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Harry Palmer und Scientology?Schau`n mer mal, was er darüber (ziemlich selbstironisch) schreibt:„Sommer 1972. Ich nahm an spirituellen Beratungssitzungen teil 1), und man bestand darauf, daß ich in der Zeit zurückginge (75 Millionen Jahre, um genau zu sein), um Erinnerungen an ein fürchterliches Ereignis in einem meiner vergangenen Leben zu untersuchen, welches angeblich die galaktische Zivilisation zerstört und die Welt als einen Trümmerhaufen hinterlassen hatte. Wahrheit oder Science Fiction? Der Absturz der Menschheit? Wer weiß?
Wie auch immer....
Man unterwies mich in dem, was meine Spende erkauft hatte, und gab mir einige Unterlagen über das Ereignis zu lesen. Interessantes Material, doch es geschah nicht viel. Nun ja, wenn ich ehrlich sein soll, es geschah gar nichts! Ich hielt mich für emotional total blockiert....
Also begann ich meine Vorstellungskraft in Fahrt zu bringen, um das grauslichste und beängstigenste Erlebnis zu konstruieren, das ein Wesen nur erlebt haben konnte...
Ein anderer Teil von mir, der losgelöste Teil, beobachtete das Ganze mit Interesse....
Inmitten dieser Episode,..., begann sich der losgelöste Teil zu wundern: Was geschieht, wenn ich die Erinnerung an diesen Teil nicht wachrufe? Es ist schließlich mein Verstand, richtig? Was ist, wenn ich einfach aufhöre, die Erinnerung heraufzubeschwören?Kein Problem. Dies schien mir ein guter Ratschlag zu sein. Ich stand auf und klopfte den Staub von meinem Anzug...
Als ich meine kleine Erkenntnis unaufgefordert zum besten gab, wurde ich sehr streng von einem Ethik-Aufseher (zu jener Zeit waren spirituelle Praktiken einen ernsthafte Anngelegenheit) darauf hingewiesen, dass ich den Vorfall verdrängen wolle....
Widerspruchslos gab ich nach und ging auf mein Zimmer zurück. Doch mein Enthusiasmus zu leiden hatte gelitten...
Ich verließ Los Angeles mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber allen psychologischen Paradigmen, die uns die Last unserer Vergangenheit mit uns herumtragen lassen...."Zitatende. Die Fußnote 1) verweist an dieser Stelle lapidar darauf, dass Scientology gemeint ist.Der Textauszug belegt ebenso wie der gesamte Inhalt und Gestus des Buches oder der Kurs, dass Palmer mit Scientology nicht viel am Hut hatte und noch weniger hat. Allerdings macht er sich auch nicht die Mühe, gegen die Sekte zu polemisieren. Wer ihm trotzdem Nähe oder gar Identifikation mit Scientology unterstellt, setzt sich deshalb der Vermutung aus, das Buch entweder nicht gelesen oder nicht verstanden zu haben - was, wenn man in einem selbstgeschaffenen, weil „erglaubten" Jammertal lebt, in dem das Leben alles andere als ein Volksfest ist, auch nicht so einfach sein dürfte.
Außerdem gilt ohnehin Palmers „Entdeckung", die er auch zur Maxime erhoben hat: Du kannst und darfst glauben, was du willst. Das, was du glaubst, wirst du erfahren. Wenn du das/dieses nicht glaubst, wirst du es auch nicht erfahren. Damit erfährst du also genau das, woran du glaubst.
Das hört sich zunächst sehr nach philosophischer Spitzfindigkeit an - und ist es wohl für diejenigen auch, die es nicht selbst ausprobieren bzw. erfahren. Der Haken: Palmers biografisch angehautes Buch bietet da kaum Möglichkeiten. Die werden erst im „ReSurfacing-Buch" aufgezeigt, das die er ersten Übungen des dreiteiligen Kurses enthält bzw. beschreibt.„Die Kunst befreit zu leben" ist deshalb allein betrachtet kaum besser als die tausend anderen Bücher zum Thema Spiritualität, Selbst- und Welterkennnis. Von einer „Anleitung, sich sein Leben, die Familie, den Beruf und die Existenz dauerhaft zu zerstören..." ist es ungefähr soweit entfernt wie die Bibel von einer pornografischen Geschichtensammlung.
Sein Qualität offenbart sich allerdings erst im Kontext der Avatar-Kurspraxis. Dazu Palmer im Buch: „ Stellen Sie sich vor. Sie nehmen an einem Kurs teil, dessen Studienmaterial aus Ihrem eigene Bewusstsein besteht. Wir sorgen für die Navigationswerkzeuge, eine Landkarte ohne Eintragungen und emotionale Unterstützung. Es ist nämlich Ihre Forschungsreise, Sie müssen Ihr eigenes Gelände mitbringen.
