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David Bellino, ein erfolgreicher Industieller, trifft sich in der Neujahrsnacht 1990 in New York mit seiner Geliebten und vier Jugendfreunden. Die Sehnsucht nach Liebe und Freunschaft verband die sechs Menschen einst, doch nun sind die Freunde gekommen, um mit David abzurechnen, denn alle fünf sind der Meinung, er sei für das, was in ihrem Leben schiefging, verantwortlich. Kurz darauf wird David ermordet. Was sich in der Folge zwischen den fünf ehemaligen Freunden abspielt, wird zu einer alptraumhaften Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Anders...Das erste Buch von Charlotte Link, das ich las war "Das Haus der Schwestern". Auf Empfehlung wollte ich direkt danach "Die Rosenzüchterin" lesen, doch zum Glück begann ich mit "Schattenspiel".
Eine etwas eher untypische Geschichte für die Autorin. Unterscheidet sich in Stil und Geschichte. Das Buch ist jedoch eher spannend. Es geschieht ein Mord und die Freunde des Opfers, die sich zu der Zeit alle in seinem Haus befinden, hätten jeder für sich ein Motiv. Und so gelangt man zu den verschiedenen Lebensgeschichten und die Hintergründe, warum alle Schicksale mit dem Opfer verwoben sind. Die Geschichte baut sich im Laufe des Erzählten soweit auf und die Antwort auf die Frage nach dem Mörder endet zwar etwas überraschend, doch darauf kommt es nicht mehr an.
Wichtiger werden einem die einzelnen Schicksale, und wie diese sich im Laufe der Zeit miteinder vereinen.
Schuld oder Schicksal?Die Antwort auf die Frage nach dem Mörder ist in diesem Roman völlig unwichtig. Es handelt sich hier nicht um einen Mordfall im herkömmlichen Sinne mit konstruierten Verdachtsmomenten, Zeugenvernehmungen und Motivsuche.Ein Motiv hatten alle fünf in Frage kommenden Verdächtigen. Doch wer davon am Ende als Mörder präsentiert wird, ist im Grunde belanglos.Statt um die Frage "Wer ist der Mörder?" geht es hier um "Schuld oder Schicksal?"Kann man für die Verkettung der Umstände einen einzelnen Auslöser zu Beginn der Kette verantwortlich machen oder hat der Mensch als Individuum genügend Einflußmöglichkeiten, das Geschehen in eine andere Bahn zu lenken? Eine Schuld im gesetzmäßigen Sinne ist David in keinem Fall zuzuspechen. Egoismus und Feigheit ist ihm vorzuwerfen, mehr auch nicht.Wie bei jedem Buch von Charlotte Link, das man in die Hand nimmt, weiß man vorher nicht, was man zu erwarten hat. Sie ist eine solch vielschichtige und flexible Autorin, die sich in kein Schema pressen lässt, so das jeder Roman von ihr etwas völlig Neues ist.Doch eine Gemeinsamkeit hat der Großteil ihrer Bücher: Sie werden nicht in chronologischer Abfolge erzählt. Das Buch beginnt mit der Vorgeschichte um Andreas Bredow, der David sein Imperium vermacht hat. Dann folgt das Treffen und der Mord. Danach ist jedem der vier Jugendfreunde ein langes Kapitel gewidmet, in dem ihre Lebensgeschichte erzählt wird. Daran anschließend wird ihr weiteres Leben in den 10 Jahren vor dem Mord geschildert. Schließlich kehrt die Autorin wieder zum aktuellen Geschehen zurück, um anschließend noch die Biografie von Davids Freundin Laura zu erzählen.Die Darstellung von Charakteren ist eine Stärke von Charlotte Link. Hier befasst sich das Buch natürlich im überwiegenden Teil damit. Bei kaum einem anderen Autor sind die Personen so vielschichtig und oft widersprüchlich. Dies legt sie sehr differenziert dar.Dadurch, daß ihre Charaktere so vielschichtig sind, findet der Leser unweigerlich in jeder Person auch Züge, die er an sich selbst finden kann, so daß die Identifizierung mit der jeweiligen Person nicht schwer fällt.
ein wirklich "schicksalhaftes" WerkDie Kernaussage des Buchs ist in etwa: "Jeder Mensch ist das Produkt seiner Erziehung und seines sonstigen sozialen Umfelds". Klar, dass diese Erkenntnis nicht sehr erbaulich ist und sich irgendwie auch negativ auf das Lesevergnügen auswirkt. Aber die Qualität von Büchern darf man ja nicht immer nur an der positiven Wirkung auf das Gemüt des Lesers festmachen. Die einfühlsame Schilderung der Charaktere und die Erzählung einer Situation aus unterschiedlichen Perspektiven ist wirklich gut gelungen. Wenn man ein vielschichtiges Buch sucht,ist man mit diesem Werk bestens bedient.
Die Welt, die im Buch beschrieben wird, gibt es wirklich!"Schattenspiel" ist ein sehr realitätsnahes Buch. Man kann sich in die Personen gut hineinversetzen und deren Schiksal miterleben. Ängste werden in einem wach gerufen. Begründete Ängste, denn keiner will das Schicksal dieser sechs Personen teilen...In dem Buch wird deutlich gemacht, dass es das Schicksal ist, das für alles verantwortlich ist und und dass man ihm nicht entgehen kann. Das Wort "Schattenspiel" drückt genau das aus, was unser Leben eigentlich ist: ein Schattenspiel. Das, was gerade jetzt passiert, steht in der Sonne, wir können es erkennen. Doch der Rest unseres Lebens ist im Schatten, und wir wissen nicht, was noch auf uns zu kommt. Denn das Schicksal spielt mit uns! Meiner Meinung nach ist dieses Buch fantastisch geschrieben, mireißend bis zum Schluss, deteilgetreu und real! Es regt zum Denken an!
Was habt ihr denn alle? :-)Mir gefiel "Schattenspiel" von Charlotte Link außerordentlich gut.
Das Buch gibt tiefe Einblicke in die Charaktere 5 verschiedener Menschen, die ein Leben zwischen bitterer Armut und luxuriösem Leben führen.
Das Buch ist gut zu lesen, versehen mit äußerst witzigen Phrasen, die einen zwischendurch immer wieder zum Schmunzeln bringen.
Spannend, flüssig geschrieben und an keiner Stelle kommt auch nur ein Hauch von Langeweile auf... Meiner Meinung nach ein top Werk!