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Königs Erläuterungen - Sie brauchen für Ihre Schullektüre sofort eine ausführliche Inhaltsangabe, ohne womöglich Zeit gehabt zu haben, das entsprechende Werk zu lesen? Sie müssen sich noch ganz schnell über den Aufbau eines Werkes informieren? Bei Königs Erläuterungen bekommen Sie klare und universelle Informationen!
159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben und in unserem neuen Lay-out noch übersichtlicher gestaltet. Schematische Darstellungen, Hinweise in Textkästchen am Rand der Erläuterungen und in Kopf- und Fußleisten ermöglichen eine schnelle Orientierung.
Eigentlich hat es das Jahrhundertdrama Woyzeck nie gegeben. Bekanntlich hat Georg Büchner seine wohl im Sommer 1836 in krakliger, nahezu unleserlicher Handschrift im Straßburger Exil begonnene Tragödie über den kleinen Soldaten, den eine übermächtige Umwelt und der eigene Wahnsinn zum Mord an seiner Geliebten treiben, nie zum Abschluß gebracht: Es existieren nur diverse Neu-, Lese- und Bühnenfassungen, von denen jede beansprucht, authentischer als die anderen zu sein. Selbst diese Rekonstruktionen aber illustrieren Büchners bestechende dramaturgische Meisterschaft: Wie es ihm in einer fast filmisch scharf geschnittenen Szenenfolge gelingt, Woyzecks Vorgesetzten mit wenigen Worten als hilflosen Unmenschen zu karikieren, der sich in Tautologien verheddert ("Moral ist, wenn man moralisch ist"), oder den kantianischen Doktor bloßzustellen, der den armen Titelhelden für "ein paar Groschen täglich" als Versuchstier mißbraucht, ist in der deutschen Literatur ohne Parallele. Als schließlich der schneidige Tambourmajor wie ein Gockel beim Zapfenstreich vor Woyzecks Geliebter Marie herumstolziert, um sie zu verführen, ist die Menagerie männlicher Triebe vollständig und mit knappsten Mitteln vorgeführt. Denn auch in den Regieanweisungen herrscht eine rationelle Perfektion, die langes Reden überflüssig macht: Wenn Büchner seinen Woyzeck zum Stöckeschneiden aufs freie Feld schickt, dann ist sein niederer Militärrang wie nebenbei ausreichend eingeführt. Und wenn er Marie in ihrer Kammer zeigt, wie sie sich selbst mit den Ohrringen des Tambourmajors in einer spitzen Scherbe spiegelt, kommt einem unweigerlich Gretchens Sehnsucht nach dem Besitz des mephistophelischen Hals- und Ohrschmucks in Goethes Faust in den Sinn. Besser -- und anspielungsreicher -- kann man kaum schreiben: Jede Metapher des Dramas spitzt das Geschehen etwas mehr auf das grausige Ende zu: Da nämlich zieht Woyzeck seiner Marie mit dem Messer ein blutiges "Halsband" über die Kehle. Gemeinhin gilt Woyzeck als erstes soziales Drama und damit als gravierender Einschnitt der deutschen Literaturgeschichte. Tatsächlich erzählt es von der unausweichlichen Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Welt: Radikaler noch als in Büchners Dantons Tod ist hier das Scheitern revolutionärer Ideale, das Ende der Geschichte, in jeden Satz mit eingekerbt. Als Woyzeck dem Hauptmann beim Rasieren das Messer an den Hals setzt, ohne sich der machtvollen Möglichkeiten seines Tuns bewußt zu sein, ist dies aufs Anschaulichste ausgedrückt. Es ist ein ungeheuer dichtes Bild voll rätselhafter, erschreckender Poesie -- auch was das angeht, ist vielleicht nur Büchners unterschätzte Komödie Leonce und Lena mit ihrer absurden Komik noch ein wenig schöner. "Er läuft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt", bemerkt der Hauptmann einmal über Woyzeck, "man schneidet sich an ihm". An dieser politischen und sprachlichen Schärfe hat auch Büchners sezierendes Drama bis heute nichts verloren. --Thomas Köster
gute ÜbersichtDas hier wird eine Rezension zu der Mentor Lektürehilfe zu Georg Büchners Woyzeck. Schließlich ist das ja auch der Artikel, der hier rezensiert werden soll... ob das Drama gefällt oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
Die Lektürehilfe stellt den Inhalt des Dramas sehr kurz gefasst und übersichtlich dar. Ergänzt wird das ganze durch zahlreiche Schaubilder. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier nicht um eine Interpretationshilfe, sondern um eine Lektürenhilfe. Dementsprechend kurz sind auch die Interpretationsansätze gehalten. Sie sollen lediglich zum besseren Verstehen und Erfassen des Inhalts dienen und einen Denkanstoß geben, bzw. eine Interpretationsrichtung einleiten. Die Interpretation an sich, bleibt jedoch dem Leser überlassen. Die Lektürenhilfe konzentriert sich sehr darauf, dem Leser einen Überblick über das gesamte Drama zu verschaffen, indem viel Wert auf die Charaktere und deren Beziehungen zueinander, als auch auf den historischen Hintergrund der Charaktere oder des Autors gelegt wird.
