Leitner, Thea

Habsburgs verkaufte Töchter

Habsburgs verkaufte Töchter
  • Verlag: Piper
  • Erscheinungsdatum: 2007-11
  • Format: Taschenbuch
  • Umfang: 272
  • ISBN: 349221827X
  • EAN: 9783492218276
  • Amazon.de Verkaufsrang: 51.501
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Beschreibung von buecher.de

Thea Leitner bringt eine unbekannte Seite der europäischen Geschichte zur Sprache, nämlich die Biographien Habsburger Prinzessinnen, die schon im Kindesalter der Politik verschrieben wurden. Ihre Wünsche und Gefühle hatten keinen Platz. Obwohl von Kindesbeinen an über sie verfügt wurde, waren sie als erwachsene Frauen keineswegs Opfer ihrer Herkunft. Im Gegenteil, unter ihnen gab es eine Reihe brillanter Politikerinnen, teils klüger und geschichter als die Herren des Hauses Habsburg.

Rezensionen von Amazon.de-Kunden
Diese Rezension von I. Wodni fanden 20 von 20 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Frauen mit Format und Durchhaltungskraft

"Habsburgs verkaufte Töchter" bietet einen interessanten Einblick in das Leben von sechs Frauen, als Habsburgerinnen geboren, jung verheiratet und in der Geschichte vergessen wurden. Diese Frauen waren teils gepeinigt, teils diskriminiert, teils hochintelligent, teils hervorragende Regentinnen ... aber eines hatten sie alle gemeinsam: Sie wurden / werden gewaltig unterschätzt.

Thea Leitner hat hier kurze und doch ausführliche Biografien über folgende Habsburgerinnen verfasst:

Kunigunde, die aus rein politischen Vorteilen mit einem bayrischen Herzog veheiratet wurde, der keineswegs einer Kaiserstocher würdig war.

Margarethe, die dreimal verwitwet und kinderlos war; damit war ihr Schicksal als Frau eigentlich besiegelt, aber sie setzte sich mit Hilfe ihres Bruders in der Politik durch und regierte über Jahre auf eigene Faust die Niederlande. Margarethe entwickelte sich zu einem der besten Diplomaten, was sie nicht zuletzt ihrer hohen Intelligenz zu verdanken hatte.

Maria, die ihr Leben lang als "Mannsweib" galt und nach dem Tod ihres unfähigen, aber geliebten, Mannes, des Königs von Ungarn, die Zügel selbst in die Hand nahm und höchstpersönlich mit ihren Soldaten mitkämpfte.

Anna, die Mutter des geliebten, gefeierten und großartigen Königs von Frankreich, Ludwig XIV. Dass sie dem "Sonnenkönig" den Weg zu seiner erfolgreichen Herrschaft geebnet hat, unter widrigsten familiären und politischen Umständen, weiß fast niemand. Anna von Österreich war eine der stärksten und ehrgeizigsten Frauen, die hier behandelt werden.

Marie Karoline, eine Tochter Maria Theresias, die nach dem Tod ihrer beiden älteren Schwestern die dritte Verlobte und somit Frau Ferdinands von Neapel-Sizilien wurde. Ihm, einem hässlichen, grotesken Mann, der des Regierens nicht imstande war, gebar sie 18 Kinder und schaffte es trotz ihrer ständigen Schwangerschaften, die Zügel der Herrscherkutsche selbst in die Hand zu nehmen und allein gegen Napoleon anzukommen.

Leopoldine, Frau des brasilianischen Thronfolgers, die ihr Leben lang Diskriminierungen, Wutausbrüchhe ihres Mannes, Krankheiten und Schläge ertragen musste und schließlich im Alter von 29 Jahren im Kindsbett Erlösung fand.Jede dieser Frauen wird von der Geburt bis zum Tod hin begleitet und man gewinnt Eindrücke, die man eigentlich nur Männern zutrauen würde. Thea Leitner hat hier ein gelungenes Buch geschrieben, das für jedermann empfehlenswert ist.

Diese Rezension von ludwigwitzani fanden 27 von 28 Kunden hilfreich:
3 von 5 Sternen Weltgeschichte aus dem Wochenbett

Leitner: Habsburgs verkaufte Töchter

Die Geschichte Kaiser Maximilians; so vermerkt Thea Leitner in ihrer Einleitung kennt jedes Schulkind. Wie aber steht es mit seiner Schwester Kunigunde? Ob jedes Schulkind heute noch Kaiser Maximilian kennt, da habe ich meine Zweifel, aber für seine Schwester Kunigunde und die meisten Habsburger-Töchter stimmt dies ganz bestimmt.

