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In zwanzigjähriger Forschungsarbeit hat Hawkins die kinesiologische Muskeltestmethode weiterentwickelt und herausgefunden, dass sich damit die Qualitäten des menschlichen Bewusstseins (wie Scham, Apathie, Angst, Mut, Liebe, Freude) sozusagen 'eichen' lassen: zu einer Skala von 1 bis 1000, auf der sich diese Ebenen des Bewusstseins je nach ihrem Anteil an Kraft einordnen lassen. Mit Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen ermuntert der Autor dazu, sich auf die höheren Bewusstseinsebenen auszurichten, dadurch mehr Kraft auszustrahlen und mehr von dem anzuziehen, was stärkt.
Reduktionistisch und z.T. widersprüchlichIch kann die Begeisterung für dieses hochgelobte Buch nur bedingt teilen. Scheint wohl an einer ausführlichen Lektüre des Werks von Ken Wilber zu liegen. Ich bitte daher um Verzeihung, wenn ich v.a. auf seine Beiträge verweise.
Zu seiner Theorie: Hawkins folgt dem „neuen Paradigma“ (im Gegensatz zum Newton’schen-kartesianischen Universum), sprich: einem naturwissenschaftlich gestützten Weltbild eines unendlich miteinander vernetzten Universums via Quantenvakuum, Holofeld, Attraktorfeldern und nicht-linearen (synchronen) Prozessen. Das individuelle Bewusstsein ist eine Ausprägung dieses kosmischen „Supercomputers“ und hat daher theoretisch die Möglichkeit, an diesem unermesslichen Informationsfeld teilzuhaben. So weit so gut.
Hawkins hat die kinesiologische Muskeltest-Methode dahingehend weiterentwickelt, dass eine Möglichkeit dazu bieten soll – demgemäss trägt jeder Mensch in seinem Körper das Wissen des Universums. Es müssen nur einige Kriterien eingehalten werden (richtige Fragestellung, keine Metallgegenstände in der Nähe des Gefragten, uneigennützige Motive des Fragestellers, beide müssen ein Bewusstseinsniveau von mindestens 200 Punkten haben etc.) und schon kann das Frage-Antwort-Spiel nach dem „Ja-Nein“-Prinzip losgehen – echt aufregend. Ich sage „Spiel“, weil das Ganze etwas von diesen Orakelgeschichten an sich hat, nur dass in diesem Fall die Zukunft nicht vorausgesagt werden kann, wenn man beachtet dass das Ausfaltungspotenzial des Multiversums in unendlichen Strängen weiterverlaufen kann.
Erinnert mich einbisschen an den Bibel-Code (ein m.E. ultra-schlecht dargestelltes Buch über einen unglaublich spekulativen Sachverhalt) – der angeblichen Tatsache, dass im Alten Testament die Möglichkeit zur Voraussage der Weltentwicklung besteht. Hier funktioniert nach einer Art Kreuzworträtsel-Prinzip.
Na ja, nachdem ich mich ernsthaft mit der im Buch dargelegten Theorie auseinandergesetzt habe, komme ich zu einer Vielzahl von Kritikpunkten:
1) Zur kinesiologischen Muskeltest-Methode: So weit ich es in Erfahrung bringen konnte, ist die Methode gar nicht so wissenschaftlich, wie Hawkins es gerne in seinen Berichten darstellt. Zum einen bestehen auf Seite des Testers als auch des Getesteten zahlreiche Fälschungsmöglichkeiten, auch intuitiv-unbewusst, was gezieltes "Beweisen" fast unmöglich macht. Zum anderen ermüdet der Testmuskel nach mehreren Vorgängen. Außerdem konnten mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Ergebnisse solcher Tests häufig rein zufällig waren. (vgl. Wikipedia Sept. 2006: “kinesiologischer Muskeltest”:
- Friedman MH, applied kinesiology - double-blind study, prosthetic dentistry 1981,42:321
- Garrow JS,kinesiology and food allergy, BMJ 1988,296:1573
- Haas M,muscle testing response to provocative vertebral challenge and spinal manipulation: a randomized controlled trial of construct validity, j manip physiol ther 1994,17:141
- Lüdtke R,test-retest-reliability and validity of the kinesiology muscle test,complementar ther med,2001,9:141
- Pothmann R, Evaluation der klinisch angewandten Kinesiologie bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten im Kindesalter, Forsch Komplementärmedizin Klass Naturheilk 2001;8:336-344)
2) Interpretation: Problematisch finde ich auch wie Hawkins diese empirischen Fakten in seine Sinnzusammenhänge verknüpft. Er gibt ja selber zu, dass das Ergebnis zum einen von der Fragestellung des Testers abhängt und zum anderen wie das Universum diese Frage versteht.
