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Handlung und Worte, dem Zufall überlassen und doch trefflichAus Geldnot hatte Büchner (*1813) dem Cotta-Verlag den für ein Preisausschreiben geforderten Ein- bis Zweiakter eines Lustspiels zugesandt, allerdings zu spät. Die Veränderung in späteren Jahren zum Dreiakter erschien 1838, ein Jahr nach seinem Tod.
Ein skurriles Stück, man spürt eine Lust Büchners an Worten, Sätzen, Parodien und Querverweisen auf die Literatur. Ein Narrenstück, könnte man meinen, wo doch schon Shakespeare das Intro gab aus Wie es Euch gefällt. Und diese übernommene Botschaft vermag der Anlass der Parodie, der Persiflage gewesen sein, über die Lächerlichkeit und Langeweile einer höheren Gesellschaft zu schreiben, deren höchste Beschäftigung, Müßiggang heißt und deren beste Fertigkeit das Nichtstun ist. Spritzige Bemerkungen unterlässt Büchner an keiner Stelle, übertreibt jedoch nicht, sondern verfällt passend in die Beschreibung der Nachlässigkeit der Personen in Verbindung mit deren freien Willen. Über Langeweile: eine der schönsten Beschreibungen in der Literatur ist hier zu finden. Und gleichzeitig ist die Aktion dagegen eine Kopfgeburt wunderbarer und phantastischer Freiräume, die es gilt auch mit Gedanken der Leere zu füllen. (vgl auch Rede von W. Genazino zur Verleihung des Büchnerpreises) Über Liebe: eine Beerdigung im Kopf. Aber man sollte sich Zeit für die Liebe nehmen, oder die Zeit kann uns die Liebe nehmen.
Eingebettet sind all die Gedanken und Wortspiele in ein Spiel der Liebe. Angelehnt aber contrapunktiert an Shakespeares Romeo und Julia sollen zwei Menschen Leonce, Prinz aus dem Reiche Popo und Lena, Prinzessin aus dem Reiche Pipi, miteinander verheiratet werden, die sich nicht lieben, geschweige denn kennen. Beide ergreifen unabhängig von einander die Flucht, treffen per Zufall aufeinander und verlieben sich im ersten Augenblick, wo das Paradies für die beiden auf die Erde kommt. Verkleidet, als genialer Streich des Müßiggängers Valerio, treffen sie auf die Menge der Wartenden und Verzweifelten mangels Brautpaar und der König vermählt sie vermeintlich stattdessen ihrem Wunsch entsprechend, weil er sich eh eine Hochzeit (die ursprüngliche) vorgenommen hatte. Und siehe, Leonce wird erkannt, Lena ebenso und die, die in Unkenntnis des Anderen vermählt werden sollten, sind nun aus freien Stücken, nachdem sie sich haben lieben gelernt, verheiratet worden. Der Zufall überspielt die Konvention der gesellschaftlichen und standesgemäßen Bestimmung aber letztendlich beweist er sie doch. Büchner verzichtet auf eine dramatische Herleitung aller Figuren und Handlungen, spontan und unvermittelt fegen die Geschehnisse nur so dahin. Alles mündet mit der Hochzeit in die marionettenhafte Vorsehung, einem Uhrwerk gleich
Insgesamt eine grandiose Persiflage auf die unnütze und lächerlich erscheinende obere Gesellschaft, die Frankreich bereits 1789 abgeschafft hatte. In Vorbereitung auf die deutsche Revolution 1848 in der Zeit der Romantik geschrieben, doch recht unromantisch in der Ausrichtung, vergleicht man dieses Stück mit dem Eichendorffschen Taugenichts (1826), dafür für eine bessere Welt des Denkens auf den zweiten Blick plädierend wie Voltaires Candide (1759), doch nicht in Konsequenz des Tun (Candide: Wir müssen unseren Garten bestellen.) sondern mit der Zementierung des Nichtstuns durch ein Dekret (Valerio) und der Zerstörung der mechanischen Zeit zugunsten der Blumenuhr, wie der natürlichen Zeiten zu einem ganzen Jahr zwischen Rosen und Veilchen (Leonce).
Wortwitz und Zitate führen Büchner in diese Welt. Ein Spaß, der aus Geldmangel entstand, verfeinert wurde und heute noch gegen Langeweile und übertriebene gesellschaftliche Konventionen positioniert und sicherlich zu den bekanntesten und wichtigsten Komödien der deutschen Literatur zählt. Lesenswert!
Büchners großer KlassikerPrinzessin Lena vom Reiche Pipi und Prinz Leonce vom Reiche Popo sollen aus Staatsinteresse miteinander verheiratet werden. Sie sind einander noch nie begegnet und fühlen sich durch den gesellschaftlich diktierten Zwang um die Freiheit ihrer Entscheidung betrogen. Lena, mit dem Sehnen nach einem wahrhaften Gefühlserlebnis, flüchtet mit ihrer Gouvernante. Leonce, von Weltschmerz und gähnender Langeweile geplagt, empfindet mit einem Mal die ganze Leere seines Daseins. Der stumpfsinnigen Hofwelt und seiner Gespielin Rosetta -die den Prinzen wahrhaft liebt- überdrüssig, begibt er sich auf die Suche nach seinen Idealen. Unterwegs trifft er auf den Müßiggänger Valerio, der zu seinem Begleiter wird. Wie es die Vorsehung will, treffen sich Lena und Leonce auf der Flucht und verlieben sich ineinander. Nicht wissend, daß sie diejenigen sind, die standesgemäß füreinander bestimmt sind. Valerio erdenkt eine List um die Beiden vor den Augen der, auf Prinz und Prinzessin wartenden, Hochzeitsgesellschaft miteinander zu vermählen. Während der Zeremonie entdecken sie ihre wahren Identitäten. Flucht, zufällige Bekanntschaft, gegenseitige Liebe... führte somit gerade zu dem, was sie scheuen: zu ihrer Verheiratung.Büchner's Lustspiel vom Schein und Sein plädiert für Eigenverantwortlichkeit, Emanzipation und die Bildung eines neuen geistigen Lebens im Volk. Es negiert die bestehende gesellschaftliche Ordnung mit seinen Standesschranken und zeigt eine schrille Dissonanz von Ideal und Wirklichkeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Ein wirklich gelungenes LustspielDas Lustspiel "Leonce und Lena" von Georg Büchner ist wirklich gelungen.Das Lustspiel von Büchner ist sehr unterhaltsam und gut zu lesen.
Leonce vom Reich Popo und Lena vom Reich Pipi sollen verheiratet werden.Beide sträuben sich vor dieser Heirat,da sie nicht wissen wen sie heiraten werden.Sie haben sich noch nicht einmal vor der Heirat gesehen.Darauf läuft Lena weg und trifft durch Zufall Leonce.Sie wissen voneinander nicht wer sie sind.Schließlich verlieben sie sich und es kommt zu einem Happy End und einer etwas anderen Heirat...
Brockhaus-1911: Buchner [2] · Büchner · Buchner
Herder-1854: Büchner · Buchner
Meyers-1905: Büchner · Buchner
Pagel-1901: Buchner, Ernst · Buchner, Max · Buchner, Ludwig Andreas · Buchner, Hans Ernst August · Büchner, Ludwig
Pataky-1898: Büchner, Luise · Büchner, Louise
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