Mir hat die Lektürehilfe in der Vorbereitung auf die Klausur geholfen, aber besonders jetzt, während der Vorbereitung auf das Abitur, kann man mit ihr vergessenes sehr gut wieder in Erinnerung rufen. Aus meiner Sicht nur zu empfehlen!!! :)
Gesellschaftskritisches DramenfragmentGeorg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" basiert auf den realen Geschehnissen des Jahres 1821: Am 21. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Friseur Johann Christian Woyzeck seine untreue Geliebte Johanna Woost aus Eifersucht. Als Büchner diesen Stoff aufgreift, geht es ihm nicht um die Darstellung und Kommentierung des Geschehenen. In seinem Dramenfragment will er die Umstände aufzeigen, die den Soldaten Woyzeck dazu bringen, Marie, die Mutter ihres gemeinsamen, unehelichen Kindes, geistig verwirrt und destabilisiert zu töten. Dabei kritisiert Büchner die Gesellschaft jener Zeit, Adel gleichermaßen wie das Bürgertum, und deren Selbstgefälligkeit. Woyzeck erscheint eher als Opfer denn als Täter: Seiner Umwelt ist er als Pauper, als Angehöriger des 4. Standes, hilflos ausgeliefert. Der Hauptmann der ihn als "dumm" und Mann "ohne Tugend" bezeichnet oder der Doktor, der an Woyzeck Menschenversuche begeht, sind Exponenten der verachtenswerten Gesellschaft. Büchners Werk ist das meistgespielteste Drama des Realismus und bei Schülern äußerst beliebt aufgrund der Länge von nur 30 Seiten. Trotz seines Alters von 150 jahren ist "Woyzeck" noch immer aktuell. Menschenversuche stellen die Frage nach dem Wert des Menschen (Genversuche!) oder Maries Rolle als alleinerziehende Mutter: Hat sich ihre Stellung im Laufe der Zeit wesentlich verbessert? Die Rolle des Menschen in Bezug auf seine soziale Stellung ist ebenso Gegenstand des Werkes.
Fundierte VerständnishilfeBüchners „Woyzeck" ist eines der wichtigsten literarischen Dokumente des Vormärz und wird in der germanistischen Forschung als das erste Sozialdrama angesehen. In der Tat ist das Fragment geprägt von heftiger Kritik an den Gesellschaftsverhältnissen, welche die Menschen unterdrückt und voneinander entfremdet.
Wilhelm Große hat sich dem anspruchsvollen Stück in dieser Interpretation angenommen. Seine Erläuterungen sind sehr textnah und tiefgründig, er geht sowohl auf die sprachliche Gestalt des Dramas als auch den historischen Hintergrund des Entstehungsprozesses ein. Die Hauptpersonen werden charakterisiert, wichtige Szeneninhalte für sich behandelt. Insgesamt daher eine Interpretation, welche die Ansprüche befriedigt, das Verständnis des Werks und seiner Textstruktur erleichtert. Wünschenswert wäre noch gewesen, dass der Autor noch mehr Bezug auf das im Drama propagierte Menschenbild Büchners Rücksicht nimmt und insgesamt mehr auf inhaltsübergreifende Themen eingeht.Neben „Woyzeck" ist auch eine komprimierte Interpretation von Büchners revolutionärer Flugschrift „Der Hessische Landbote" enthalten, welche vor allem die zentralen Kritikpunkte Büchners an der starren Gesellschaftshierarchie wiedergibt.
Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung des literarischen „Realismus" Büchners sowie umfassende Unterrichtshilfen und eine Zeittafel zu Leben und Werk des Autors.
Im Ganzen liegt hier also eine fundierte, übersichtliche Lektürenhilfe (120 Seiten) vor, welche alle wichtigen Aspekte von „Woyzeck" kompetent behandelt und für eingehende Beschäftigung mit dem Werk zu empfehlen ist.
