Spohr, Peter

Die Logik in der Reitkunst

Die Logik in der Reitkunst
  • Verlag: Olms
  • Erscheinungsdatum: 1979
  • Format: Gebundene Ausgabe
  • Umfang: 605
  • ISBN: 3487081873
  • EAN: 9783487081878
  • Amazon.de Verkaufsrang: 716.587
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension fanden 30 von 32 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Der vergessene Klassiker einer feinen deutschen Reitkultur

Klassisches Reiten im Deutschen Stil - ist es das was die FN vorschreibt? Oder die HDV-12? Wem das nicht genügt, und sich dennoch nicht zum Westernreiten hingezogen fühlt, und das in Mode gekommene iberische Reiten zu affektiert erscheint, der möge doch mal "den Spohr" lesen. Vielleicht wird er mit Staunen feststellen, dass er wagte den heute zum Halbgott erhobenen Steinbrecht als Fürsprecher eines Reitsystems der "unbedingten Beizäumung" zu kritisieren, woran Deutschland bis heute tatsächlich krankt. Auch andere Klassiker, wie Baucher, werden genau analysiert und bekommen ihr Fett weg. Die Logik in der Reitkunst (die eigentlich "Logische Reitkunst" heissen müsste) ist dabei systematisch und umfassend, wie sie nur ein Preuße mit mehr als 60-jähriges Reitpraxis schaffen konnte - dabei kurzweilig zu lesen wie kaum ein zweites Werk. Selbstbewusst, analytisch - das Werk eines in Naturwissenschaften gebildeten, vom Preußens Soldatenehre tief durchdrungenen Mannes. Artillerist, nicht Kavallerist. Kein "von" sondern bürgerlicher Herkunft. Ein Liebhaber edler Pferdetypen (wie sie kaum ein Klassischreiter heute haben will) - aber ohne das Geld sich solche als Offiziersreitpferd zu leisten. Seine guten Pferde, denen er besonders im Teil 3 Denkmäler setzt, waren fast alles Truppenpferde, die keiner haben wollte, und er zunächst korrigieren musste - und zumeist Stuten! Spohr hat nicht die Würdigung, und Kritik bekommen die er verdiente. Das lag vielleicht zum Teil an seiner Herkunft und Waffengattung, aber vielleicht noch mehr am Verfall der Kultur (auch der Reitkultur) nach dem ersten Weltkrieg. Auf diesem Niveau ging es nicht weiter. Berufsoffizier mit wissenschaftlicher Ausbildung, französisch und englisch sprechend (die Sprache der "Feinde"), Pferdefreund und universeller Humanist - war das wirklich die Epoche die man heute mit "Preußischer Militarismus" etikettiert? Was wir außer der Kultur des feinen Reitens seither verloren haben, liest man nur hinter den Zeilen. Solche Werke nachzudrucken, ist daher ein grosser Verdienst - wir werden es nicht mehr erleben, dass in unseren heutigen Zeiten, wo unser Wissen vom Pferde zwangsläufig absinkt, bessere geschrieben werden...

Die Logik in der Reitkunst

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