründe der menschlichen Psyche ein. Die Charaktere der Figuren sind gut herausgearbeitet und doch lässt Herr Wilde dem Leser den Freiraum für eigene Interpretationen. Die Idee mit dem Bildnis der Unsterblichkeit ist schlicht genial und eröffnet der Fantasie neue Dimensionen.

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