Sehr hilfreich für SchülerDas Buch ist -wie eigentlich dei ganze Mentor-Reihe- ein echter Rettungsanker für Schüler. Jeder der mal im Deutschunterricht zu glänzen gedenkt und seine Noten verbessern will ist hier gut bedient. Auch für Faulpelze bestens geeignet, da es eine knappe(!) Zusammenfassung für jedes Kapitel enthält, und außerdem das Beziehungsgeflecht in anschaulichen Skizzen verdeutlicht wird. Natürlich gibt es auch eine gute Zusammenfassung aller wichtigen Sprach- u. Stilmittel des Werkes und ist daher gut zur Klausurvorbereitung geeignet. Daneben gibt es auch den Schuß historischer Details über Autor wie auch Werk mit denen sich z.B. gut in Einleitung und Schluß brillieren lässt. Rundum kompakt und daher sehr zu empfehlen.
Warum tretet ihr nach unten und nicht nach oben?Das Stück, ein Fragment, basiert auf einer wahren Begebenheit. Am 21. Juni 1821 ersticht der 41jährige Friseur Johann Christian Woyzeck in Leipzig seine Geliebte aus Eifersucht. Langwierige medizinische Untersuchungen, ob Woyzeck zurechnungsfähig sei, zögern die Vollstreckung des Todesurteils hinaus, bis es schließlich am 27. August 1824 auf dem Marktplatz von Leipzig vor einer großen Menschenmenge vollzogen wird. Dadurch, daß sein Vater Mitarbeiter der "Zeitschrift für Staatsarzneikunde" war, hat Büchner Gelegenheit, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Wehrmann Woyzeck ist Füsilier im 2. Regiment, 2, Bataillon, 4. Kompanie, wo er als Friseur seinen Dienst versieht. Von seinen Vorgesetzten geschunden und gequält, bessert er seinen knappen Sold dadurch auf, daß er sich einem Arzt als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt. Die karge Freizeit verbringt er in der freien Natur, wo er aus der Tiefe der Erde seltsame Stimmen vernimmt. Sein schwer verdientes Geld liefert er bei seiner Gefährtin ab, um sie und ihren gemeinsamen Sohn zu ernähren. Marie ist hübsch, dadurch ist es nicht verwunderlich, daß sie eines Tages einem Tamburmajor auffällt, der sie kurzerhand verführt. Von seinem Hauptmann provokant darauf hingewiesen, daß ihm jemand Hörner aufgesetzt hat, vom Tamburmajor mißhandelt besorgt er sich ein Messer und geht mit Marie auf ein Feld neben dem Dorfteich, wo er sie ersticht. "Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord. So schön, als man ihn nur verlangen tun kann." sagt ein Polizist in der letzten Szene. Wahrscheinlich deswegen, weil alles so klar zu sein scheint. Doch ist wirklich alles so klar?Warum ersticht Woyzeck Marie? Warum ausgerechnet den Menschen, den er wirklich liebt, der genauso arm dran ist wie er? Warum schlägt er dem Hauptmann, der ihn quält, nicht den Schädel ein, warum ersticht er nicht den Tambourmajor, der seine Gefährtin verführt hat oder den Arzt, der obskure Experimente an ihm durchführt.? Woyzeck spürt, daß es auch eine andere Wahrheit, eine bessere Welt geben muß. Er hört, wie diese Welt aus dem Kornfeld zu ihm spricht, aber da er die Sprache der Freiheit nie gelernt hat, kann er damit beim besten Willen nichts damit anfangen. Büchner drückt damit jenes Unverständnis aus, das nur jemand kennen kann, der jenseits des Rhein den Geist der Revolution gespürt hat und nun diesseits des Rhein die Ohnmacht des kleinen Mannes der Obrigkeit gegenüber so richtig spürt. Warum tretet ihr euch gegenseitig, anstatt diejenigen zu eliminieren, die euch treten?Aux armes citoyens, formez vos bataillons! Hat man erst einmal den Rhein überschritten und die germanisch devote Welt hinter sich gelassen und die Luft der Freiheit geatmet, dann kehrt man nicht mehr als der zurück, der man einmal war. Man wird unbequem, man begehrt auf, man stellt Fragen und ballt seine Faust.
Adelung-1793: Materialien, die · Bāu-Materiālien, die
Brockhaus-1911: Buchner [2] · Büchner · Buchner
Herder-1854: Büchner · Buchner
Lueger-1904: Heizgase, -kraft, -materialien
Meyers-1905: Büchner · Buchner
Pagel-1901: Buchner, Ernst · Buchner, Max · Buchner, Ludwig Andreas · Buchner, Hans Ernst August · Büchner, Ludwig
Pataky-1898: Büchner, Luise · Büchner, Louise
Pierer-1857: Büchner · Buchner
Schmidt-1902: Büchner, Johann Carl Friedrich · Buchner, Carl Christian