Der Sinn ist , Ihnen dabei zu helfen, zu der Bewusstseinsebene zurückzukehren, auf der Sie der wissende, schöpferische Ursprung Ihrer eigenen Überzeugungen sind."Meine Empfehlung: Buch kaufen, Kurs machen, Rezension schreiben, befreiter leben - wobei die Reihenfolge ziemlich egal ist.
Ron L. Hubbard's ErbenIn jüngster Zeit ist eine heftige Debatte um Harry Palmers Buch und Werk entbrannt. Eine Entwicklung, die den bisher eher im Verborgenen wirkenden Palmer-Anhängern sicher nicht behagen dürfte. Umso wichtiger, sich mit den Tatsachen zu befassen. Die Abstammung von Scientology, von den Anhängern jahrelang bestritten, ist mittlerweile unübersehbar geworden. Von Palmers Anhängern wird ins Feld geführt, daß schliesslich jeder glauben dürfe, was er wolle. Hier wird eine Debatte mit Scheinargumenten geführt, die geradewegs aus den PR-Kursen von Scientology stammt und vom Eigentlichen ablenkt. Nicht, ob jemand etwas glauben darf, muss hier die Frage sein, sondern mit welchen Mitteln jemand dazu gebracht wird, etwas zu glauben. Auffallend ist hier, dass nun so häufig von „Glauben" gesprochen wird, was doch im Widerspruch zu Palmers Behauptung steht, keine Religion zu verkaufen.Ohne es zu wollen, liefern die Anhänger Palmers hier gerade den Bewies für ihre Abhängigkeit: Die These der relativen Wahrheiten darf nämlich auf alles und jedes angewandt werden, nur nicht auf dieses Buch, auf die Avatarlehre selbst. Dann würde das System Avatar nicht mehr funktionieren. Somit ist gerade das wesentlichste Kriterium eines Psychokultes erfüllt. Die Lehre darf nicht hinterfragt werden.
Nun sind es sind ja nicht Menschen, die keine Ahnung von Avatar haben, die das Buch nicht gelesen hätten, welche sich kritisch zu Wort melden. Diese sind im allgemeinen indifferent. Es handelt sich gerade um diejenigen, die jahrelang ein Teil des Systems waren und die die immanente Manipulation und den Missbrauch am eigenen Leibe erfuhren. Insoweit stellt Harry Palmers Werk tatsächlich etwas Besonderes dar. Gewissermassen die hohe Schule der Manipulation in Reinkultur. Die Techniken hierzu stehen jedoch nicht in diesem Buch. Sie sind dann in den hochgeheimen Unterlagen der Meisterkurse enthalten, um deren Geheimhaltung Palmer seit Jahren verbissene Prozesse führt, analog zu Scientology.Wer Palmers System der relativen Wahrheiten folgt, verlässt die minimal erforderliche Basis gesellschaftlicher Übereinstimmung und wird unfähig zu jeglicher Kommunikation mit Aussenstehenden. Somit ist eine soziale Isolation im Sinne eines Kultes unvermeidlich.
Avatar - Sekte oder Methode gegen Sektengläubigkeit?Kerngedanke und Grundidee der „Palmer-Philosophie", wie sie im Buch beschreiben wird, ist zwar Glaubensfreiheit im weitesten, das heißt auch nichtreligiösem Sinn. Doch werden KEINE Vorgaben im engeren Sinne gemacht. Außerdem geht es auch nicht darum, DASS jeder glauben darf, was er will (das auch, doch wäre es als Kernaussage trivial). Sondern darum, dass es die Glaubenssätze und Überzeugungen sind, die festlegen, welche Erfahrungen wir machen. Wer also glaubt, H. Palmer ist ein geldgeiler Sektenguru, soll, kann und darf das nicht nur glauben, sondern er wird früher oder später sogar genau die Erfahrungen machen, die diese Ansicht bestätigen. Denn die Erfahrungen, die wir machen und was wir erleben werden von unseren Glaubenssätzen und Überzeugungen determiniert. Nicht umgekehrt - wie man gemeinhin glaubt!
Ob und dass diese Überzeugungen nicht vorgegeben und deshalb wählbar sind, ist natürlich wieder eine Frage des Glaubens. Sogar, ob es unbewusste gibt (was die Psychologie ja erst seit ca. 100 jahren weiß bzw. bejaht).Um nichts anders geht es im Buch und in den Kursen: Die Kausalverknüpfung von frei wählbaren Überzeugungen/Glaubenssätzen und darauf basierenden Erfahrungen. Dahinter steckt im Prinzip nichts weiter als das alte idealistische Konzept: Geist bestimmt Materie. Nicht umgekehrt.
Dass das so ist, kann man genauso erfahren, wie das Gegenteil. Erste Voraussetzung für diese für viele Menschen neue Erfahrung ist logischerweise, dass man wenigstens probeweise seine „alten" Glaubenssätze entweder über Bord wirft oder sie zumindest als solche erkennt. Tut man das nicht, erfährt man eben nur eine Bestätigung der „alten" Überzeugungen in Form von entsprechenden Erlebnissen. (Der Vollständigkeit halber wäre hinzuzufügen, dass auch kollektive Überzeugungen das individuelle Erleben beeinflussen, weshalb es z.B. nicht funktioniert, zu glauben, der Mond sei eckig...)