3) Gibt es für alle Fragen klare ja-nein-Antworten, ich meine, wenn wir behaupten, dass die Muskeltestmethode im Kontext "richtig-falsch" angewendet wird? Die spirituelle Bewusstseinsentwicklung zeichnet sich doch dadurch aus, dass sie dialektisch erfolgt: "Ja-Nein"-Standpunkte einer Bewusstseinsebene werden transzendiert ("aufgelöst") und zu einem "Weder-noch" auf der nächsten Bewusstseinsebene, bis auf den tiefsten Seinsebenen (z.B. in der Terminologie des Taoismus) die Urpolaritäten "Yin-Yang" selbst transzendiert werden und alles nur nicht-duales "Tao" ist. D.h. a) muss der Fragesteller selbst auf einer hohen Bewusstseinsebene sein, um über den Getesteten mit dem Universum zu kommunizieren, aber b) kann er niemals den absoluten Kontext erfragen, da dieser jenseits von relativen Begriffen liegt. Die Ebene, von der aus die Fragen gestellt werden, ist begrenzt. Sie ist zwangsläufig immer noch mental (bestenfalls holistisch, aber nicht spirituell-transmental).
4) Mich wundert, dass Hawkins, der ja sämtliche Erleuchtungszustände erfahren haben soll, eine so "flache" Terminologie wählt. Seine Theorie ist zwar faszinierend, aber sie ist rein systemwissenschaftlich. Spätestens, wenn er intersubjektive Bedeutungen (Religionsinhalte, Werte) auf "Attraktorfelder" reduziert, wird ersichtlich, was er der Realität für eine Gewalt antut. Das einzig Positive, was ich seinen Darstellungen abgewinnen kann ist, dass er die Inhalte des neuen Paradigmas (holografisches Weltbild, implizite/explizite Ordnung, Quantenpotenzial, Attraktoren) in einen kohärenten Zusammenhang bringt. Aber das menschliche Bewusstsein ist nicht NUR ein kleiner "Computer", der an einem "kollektiven Rechner" angeschlossen ist. Wilber würde diese Darstellung als "subtilen Reduktionismus" bezeichnen - sie würde lediglich die Inhalte eines von mindestens vier Realitätsdimensionen ("inter-objektiver Quadrant", unten-rechts) in seiner AQAL-Matrix (All Quadrants All Lines) wiederspiegeln. Darüber hinaus wären noch andere Dimensionen zu berücksichtigen, wie "Zustände" (im Gegensatz zu Ebenen), "Typen", "Entwicklungslinien" etc. Auf letzteres werde ich unten nochmal zu sprechen kommen.
5) Das Kapitel, in dem Hawkins sich über die Weltreligionen äußert, empfand ich als einziges Ärgernis. Hier wurde besonders deutlich, dass seine Terminologie gänzlich ungeeignet war, Religionen als verschiedene Wege zur selben universellen Wahrheit wiederzugeben, wie das ein Huston Smith oder ein Aldous Huxley vollbringen könnten. Stattdessen kam eine völlig unzureichend begründete Zuordnung von verschiedenen Religionsströmungen und Religionsstiftern in seine Punkteskala. (Also echt: "Dschihad" heißt NICHT "Heiliger Krieg", sondern "Anstrengung"; das sollte doch ein Forscher seines Formats wissen!) Wie kann man bitte den Wahrheitsgehalt des Alten Testaments oder des Korans messen????? Religiöse Offenbarungen sind doch höchst interpretativ: Militante jüdische Zeloten oder islamistische Terroristen können sich darin genauso wiederfinden wie hocherleuchtete Kabbalisten oder Sufis (die bestimmt einen höheren Messwert aufweisen als den, der den Offenbarungen zugeordnet wurde). Thesen wie "Jesus Lehre beruht auf Glauben, Buddhas Lehre beruht auf Handeln" (http://de.spiritualwiki.org/Hawkins/Lehrs%c3%a4tze) halte ich für schlichtweg unwahr, v.a. nach der Lektüre von Huston Smith (der auf diesem Gebiet mehr Substanz zu bieten hat).
