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Das legendäre Gemeinschaftswerk des Autorengespanns Robert Gernhardt, F.W. Bernstein und F.K. Waechter über den großen Arnold Hau, der als letzter Universal-Gelehrter nach Goethe zeichnend und dichtend das Menschsein erforschte, ist fiktive Künstlerbiographie und - schreiende Satire. Arnold Hau, 1900 geboren, war vielseitig begabt. Er zeichnete, schrieb Erzählungen und Gedichte, kräuselte aber auch die Denkerstirn: Die Literaturwissenschaft fand aus der Sackgasse heraus, weil Hau sie auf die enge Verbindung zwischen Goethe und Schiller aufmerksam machte: 'Die Doppelformel Goethe und Schiller ist ohne einen von beiden schwer vorstellbar.' Damit nicht genug, entdeckte er - Meilenstein in der Geschichte der Zoologie - die grün-golden gesprenkelte Grottenmaus. Niemals wurde die Tierwelt so pointiert erfaßt wie in seinen kleinen, berühmten Versen: 'Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.' In dem Anspruch, den sprichwörtlichen 'Hau-Geist' der Deutschen zum Ausdruck zu bringen, konnten die sechziger Jahre, in denen das Buch erstmals erschien, noch nichts Komisches entdecken. Jetzt liegt der Zweitausendeins-Bestseller endlich als Taschenbuch vor.
Sicherlich nicht Gernhardts MeisterstückArnold Hau ist (oder war) einer der großen verkannten Dichter unserer Zeit. Und total erfunden. Letzteres hat Robert Gernhardt gemeinsam mit F.W. Bernstein und F.K. Waechter zustande gebracht, und in diesem Büchlein findet man das Ergebnis: lauter Texte über und von Arnold Hau, ebenso reichliche Zeichnungen von Bernstein, Waechter und Gernhardt selbst, die den Lebensweg des Hau illustrieren bzw. aus seinem Werk stammen. Das läßt sich so grundsätzlich ganz komisch an - einige Spitzen zum Literaturbetrieb und insbesondere zu der Art, wie über Dichter gesprochen wird, finden sich im Text "über" Hau; und einiges komische und absurde in den Texten, die der Mann selbst verfaßt haben soll. So richtig zünden will das Feuerwerk aber nicht, das hier abgebrannt wird. Eine Menge ist es schon, aber die Menge allein macht halt nicht die Musik; und auch die Komposition ist nicht ganz gelungen. So scheint's mir. Aber natürlich kann man darüber (und über vieles) geteilter Meinung sein. Ich lese lieber Gernhardts Gedichte. Aber streiten wir uns nicht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Die einzige glaubwürdige Abrechnung mit Adolf Hitler"Zu Adolf Hitler fällt mit nichts mehr ein." Dies ist nun leichter gesagt als glaubwürdig gemacht. In diesem vergnügten Büchlein, das den grauenhaften "Untertan" an allen deutschen und ausländischen Schulen ersetzen sollte, geschieht es. Ironie und Komik sind die beiden Engel, die die Wahrheit stets begleiten: leider wird die Wahrheit in Begleitung ihrer beiden Leibwächter oft nicht bemerkt, wie auch hier seit immerhin 20 Jahren. Keine (reine) Unsinnsliteratur.