Um diesem Mangel abzuhelfen, hat Thea Leitner das vorliegende Buch geschrieben, eine Art Sammelbiographie von sechs Habsburgerinnen, die sie unter dem Oberbegriff "Habsburgs verkaufte Töchter" publikumswirksam zusammenfasst. Warum gerade diese sieben und warum Marie Antoinette, die bekannteste Habsburgerbraut fehlt, wird nicht begründet, Der Autorin geht es um das Exemplarische, und das erscheint ihr mit den Kurzbiographien, die vom 15. bis ins 19. Jhdt. reichen, gewährleitstet.

Das Buch beginnt der Geschichte der Kunigunde (1465-1520), der Tochter des bettelarmen Kaiser Friedrich III, der sie an jenen Herzog Albrecht VI von Bayern verheiratete, der mit seinem Primogeniturgesetz (1506) die Einheit Bayerns sicherte. Margarete (1480-1530), die Tochter Kaiser Maximilians, war zuerst die Braut von König Karl VIII von Frankreich, der sie aber wegen Anna von der Bretagne verstieß, dann wurde sie die Frau des Kronprinzen Juan von Spanien, der aber unerwartet verstarb, ehe sie Philibert von Savoyen ehelichte, der nach einem kurzen Eheglück ebenfalls verschied. Am Ende wurde sie Generalstatthalterin der Niederlande im Dienste ihres Neffen Kaiser Karls V.. Maria 1505-1528), eine Tochter Philipps des Schönen von Burgund und Schwester des späteren Kaisers Karl V, wurde König Ludwig von Ungarn angetraut, der in der Schlacht von Mohacs (1526) ums Leben kam. Auch sie endete als Generalstathalterin in den Niederlanden, wo sie als Katholikin unglücklich gegen den Protestantismus agierte.

Man sieht, die Habsburgerinnen brachten ihren Männern kein Glück, aber es war auch umgekehrt, wie die Geschichte Annas von Habsburgs (1601-1666) zeigte, die das Pech hatte, den stockschwulen König Ludwig XIII von Frankreich heiraten zu müssen. Immerhin aber brachte sie es trotz aller Anfeindungen von Seiten der Höflinge und vor allem des Kardinal Richelieus fertig, mit ihrem zögerlichen Gemahl noch zwei Kinder zu zeugen, unter ihnen den späteren Sonnenkönig Ludwig XIV, der zum größten Feind ihres Hauses werden sollte. (Übrig handelt es sich bei dieser Anna, um jene Königin, in deren Diensten Alexandre Dumas seine Musketiere reiten lässt.). Marie Karoline (1752--1814) , eine der 16 Kinder Maria Theresias fiel fast in Ohnmacht, als sie ihren Gemahl Ferdinand von Neapel erblickte, aber im Laufe ihres Lebens gewöhnte sie sich an seine lange Triefnase und gebar ihm 18 Kinder. Leopoldine (1797-1829), die Tochter Kaiser Franz I von Österreich, verschlug es gar nach Brasilien, wo sie an der Seite Dom Pedros von Braganca das Kaiserreich Brasilien aus der Taufe hob, ehe sie früh und unter ungeklärten Umständen verstarb.

Man sieht, es war viel los im Hause Österreichs, und die Autorin spart nicht mit Dönekens und Geschichten aller Art. So entsteht eine unterhaltsame, mitunter auch ein wenig geschwätzige Geschichte Habsburgs aus dem Wochenbett, genauer gesagt: aus der Perspektive der weiblichen Familienmitglieder, die das Pech hatten, nur als Objekte der internationalen Heiratspolitik erleiden zu müssen. Weil bei dabei auch vor familieninternen Hochzeiten zwischen den verschiedenen Zweigen des Hauses Habsburgs nicht zurückgeschreckt wurde, kam es wie es kommen musste: immer mehr Wahnsinnige, Epileptiker, Debile, Neurotiker und Schwachköpfe bevölkerten die Familienzusammenkünfte in Schloss Schönbrunn. Kein Wunder, dass es mit der Habsburgermonarchie ein schlechtes Ende gab.

