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Eduard und Charlotte leben in zweiter Ehe zusammen auf ihrem Landgut und erfüllen sich damit ihre Jugendliebe. Die Zweisamkeit wird gestört, als Eduard seinen alten Freund Otto, einen in Not geratenen Hauptmann, als Berater und Gartenvermesser auf sein Gut einlädt und Charlotte ihrerseits ihre auf dem Internat unglückliche Pflegetochter Ottilie als häusliche Gehilfin zu sich nimmt. Die Harmonie zwischen Eduard und Charlotte ist durch das Eindringen der Freunde gestört: Charlotte fühlt sich zu dem praktisch denkenden Hauptmann hingezogen, der sensible Eduard empfindet eine innige Neigung zur empfindsamen Ottilie. Während Charlotte und der Hauptmann ihren gegenseitigen Neigungen entschlossen entgegenzutreten versuchen, lassen Eduard und Ottilie die langsam entstehende Liebe zu. Aus dieser 'Wahlverwandtschaft', die sich mit der unabwendbaren Kraft eines Naturvorgangs entwickelt, gibt es kein Zurück, aber auch keinen anderen glücklichen Ausgang.
EinflußräumeAus zwei Verbindungen zwei Elemente segmentieren und in wechselseitigem Austausch neue Konstellationen bilden lassen = Wahlverwandtschaften. Doch weniger die Neigung als vielmehr das para-wissenschaftliche Gesetz(te) stellen sich beim Jubilar als konstituierend heraus: Das Sinnhafte wird permanent von den Protagonisten - bestrebt, sich ihrer Ausweglosigkeit zu ent-deuten - addiert, das Fatale gleichsam präfiguriert. Man sollte also meinen, Triebhaftes und Getriebene triumphierten über Sittsames und Konventionalisierte. Doch die Stille des Gewässers trügt. Was als Wahrheit auf der Seeoberfläche treibt, erweist sich als linker Pfad; mit dem Einzug des Wunderbaren in die Erzählung wird jede vorhergehende (Un-)Ordnung absorbiert. Es bleiben Dichotomien. Paarbildungen sind in den `Wahlverwandtschaften' das überdauernde Prinzip in prinzipieller Vergänglichkeit oder (besser) Umorientierung. Weniger die Protagonisten, deren polarisierende Wesenszüge sich in der frappierenden Namenskonvergenz (otto als anagrammatische oder ethymologische Basis) zu einem geschlossenen Quartett (Quintett) elementarer Verwandtschaftlichkeit zu formieren scheinen, bestimmen hier den Ablauf der Dinge: Im Hintergrund lauern Prinzipien, deren Un(vorher)sagbarkeit und Gewalttätigkeit die Strukturen menschlicher und letztlich auch erzählerischer Einflußräume unterwandern. Daß hier noch ein Autor - und ist er auch der gefeierte große Dilettant der deutschen Literatur - die Fäden in der Hand hält, scheint unmöglich. Feiern wir also den Text - indem wir ihn lesen, natürlich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Der RomanAus zwei Verbindungen zwei Elemente segmentieren und in wechselseitigem Austausch neue Konstellationen bilden lassen = Wahlverwandtschaften. Doch weniger die Neigung als vielmehr das para-wissenschaftliche Gesetz(te) stellen sich beim Jubilar als konstituierend heraus: Das Sinnhafte wird permanent von den Protagonisten - bestrebt, sich ihrer Ausweglosigkeit zu ent-deuten - addiert, das Fatale gleichsam präfiguriert. Man sollte also meinen, Triebhaftes und Getriebene triumphierten über Sittsames und Konventionalisierte. Doch die Stille des Gewässers trügt. Was als Wahrheit auf der Seeoberfläche treibt, erweist sich als linker Pfad; mit dem Einzug des Wunderbaren in die Erzählung wird jede vorhergehende (Un-)Ordnung absorbiert. Es bleiben Dichotomien. Paarbildungen sind in den `Wahlverwandtschaften' das überdauernde Prinzip in prinzipieller Vergänglichkeit oder (besser) Umorientierung. Weniger die Protagonisten, deren polarisierende Wesenszüge sich in der frappierenden Namenskonvergenz (otto als anagrammatische oder ethymologische Basis) zu einem geschlossenen Quartett (Quintett) elementarer Verwandtschaftlichkeit zu formieren scheinen, bestimmen hier den Ablauf der Dinge: Im Hintergrund lauern Prinzipien, deren Un(vorher)sagbarkeit und Gewalttätigkeit die Strukturen menschlicher und letztlich auch erzählerischer Einflußräume unterwandern. Daß hier noch ein Autor - und ist er auch der gefeierte große Dilettant der deutschen Literatur - die Fäden in der Hand hält, scheint unmöglich. Feiern wir also den Text - indem wir ihn lesen, natürlich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)