Da das Transzendieren oder Über-Bord-Werfen der alten Glaubenssätze und Überzeugungen nicht ganz einfach ist, hat Palmer eine Reihe von Übungen entwickelt, die dabei helfen. Absolviert man sie, erfährt man „am eigenen Leib", welche Macht die Überzeugungen haben, die man sich im Laufe seines Lebens zugelegt hat, und wie handfest diese wirken können. Das ist eigentlich schon alles: Glaub, was Du willst. Wenn Du`s richtig machst (und deine unbewussten Überzeugungen sowie das Kollektivbewusstsein nicht dagegen arbeiten), wirst Du`s es früher oder später zwingend erfahren.Denkt man sich etwas weiter in die philosophische Kernaussage bzw. den zentralen Glaubenssatz Palmers hinein (der natürlich hinterfragt werden darf und auch bei Avatar selbst angewendet werden darf), gelangt man bald zu der Erkenntnis, dass es wohl kein Konzept gibt, das so wenig für Dogmatik und Sektengläubigkeit geeignet ist. Da es jedem Menschen mehr Freiheit und neue Einsichten eröffnet, gerade weil es alle möglichen Dogmen und „Wahrheiten" relativiert, eröffnet es gleichzeitig neue Kommunikationsräume und ermöglicht so auch mehr Toleranz - wie ich erfahren habe.
Das Leben in einer neuen DimensionHarry Palmer hat sich wie so viele andere in den 6oern der USA Gedanken über den Sinn des Lebens und über das Universum gemacht.
Er gibt sein Ingenieursstudium auf und beschäftigt sich mit Psychologie und östlicher Philosophie,experimentiert mit LSD und liest Unmengen Bücher ,während er sich mit diversen Jobs quasi über Wasser hält.
Die Hippies waren irgendwann out und H.P. "wechselt ins ernste Fach" über und unterrichtet amerikanische Literatur.
Dies ist so ungefähr die Einleitung zu einer großen Reise ,auf die der Leser mitgenommen wird.
Die Reise führt in unser Denken,unser Fühlen,unser Sein,unser Bewußtsein...wie funktioniert es und was ist Denken eigentlich!?
H.P. erforscht diese Fragen auf seine ihm eigene Weise beeinflußt von den Strömungen der 7oer und kommt zu verblüffenden und erstaunlichen Antworten.
Seine Erkenntnisse befähigen ihn ,eine Technik zu entwickeln,eine Methode,um sein gewonnenes Wissen an andere weiterzugeben.
Es geht um das Verstehen,daß unser Bewußtsein und unsere Gedanken unser Leben bestimmen und keine Einflüsse von außen oder anderen...
Einmal erlernt,ermöglicht die Methode sich über die eigenen Denkstrukturen bewußt zu werden und desweiteren ,diese nach den eigenen Wünschen zu verändern und sich somit die Realität zu schaffen,in der man leben möchte.
Die Methode bzw. der Kurs der daraus entstanden ist heißt „Avatar" und mittlerweile gibt es rund um den Globus eine Menge „Avatare",die sich ihre Welt schaffen und allen dabei behilflich sind ,die dies auch versuchen möchten.
Das Buch ist trotz autobiographischer Züge ein Buch über Avatar.
Wer sich für neue Lebenswege , Gedankenmodelle und Bewußtseinsforschung interessiert ist mit diesem Buch gut beraten.
H.P. hat trotz seines mittlerweile großen Netzwerks nichts guruhaftes oder unseriöses an sich.
Meiner Meinung nach ist dies ein Buch,daß man ganz oder teilweise ,mehrmals lesen kann und jedes Lesen bringt neues Verstehen.
Nicht zuletzt ist es sehr unterhaltsam und humorvoll geschrieben.
Ungeahnte MöglichkeitenDieses Buch hat mich tief berührt und aus folgenden Gründen sehr ermächtigt: Einige Textabschnitte waren für mein Herz genauso, wie der Sonnenaufgang für den Tag. Viele Worte und Sätze strahlten eine solche Liebe aus, daß sie mir das Gefühl gaben, daß wir alle von einer allumfassenden Liebe getragen sind. Unsere weitere Entwicklung und die des Planeten Erde hängt nicht so sehr davon ab, was wir glauben oder welche Einstellungen wir haben, sondern vielmehr von unserer Fähigkeit, bewußt neue Einstellungen anzunehmen. Die dazu aufgezeigten Wege geben Mut und machen neugierig darauf, eigene Ideen umzustzen. Ich höre gern von Ihnen. hans.bm@t-online.de
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Brockhaus-1809: Die schwarze Kunst
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Meyers-1905: Palmer [3] · Palmer [2] · Palmer [1]
Pagel-1901: Palmer, Edward Rush