6) Ich hatte hohe Erwartungen an Hawkins Skala, aber auch sie erschien mir an einigen Stellen unbrauchbar. Interessant fand ich, dass der Kontext dieser Skala sich doch so sehr von den anderen Bewusstseinsspektren unterschied (Piaget, Wilber, Gebser, Maslow etc.): Tod - Leben. Ich glaube, Hawkins hatte sich bewusst für dieses Spektrum entschieden, weil er in seinem Leben alle Stufen abgeschritten ist (es ist ja allgemein bekannt, dass ihn sein Alkoholismus fast dahingerafft hätte und dass er nach erfolgreicher Überwindung dieser Krise intensive mystische Zustände erfuhr). Die Skala scheint für entwicklungspsychologische oder evolutionäre Darstellungen nur begrenzt geeignet zu sein, weil sie z.B. nicht adäquat die Bewusstseinsentwicklung vom Kleinkind zum (erleuchteten) Erwachsenen oder vom Tier zum Menschen wiedergeben kann: Der Anfang der Entwicklung beginnt ja nicht beim Tod, beim Bestreben Selbstmord auszuüben oder bei "Scham". Dennoch behauptet er, dass Skalenwerte unter 200 denen von Tieren entsprechen. Ich halte diese Werte für prärational, aber sie können auch pathologische Ausprägungen höherer (spezifisch menschlicher) Ebenen sein. Das entwicklungspsychologische Modell von Wilber (oder den Spiral-Dynamics) kommt m.E. näher an einer (mentalen) Darstellung des absoluten Kontextes ran. Der genaue Entwicklungszusammenhang zwischen den Stufen 250 - 500 will auch nicht so recht einleuchten. Ist die Reihenfolge zwischen "Neutralität" (250), "Bereitwilligkeit" (310), "Akzeptanz" (350) und "Vernunft" (400) so eindeutig? Ich meine, ein Mensch kann ja die Fähigkeit zu Abstraktion und Rationalität haben (400) und trotzdem nur bedingt fähig zur Vergebung (350). Sinnvoll wäre es vielleicht von verschiedenen Kontexten der Entwicklung auszugehen (moralisch, kognitiv, kinästhetisch etc., wie das auch im integralen Ansatz berücksichtigt wird).
6) Total umgehauen hat mich Hawkins These, dass sich der Skalenwert eines Menschen nicht mehr als um 5 Punkte verändert und dass andererseits die Lektüre seines Buches dazu beitragen könne, den Skalenwert anzuheben. Daraus lässt sich zweierlei schlussfolgern: Entweder spiegeln seine Ebenen irgendeinen impliziten Wert wieder, z.B. potenzielle Größen, oder sein Skalen-Modell ist schlichtweg falsch (zumindest in seiner jetzigen und ziemlich eindeutigen Darstellung). Buddha, der einen Wert von 1000 hat, war in seinem Leben bestimmt auch mal ein egozentrischer Zweijähriger. Auch er hat einen schmerzvollen Lernprozess der Bewusstseinsentwicklung auf sich genommen, er ist nicht mit 1000 Punkten geboren worden.
7) Ich würde gerne glauben, dass die Bewusstseinsentwicklung logarhythmisch erfolgt, aber die Interpretation der Messwerte scheinen mir leider nicht mehr als "Interpretation" zu sein. Ich hoffe, er hat recht.
Nachdem ich diese Kritik abgeschickt habe, fällt mir bestimmt noch mehr ein, egal.
Die Lektüre des Buches lohnt sich m.E., um sich mit dem Werkt von D. Hawkins grob vertraut zu machen und um einen Einblick in einen typischen Standpunkt zu gewinnen, der Religion gerne naturwissenschaftlich erklären möchte (daran aber zwangsläufig scheitert). Es sollte aber stets im Hinterkopf behalten werden, dass spirituelle Religionsströmungen selbst kontemplative Wissenschaften darstellen (man befasse sich z.B. mit der Methodologie der buddhistischen Psychologie), da sie sich (wie u.a. von Wilber dargestellt) ebenfalls nach den 3 Strängen jeden echten Wissenserwerbs richten (Injunktion, Erkenntnis, Verifikation/Falsifikation). Dieser Erkenntnisvorgang funktioniert aber nicht über einen empirischen Muskeltest, sondern im subjektiven "Labor des Bewusstseins". Die Ergebnisse dieser unterschiedlichen Methoden sollten nicht aufeinander reduziert werden. Echter Holismus impliziert daher mehr als nur systemwissenschaftliche Deduktion.
