Bruno, Giordano

Über das Unendliche, das Universum und die Welten

Über das Unendliche, das Universum und die Welten
  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • Erscheinungsdatum: 1994-07
  • Bindung: Taschenbuch
  • Seitenzahl: 242
  • ISBN: 3150051142
  • EAN: 9783150051146
  • Amazon.de Verkaufsrang: 145.327
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Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von Nicolas van Bruenen fanden 17 von 17 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Ein gutes Universum für gute Menschen

Astrophysik scheint ja eine sehr nüchterne Disziplin zu sein. Jede Menge Mathematik und Planeten, die auch ohne Menschen funktionieren.

Anders bei Giordano Bruno: Ein unendlich ausgedehntes Universum, dass einem lebendigen Organismus ähnlich ist! Bruno hat das Buch 1591, ein Jahr vor seiner Verhaftung, veröffentlicht.

Das Buch enthält im Gegensatz zu den Werken Galileis keinerlei Mathematik. Dennoch erscheint das Buch heute modern.

Schließlich wird die Vorstellung eines unendlich ausgedehnten Universums von Naturwissenschaftlern ernsthaft diskutiert (siehe etwa "Der Urknall kommt zu Fall. Kosmologie im Umbruch." des Astrophysikers Hans Jörg Fahr).

Während der Lektüre des Buches kann man Urlaub nehmen vom Materialismus. Oder, wie es Ernst Bloch ausdrückt: "Die Materie, die man grau nennt und plump, bleiern, tot und stumpfsinnig, wird gerettet von Giordano Bruno."

Das Buch ist auch von Nicht-Mathematikern zu bewältigen, die sich aber zum Lesen Zeit lassen müssen. Die fünf Dialoge werden sehr lebhaft geführt. Ironische Bemerkungen zu den Anhängern Aristoteles' sind amüsant zu lesen.

Bemerkenswert ist, dass sich Bruno - der am 17. Februar 1600 auf dem Campo de fiori als Ketzer öffentlich verbrannt wurde - auch auf theologische Argumente stützt. So sei der Intellekt Gottes nicht von seinem Handeln zu unterscheiden. Bruno glaubt, dass Gott das Unendliche nicht weniger will als das Endliche.Ein mehr als 400 Jahre altes, top-aktuelles und notwendiges Buch!

Diese Rezension von Stefan Proust fanden 13 von 13 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Erfüllt von der göttlichen Harmonie unseres Weltganzen

Giordano Bruno hat im Gegensatz zu Galilei und Kopernikus seine wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht widerrufen und wurde dafür von der Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt.In den fünf Dialogen hier, bekennt er sich zu seinen, für die damalige Zeit, revolutionären Ideen. Gestützt auf Kopernikus behauptet er, dass die Erde nicht der Mittelpunkt ist, sondern dass sie sich mit den anderen Planeten kreisförmig um die Sonne bewegt. Bruno ist fest davon überzeugt, dass das Universum unendlich ist. In jeden der fünf Dialoge wiederholt er, wenn nicht einmal dann zehnmal, dass das Universum unendlich ist und dass es unendlich viele Welten gibt. Davon ist die heutige Wissenschaft mehr oder weniger auch überzeugt. Was aber Bruno von den heutigen Wissenschaftlern unterscheidet ist, dass er behauptet, diese anderen Welten seien der Erde ähnlich und sind von Lebewesen bewohnt. Selbst die Sonne, diesen Feuerplaneten, hält er für bewohnbar. Die Astronomen bemühen sich, herauszufinden, ob Leben auf anderen Planeten ist oder überhaupt sein kann, aber bisher ist nichts derartiges entdeckt worden. Dass tut Bruno aber keinen Abbruch, denn gerade seine weitschweifige Phantasie macht das zum teil schwierig zu lesende kleine Büchlein, lesenswert. Bis heute ist Bruno von der Kirche nicht rehabilitiert worden, aber obwohl Bruno Abstand vom christlichen Glauben genommen hatte, bekannte er sich kurz vor seinem Tod zu seinem Glauben: "Auch ich habe einen Glauben, nicht unedler, als es der christliche Glaube ist! Ich bin erfüllt von der göttlichen Harmonie unseres Weltganzen...Ich fühle mich wie ein Stäubchen im Angesicht der Unendlichkeit".

Über das Unendliche, das Universum und die Welten



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