Diese Rezension fanden 12 von 15 Kunden hilfreich:
4 von 5 Sternen Tragische Frauenschicksale

Der Werbeslogan hat seiner Zeit gelautet, faszinierende, meist tragische Frauenbiographien. Das mit der Tragik verstehe ich bis heute nicht ganz. Abgesehen von der Kaiserin Leopoldine, vielleicht noch von der Königin Maria Karolina, konnte ich die übrigen Biographien nicht tragisch finden. Natürlich finden sich auch hier unglückliche Jahre und Schattenseiten, aber grundsätzlich handelt es sich um erfolgreiche, weitgehend aktive Frauen, selbst wenn ihnen von der eigenen Familie Beschränkungen auferlegt wurden. Dabei gibt es mir zu denken, dass die scheinbar unabhängigste der sechs Herrscherinnen auch die frühesten Lebensdaten hat (Kunigunde während ihrer Witwenzeit), das schlimmste Schicksal (Leopoldine), in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts fällt. [Sollte sich die Situation der Frauen etwa seit dem (angeblich so rückschrittlichen) Mittelalter eindeutig verschlechtert haben?] Thea Leitner will keine profunde Historikerin sein, sie wendet sich in ihren Büchern an ein breites Publikum. Sie bietet daher einfache (vereinfachte) Lebensbeschreibungen an, in denen auch unterhaltsame Anekdoten nicht fehlen. Im Gegensatz zu anderen bellestristischen Historikern/innen ist sie aber keineswegs unkritisch. Ansatzweise regt sie zur Hinterfragung der Fakten an, auch wagt sie es traditionelle und weit verbreitete historische Urteile (oder Vorurteile) in Frage zu stellen. Doch in erster Linie will sie wohl unterhalten und vielleicht auch zur Weiterbeschäftigung mit ihrem Thema anregen. Dies gelingt ihr auf einem mehr als akzeptablen Niveau. Als ich das Buch vor einigen Jahren gelesen habe, war es gerade frisch erschienen. Zufall oder Folge: Aus heutiger Sicht darf ich anmerken, dass die von Leitner gegebene Anregung, sich einmal mit anderen Habsburgerinnen zu beschäftigen, Wirkung gezeigt hat. Inzwischen sind zwei Biographien zu den Statthalterinnen Margarete und Maria sowie zu Maria Karolina, der Königin von Neapel, erschienen. Und über die brasilische Kaiserin Leopoldine gibt es inzwischen einen Roman. Daher wäre es höchste Zeit, auch den beiden letzten Damen, der französischen Königin Anna und der Herzogin Kunigunde einmal eine umfassende Biographie zu widmen.

Diese Rezension fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen ein tolles Buch

Ich liebe die Bücher von Thea Leitner! Sie schreibt flüssig und sehr humorvoll. Ihre Bücher geben ein umfangreiches geschichtliches Bild ab. Außer dem befasst sie sich weitgehend mit Persönlichkeiten, die nicht allgemein bekannt aber trotzdem durchaus interessant waren. Ihre Kurzbiographien machen Lust auf umfangreichere Werke der behandelten Person und/oder Epoche! Ich habe fast aller Bücher von Thea Leitner und finde sie allesamt super!

Diese Rezension fanden 5 von 6 Kunden hilfreich:
5 von 5 Sternen Habsburger Frauenschicksale - Faszinierend erzählt

Thea Leitner bringt 6 vergessene Monarchinnen des Hauses Habsburg ans Licht und entreißt sie der Vergangenheit. Bekannt sind uns allen Marie-Antoniette und Maria-Theresia, das Haus Habsburg hatte aber wesentlich mehr Frauen die besonderes geschafft haben, teilweise sogar wesentlich mehr als diese beiden, die in aller Munde sind. Die Autorin schildert die Lebensgeschichten dieser 6 Frauen spannend, interessant und fesselnd. Gleichzeitig werden verwandschaftliche / politische / private Beziehungen geschildert. Man könnte auch sagen die Geschichte Europas verbunden mit 6 außergewöhnlich interessanten, gebildeten und energischen Frauen die Politik und (wenn auch teilweise nur über ihre Männer) Geschichte machten. Das Buch ist empfehlenswert und interessant, allerdings nichts für jene, die die üblichen Herz/Schmerz-Geschichten erwarten. Ein spannendes Sachbuch das gut zu lesen und fesselnd geschrieben ist.

Habsburgs verkaufte Töchter



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