Wahrheit genügt sich selbst......und dies wird auch beim lesen dieses Buches sehr schnell klar!Dr.David Hawkins Arbeit basiert auf der Kinesiologie etwa nach Dr.John Diamond (Mein Körper lügt nicht) oder Dr. John Godheart. Er führt den dort beschriebenen kinesiologischen Ansatz weiter. In Anlehnung etwa an Jungs kollektives Bewußtseins oder an die Bezeichnung des "Dharmakaya" im Buddhismus benützt er den kinesiolgischen Muskeltest um zu testen ob IRGENDEINE Aussage Wahr ist oder ob der Aussage die Wahrheit fehlt. Die theoretische Begründung bezieht sich neben Jungs Konzept der "kollektiven Datenbank" (wie Dr.Hawkins es bezeichnet) auf die neuesten Forschungen der Quantenphysik,Nicht linearen Mathematik (vorallem Atraktor Forschung!).Dieses Buch zeigt nun diese Methode auf und einige damit durchgeführte Anwendungsbeispiele (Sport,Kunst,Religion,Wissenschaft) und soll dem aufgeschlossenem Leser die Möglichkeit geben wissenschaftliche Konzepte leicht zu verstehen. Dies schafft der Author vorallem durch seine sehr flüssige Schreibweise. Aufgrund das es ein populärwissenschaftliches Buch sein soll werden allerdings gewisse Daten etwa der dahinterliegenden Doktorarbeit weggelassen. Diese Doktorarbeit scheint aus meiner Sicht (Studium der Psychologie) valide und reliabel zu sein.Anzumerken ist noch das die deutsche Übersetzung bei 750 während das englische Original bei 850! kalibriert. Wer dem englischen mächtig ist sollte sich also besser das Original zulegen (Manche übersetzungsfehler sind so gewichtig dass es mich wundert dass es keinem aufgefallen ist). Dennoch ist natürlich ein Buch bei 750 mehr als lesenswert. (Etwa ist bei 600 was man traditionell Erleuchtung bezeichnet hat,oder als die einzigen 3 Personen in der Menschheitsgeschichte finden wir Jesus,Krishna und Buddha bei 1000).Vorallem für jemanden der offen und ohne bereits gefällte Meinung sich mit diesem Buch auseinandersetzt ein wahrer Schatz, und außer den anderen Werken des Authors hat mir kein Buch mehr weitergeholfen.Die Bücher "Eye of the I" und "I-Reality and Subjectivity" führen den hier allgmein beschriebenen Ansatz in die Richtung der Spiritualität weiter und dienen mehr dem spirituellen Sucher.
Hier befindet sich auch das Hauptaugenmerk des Authors jenseits des Buches wo er spirituelle Lehrer,Werke etc. in den Kontext der "map of consciousness" einordnet. Ein paar Highlights habe ich unter dem "direktesten Weg" bei Amazon zusammengestellt.The most improtant and significant book i read in the past ten years" Dr. Wayne Dyer
Tolles BuchHawkins fürt den Leser an die kinesiologische Muskeltest-Methode
heran und gibt möglichkeiten diese für den Alltag zu gebrauchen.
Mit dieser Methode lässt sich leicht "wahres" von "unwahrem"
unterscheiden.
Die Messskalen von 1-1000 geben Aufschluss über den Wahrheitsgehalt von alltäglichen Dingen auch im Bezug auf Politik, Religion und Glaube...aber auch über die Bewusstseinsebenen von Scham (Messwert 20) bis zur Erleuchtung (Messwert 1000) den bisher nur 3 Menschen erreicht haben...Jesus, Krishna, Buddha
Ein tolles Buch mit dem Wahrheitsgehalt von 750!
Kinesiologie angewendet auf ErkenntnisWohl das wichtigste Buch, daß ich je gelesen habe. Die Räume des Bewußtseins und andere Bereiche wie Politik, Arbeit, Gesellschaft, Beziehung wurden systematisch und wissenschaftlich kinesiologisch durchleuchtet.Die wichtigsten Erkenntnisse wurden festgehalten und ein genaues Modell des Bewußtseins vorgestellt.Das weitreichende Fazit des Buches: Kinesiologie läßt sich auf Erkenntnis anwenden: Lasse irgend jemand irgendeine Frage stellen (die sich nicht auf Zukunft bezieht) und irgend jemand testen. Bei der gleichen Frage und anderen Menschen wird die Antwort die gleiche - und die richtige sein...
Intensives, erleuchtendes MeisterwerkDie Bewusstseinsskala dieses Buches ist unglaublich erleuchtend. Durch die Anwendung dieser Informationen habe ich mehr über das Leben gelernt als durch jedes andere Buch zuvor. Super!
Eisler-1904: Mechanisierung des Bewußtseins · Lüge des Bewußtseins · Schwelle des Bewußtseins · Umfang des Bewußtseins · Strom des Bewußtseins · Elemente des Bewußtseins · Auswählende Function des Bewußtseins · Enge des Bewußtseins · Inhalt des Bewußtseins · Form des Bewußtseins
Lueger-1904: Geneigte Ebenen · Ebenen · Durchschnitt zweier ebenen Flächen
Pagel-1901: Hawkins, Francis Bisset
Pierer-1857: Normale (Normallinie) eines Punktes einer ebenen Curve · Hawkins [2] · Hawkins Jungfernland · Hawkins [1]